Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
DP World Tour: BMW PGA Championship
JJ Spaun sorgte bei der BMW PGA Championship für ein dramatisches Finale. Der US-Amerikaner lag vor der Schlussrunde nur einen Schlag hinter der Spitze, war am Sonntag im Wentworth Club zwischenzeitlich jedoch aus dem Rennen um den Titel geraten. Eine spektakuläre Schlussphase änderte jedoch alles. Mit vier Birdies auf den letzten fünf Löchern spielte sich Spaun an die Spitze. Seine 67 (-5) brachte ihn auf insgesamt 17 unter Par.
„Es bedeutet mir sehr viel“, sagte Spaun nach seinem Sieg. „Ich bin zu diesem Spieler herangewachsen, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich es sein könnte. Mein Spiel auf die ganze Welt mitzunehmen und insbesondere hier nach England zu kommen, einem Ort, der meiner Familie sehr am Herzen liegt, ist etwas Besonderes.“
Dabei hatte Spaun alles andere als perfekt begonnen. Gleich am ersten Loch kassierte er ein Bogey. Nach einem Birdie am vierten Loch folgte jedoch eine lange Phase ohne weitere Schlaggewinne. Acht Pars in Folge ließen den Amerikaner zunächst nicht wie einen ernsthaften Titelkandidaten aussehen.
Das änderte sich am 14. Loch. Spaun platzierte seinen Abschlag dicht an der Fahne und lochte anschließend aus rund vier Metern zum Birdie. Am nächsten Loch folgte aus fünf Metern der nächste Treffer, ehe er auch am 16. Loch ein Birdie erzielte. Drei Birdies in Folge katapultierten ihn an die Spitze. Nach einem verpassten Birdie am 17. Loch gelang ihm am Schlussloch ein sicherer Zwei-Putt zum Birdie.
„Ich wusste den ganzen Tag, dass ich geduldig bleiben musste, weil die Schlussphase in Wentworth so viele Möglichkeiten bietet. Man kann dort Eagle-Eagle spielen, aber genauso gut auch Bogey-Bogey“, erklärte Spaun.
Damit war die BMW PGA Championship allerdings noch nicht vorbei. Manuel Elvira, der als Führender in den Finaltag gestartet war, hatte sich ebenfalls in Position gebracht. Spaun musste im Clubhaus warten und zusehen, was Elvira am 18. Loch machte. Doch dort zerplatzten die Hoffnungen des Spaniers. Sein zweiter Schlag landete im Bunker, der dritte flog über das Grün und anschließend fand er erneut Sand vor. Am Ende stand ein Doppelbogey auf seiner Scorekarte. Elvira unterschrieb eine 70 und wurde mit 15 unter Par geteilter Zweiter.
„Diese Woche haben sich die Sterne so günstig für mich gefügt, dass ich mich durchsetzen konnte. Ich bin einfach dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, zu spielen, gut zu spielen, mir selbst eine Chance zu geben und am Ende den Sieg einzufahren.“
JJ Spaun
Für Spaun ist dies der zweite Sieg auf der DP World Tour. Seinen ersten hatte er im vergangenen Jahr bei der US Open gefeiert. Der Erfolg in Wentworth ist zudem sein erster Titel in der Rolex Series.
Damit schrieb Spaun auch Turniergeschichte: Er ist erst der dritte US-Amerikaner nach Arnold Palmer und Billy Horschel, der die BMW PGA Championship gewinnen konnte. Gleichzeitig ist er seit Byeong Hun An im Jahr 2015 der erste Spieler, der das Turnier bei seinem Debüt gewinnt.
Zusätzliche Motivation hatte Spaun aus seiner Nichtberücksichtigung für das diesjährige Presidents-Cup-Team gezogen. „Das habe ich diese Woche als Motivation genutzt“, verriet der Amerikaner.
Über Spauns Erfolg dürfte sich auch ein prominenter Fan aus Großbritannien gefreut haben – wenn auch nur indirekt. Spaun und seine Frau Melody sind Fans von Jeremy Clarkson und verbringen regelmäßig Zeit in den Cotswolds. Vor dem Turnier überraschte Melody ihren Mann deshalb mit einer Maske des britischen TV-Stars.
