Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
LPGA und Ladies European Tour: Solheim Cup
Nach zwei Jahren in amerikanischer Hand ist der Solheim Cup wieder europäisch. Bei der 20. Austragung des Kontinentalvergleichs setzte sich Team Europa mit 15:13 gegen die USA durch und feierte damit den ersten Sieg seit 2021. Auf heimischem Boden war es bereits der sechste europäische Triumph in zehn Austragungen.
Die Entscheidung fiel am Sonntagnachmittag in den Einzeln. Nach den ersten beiden Tagen hatte es 8:8 gestanden, sodass Europa mindestens 6,5 der zwölf Punkte benötigte, um die Trophäe zurückzugewinnen. Die Europäerinnen erwischten den besseren Start und setzten die US-Auswahl zunehmend unter Druck.
Charley Hull brachte Europa mit einem 3&2 gegen Megan Khang zunächst in Führung. Linn Grant legte mit einem 4&3 gegen Angel Yin nach und schloss den Solheim Cup somit mit einer makellosen Bilanz von vier Siegen aus vier Partien ab.
Zwischenzeitlich keimte bei den USA allerdings noch einmal Hoffnung auf. Alison Lee drehte gegen Esther Henseleit einen zwischenzeitlichen Vier-Loch-Rückstand um und setzte sich am Ende mit 1 auf durch. Lee spielte ihre letzten sieben Löcher in vier unter Par und blieb damit im gesamten Solheim Cup ungeschlagen. Für Henseleit war es nach einem starken Beginn im Einzel ein bitteres Ende.
Auch Nelly Korda hielt die Amerikanerinnen im Rennen. Die Weltranglistenerste bezwang die europäische Debütantin Mimi Rhodes mit 4&2 und glich zum 10:10 aus. Danach übernahm Europa jedoch endgültig die Kontrolle.
Nastasia Nadaud gewann mit 3&2 gegen Andrea Lee, Nanna Koerstz Madsen bezwang Allisen Corpuz mit 2&1 und Julia Lopez Ramirez setzte sich mit 3&2 gegen Yealimi Noh durch. Damit fehlten Europa nur noch 1,5 Punkte zum Gesamtsieg.
„Offensichtlich war der Regen zu Beginn ein Glücksbringer für uns. Auf der Anzeigetafel gab es zu Beginn einfach viel Blau.“
Anna Nordqvist
Für den ersten entscheidenden Jubel sorgte schließlich Lottie Woad. Die Engländerin hatte gegen Auston Kim zunächst deutlich geführt, musste auf den letzten Löchern jedoch noch einmal zittern. Nach drei verlorenen Löchern in Folge war ihr Vorsprung auf einen Punkt zusammengeschmolzen.
Am 16. Loch behielt Woad jedoch die Nerven. Während Kim am Par 5 in Schwierigkeiten geriet, spielte Woad ein Birdie. Kurz darauf lochte die Engländerin einen rund 60 Zentimeter langen Par-Putt und gewann das Match mit 2&1.
Damit hatte Europa die notwendigen 14,5 Punkte erreicht und den Solheim Cup zurückerobert.
„Ich hatte das Gefühl, gutes Golf zu spielen, aber keine Punkte zu holen, und dass ich alle ein bisschen im Stich lasse“, sagte Woad. „Am Ende habe ich den entscheidenden Putt gemacht.“
Zu diesem Zeitpunkt hatte Carlota Ciganda gegen Jennifer Kupcho bereits mit 3 auf geführt und damit mindestens einen halben Punkt sicher. Für die Spanierin war dies ein besonderer Moment: Bereits 2023 hatte sie in Spanien den entscheidenden Punkt zum europäischen Erfolg beigesteuert.
Nun wiederholte Ciganda dieses Kunststück. Mit einem Sieg gegen Kupcho machte sie den europäischen Triumph perfekt und wurde nach Catriona Matthew die zweite Europäerin, die mehrfach einen Siegpunkt beim Solheim Cup holen konnte.
