Alle Dramen und Triumphe: Die Profigolf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
HotelPlanner Tour: Grand Final
Julien Sale hat das Grand Final der HotelPlanner Tour im Club de Golf Alcanada gewonnen. Der Franzose spielte zum Abschluss eine 65 und kam mit insgesamt 22 Schlägen unter Par ins Clubhaus. Vier Schläge dahinter belegte der Däne Hamish Brown den alleinigen zweiten Platz. Damit sicherte sich Brown zugleich den Gesamtsieg in der „Road to Mallorca” und steigt als Nummer eins der Saison auf die DP World Tour auf.
Sale hatte den Aufstieg auf die DP World Tour bereits vor dem Saisonfinale sicher. Der 29-Jährige ging mit einem Schlag Vorsprung in die Schlussrunde und baute diesen mit vier Birdies auf den ersten neun Löchern aus. Ein weiterer Schlaggewinn am Par-5-Loch 12 vergrößerte seinen Vorsprung, ehe er sich an der 13 sein einziges Bogey des Tages leistete. Mit drei weiteren Birdies auf den letzten sechs Bahnen machte er schließlich seinen zweiten Saisonsieg perfekt. Bereits im Sommer hatte Sale das Le Vaudreuil Golf Challenge in seiner französischen Heimat gewonnen.
„Es war heute ein schwieriger Tag, weil natürlich viel Druck da war. Ich wusste, dass die Spieler hinter mir gut spielen und mich noch einholen könnten. Aber ich bin sehr zufrieden damit, wie ich gespielt habe”, sagte Sale. In der Jahreswertung belegt er Rang zwei und wird erstmals in seiner Karriere auf der DP World Tour antreten. Er ist der fünfte Franzose, der das Grand Final gewinnen konnte. Vor ihm gelang dies Clément Sordet (2017), Benjamin Hébert (2014), Mike Lorenzo-Vera (2007) und Nicolas Joakimides (1997).
Mit einer 67 und insgesamt 18 unter Par machte Brown den Gesamtsieg klar. Der 27-Jährige musste allerdings bis zum letzten Loch zittern: Der Südafrikaner MJ Daffue hätte mit einem Birdie an der 18 noch den geteilten zweiten Platz erreichen können. Sein Putt fiel jedoch nicht, sodass Brown den entscheidenden Rang hinter Sale behauptete und damit die „Road to Mallorca” gewann.
„Ich weiß jetzt, was auf mich zukommt und was ich tun muss – und was nicht. Ich habe keine Angst davor, sondern freue mich darauf.“
Hamish Brown
„Das bedeutet mir sehr viel“, sagte Brown. Der Däne sprach von einem weiteren anstrengenden Tag und räumte ein, dass er immer wieder an die möglichen Ergebnisse seiner Konkurrenten gedacht habe. Nach einer schwierigen Saison 2025 auf der DP World Tour freut er sich nun auf die Rückkehr.
Brown ist der fünfte Däne, der die Jahreswertung der HotelPlanner Tour gewinnt. Vor ihm hatten sich bereits Rasmus Neergaard-Petersen (2024), Marcus Helligkilde (2021), Joachim B. Hansen (2018) und Thomas Bjørn (1995) den Titel gesichert.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T5 Hurly Long (GER)
Ladies European Tour: Wistron Ladies Open
Casandra Alexander setzt ihre beeindruckende Saison auf der Ladies European Tour (LET) fort. Die Südafrikanerin gewann die Wistron Ladies Open im Sunrise Golf and Country Club in Taiwan mit insgesamt 21 Schlägen unter Par. Mit einer abschließenden 64 (acht unter Par) sicherte sie sich den dritten Titel innerhalb von fünf Turnierstarts und den vierten ihrer Karriere auf der LET.
