Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
DP World Tour: Estrella Damm Catalunya Championship
Ein Sieg für die Geschichtsbücher: Yurav Premlall hat bei der Estrella Damm Catalunya Championship mit einer Machtdemonstration seinen ersten Titel auf der DP World Tour gewonnen – und das mit einem Vorsprung, der selbst auf diesem Niveau außergewöhnlich ist.
Der erst 22-jährige Südafrikaner startete mit fünf Schlägen Vorsprung in die Finalrunde, nachdem er am Vortag mit einer 63 den Platzrekord eingestellt hatte. Doch statt das Feld nur zu verwalten, spielte Premlall weiter offensiv und ließ der Konkurrenz keine Chance. Mit sechs Birdies auf den ersten neun Löchern baute er seinen Vorsprung zur Halbzeit auf unglaubliche zwölf Schläge aus.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt ging es nicht mehr nur um den Sieg, sondern um historische Dimensionen. Zwischenzeitlich schien sogar der legendäre Rekord von Tiger Woods für den größten Vorsprung auf der Tour (15 Schläge) in Reichweite. Ein Bogey auf Loch 14 verhinderte zwar den Angriff auf diese Bestmarke, doch mit weiteren starken Schlägen – darunter ein spektakulärer Chip-in-Birdie und zwei abschließende Birdies – sicherte sich Premlall schließlich einen Triumph mit 14 Schlägen Vorsprung.
„Mir fehlen die Worte. Ich habe so hart dafür gearbeitet, diese Position zu erreichen, und es ist unglaublich befriedigend, nun endlich die Ergebnisse zu sehen.“
Yurav Premlall
Mit einem Gesamtergebnis von 28 Schlägen unter Par ließ er die Konkurrenz weit hinter sich. Sein Landsmann Shaun Norris wurde mit 14 Schlägen unter Par Zweiter – ein Ergebnis, das in einer normalen Woche oft zum Sieg gereicht hätte.
Für Premlall ist dieser Erfolg ein echter Meilenstein in seiner Karriere. Neben dem Preisgeld in Höhe von knapp 400.000 Euro und dem Sprung auf Rang 26 in der Gesamtwertung des Race to Dubai bedeutet der Titel vor allem den endgültigen Durchbruch auf höchstem Niveau. Nach schwierigen Monaten, in denen er an seinem Spiel gearbeitet und sich Schritt für Schritt nach oben gekämpft hat, krönt dieser Sieg eine beeindruckende Entwicklung.
Emotional wurde es auch abseits des Platzes: Premlall widmete den Triumph seiner Familie, insbesondere seiner Mutter zum Muttertag.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T13 Bernd Wiesberger (AUT)
LPGA Tour: Mizuho Americas Open
Ein nervenstarker Auftritt auf der Zielgeraden: Bei der Mizuho Americas Open hat sich Jeeno Thitikul ihren zweiten Saisonsieg gesichert und dabei einmal mehr ihre Klasse im direkten Duell mit der Weltelite unter Beweis gestellt.
Mit einem Vorsprung von zwei Schlägen ging die Thailänderin in die Finalrunde, sah sich dort jedoch lange Zeit starkem Druck ausgesetzt. Vor allem Ruoning Yin spielte sich mit vier Birdies auf den ersten neun Löchern eindrucksvoll zurück ins Titelrennen und verkürzte den Rückstand zwischenzeitlich auf nur einen Schlag. Doch in der entscheidenden Phase behielt Thitikul die Kontrolle: Am Par-3 der 16. Bahn gelang ihr ein Schlüssel-Birdie, während Yin ein Bogey notieren musste – ein Zwei-Schläge-Swing, der die Weichen endgültig stellte.
Mit einem weiteren Birdie auf dem Schlussloch im Mountain Ridge Country Club baute Thitikul ihren Vorsprung aus und unterschrieb eine 69 (-3), die ihr am Ende einen souveränen Sieg mit vier Schlägen Vorsprung einbrachte. Für die 23-Jährige ist es bereits der neunte Titel auf der LPGA Tour und der zweite in dieser Saison nach ihrem Heimsieg in Thailand.
Bemerkenswert: Trotz ihres Erfolgs zeigte sich Thitikul selbstkritisch. Ihr Spiel habe sich zuletzt nicht optimal angefühlt, so Thitikul. Ein Gespräch mit ihrem Coach und ein bewusster mentaler Reset hätten jedoch den entscheidenden Unterschied gemacht. Ein Ansatz, der sich eindrucksvoll auszahlte.
Yin musste sich nach einer starken Leistung mit Rang zwei begnügen – es war bereits ihr vierter zweiter Platz innerhalb von etwas mehr als einem Jahr. Die Chinesin bewies erneut ihre Konstanz, auch wenn ihr auf den letzten neun Löchern die entscheidenden Birdies fehlten.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T14 Polly Mack (GER)
PGA Tour: Truist Championship
Ein Sieg, der fast nie zustande gekommen wäre: Kristoffer Reitan hat sich bei der Truist Championship seinen ersten Titel auf der PGA Tour gesichert und damit eine bemerkenswerte persönliche Geschichte gekrönt.
