Alle Dramen und Triumphe: Die Profigolf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
DP World Tour: Open de Espana
Grant Forrest hat die Open de España presented by Madrid gewonnen und sich damit zwei besondere Wünsche auf einmal erfüllt. Der Schotte setzte sich mit einem Birdie am letzten Loch gegen den spanischen Lokalmatador Eugenio Chacarra durch. Neben seinem ersten Titel auf der DP World Tour außerhalb Schottlands sicherte er sich Einladungen zum Masters 2027 und zur 155. Open Championship in St Andrews.
„Ich bin ehrlich gesagt völlig geschockt“, sagte Forrest nach seinem Triumph. „Das ist wie ein Märchen. Ich habe bisher zweimal bei der Open gespielt und darf jetzt nach Augusta. Ich kann es kaum begreifen. Man kann eine großartige Karriere haben, ohne jemals in Augusta spielen zu dürfen.“
Dabei hatte es lange nach einem Heimsieg ausgesehen. Chacarra startete mit einer furiosen Vorstellung auf den ersten neun Löchern in die Finalrunde. Mit fünf Birdies brachte der Spanier das Publikum in Madrid zum Jubeln und glich den Rückstand auf Forrest und den Engländer Joe Dean schnell aus. Ein Putt aus rund 14 Metern, der am siebten Loch eingelocht wurde, brachte ihn bis auf einen Schlag an die Spitze heran. Nach acht Löchern hatte Chacarra bereits mehr als 34 Meter an Putts versenkt.
Auch das Bogey am sechsten Loch bremste den Spanier nur kurz. Direkt im Anschluss gelang ihm ein Eagle, später folgte ein weiteres Birdie. Mit einer 31 auf den ersten neun Löchern war Chacarra wieder voll im Rennen. Forrest hingegen musste nach Bogeys an der sechsten und achten Bahn zunächst abreißen lassen. Auch Dean verlor zwischenzeitlich Schläge, während unter anderem der Däne Jacob Skov Olesen und der Schweizer Joel Girrbach in der Spitzengruppe auftauchten.
„Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich mit der Trophäe der Spanish Open und einem Startplatz bei der Open und in Augusta nach Hause gehen werde.“
Grant Forrest
Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein enges Duell. Forrest kämpfte sich mit Birdies an der zehnten, 13. und 14. Bahn zurück. Chacarra wiederum musste am 17. Loch einen Schlag abgeben, nachdem sein Abschlag in einem Grünbunker gelandet war. Der Spanier reagierte mit einem Birdie auf der 18 und setzte die Marke bei 13 unter Par. Nun lag es an Forrest, den Sieg auf dem Schlussloch zu sichern.
Der Schotte brachte den Ball mit einem gelungenen Chip in Schlagdistanz zur Fahne und lochte anschließend den kurzen Putt zum Birdie. Damit machte er seinen ersten DP-World-Tour-Erfolg außerhalb der Heimat perfekt. Olesen hatte zuvor am 17. Loch ein Bogey kassiert und auch Dean verpasste die Chance auf ein Stechen mit einem Schlagverlust.
Dieser Erfolg kommt für Forrest zu einem wichtigen Zeitpunkt. Vor der Woche in Spanien hatte er vier Cuts in Folge verpasst. Nach seinem Rückzug bei der Husqvarna British Masters war er in der Race to Dubai nur auf Rang 118 geführt worden. Nun darf er sich neben dem Pokal über die wohl bedeutendsten Einladungen seiner Karriere freuen.
Forrest hatte bereits zweimal in Madrid überzeugt: 2021 und 2024 war er jeweils Dritter geworden und im vergangenen Jahr schaffte er erneut den Sprung in die Top 20. Seine bisherigen Titel auf der DP World Tour feierte er 2021 bei der Hero Open und 2025 bei der Nexo Championship – beide Turniere fanden in Schottland statt.
„Dieses Jahr war bis jetzt wirklich schwierig“, sagte Forrest. „Vor meinem Start habe ich meiner Frau geschrieben, dass ich lange nicht mehr so nervös gewesen sei. Aber das ist etwas Gutes, und ich habe versucht, es anzunehmen. Ich bin sehr stolz darauf, wie wir uns heute durchgekämpft haben.”