„Ich bin so glücklich. Ich glaube, wir hatten die ganze Woche über ein großartiges Team. Es war eines der besten Teams der letzten Jahre“, sagte Ciganda.
Die Amerikanerinnen konnten die Niederlage in den abschließenden Partien noch etwas verkürzen. Lauren Coughlin besiegte Leona Maguire mit 2&1, Lindy Duncan setzte sich mit 3&1 gegen Maja Stark durch und Rose Zhang gewann gegen Celine Boutier mit 2 Auf. Am Ende stand somit der 15:13-Erfolg für Europa.
DP World Tour: Amgen Irish Open
Shane Lowry hat bei den Amgen Irish Open einen der beeindruckendsten Siege seiner Karriere gefeiert. Der 39-Jährige triumphierte bei der Premiere des Turniers im Trump International Golf Links Ireland in Doonbeg mit insgesamt 23 Schlägen unter Par und distanzierte Patrick Reed und Joaquín Niemann, die die Plätze zwei und drei belegten, um elf Schläge.
Damit feierte Lowry nach 2009 seinen zweiten Erfolg bei seinem National Open. Damals hatte er das Turnier noch als Amateur gewonnen und damit Geschichte geschrieben. Nun setzte er seinem Heimerfolg 17 Jahre später die Krone auf und stellte gleichzeitig einen neuen Rekord auf. Die bisher größte Siegspanne bei den Irish Open hatte Bernhard Langer 1987 mit zehn Schlägen Vorsprung erzielt.
Den Grundstein für seinen Triumph hatte Lowry bereits am Freitag gelegt. Mit einer 62 (-8) stellte er einen neuen Platzrekord auf und ging mit einem komfortablen Vorsprung ins Wochenende. Vor der Finalrunde betrug sein Polster vier Schläge.
Am Sonntag ließ der Lokalmatador dann keinerlei Zweifel mehr aufkommen. Vier Birdies auf den ersten acht Löchern ließen seinen Vorsprung auf sieben Schläge anwachsen. Besonders spektakulär war sein Birdie am siebten Loch, als Lowry einen Putt aus rund 13 Metern zum dritten Birdie des Tages versenkte.
Nach neun Löchern lag der Ire bereits bei 20 unter Par. Zwar musste er am neunten Loch einen Schlag abgeben, doch die Antwort folgte prompt: Am zehnten Loch lochte er zum Birdie ein und stellte seinen komfortablen Vorsprung wieder her.
An den Löchern 14 und 15 legte er noch zwei weitere Birdies nach. Besonders beeindruckend war dabei ein Putt aus rund 13,5 Metern vom Grünrand am 15. Loch. Vor dem letzten Loch betrug sein Vorsprung bereits zehn Schläge.
Zum Abschluss setzte Lowry seiner Vorstellung die Krone auf. Mit einem Birdie-Putt aus rund 8,8 Metern sicherte er sich eine 63 (-9) und damit einen Gesamtscore von 23 unter Par. Es war seine siebte Trophäe auf der DP World Tour.
„Ich kann es nicht glauben. Ich mache die Dinge nicht halbherzig“, sagte Lowry anschließend. „So eine Woche habe ich noch nie erlebt. Alles hat gepasst. Es war einfach unglaublich.“
Für den Iren hatte der Sieg auch eine besondere emotionale Bedeutung. „Wenn es auf diesem Niveau nicht läuft, ist es auch zu Hause schwer. Meine Frau und meine Kinder haben mich enorm unterstützt. Ich liebe sie so sehr. Dieser Sieg ist für sie“, sagte Lowry.
