Winners of the Week: 29. Juni 2026

Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.

LPGA Tour: KPMG Women’s PGA Championship

Haeran Ryu hat die KPMG Women’s PGA Championship gewonnen und damit ihren ersten Major-Titel erzielt. Die Südkoreanerin setzte sich auf dem anspruchsvollen Hazeltine National Golf Club mit zwei Schlägen Vorsprung vor ihrer Landsfrau Ina Yoon durch und krönte damit eine beeindruckende Aufholjagd.

Dabei hatte das Turnier für die 25-Jährige alles andere als vielversprechend begonnen. Nach einer 73 zum Auftakt lag Ryu lediglich auf dem geteilten 70. Rang – zehn Schläge hinter der führenden Yoon, die mit einer Turnierrekordrunde von 63 gestartet war. Es war der größte Rückstand, den eine spätere Major-Siegerin seit mindestens 60 Jahren nach der ersten Runde noch aufholen konnte.

Nach starken Leistungen an den beiden folgenden Tagen übernahm Ryu vor der Schlussrunde die Führung. Dort geriet sie zunächst ins Wanken: Drei Bogeys auf den ersten fünf Bahnen ließen den Vorsprung schmelzen und machten das Rennen um den Titel wieder völlig offen. Insgesamt wechselte die alleinige Führung auf den ersten neun Löchern gleich viermal.

Doch anschließend zeigte Ryu ihre ganze Klasse. Mit vier Birdies auf den verbleibenden zwölf Löchern spielte sie sich wieder frei und nutzte vor allem ihre starken Annäherungsschläge, um sich entscheidend abzusetzen. Am Ende unterschrieb sie eine 70 (-2) und gewann mit insgesamt 13 unter Par.

„Es fühlt sich gerade so an, als würden Träume wahr werden. Ich habe es schon ein paar Mal beim Major-Champion versucht, aber es hat nicht geklappt. Heute habe ich es endlich geschafft und bin deshalb überglücklich.“

Haeran Ryu

„Mein Coach hat mir vor der Runde gesagt: ‚Vertraue deinem Schlag, vertraue deinem Caddie und vertraue dir selbst‘“, erklärte Ryu nach ihrem Triumph. Genau diese Gelassenheit zahlte sich auf den schwierigen Grüns und bei windigen Bedingungen aus.

Für Ina Yoon blieb trotz einer starken Schlussrunde der zweite Platz. Nach ihrer Rekordrunde zum Auftakt und einer zwischenzeitlichen Führung musste sie sich schließlich mit zwei Schlägen Rückstand zufriedengeben. „Natürlich bin ich etwas enttäuscht, aber ich habe unter Druck viel gelernt. Das wird mir in Zukunft helfen“, sagte die 23-Jährige.

Den dritten Rang teilten sich Brooke Henderson und Dewi Weber mit zehn Schlägen unter Par. Weber sorgte dabei für das beste Major-Ergebnis einer Niederländerin seit Anne van Dam bei den Women’s British Open 2024.

Nelly Korda konnte ihren Traum vom dritten Major-Sieg der Saison nicht verwirklichen. Die Weltranglistenerste lag zwischenzeitlich noch in Schlagdistanz, verlor auf den Back Nine jedoch erneut wichtige Schläge auf den Grüns und beendete das Turnier nach einer 73 auf dem geteilten achten Platz. Insbesondere fünf Drei-Putts im Laufe der Woche und zwei Doppel-Bogeys an der schwierigen 16 verhinderten eine ernsthafte Titelchance.

Für Ryu hingegen ist der Erfolg der bislang größte ihrer Karriere. Nach der Auszeichnung als „Rookie of the Year” 2023 darf sich die Südkoreanerin nun erstmals „Major-Siegerin” nennen.

Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:

T15 Esther Henseleit (GER)

DP World Tour: Open d’Italia

Eugenio Chacarra ist nach wie vor das Maß aller Dinge auf der DP World Tour. Der Spanier gewann nach den KLM Open auch die 83. Italian Open und sicherte sich damit seinen zweiten Titel in Folge. Mit einer starken Schlussrunde von 64 Schlägen setzte er sich im Circolo Golf Torino mit fünf Schlägen Vorsprung und insgesamt 24 unter Par souverän durch.

„Gewinnen macht immer Spaß – dafür arbeiten wir“, sagte Chacarra nach seinem Triumph. „Ich bin sehr stolz auf mich. Genau von solchen Situationen habe ich als Kind geträumt: gegen Weltklassespieler um einen Titel zu kämpfen.“

Neben dem Titel löste Chacarra auch das Ticket für die 154. Open Championship im Royal Birkdale. „Ich habe immer davon geträumt, dort zu spielen. Jetzt freue ich mich erst einmal aufs Feiern, danach beginnt die Vorbereitung auf The Open.“

Matt Wallace setzte den Führenden zwar früh unter Druck. Der Engländer verkürzte den Rückstand bereits auf der ersten Bahn mit einem spektakulären Eagle nach einem eingelochten Chip auf nur noch einen Schlag. Auch Joaquín Niemann mischte zunächst vorne mit, fiel jedoch nach einem Doppel-Bogey auf der zweiten Bahn früh zurück.