Besonders die Namen auf der Trophäe hätten es ihm angetan. Er liebe das Turnier, den Austragungsort und die Stadt Madrid, so Forrest. Die vergangenen sechs oder sieben Jahre seien für ihn dort bereits gut verlaufen. Der Sieg mache die Verbindung nun noch besonderer – nicht zuletzt wegen der beiden Major-Einladungen.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T7 Joel Girrbach (SUI)
T13 Bernd Wiesberger (AUT)
Ladies European Tour: Aramco Korea Championship
Miyu Yamashita hat die Aramco Korea Championship 2026 mit einer beeindruckenden Schlussrunde für sich entschieden. Die aktuell fünftplatzierte Spielerin der Weltrangliste spielte auf dem New Korea Country Club eine bogeyfreie 63 und stellte damit den Platzrekord ein. Mit insgesamt 22 Schlägen unter Par gewann die Japanerin drei Schläge vor der Tschechin Sara Kouskova.
Yamashita ging bereits nach 36 Löchern in Führung und gab diese Position am Finaltag nicht mehr ab. Mit Birdies an der dritten, fünften und achten Bahn sowie einem weiteren Schlaggewinn auf der Zehn brachte sie sich früh in eine aussichtsreiche Position. Kouskova setzte die Spitzenreiterin jedoch zunehmend unter Druck. Die Tschechin spielte ebenfalls eine 63 und schob sich mit einer starken Schlussphase noch auf den zweiten Platz.
Yamashita behielt die Nerven und legte auf den letzten sieben Löchern mit drei Birdies innerhalb von vier Bahnen sowie einem Eagle an der 17 nach. Damit machte sie ihren vierten Turniersieg des Jahres perfekt. Für die 24-Jährige ist es der zweite Erfolg auf der LET. Bereits 2025 hatte sie die AIG Women’s Open gewonnen.
„Ich bin sehr glücklich. Mein Spiel, meine Schläge und mein Putten haben sich heute einfach großartig angefühlt. Ich hatte Vertrauen in mein Spiel und mag diesen Platz“, sagte Yamashita. Es war ihre erste Teilnahme an diesem Turnier. Dass sie in dieser Saison bereits so oft gewinnen würde, hatte sie selbst nicht erwartet.
Auch Kouskova lieferte eine außergewöhnliche Finalrunde ab. Die 25-Jährige startete mit Birdies an der ersten, dritten und fünften Bahn und legte an den Löchern neun und zehn nach. Weitere Schlaggewinne an den Löchern 13 und 14 sowie Birdies an den beiden Schlusslöchern brachten sie auf 19 unter Par. Damit stellte sie den Platzrekord ein und sicherte sich den alleinigen zweiten Platz.
„Es war ein großartiger Tag und der perfekte Abschluss einer sehr guten Woche. Ich bin wirklich zufrieden mit meinem Spiel und hätte heute kaum besser spielen können“, sagte Kouskova. Selbst die starke 63 habe allerdings nicht ausgereicht, um Yamashita einzuholen. „Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und mich von Schlag zu Schlag zu konzentrieren.”
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T14 Morgane Metraux (SUI)
PGA Tour: Baycurrent Classic
Michael Brennan hat die Baycurrent Classic im Yokohama Country Club gewonnen und damit seinen dritten Titel auf der PGA Tour erzielt. Der US-Amerikaner spielte zum Abschluss eine 68 und kam mit insgesamt 16 Schlägen unter Par ins Clubhaus. Ein Schlag trennte ihn am Ende von seinen Landsleuten Jacob Bridgeman und Keith Mitchell, die sich den zweiten Platz teilten.
Brennan war gemeinsam mit Bridgeman und Zach Bauchou als geteilter Spitzenreiter in die Finalrunde des FedExCup-Herbstturniers gestartet. Nach einem Bogey an der zehnten Bahn drohte er zunächst, den Anschluss zu verlieren. Doch der 24-Jährige antwortete mit Birdies auf den Löchern elf und zwölf. Anschließend bewies er Nervenstärke und spielte die letzten sechs Bahnen allesamt mit Par.
Besonders wichtig war seine Rettungsaktion am Par-3-Loch 16: Aus einem Grünbunker schlug Brennan den Ball bis auf rund 30 Zentimeter an die Fahne und sicherte sich das Par.
„Nach dem Bogey an der Zehn war ich frustriert. Den Chip hätte ich definitiv besser spielen können. Die beiden Birdies an der Elf und Zwölf waren dann enorm wichtig“, sagte Brennan.
