RYDZ GEAR will Funktion, Ordnung und Design von Golfbags neu zusammendenken. Stefan Haas über die Idee hinter der Marke und die Kunst, ein vermeintlich simples Produkt besser zu machen.
Ein Golfbag muss vor allem eines können: die Schläger sicher transportieren. Darüber hinaus wird es schnell kompliziert. Wie gut ist die Organisation? Wie leicht lässt es sich tragen? Wie funktioniert es auf dem Trolley? Wo finden Bälle, Tees und Zubehör ihren Platz? Und wie verhält sich das Material, wenn aus einer sonnigen Runde plötzlich ein Regentag wird?
Genau in diesem Spannungsfeld positioniert sich RYDZ GEAR. Die neue Marke, seit Frühjahr 2026 am Markt, konzentriert sich auf Cart- und Standbags, Travel Cover und ausgewählte Accessoires. Entwickelt wird in Deutschland mit einem internationalen Team, produziert bei spezialisierten Herstellern. Im Zentrum steht weniger die Neuerfindung des Golfbags als vielmehr die Frage, wie sich dessen einzelne Funktionen konsequenter zusammendenken lassen.
Eine Besonderheit ist das sogenannte Quiet Organizer Top: ein Divider-System, das die Schläger voneinander trennt und dadurch Ordnung schafft sowie Kontakt und Klappern reduziert. Das System ist bei RYDZ GEAR nicht nur in Cartbags, sondern auch in Standbags erhältlich.


Hinter der Marke steht Stefan Haas, der seit Jahrzehnten im Golfbusiness tätig ist und unter anderem mit Marken wie Bennington, Sun Mountain und BagBoy arbeitet. Im Gespräch erklärt er, warum ein vermeintlich einfaches Produkt wie ein Golfbag erhebliches Entwicklungspotenzial bietet.
Wie ist RYDZ GEAR entstanden? Was war die Idee dahinter?
Die Idee ist über viele Jahre gewachsen. Ich habe bereits seit Jahrzehnten für namhafte Unternehmen Designs und Funktionen von Golfequipment mitentwickelt. Dabei konnten wir manche Ideen und Konzepte aber nur bis zu einem gewissen Punkt umsetzen. Mit RYDZ GEAR wollen mein Team und ich die Freiheit haben, unsere Vorstellungen konsequenter zu verwirklichen. Wir wollen Produkte entwickeln, die bei Design und Funktion über den bekannten Standard hinausgehen. Dazu gehören für uns ebenso hochwertige Materialien und die Zusammenarbeit mit erfahrenen, innovativen Herstellern. Langlebigkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
Ein Golfbag ist zunächst ein Gebrauchsgegenstand. Wann wird daraus ein Designobjekt?
Design ist natürlich ein wesentlicher Teil der Kaufentscheidung. Es schafft den ersten Eindruck und muss den persönlichen Geschmack treffen. Darauf bauen dann die langfristig entscheidenden Aspekte auf: Funktion, Qualität, praktische Details und Innovation. Für uns muss das alles zusammenpassen.
Was macht für Sie ein gutes Golfbag aus?
Die Kombination. Ein gutes Bag sollte nicht nur das erfüllen, was der Golfer erwartet. Es sollte an möglichst vielen Stellen einen zusätzlichen Nutzen bieten. Dabei geht es um Dinge, die man vielleicht nicht auf den ersten Blick wahrnimmt, die sich aber während einer Runde bemerkbar machen. Gute Organisation, durchdachte Fächer, hochwertige Reißverschlüsse, eine sinnvolle Gewichtsverteilung oder eine flexible Nutzung gehören dazu.
Warum haben Sie sich ausgerechnet auf Golfbags konzentriert?
Golftaschen waren schon immer einer unserer Kompetenzbereiche. Durch die Arbeit mit verschiedenen etablierten Marken kennen wir die Anforderungen sehr genau. Wir wissen, worauf es im täglichen Gebrauch ankommt und welche Details einen Unterschied machen können. Dieses Wissen wollen wir in eine eigene Marke einbringen.
„Wir können die Golftasche nicht neu erfinden – aber immer wieder verbessern! “
Golfbags sehen sich auf den ersten Blick oft erstaunlich ähnlich. Wie entwickelt man in diesem Bereich eine eigene Designsprache?
Natürlich können wir das Grundprinzip einer Golftasche nicht neu erfinden. Aber wir sind selbst Golfer und hören sehr genau zu, was Händler und Endverbraucher wünschen. Bei RYDZ GEAR haben wir die Möglichkeit, diese Rückmeldungen unmittelbar in neue Produkte einfließen zu lassen. Daraus entstehen Kombinationen von Funktionen, die es in dieser Form bisher nicht gab. Genau darin sehen wir unsere Chance.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Quiet Organizer Top. Warum ist die Schlägerorganisation so wichtig?
Weil sie während einer Runde ständig eine Rolle spielt. Wenn die Schläger sauber getrennt und übersichtlich angeordnet sind, wird die Handhabung einfacher. Gleichzeitig werden die Schäfte geschont und das typische Klappern reduziert. Das Quiet Organizer Top war für uns deshalb ein wichtiges Thema. Wir wollten dieses Prinzip nicht nur bei Cartbags anbieten, sondern auch bei Standbags.


Für wen ist RYDZ GEAR gedacht?
Für alle, die Freude am Golfsport haben und Wert auf ein hochwertiges, funktionales Bag legen. Vom Einsteiger bis zum ambitionierten Spieler. Wir möchten bewusst keine bestimmte Spielklasse oder Altersgruppe ansprechen.
Zwei Jahre bis zum ersten Sortiment
Wie viel Entwicklungsarbeit steckt tatsächlich in einem Produkt, das am Ende sehr reduziert aussehen kann?
Sehr viel. Unser erstes Sortiment ist über rund zwei Jahre entstanden. Wir sind mit WaterProof-, WaterResistant- und Classic-Bags gestartet und haben dazu Travel Cover und Accessoires entwickelt. Auch wenn wir auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen können, müssen neue Produkte viele Entwicklungsstufen durchlaufen. Wir schauen uns jedes Detail an und wollen sicherstellen, dass Funktion und Verarbeitung am Ende tatsächlich zusammenpassen.


Was unterscheidet RYDZ GEAR von den etablierten Marken?
Wir gehen mit Respekt, aber auch mit viel Selbstvertrauen in diesen Wettbewerb. Dass neue Marken in diesem Segment erfolgreich sein können, zeigen Unternehmen wie Vessel, Sunday Golf oder Ghost. Gleichzeitig wünschen sich viele Händler neue Impulse. Für uns ist entscheidend, dass das Produkt diese Erwartungen erfüllt. Die ersten Rückmeldungen aus dem Handel und von Golfern sind sehr positiv, gerade was die Kombination der Funktionen betrifft.
Wo soll die Reise hingehen? Bleibt RYDZ GEAR bei Bags?
Unser Schwerpunkt bleibt klar bei Golftaschen, Travel Covers und Accessoires. Wir haben bereits Schirme und einen Den Caddy im Sortiment und wollen in diesen Bereichen langfristig ein Vollsortiment aufbauen. Gleichzeitig arbeiten wir laufend an neuen Produkten und Ideen. Nach dem erfolgreichen Start in den Kernmärkten Europas wollen wir die Marke Schritt für Schritt weiterentwickeln, ganz nach unserem Motto: TEE OFF. GAME ON.