Bereits mit einer 64 zum Auftakt hatte Alexander die Führung übernommen. Nach Runden von 71 und 68 Schlägen ging sie mit einem Vorsprung in den Finaltag und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Ihre fehlerfreie Schlussrunde begann mit Birdies an der dritten, sechsten, neunten und zehnten Bahn. Am Par-5-Loch 13 traf sie das Grün mit dem zweiten Schlag und verwandelte den Eagle-Putt. Birdies an der 16 und zum Abschluss machten den Erfolg mit drei Schlägen Vorsprung perfekt.
„Das war ziemlich spektakulär. So wohl habe ich mich in einer Finalrunde noch nie gefühlt“, sagte Alexander. Sie betonte, dass sie und ihr Caddie Doug bei den Entscheidungen hervorragende Arbeit geleistet hätten. „Ich würde nicht einmal sagen, dass ich den Ball heute unglaublich gut getroffen habe. Trotzdem habe ich am Ende eine Acht unter Par unterschrieben. Ich habe die Birdies gemacht, wenn ich sie gebraucht habe, und einige wichtige Pars gerettet.“
Der Erfolg krönt eine herausragende Saison. Alexander hatte bereits 2026 die KPMG Women’s Irish Open und die Buccellati Ladies Italian Open gewonnen. Mit dem dritten Titel in fünf Starts sicherte sie sich nun auch vorzeitig den Gesamtsieg in der LET Order of Merit. Zwei Turniere vor Saisonende ist ihre Führung nicht mehr einzuholen. Mit 3.456,48 Punkten steht sie uneinholbar an der Spitze.
„Der Sieg macht den Gesamterfolg perfekt. Ich bin sehr glücklich, die Order of Merit gewonnen zu haben“, erklärte die 27-Jährige. Vor der Schlussrunde habe sie gewusst, dass sie nicht unbedingt gewinnen müsse, den Titel aber unbedingt holen wollte. Zugleich betonte sie die harte Arbeit, die hinter den Erfolgen steckt. Trainer Grant Veenstra und ihr gesamtes Team hätten einen großen Anteil daran. „Viele sehen solche Siege, aber nicht die harte Arbeit, die dahintersteckt. Es ist ein Teamerfolg.“
Hannah Screen aus England belegte mit einer 66 und insgesamt 18 Schlägen unter Par den alleinigen zweiten Platz. Für sie war es das bislang beste Ergebnis auf der LET. Screen fand nach einem Bogey an der vierten Bahn ihren Rhythmus und spielte auf den letzten zehn Löchern sechs Birdies. Pei-Ying Tsai aus Taiwan und Mimi Rhodes aus England teilten sich mit 17 unter Par Rang drei.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T12 Chiara Tamburlini (SUI)
T17 Emma Spitz (AUT)
LPGA Tour: Maybank Championship
Miyu Yamashita bleibt die Maßstäbe setzende Spielerin bei der Maybank Championship. Die Japanerin gewann das Turnier im Kuala Lumpur Golf & Country Club mit 22 Schlägen unter Par und zwei Schlägen Vorsprung auf die Chinesin Yan Liu. Mit ihrem zweiten Erfolg in Folge schreibt die 25-Jährige Geschichte. Noch nie zuvor hatte eine Spielerin den Titel bei diesem LPGA-Turnier erfolgreich verteidigt.
Yamashita spielte zum Abschluss eine 68 und ließ sich auch von der starken Konkurrenz nicht aus der Ruhe bringen. Fünf Birdies standen einem Bogey an der neunten Bahn gegenüber. Besonders auf den letzten Löchern blieb die Japanerin konzentriert und machte mit einem Birdie auf der 18 den Sieg perfekt. Seit der zweiten Runde hatte sie die Führung inne und gab sie bis zum Ende nicht mehr ab.
„Heute war es eine besonders schwierige Runde“, sagte Yamashita. „Yan Liu schlägt den Ball unglaublich weit. Sie spielte früh Birdies und ging sehr aggressiv zu Werke. Ich hatte das Gefühl, dass ich bis zum letzten Putt an der 18 keinen Moment nachlassen durfte.“ Die Chinesin hatte mit einer 63 am Samstag den Anschluss hergestellt und blieb auch am Finaltag mit einer 68 in Reichweite. Am Ende fehlten ihr zwei Schläge zum ersten LPGA-Titel. Mit 20 unter Par erzielte Liu allerdings das bislang beste Ergebnis ihrer Tour-Karriere und stellte zugleich einen persönlichen Bestwert über 72 Löcher auf.