„Wir sind ihm und der englischen Kultur sehr verbunden. Wir machen im Dezember tatsächlich Urlaub in den Cotswolds und mögen seine Sendung sehr“, erzählte Spaun. Auch Clarksons Pub „The Farmer’s Dog“ habe er bereits besucht, allerdings ohne den Gastgeber anzutreffen.
„Sie sagte, wir würden diese Woche einen Überraschungsgast bekommen, wenn ich am Turnier teilnehme. Und tatsächlich sah ich am Donnerstagmorgen Jeremys Gesicht, während sie die Maske hochhielt. Jeremy war also in Gedanken dabei – und ich glaube, er hat mir Glück gebracht.“
Mit Elvira landeten gleich drei Major-Sieger auf dem geteilten zweiten Platz: Rory McIlroy, Adam Scott und Aaron Rai kamen ebenso auf 15 unter Par wie der Spanier. McIlroy spielte zum Abschluss eine 68 und verkürzte damit seinen Rückstand auf Patrick Reed an der Spitze des „Race to Dubai Rankings Delivered by DP World“. Scott kam ebenfalls auf 68, Rai spielte eine 66.
Drei Schläge hinter dem Sieger landeten die weiteren Major-Sieger Matt Fitzpatrick und Ryan Fox gemeinsam mit Joost Luiten und Filippo Celli.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T15 Sepp Straka (AUT)
PGA Tour: Biltmore Championship
Bei der erstmals ausgetragenen Biltmore Championship Asheville hat Jacob Bridgeman einen furiosen Schlussspurt hingelegt. Der US-Amerikaner spielte am Sonntag auf dem „The Cliffs at Walnut Cove” eine 61 (-10) und stürmte damit von fünf Schlägen Rückstand noch zum Turniersieg.
Mit insgesamt 26 Schlägen unter Par setzte er sich zwei Schläge vor seinem Landsmann Ben James durch. Für den 26-Jährigen aus South Carolina ist es nach seinem Triumph beim Genesis Invitational im Riviera Country Club zu Beginn des Jahres bereits der zweite Titel auf der PGA Tour. Damit ist er der sechste Mehrfachsieger der laufenden Saison.
Bridgeman profitierte von den durch den Regen aufgeweichten Bedingungen und blieb nahezu fehlerfrei. Besonders auf den hinteren neun Löchern spielte er sich den Sieg heraus. Zwei wichtige Par-Putts hielten ihn zunächst im Rennen.
Am elften Loch lochte er aus rund vier Metern zum Par ein. Noch spektakulärer war sein Save am Par 4 der 12: Nachdem er zunächst im Bunker und anschließend erneut im Sand gelandet war, versenkte er einen Putt aus dreieinhalb Metern zum Par.
Danach zündete der US-Amerikaner den Turbo. Drei Birdies in Folge brachten ihn endgültig an die Spitze. Insgesamt gelangen ihm acht Birdies und ein Eagle.
„Ich führe die Tour in einer wichtigen Putting-Statistik an und habe mich heute sehr auf meinen Putter verlassen“, sagte Bridgeman. Gerade in der entscheidenden Phase habe dieser ihn im Spiel gehalten.
Auf den letzten Löchern wäre sogar eine 59 möglich gewesen. Bridgeman hatte Eagle-Putts aus rund drei beziehungsweise sechs Metern, verfehlte beide jedoch knapp und musste sich jeweils mit einem Tap-in-Birdie begnügen. Die 61 reichte dennoch souverän zum Sieg.
Ben James hielt den Druck bis zum Schluss aufrecht. Der 24-Jährige spielte ebenfalls eine 61 und kam nach drei Birdies auf den letzten vier Löchern noch einmal gefährlich nahe. Am Schlussloch musste er allerdings um das Par kämpfen.
Mit 24 unter Par belegte er schließlich den zweiten Platz. Für James war es bereits die zweite 61 in Folge bei einem Turnier. Dennoch reichte die herausragende Schlussrunde nicht aus, um Bridgeman noch abzufangen.
Der Führende nach 54 Löchern, Neal Shipley, konnte mit dem Tempo der Verfolger dagegen nicht mithalten. Sein erstes Birdie gelang ihm erst am achten Loch. Am Ende unterschrieb er eine 69 und teilte sich mit Ricky Castillo, der eine 65 spielte, den dritten Platz. Beide kamen auf 23 unter Par.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T33 Jeremy Paul (GER)
Ladies European Tour: La Sella Open
Charlotte Heath hat die La Sella Open in Dénia, Alicante, gewonnen und damit ihren ersten LET-Titel gefeiert. Die 24-jährige Engländerin ging mit vier Schlägen Vorsprung in die Finalrunde, musste am Sonntag allerdings lange um ihren Vorsprung bangen.