Für Brennan ist der Erfolg in Japan der zweite Titel dieser Saison. Im August hatte er bereits die Wyndham Championship gewonnen. Die Saison beendete er auf Rang 46 im FedExCup. Seinen ersten Sieg auf der PGA Tour hatte er 2025 bei der Bank of Utah Championship gefeiert. Nun stehen drei Titel in nur 33 Starts zu Buche.
„Ich glaube, dass man in solchen Situationen mit der Zeit immer sicherer wird”, sagte Brennan. „Heute war ich sehr nervös, besonders auf den letzten Löchern. Jacob und ich haben uns einen großartigen Kampf geliefert. Er hat zum Ende hin wirklich gut gespielt, und es hat Spaß gemacht, mit ihm zu kämpfen.“
Neben dem sportlichen Erfolg freute sich Brennan besonders über die Unterstützung vor Ort. Sein Bruder war für das Wochenende nach Japan gereist. „Es war eine unglaubliche Woche. Japan war spektakulär, die Fans waren großartig. Es war einfach fantastisch, dass mein Bruder hergeflogen ist und das Wochenende mit mir erleben konnte“, sagte der Sieger.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T4 Stephan Jäger (GER)
LET Access Series: Terre Blanche Ladies Open
Theresa De Bochdanovits hat bei den Terre Blanche Ladies Open ihren ersten Profisieg gefeiert. Die Deutsche spielte zum Abschluss eine 66 und setzte sich mit insgesamt neun Schlägen unter Par knapp gegen die Australierin Belinda Ji durch. Der Vorsprung betrug am Ende lediglich einen Schlag. Für ihren Erfolg auf der LET Access Series (LETAS) erhielt De Bochdanovits ein Preisgeld von 7.200 Euro.
Die Entscheidung fiel auf dem 18. Grün und war äußerst dramatisch. De Bochdanovits spielte in der viertletzten Gruppe und setzte mit einem Birdie am Schlussloch die Zielmarke bei neun unter Par. Als die letzte Gruppe an der 18 abschlug, lag die Schottin Lorna McClymont noch zwei Schläge vor der Deutschen. Doch ihr Annäherungsschlag misslang und landete links im Gebüsch. Auch der anschließende Chip geriet zu lang und kam dem Wasserhindernis gefährlich nahe. Am Ende musste McClymont eine Neun notieren und fiel auf den geteilten dritten Platz zurück.
De Bochdanovits verfolgte das Geschehen vom Grün aus. Als McClymont ihren Chip zum Doppelbogey nicht lochte, war der Sieg der Deutschen besiegelt. Ihre Freundin Lisa Marie Schumacher ließ sich nicht lange bitten und überschüttete die frischgebackene Turniersiegerin mit Wasser.
„Ich bin völlig überwältigt, aber auch sehr glücklich und erleichtert“, sagte De Bochdanovits. „Ich hätte nie gedacht, dass das passieren würde. Ich wollte einfach ruhig bleiben, Schlag für Schlag spielen und eine gute Runde hinlegen. Mein Putter war seit gestern nicht besonders heiß, deshalb wollte ich heute mehr Putts lochen. Das ist mir gelungen.“
Mit ihrem Premierensieg macht die Deutsche auch im Kampf um den Aufstieg einen großen Schritt. Im LETAS Order of Merit kletterte sie unter die besten sieben Spielerinnen. Diese erhalten für die Saison 2027 eine volle Spielberechtigung auf der Ladies European Tour.
„Ich hätte nie gedacht, dass die Top sieben in meiner ersten Saison erreichbar wären“, sagte De Bochdanovits. Nach einigen guten Ergebnissen habe sie zunächst die Top 32 ins Visier genommen. Nun stehe sie tatsächlich unter den besten sieben. Bei noch vier ausstehenden Turnieren will sie ruhig bleiben und sich auf ihr eigenes Spiel konzentrieren.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
1 Theresa De Bochdanovits (GER)
T3 Lana Guyot (SUI) & Natalie Armbrüster (SUI)
Weitere Turniere:
HotelPlanner Tour: Hainan Open
Sanya Luhuitou GC, China, 8. bis 11. Oktober
Sieger: Lars van der Vight (NED)
T8 Anton Albers (GER)
PGA Tour Champions: Constellation Furyk & Friends
Ocean Course at Hammock Beach, Florida, 9. bis 11. Oktober
Sieger: Vaughn Taylor (USA)
2 Alex Cejka (GER)
Sunshine Tour: The Forstress Invitational
Houghton Golf Club, Südafrika, 8. bis 11. Oktober
Sieger: Austin Bautista (AUS)
T8 Morris Schiefner (GER)