Für Yamashita ist es bereits der fünfte Titel auf der LPGA Tour und der dritte in dieser Saison. Im Juni hatte sie die Meijer LPGA Classic im Stechen gegen Lottie Woad gewonnen, im August folgte ein Start-Ziel-Sieg bei der CPKC Women’s Open mit neun Schlägen Vorsprung. Ihren ersten großen internationalen Titel hatte sie 2025 bei der Women’s Open gefeiert.
Den geteilten dritten Platz belegten die Französin Pauline Roussin-Bouchard und die thailändische Amateurin Marisa Tojai mit jeweils 19 unter Par. Roussin-Bouchard hatte nach der ersten Runde die Führung übernommen, Tojai überzeugte zum Abschluss mit einer 67. Für die Thailänderin war es der erste Start bei einem LPGA-Turnier. Robyn Choi aus Australien wurde mit 17 unter Par Fünfte.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T9 Esther Henseleit (GER)
PGA Tour: VidantaWorld Mexico Open
Andrew Novak hat die VidantaWorld Mexico Open in beeindruckender Manier gewonnen. Der US-Amerikaner spielte im Vidanta Vallarta zum Abschluss eine 69 und beendete das Turnier mit insgesamt 26 Schlägen unter Par. Sein Vorsprung auf die Zweitplatzierten Steven Fisk und Kristoffer Ventura betrug fünf Schläge. Für Novak ist es der erste Einzelsieg auf der PGA Tour.
Die Grundlage für diesen Erfolg hatte der 30-Jährige bereits an den ersten beiden Tagen gelegt. Mit Runden von 61 und 62 Schlägen hatte er sich einen komfortablen Vorsprung erspielt und war mit sechs Schlägen Abstand auf die Konkurrenz in die Schlussrunde gegangen. Am Sonntag schrumpfte sein Polster zunächst: Ein Bogey an der zehnten Bahn ließ den Vorsprung gegenüber Fisk und Ventura auf drei Schläge zusammenschmelzen.
Doch dann setzte Novak zur entscheidenden Serie an. Am Par-5-Loch 12 spielte er aus dem Grünbunker bis auf gut einen Meter an die Fahne und lochte den Birdie-Putt. An der 13 spielte er seinen Abschlag direkt aufs Grün und benötigte zwei Putts für den nächsten Schlaggewinn. Den Höhepunkt setzte er an der 14 mit einem Birdie-Putt aus rund 14 Metern. Drei Birdies in Folge machten die Entscheidung praktisch perfekt.
„Das hat die Sache dann wirklich entschieden. Ich bin einfach glücklich damit, wie ich heute gespielt habe. Ich habe mich gut durch die Runde gekämpft“, sagte Novak. Dabei hatte er auf den ersten neun Löchern durchaus Chancen liegen gelassen. Am dritten Loch blieb sein zweiter Schlag im Bunkerrand stecken und auch zwei Birdie-Putts aus weniger als drei Metern wollten nicht fallen.
Mit diesem Sieg verbessert sich Novak im FedExCup von Rang 89 auf Platz 53 und hat damit beste Aussichten auf die Teilnahme an den lukrativen Signature Events in Pebble Beach und Riviera im kommenden Jahr. Zudem sicherte er sich einen Platz in der Championship Series ab 2028.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
67 Jeremy Paul (GER)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: Simmons Bank Championship
Pleasant Valley Country Club, Arkansas, 30. Oktober bis 1. November
Sieger: Darren Fichardt (RSA)
T7 Alex Cejka (GER)
Legends Tour: Comporta Legends Championship
Pinheirinho Golf Course, Portugal, 30. Oktober bis 1. November
Sieger: Jean Hugo (RSA)
T21 Thomas Gögele (GER)