Am Ende reichte Heath eine 73 (+1), um sich mit insgesamt zehn Schlägen unter Par durchzusetzen. Zwei Schläge dahinter teilten sich ihre Landsfrau Alice Hewson und die Italienerin Alessandra Fanali den zweiten Platz.
Nach drei wettergeprägten Turniertagen warteten zum Abschluss blauer Himmel, Sonnenschein und kräftige Windböen auf die Spielerinnen. Diese Bedingungen sorgten für ein spannendes Finale im La Sella Golf Resort.
Heath erwischte einen nervösen Start und musste auf der Front Nine am fünften Loch ein Bogey hinnehmen. Mit einer 37 ging sie auf die zweiten neun Löcher, während Helen Briem immer stärker wurde.
Die Deutsche, die bereits vor zwei Jahren bei der La Sella Open ihren ersten LET-Titel gefeiert hatte, arbeitete sich Stück für Stück an die Spitze heran. Nach 13 Löchern lag Briem bei neun unter Par und damit plötzlich gleichauf mit Heath.
Briem musste am nächsten Loch einen Schlag abgeben, sodass Heath wieder die alleinige Führung übernahm. Auch Singapurs Shannon Tan konnte im Kampf um den Titel nicht bis zum Schluss mithalten. Während die Konkurrentinnen zurückfielen, setzte Alessandra Fanali im Clubhaus mit acht unter Par die Zielmarke.
Alice Hewson kam dem Sieg am gefährlichsten nah. Die Engländerin, die den Platz besonders schätzt, spielte sich mit einem Birdie auf dem letzten Loch noch auf acht unter Par. Noch mehr wäre möglich gewesen. Hewson hatte auf der 18 einen Eagle-Putt, mit dem sie zu Heath hätte aufschließen können. Der Versuch verfehlte das Loch jedoch knapp. Das anschließende Birdie brachte Hewson gemeinsam mit Fanali auf den zweiten Platz.
Damit lag der Druck vollständig bei Heath. Die Engländerin schlug ihren Drive am letzten Loch zwar mitten auf das Fairway, hatte anschließend jedoch eine schwierige Lage rechts neben dem Grün. Davon ließ sie sich jedoch nicht beeindrucken. Heath spielte ihre Annäherung auf rund zweieinhalb Meter und lochte den Birdie-Putt sicher ein.
Nach zwei Birdies und zwei Bogeys auf den hinteren neun Löchern stand der erste LET-Titel ihrer Karriere damit fest.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T5 Helen Briem (GER)
T17 Alexandra Försterling (GER)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: Pure Insurance Championship
Pebble Beach Golf Links, Kalifornien, 18. bis 20. September
Sieger: Zach Johnson (USA)
T17 Alex Cejka (GER)
Epson Tour: Murphy USA El Dorado Shootout
Mystic Creek Golf Club, Arkansas, 18. bis 20. September
Siegerin: Kary Hollenbaugh (USA)
CUT Christin Eisenbeiss (GER)
LET Access Series: Lavaux Ladies Open
Golf de Lavaux, Schweiz, 16. bis 18. September
Siegerin: Bel Wardle (ENG)
T6 Theresa De Bochdanovits (GER)
HotelPlanner Tour: Open de Portugal
PGA Aroeira, Portugal, 17. bis 20. September
Sieger: Sebastian Friedrichsen (DEN)
T16 Jannik de Bruyn (GER)
Legends Tour: European Legends Cup
Fontanals Golf, Spanien, 18. bis 20. September
Sieger: Johan Edfors (SWE)
T42 Markus Brier (AUT)
PGA Tour Americas: ATB Classic
Blackhawk Golf Club, Kanada, 17. bis 20. September
Sieger: Charlie Crockett (ENG)
T10 Jonas Baumgartner (GER)
Asian Tour: Yeangder Tournament Players Championship
Linkou International Golf and Country Club, Taiwan, 17. bis 20. September
Sieger: Pavit Tangkamolprasert (THA)
T52 Marc Hammer (GER)

