Das Costa Ragusa Resort im Südosten Siziliens öffnet ab April 2027 seine Fairways für all jene, die Golf und Meer auf die sizilianische Art erleben möchten: nämlich ohne sich zwischen Leistung und Lebensfreude entscheiden zu müssen.


Von Thomas Weidinger
Bei Golfreisen möchte man am ersten Morgen oft wissen, wie schnell die Grüns sind. Und es gibt Orte, an denen diese Frage erstaunlich schnell ihre Dringlichkeit verliert. Costa Ragusa gehört zur zweiten Kategorie. Nicht weil Golf hier nebensächlich wäre, ganz im Gegenteil. Sondern weil sich der Südosten Siziliens mit großer Gelassenheit dazwischenmischt: Meer, Licht, Pools, Barock, Pasta, Wein.
Und irgendwann steht Miguel Ángel Jiménez neben einem auf einem Golfplatz, der noch keiner ist, deutet auf frisch modellierte Erde und erklärt, wie man hier in einigen Monaten seinen Schlag spielen sollte. Oder könnte.
Kurzer Exkurs: Hier geht es zum exklusiven Interview mit Jiménez, wo er nicht nur über das gute Leben, sondern auch über die Arbeit dahinter sprach: »Der Genussarbeiter«.
Ein Kurzvideo von diesem Interview findet sich auf meinem Insta-Account. Der Link zum Social-Posting folgt.



Die Anlage südlich von Ragusa ist kein unbeschriebenes Blatt. Das frühere Donnafugata Golf Resort & Spa besaß zwei 18-Loch-Plätze. Auf dem damaligen Parkland Course wurde 2011 die Sicilian Open der European Tour gespielt. Nun werden beide Layouts neu gedacht. Aus Parkland und Links werden Castle und Queens. José María Olazábal verantwortet den längeren Castle Course und Miguel Ángel Jiménez den Queens Course.


Der Queens soll als Erster eröffnet werden. Vor Ort wurde uns April 2027 als Ziel genannt, der Castle Course soll im Herbst folgen. Beide sind als Par 72 geplant. Der Queens misst von hinten rund 6.105 Meter, der Castle etwa 6.592 Meter. Diese Zahlen sind jedoch weniger interessant als die Idee dahinter: mehrere Spielwege, Risiko und Belohnung, modernisierte Grüns, Tees und Bunker. Und weniger gepflegte Flächen dort, wo die sizilianische Landschaft ohnehin die überzeugendere Designerin ist. Das hat übrigens auch mit Nachhaltigkeit und dem Thema Bewässerung zu tun, wie ich während der Begehung der Fairways erfahre.
Noch Baustelle. Ab Frühling 2026 Ort der Freude.
Mit Jiménez und dem Architektenteam über den künftigen Queens zu gehen ist für mich eine neue, spannende Erfahrung. Noch erzählen die computergenerierten Renderings (CGI) mehr als die Fairways. Aber die Haltung ist sichtbar. Jiménez verwendet dafür ein Wort, das in der Golfarchitektur öfter vorkommen sollte: „Joy“. Natürlich soll ein Platz fordern, Entscheidungen verlangen. Aber er darf nicht nur erklären, wie unzureichend man ist. Er muss allen Handicaps Freude bereiten.
Diese Idee passt erstaunlich gut zu Costa Ragusa. Denn hier entsteht nicht einfach ein Golfhotel mit Meerblick, sondern eine kleine Urlaubswelt mit zwei durchaus unterschiedlichen Charakteren. Das größere „Mangia’s Costa Ragusa Borgo“ folgt der Idee eines sizilianischen Dorfes mit der „Piazza Ibla“ als Mittelpunkt. Es bietet Restaurants, Pool, Spa, Sportstätten und viel Leben im Freien. Das kleinere Icona’s Costa Ragusa Resort setzt bewusst auf Ruhe mit Rückzugsorten, Meer, leisen Poollandschaften und Wellness.
Die Kulinarik überzeugt mit Fisch, Pasta, Gemüse, Ricotta und vielen regionalen Produkten. Hier schmeckt man die Herkunft. Auch im Glas. Bei einem Ausflug in eine der fünf Donnafugata-Wineries genossen wir Sizilien im Glas und auf dem Teller: Zum Floramundi 2023, ein Cerasuolo di Vittoria DOCG, gab es Brioche mit Zitronenricotta, Scaccia und Caponata. Ein weiterer empfehlenswerter Abstecher führte uns nach Ragusa Ibla, das zum UNESCO-Welterbe der spätbarocken Städte des Val di Noto gehört.



Zurück im Resort, sitze ich am Infinitypool mit Blick aufs Meer, mache ein Foto für Instagram und tippe „hidden gem“ ins Mobiltelefon. Den Begriff sollte man eigentlich nur noch mit Genehmigung verwenden dürfen. Doch Costa Ragusa hat gute Argumente dafür. Der Südosten Siziliens liegt abseits der großen Golfrouten, und das neue Projekt wartet nur darauf, vollständig erzählt zu werden. Die Pools glänzen bereits, das Meer rauscht geduldig im Hintergrund, und die Barockstädte existieren ohnehin seit Jahrhunderten. Nur auf den Fairways wird noch gearbeitet.
Jiménez würde vermutlich sagen: Erst arbeiten. Dann genießen. Costa Ragusa will ab April 2027 zeigen, wie das auf Sizilianisch funktioniert.

COSTA RAGUSA RESORT, SIZILIEN
WOHNEN
Das Costa Ragusa Resort ist als zusammenhängende Destination mit zwei unterschiedlichen Fünf-Sterne-Hotelwelten und einem neuen 36-Loch-Golfangebot konzipiert. Insgesamt verfügen die beiden bereits eröffneten Hotelanlagen über 538 Zimmer und Suiten.
Mangia’s Costa Ragusa Borgo
Icona’s Costa Ragusa Resort
GOLFEN
36 Löcher auf zwei neu gestalteten Par-72-Plätzen:
• Queens Course – Design by Miguel Ángel Jiménez, rund 6.105 Meter
• Castle Course – Design by José María Olazábal, rund 6.592 Meter
ERLEBEN
Golf, Strand, Pool, Wellness, Sport, sizilianische Küche und die Kultur des Val di Noto liegen innerhalb einer Destination. Das entspricht ziemlich genau Jiménez’ Begriff von „Joy“, nur eben auf Resortgröße gebracht.
ENTDECKEN
Ausflugsmöglichkeiten nach Ragusa Ibla, Modica, Scicli und Noto; zum archäologischen Park Kamarina und in die Weinregion rund um Vittoria und Cerasuolo di Vittoria DOCG.
ANREISE
Der Flughafen Comiso liegt rund 30 Minuten und der Flughafen Catania etwa 90 Minuten entfernt.

