Alle Dramen und Triumphe: Die Profigolf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
LPGA Tour: BMW Ladies Championship
Yuri Yoshida hat die BMW Ladies Championship 2026 im Pine Beach Golf Links in Südkorea gewonnen. Die 26-jährige Japanerin beendete das Turnier mit 17 Schlägen unter Par und setzte sich damit einen Schlag vor den beiden Südkoreanerinnen Haeran Ryu und Hye-Jin Choi durch. Für Yoshida ist es der erste Sieg auf der LPGA Tour – und er stand erst am letzten Loch fest.
Dabei war sie mit vier Schlägen Rückstand in die Schlussrunde gegangen. Doch mit einem Eagle auf der zweiten Bahn und drei aufeinanderfolgenden Birdies legte sie einen furiosen Start hin. Mit fünf Schlägen unter Par für die ersten neun Löcher übernahm sie die Führung und setzte Ryu unter Druck, die das Turnier nach drei Runden noch mit vier Schlägen Vorsprung angeführt hatte.
Die Südkoreanerin fand am Sonntag jedoch nicht zu ihrer vorherigen Form. Nach 15 Pars in Folge kassierte Ryu an der 16 ein Bogey und verlor damit ihren knappen Vorsprung auf Yoshida. Beide Spielerinnen spielten an der 17 ein Birdie. An der 18 wurde es schließlich dramatisch: Sowohl Ryu als auch Yoshida beendeten das Schlussloch mit einem Bogey. Da Ryu zuvor einen Schlag zurücklag, reichte Yoshida der Vorsprung zum Sieg. Sie unterschrieb eine 71er-Runde und kam auf insgesamt 271 Schläge.
Ryu spielte zum Abschluss eine 73 und teilte sich mit 16 Schlägen unter Par den zweiten Platz mit ihrer Landsfrau Hye-Jin Choi. Diese blieb mit vier Birdies und einem Bogey ebenfalls bis zum Ende in Schlagdistanz. Für Choi war es erneut ein knapp verhinderter Premierensieg: In ihrem 125. Turnier als Mitglied der LPGA Tour wartet sie weiterhin auf den ersten Erfolg. Bereits fünfmal hatte sie nach 54 Löchern allein oder gemeinsam die Führung inne, ohne den Vorsprung in einen Titel umzumünzen. Auch in der Vorwoche in Shanghai lag sie nach drei Runden vorne, ehe sie Ruoning Yin um einen Schlag unterlag.
„Ich kann es kaum erwarten, nächste Woche wieder am Abschlag zu stehen.“
Yuri Yoshida
„Der Sieg bei der BMW Ladies Championship ist wie ein Traum, der wahr wird“, sagte Yoshida. „Ich bin sehr glücklich, dieses prestigeträchtige Turnier gewonnen zu haben, und möchte den Schwung von meinem ersten LPGA-Titel mitnehmen.“ In der kommenden Woche geht die Asien-Serie der LPGA Tour mit der Maybank Championship in Kuala Lumpur weiter.
Für ein weiteres Highlight sorgte Andrea Lee. Die US-Amerikanerin lochte in der zweiten Runde auf der achten Bahn aus 111 Metern mit einem Eisen 9 zum Hole-in-One ein. Als Preis erhielt die 28-Jährige einen vollelektrischen MINI Countryman SE ALL4. Die beiden weiteren ausgeschriebenen Autos – ein BMW i7 an Bahn 13 und ein BMW iX3 an Bahn 15 – wurden hingegen nicht gewonnen.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T23 Esther Henseleit
DP World Tour: Genesis Championship
Yuto Katsuragawa hat die Genesis Championship im Woo Jeong Hills Country Club in Südkorea gewonnen. Mit insgesamt 13 Schlägen unter Par setzte sich der Japaner zwei Schläge vor den Franzosen Frédéric Lacroix und Martin Couvra durch. Für den 27-Jährigen ist es der zweite Titel auf der DP World Tour, mehr als zwei Jahre nach seinem ersten Erfolg.
Die Woche hatte für Katsuragawa mit zusätzlichem Druck begonnen. Vor dem Turnier lag er auf Rang 106 im Race to Dubai. Nur die besten 100 Spieler nach der Genesis Championship erhielten ihr Spielrecht für die kommende Saison. Mit einer starken dritten Runde, in der er mit einer 63 den Platzrekord einstellte, setzte er sich an die Spitze und erspielte sich einen Vorsprung von zwei Schlägen für die Schlussrunde.