Auch seine Tochter habe immer wieder nach einem neuen Pokal gefragt. „Sie fragt mich ständig: Wann bringst du wieder eine Trophäe nach Hause? Jetzt kann ich ihr endlich eine mitbringen.“
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T14 Maximilian Steinlechner (AUT)
HotelPlanner Tour: English Trophy
Frederik Kjettrup hat bei der English Trophy in Reading seinen ersten Sieg auf der HotelPlanner Tour gefeiert. Der 26-jährige Däne spielte zum Abschluss, wie schon am Samstag, eine 67 und kam damit insgesamt auf 21 unter Par. Ein Schlag dahinter folgte der Schweizer Ronan Kleu.
Für Kjettrup war dieser Erfolg der Höhepunkt einer bislang schwierigen Saison. Vor der English Trophy hatte er bei acht Starts lediglich einmal den Cut geschafft. Bei der Blot Play9 im Juni war ihm allerdings bereits ein zweiter Platz gelungen. In England ging er in dieser Woche dank einer Einladung an den Start.
Mit Runden von 68 und 65 hatte sich Kjettrup bereits eine gute Ausgangsposition verschafft, ehe er am Samstag mit einer 67 die alleinige Führung übernahm. Auch in der Finalrunde blieb es zunächst eng. Nach neun Löchern lag der Däne bei Even Par, nachdem er ein Bogey am zweiten Loch mit einem Birdie am siebten ausgleichen konnte.
Nach dem Turn folgte die entscheidende Phase: Kjettrup spielte drei Birdies in Folge und brachte sich damit wieder in den Kampf um den Sieg zurück. Am letzten Par 5 verkürzte er den Rückstand auf den zu diesem Zeitpunkt führenden Kleu um einen Schlag.
„Ich habe auf der 15 das Leaderboard gesehen und wusste, dass ich bei 20 unter Par lag und gleichauf war. Dann habe ich auf der 16 ein Bogey gemacht und wusste, dass ich einen Schlag zurücklag“, schilderte Kjettrup die entscheidende Phase.
Am Par 3 der 17 blieb der Däne cool. Sein Abschlag landete rund 30 Zentimeter neben der Fahne, sodass er sich das Birdie sicherte und vor dem letzten Loch wieder bei 21 unter Par lag.
Auf der 18 wurde es schließlich noch einmal dramatisch. Nach Kjettrups Annäherung blieb ein schwieriger Birdie-Putt übrig. Ein Par hätte ein Stechen bedeutet, doch dazu kam es nicht.
Aus einer Entfernung von rund 30 Fuß, also gut neun Metern, lochte Kjettrup den bergab verlaufenden Putt ein und machte damit den Sieg perfekt.
„Es war eine etwas seltsame Schlussphase. Einen Neun-Meter-Putt mit Break bergab zu lochen und damit mit einem Schlag zu gewinnen, fühlt sich unglaublich an“, sagte Kjettrup. „Ich bin ehrlich gesagt immer noch etwas geschockt.“
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
2 Ronan Kleu (SUI)
T7 Jannik de Bruyn (GER)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: Sanford International
Minnehaha Country Club, South Dakota, 11. bis 13. September
Sieger: Zach Johnson (USA)
T15 Bernhard Langer (GER)
Korn Ferry Tour: Simmons Bank Open
Vanderbilt Legends Club, Tennessee, 10. bis 13. September
Sieger: Alvaro Ortiz (MEX)
T60 Thomas Rosenmüller (GER)
Epson Tour: Guardian Championship
RTJ Golf Trail at Capitol Hill, Alabama, 11. bis 13. September
Siegerin:
LET Access Series: Hauts de France Pas de Calais Golf Open
Golf Saint Omer, Frankreich, 10. bis 12. September
Siegerin: Lucie Malchirand (FRA)
2 Natalie Armbrüster (SUI)
PGA Tour Americas: Digital Commerce Group Open
Uplands Golf Club, Kanada, 10. bis 13. September
Sieger: Étienne Papineau
T24 Jonas Baumgartner (GER)
Sunshine Tour: SunBet Challenge
The Woods at Mount Edgecombe, Südafrika, 9. bis 11. September
Sieger: Samuel Simpson (RSA)
T54 Allen John (GER)