Davon ließ sich Chacarra nicht aus der Ruhe bringen. Mit Birdies auf den Löchern fünf und acht sowie einer Serie von drei Birdies rund um den Turn baute er seinen Vorsprung wieder aus. Als Wallace auf der 14 noch einmal bis auf zwei Schläge herankam, konterte der Spanier eindrucksvoll: Ein Eagle-Putt aus gut zehn Metern auf der 15 sorgte praktisch für die Vorentscheidung.

„Ich spiele inzwischen seit 20 Runden in Folge unter Par“, erklärte Chacarra. „Mein Caddie und ich machen einen großartigen Job. Ich habe mir schon als Amateur und College-Spieler bewiesen, dass ich zu den Besten gehören kann. Genau dorthin möchte ich auch als Profi.“

Wallace blieb mit einer 67 alleiniger Zweiter. Immerhin durfte sich der Engländer über den mit 40.000 US-Dollar dotierten „Nexo Course Record Award“ für seine 62 aus der zweiten Runde freuen. Joaquín Niemann sicherte sich mit einem Birdie auf der Schlussbahn Rang drei vor Joakim Lagergren.

Mit seinem Erfolg schreibt Chacarra zudem Tour-Geschichte: Er ist erst der fünfte Spieler überhaupt, der im selben Jahr sowohl die Dutch Open als auch die Italian Open gewinnt – und der erste seit Ramón Sota im Jahr 1971.

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

10 Nicolai von Dellingshausen (GER)

Ladies European Tour: Czech Ladies Open

Bei den Tipsport Czech Ladies Open hat Noora Komulainen ihren ersten Titel auf der Ladies European Tour gewonnen. Die 35-jährige Finnin setzte sich nach einem dramatischen Dreier-Play-off gegen Justice Bosio und Lisa Pettersson durch und krönte damit eine 14 Jahre lange Reise auf der LET.

Die 35-Jährige hatte vor der Schlussrunde einen Schlag Rückstand, spielte dann aber auf den letzten neun Bahnen groß auf. Mit Birdies auf den letzten vier Bahnen unterschrieb sie eine 66 (-6) und zog mit 18 unter Par sowohl mit der Australierin Bosio als auch mit ihrer Spielpartnerin Pettersson gleich.

Die Entscheidung fiel auf der erneut gespielten 18. Bahn. Alle drei Spielerinnen legten auf dem Par 5 zunächst vor und hatten anschließend ein Wedge ins Grün. Komulainen spielte den besten Schlag des Trios und legte sich den Ball auf knapp zwei Meter an die Fahne. Nachdem Bosio und Pettersson ihre Birdie-Putts verpasst hatten, lochte die Finnin sicher ein und machte ihren lang ersehnten Premierensieg perfekt.

„Ich bin seit 14 Jahren auf der Tour und habe so lange auf diesen Moment gewartet. Dieser Sieg bedeutet mir alles“, sagte Komulainen. Besonders emotional wurde es direkt nach dem entscheidenden Putt, als ihr Ehemann Roope, der gleichzeitig als Caddie fungierte, und ihre gemeinsame fünfjährige Tochter Elli auf das Grün stürmten und den Triumph mit ihr feierten.

„Ich habe immer davon geträumt, vor meiner Familie zu gewinnen. Dass mein Mann die Tasche getragen hat und meine Tochter dabei war, macht diesen Tag perfekt“, erklärte die zweifache Olympiateilnehmerin.

Auf den Front Nine hatte Komulainen trotz eines soliden Spiels noch Schwierigkeiten auf den Grüns. „Ich habe keine Putts gelocht. Auf den zweiten neun Löchern hat es dann plötzlich Klick gemacht“, sagte sie.

Für Justice Bosio bedeutete Rang zwei dennoch das beste Ergebnis ihrer bisherigen LET-Karriere. Die Australierin spielte mit einer 64 (-8) die Runde des Tages und erreichte erstmals ein Play-off auf der Tour. „Natürlich tut das Ende weh, aber insgesamt war es eine großartige Woche“, sagte die 24-Jährige.

Italiens Anna Zanusso belegte mit 17 unter Par Rang vier. Daniela Darquea aus Ecuador spielte an ihrem Geburtstag eine überragende 63 (-9) und wurde Fünfte. Mit einer ebenfalls starken 63 sorgte Rookie Roberta Liti für Aufsehen und teilte sich Rang sechs unter anderem mit Emma Spitz, Amelia Garvey und Pia Babnik.

Durch ihren Premierensieg verbessert sich Komulainen in der Order of Merit auf Rang neun. An der Spitze bleibt weiterhin Casandra Alexander aus Südafrika.

Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:

T6 Emma Spitz (AUT)

PGA Tour: Travelers Championship

Die Entscheidung bei der Travelers Championship fällt erst am Montag. Scottie Scheffler und Viktor Hovland beendeten das wetterbedingt unterbrochene Turnier mit dem gleichen Ergebnis von 21 unter Par und treffen nun in einem Sudden-Death-Play-off aufeinander.

Gewitter und starker Regen hatten die Schlussrunde auf dem TPC River Highlands für 90 Minuten unterbrochen. Nach der Fortsetzung reichte das Tageslicht nicht mehr aus, um das Stechen noch am Sonntag auszutragen. Damit geht erstmals seit der Players Championship im Vorjahr ein Turnier der PGA Tour in einen zusätzlichen Tag.

Scheffler rettete sich mit einem nervenstarken Par auf der 18 ins Play-off. Nachdem sein Birdie-Putt aus rund neun Metern deutlich am Loch vorbeigelaufen war, verwandelte die Nummer eins der Welt den zweieinhalb Meter langen Rückputt sicher und ballte erstmals sichtbar die Faust. „Es macht mehr Spaß, Putts zum Sieg zu lochen. Aber dieser hält mich zumindest im Turnier“, sagte Scheffler. „Morgen bekomme ich eine weitere Chance.“

Auch Hovland hatte die Möglichkeit, den Titel noch am Sonntag zu gewinnen. Sein Birdie-Putt auf der Schlussbahn verfehlte das Loch jedoch nur knapp, sodass auch er mit einer 69 ins Clubhaus kam.

Nach der langen Regenpause entwickelte sich die Schlussphase zu einem echten Schlagabtausch. Vor der Unterbrechung hatte Scheffler bereits zwei Schläge Vorsprung, doch danach fand Hovland deutlich besser in seinen Rhythmus zurück. Drei Birdies in Serie brachten den Norweger wieder heran.

„Die Pause hat mir gutgetan“, sagte Hovland. „Ich hatte zuvor keinen richtigen Flow. Nach dem Reset habe ich mich deutlich besser gefühlt.“

Scheffler hielt mit wichtigen Par-Putts auf den Löchern 14 und 15 dagegen. Auf der kurzen 15 verhinderte er nach einem missglückten Chip und einem schwierigen Up-and-Down einen möglichen Rückstand. Dennoch blieb das Duell bis zur Schlussbahn völlig offen.

Für Collin Morikawa reichte eine spektakuläre 61 nicht ganz. Der US-Amerikaner spielte sich mit neun Birdies bis auf 20 unter Par und lag zwischenzeitlich in Führung. Nach seiner frühen Zielankunft musste er jedoch mehrere Stunden vergeblich auf Schützenhilfe hoffen.

Matt Fitzpatrick wurde mit einer 64 alleiniger Vierter. Der U.S.-Open-Champion Wyndham Clark zeigte trotz der kräftezehrenden Major-Woche erneut eine starke Leistung und belegte nach einer 65 den fünften Platz. Ein Ballverlust auf der 17 verhinderte jedoch seine Chance auf das Play-off.

Die Entscheidung fällt nun am Montagmorgen, wenn Scheffler und Hovland im Sudden Death um den Titel kämpfen.

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

72 Sepp Straka (AUT)


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Weitere Turniere:

PGA Tour Champions: Dick’s Open
En-Joie Golf Course, New York, 26. bis 28. Juni

Sieger: Dicky Pride (USA)

T20 Bernhard Langer (GER)

Korn Ferry Tour: Memorial Health Championship
Panther Creek Country Club, Illinois, 25. bis 28. Juni

Sieger: Drew Nesbitt (CAN)

T19 Thomas Rosenmüller (GER)

PGA Tour Americas: Blue Cross and Blue Field of Kansas Wichita Open
Crestview Country Club, Kansas, 25. bis 28. Juni

Sieger: Dawson Armstrong (USA)

CUT Max Schliesing (SUI) & Jonas Baumgartner (GER)

Epson Tour: Island Resort Championship
Sweetgrass Golf Club, Michigan, 26. bis 28. Juni

Siegerin: Kaleiya Romero (USA)

CUT Jordan Fischer (GER), Sophie Hausmann (GER) & Christin Eisenbeiss (GER)

LET Access Series: PGA Championship
Elisefarm Golf Club, Schweden, 24. bis 26. Juni

Siegerin: Elsa Svensson (SWE)

2 Natalie Armbrüster (SUI)

HotelPlanner Tour: Blot Play9
Golf Bluegreen de Pléneuf Val André, Frankreich, 25. bis 28. Juni

Sieger: John Gough (ENG)

T8 Yannik Paul (GER)

Pro Golf Tour: VcG Neuhof Open
Golf-Club Neuhof, Deutschland, 23. bis 25. Juni

Sieger: Alexandre d’Aurelle de Paladines (FRA)

T2 Leon Breimer (GER)

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