Der 28-jährige Norweger setzte sich mit einer 69 (-2) am Finaltag und insgesamt 15 Schlägen unter Par durch. Dabei war der Weg zum Triumph alles andere als geradlinig. Noch vor einiger Zeit hatte Reitan ernsthaft darüber nachgedacht, dem Profigolf den Rücken zu kehren und stattdessen als YouTuber neu anzufangen. Nach dem Verlust seiner DP-World-Tour-Karte zog er sich zurück, gewann Abstand und fand so zu seinem Spiel zurück. „Das hat mir geholfen, meine Stärken wiederzuentdecken“, erklärte er nach seinem bislang größten Erfolg.
Sportlich entwickelte sich das Turnier zu einem offenen Schlagabtausch auf den letzten Löchern. Reitan lag lange in Lauerstellung, während Rickie Fowler mit einer furiosen 30 auf den ersten neun Löchern die Führung übernahm und auch Nicolai Højgaard sowie Alex Fitzpatrick im Titelrennen blieben. Doch auf den entscheidenden Bahnen zeigte Reitan die größte Ruhe: Am Par 5 der 15. Bahn spielte er sich mit einem präzisen Eisenschlag aufs Grün und sicherte sich mit einem Birdie die alleinige Führung.
Während die Konkurrenz patzte – Højgaard mit einem Bogey auf der 16, Fitzpatrick mit einem folgenschweren Fehler auf der 17 und Fowler mit einem späten Bogey auf der 18 –, brachte Reitan seine Führung souverän ins Ziel. Die berüchtigte Schlussstrecke, die „Green Mile“, absolvierte er nervenstark in Even Par und machte mit einem sicheren Par am 18. Loch alles klar.
Für Reitan ist es nach zwei Erfolgen auf der DP World Tour der endgültige Durchbruch auf höchstem Niveau. Noch vor wenigen Wochen hatte er beim Team-Event „Zurich Classic of New Orleans“ knapp den Sieg verpasst – nun folgte die perfekte Antwort.
Dieser Triumph ist nicht nur sportlich, sondern auch emotional bedeutend. Reitan dankte insbesondere seinen Eltern, die ihn früh gefördert und ihm den Weg in den Profigolfsport ermöglicht hatten. Ein Investment, das sich nun auf der größten Bühne des Golfsports ausgezahlt hat.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T63 Sepp Straka (AUT)
PGA Tour: Myrtle Beach Classic
Ein Comeback, mit dem kaum jemand gerechnet hatte: Brandt Snedeker feierte bei der ONEflight Myrtle Beach Classic seinen ersten Sieg auf der PGA Tour seit fast acht Jahren und spielte sich damit eindrucksvoll zurück auf die große Bühne.
Mit einer starken 66 (-5) am Finaltag drehte der 45-Jährige vor allem auf den Back Nine auf und sicherte sich mit insgesamt 18 unter Par seinen zehnten Karrieretitel. Dieser Erfolg geht weit über die Trophäe hinaus: Nach schwierigen Jahren, in denen Snedeker unter anderem mit den Folgen einer Brustbein-Operation zu kämpfen hatte und zeitweise um seine Tourkarte bangte, öffnet dieser Sieg nun wieder Türen zu den großen Turnieren – inklusive Startplatz bei der PGA Championship.
Der Weg zum Triumph war dabei alles andere als entspannt. Auf der Schlussbahn im Dunes Golf and Beach Club landete Snedekers Abschlag rechts im Wald. Anstatt ein Risiko einzugehen, entschied er sich für die sichere Variante, legte zurück aufs Fairway und rettete mit einem Bogey den knappen Vorsprung ins Clubhaus. Genau diese Situation wurde zum Schlüsselmoment, denn sein ärgster Verfolger Mark Hubbard geriet ebenfalls in Schwierigkeiten. Er verpasste jedoch den entscheidenden Par-Putt aus rund acht Metern und damit die Chance auf ein Stechen.
Hinter dem Führungsduo komplettierten Beau Hossler und Kevin Roy das Podium, während Spieler wie Brooks Koepka trotz guter Ballstriking-Werte an einem zu kalten Putter scheiterten.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
CUT Thomas Rosenmüller (GER), Matti Schmid (GER), Stephan Jäger (GER) & Jeremy Paul (GER)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: Insperity Invitational
The Woodlands Country Club, Texas, 8. bis 10. Mai
Sieger: Boo Weekley (USA)
T19 Bernhard Langer (GER)
Epson Tour: Reliance Matrix Championship
Spanish Trail Country Club, Nevada, 7. bis 10. Mai
Siegerin: Cholcheva Wongrass (THA)
T17 Christin Eisenbeiss (GER)
HotelPlanner Tour: Italian Challenge Open
Golf Nazionale, Italien, 7. bis 10. Mai
Sieger: Chris Wood (ENG)
T26 Ronan Kleu (SUI)
LIV Golf: Virginia
Trump National Golf Club, Virginia, 7. bis 10. Mai
Sieger: Lucas Herbert (AUS)
T39 Martin Kaymer (GER)
Sunshine Tour: FBC ZIM Open
Royal Harare Golf Club, Simbabwe, 7. bis 10. Mai
Sieger: Altin van der Merwe (RSA)
T32 Allen John (GER)
Asian Tour: Taiwan Glass Taifong Open
Taifong Golf Club, Taiwan, 7. bis 10. Mai
Sieger: Ian Snyman (RSA)
CUT Marc Hammer (GER)