Am Sonntag reichte ihm eine konzentrierte Vorstellung, um die Führung zu verteidigen. Nach einem Birdie an der vierten Bahn notierte er bis zum letzten Loch ausschließlich Pars. Dabei profitierte er davon, dass seine Verfolger ihre Chancen nicht konsequent nutzten. Antoine Rozner kam zwischenzeitlich bis auf zwei Schläge heran, fiel nach einem Doppelbogey an der 13 jedoch zurück. Auch Casey Jarvis, der zwischenzeitlich bis auf einen Schlag aufgeschlossen hatte, verlor an der neunten Bahn entscheidend an Boden.
Katsuragawa blieb bei 14 unter Par und hielt die Konkurrenz mit seinem kontrollierten Spiel auf Distanz. Zum Abschluss wurde es noch einmal spannend: An der 18 geriet er sowohl mit dem Abschlag als auch mit dem dritten Schlag in Schwierigkeiten. Drei Putts später stand ein Bogey auf der Karte. Der Vorsprung reichte dennoch für den souveränen Erfolg mit zwei Schlägen Differenz.
„Nach meinem ersten Sieg hatte ich eine sehr schwierige Zeit, mit der ich gekämpft habe. Der zweite Sieg ist deshalb definitiv der größte Moment meines Lebens“, sagte Katsuragawa. Die Anspannung war besonders groß, denn es ging nicht nur um den Turniersieg, sondern auch um sein Spielrecht für die kommende Saison. „Ich war also doppelt nervös, aber ich glaube, ich habe es geschafft.“
Der Erfolg sichert ihm nicht nur die Tourkarte für 2027, sondern auch die Teilnahme an beiden Playoff-Turnieren. Diese finden in Abu Dhabi und Dubai statt. „Auf der DP World Tour spielen zu können, ist etwas, das ich in meinem Leben brauche. Ich freue mich sehr darauf, in Dubai zu spielen“, erklärte der Japaner.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T34 Maximilian Steinlechner (AUT)
Ladies European Tour: Hero Women’s Indian Open
Pornanong Phatlum hat bei der Hero Women’s Indian Open 2026 Golfgeschichte geschrieben. Mit einer herausragenden Schlussrunde von 65 Schlägen (sieben unter Par) sicherte sich die Thailänderin im DLF Golf & Country Club in Delhi ihren vierten Titel bei diesem Turnier. Mit insgesamt elf Schlägen unter Par lag sie am Ende vier Schläge vor der Inderin Vani Kapoor. Zuvor hatte Phatlum bereits 2008, 2009 und 2012 in Indien gewonnen.
Die 36-Jährige war nach 14 Jahren erstmals zu dem Turnier zurückgekehrt und glich am Sonntag einen Rückstand von einem Schlag aus. In der Schlussgruppe mit Kapoor und Titelverteidigerin Shannon Tan entwickelte sich zunächst ein enges Duell mit der indischen Lokalmatadorin. Beide starteten mit einem Birdie, Kapoor baute ihren Vorsprung an der zweiten Bahn sogar auf zwei Schläge aus. Phatlum antwortete mit einem Birdie an der dritten Bahn und legte auf den Bahnen fünf, acht und neun nach. Zur Halbzeit waren beide gleichauf.
Auf den zweiten neun Löchern kippte das Duell zugunsten der Thailänderin. Kapoor leistete sich an der zehnten Bahn ein Bogey, konterte zwar unmittelbar mit einem Birdie, verlor an der zwölften und der 13. Bahn aber erneut Schläge. Phatlum blieb dagegen fehlerfrei, erhöhte mit Birdies an der 15 und 16 den Druck und machte schließlich den Sieg perfekt. Zwei abschließende Pars reichten aus, um den historischen Erfolg mit vier Schlägen Vorsprung perfekt zu machen.
„Ich bin gerade so glücklich! Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal gewinnen würde, aber ich habe mein Bestes gegeben“, sagte Phatlum. Besonders auf den ersten neun Löchern sei ihr nahezu jeder Putt gelungen. Die Rückkehr nach Indien habe ihr viel bedeutet: „Ich habe hier so schöne Erinnerungen. Dass ich jetzt zum vierten Mal gewonnen habe, macht mich sehr glücklich.“
Der Sieg ist auch persönlich ein besonderer Meilenstein. Phatlum, die in ihrer Karriere bereits 23 Titel gewonnen hat, hatte in diesem Jahr sogar über das Ende ihrer Profikarriere nachgedacht. „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Er gibt mir neue Motivation. Ich habe das Gefühl, dass ich weiterhin auf der Tour spielen kann, und werde es im nächsten Jahr wieder versuchen“, erklärte sie. Nach ihrem Erfolg nahm sie die Mitgliedschaft bei der Ladies European Tour (LET) an und wird in der kommenden Woche bei den Wistron Ladies Open in Taiwan antreten.
Kapoor beendete das Turnier mit einer 70 und sieben unter Par auf dem alleinigen zweiten Platz. Für die Inderin war es das bislang beste Ergebnis auf der LET. „Ich habe alles gegeben, hundert Prozent“, sagte sie. Trotz einiger Fehler sei sie mit ihrer Leistung zufrieden, gerade angesichts des Drucks habe sie viele Birdies gespielt. In der Order of Merit verbessert sie sich auf Rang 69.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
8 Patricia Isabel Schmidt (GER)
T9 Chiara Tamburlini (SUI)
PGA Tour: Butterfield Bermuda Championship
Die Butterfield Bermuda Championship auf dem Port Royal Golf Course wurde wegen heftiger Winde auf 54 Löcher verkürzt. Da am Sonntag Böen von mehr als 40 Meilen pro Stunde (rund 64 km/h) herrschten, konnte keiner der 72 Spieler, die den Cut geschafft hatten, seine Schlussrunde beginnen. Nach mehreren Stunden Wartezeit entschieden die Verantwortlichen, den Spieltag abzusagen. Auch für Montag waren schwierige Wetterbedingungen vorhergesagt.
Somit fällt die Entscheidung über den Turniersieg zwischen Austin Smotherman und Seamus Power im Stechen. Beide lagen nach drei Runden mit 16 unter Par gleichauf. Der Start war für Montag um 8 Uhr Ortszeit an der Par-3-Bahn 16 vorgesehen – sofern es das Wetter zulässt.
Für Smotherman wäre es bereits der zweite Sieg auf der PGA Tour innerhalb weniger Wochen. Der US-Amerikaner hatte Anfang des Monats die Bank of Utah Championship gewonnen und damit seinen ersten Titel auf der Tour gefeiert. Mit einem weiteren Erfolg könnte er sich zudem einen Startplatz bei den US Open im kommenden Jahr sichern.
Auch für den Iren Power steht viel auf dem Spiel. Er war vor dem Turnier auf Rang 103 im FedExCup-Ranking platziert und damit knapp außerhalb der Top 100: Ein Sieg würde ihm nicht nur die Spielberechtigung auf der PGA Tour bis einschließlich 2028 sichern, sondern ihm auch den Zugang zur neu strukturierten PGA Tour Championship Series im Jahr 2028 eröffnen.
Ein Abschluss am Montag ist auf der PGA Tour keine Seltenheit, kommt aber nicht jede Woche vor. Zuletzt wurde die Travelers Championship im Juni an einem Montag beendet, als Viktor Hovland den Weltranglistenersten Scottie Scheffler besiegte. Eine Verkürzung auf 54 Löcher hatte es zuletzt beim AT&T Pebble Beach Pro-Am 2024 gegeben, das damals bereits am Samstag endete.
Auch bei der Vidanta World Mexico Open in Vallarta stehen Power und Smotherman für die kommende Woche im Teilnehmerfeld. Für andere Spieler wurde bereits ein Charterflug von Bermuda organisiert. Ob das Stechen planmäßig stattfinden kann, hängt nun von den Wetterbedingungen ab.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
70 Jeremy Paul (GER)
Weitere Turniere:
LET Access Series: Super Bock Ladies Open
Vidago Palace Golf, Portugal, 20. bis 22. Oktober
Siegerin: Ellie Gower (ENG)
T6 Tiffany Arafi (SUI)
PGA Tour Champions: Stifel Charity Classic
Norwood Hills Country Club, Missouri, 23. bis 25. Oktober
Sieger: Rory Sabatini (SVK)
T13 Alex Cejka (GER)
Legends Tour: Sergio Melpignano Senior Italian Open
San Domenico Golf, Italien, 22. bis 24. Oktober
Sieger: Craig Farrelly (ENG)
T5 Thomas Gögele (GER)
Sunshine Tour: Stella Artois Players Championship
Glendower Golf Club, Südafrika, 22. bis 25. Oktober
Sieger: Deon Germishuys (RSA)
T22 Allen John (GER)
Asian Tour: Hong Kong Open
Hong Kong Golf Club, China, 22. bis 25. Oktober
Sieger: John Catlin (USA)
T71 Maximilian Rottluff (GER)

