Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: FedEx St. Jude Championship
Scottie Scheffler hat die FedExCup-Playoffs mit einem eindrucksvollen Sieg eröffnet. Der Weltranglistenerste gewann die FedEx St. Jude Championship im TPC Southwind mit acht Schlägen Vorsprung und beendete damit eine fast siebenmonatige Durststrecke ohne Turniersieg.
Scheffler ging mit zwei Schlägen Vorsprung in die Schlussrunde, musste zwischenzeitlich allerdings um seinen Vorsprung bangen. An der dritten Bahn schien ein perfekter Bunkerschlag zu einem Birdie zu führen, doch der Ball prallte unglücklich von einem Sprinkler ab, rollte über das Grün und landete im Wasser. Aus dem vermeintlichen Birdie wurde ein Bogey und der Vorsprung schrumpfte auf einen Schlag.
„Wann hört das endlich auf?“, fragte Scheffler seinen Caddie Ted Scott auf dem Weg zum Ort des Straf-Drops. Die Antwort folgte unmittelbar auf dem Platz. Zwei Löcher später schlug der Amerikaner seinen Annäherungsschlag auf zehn Fuß an die Fahne und lochte zum Birdie. Anschließend versenkte er auch einen 20-Fuß-Putt zum nächsten Birdie. Aus einem knappen Duell wurde ein Schaulaufen.
Mit einer 66 (-4) brachte Scheffler den Sieg souverän ins Ziel und kam auf insgesamt 17 unter Par. Acht Schläge Vorsprung bedeuteten den deutlichsten Sieg im TPC Southwind seit 68 Jahren. Den bisherigen Turnierrekord hielt John Cook, der 1996 mit sieben Schlägen Vorsprung gewonnen hatte.
Der Triumph ist sein 21. Sieg auf der PGA Tour – alle seit 2022 – und er beendet damit eine für seine Verhältnisse ungewöhnlich lange Durststrecke. Fast sieben Monate war Scheffler ohne Titel geblieben, obwohl er in dieser Zeit fünfmal Zweiter wurde und fünf weitere Male unter den ersten Vier war. Sein bislang einziger Saisonsieg war zum Jahresauftakt bei The American Express.
„Ich hatte das Gefühl, dass ich in diesem Jahr einige knappe Dinger hatte. Deshalb war es schön, das Turnier diesmal zu Ende zu bringen.“
Scottie Scheffler
„Ich hatte das Gefühl, dass so eine Woche irgendwann kommen würde. Ich hatte das ganze Jahr das Gefühl, auf Wiederholung zu laufen. Ich spiele solide, ich bin nah dran. Es fühlt sich gut an, am Ende dieser Woche einmal andere Fragen beantworten zu können“, sagte Scheffler.
Mit diesem Erfolg sicherte sich der 30-Jährige zudem vorzeitig den ersten Platz im FedExCup vor der BMW Championship. Damit erhält er einen Bonus von 23 Millionen Dollar. Für den Sieg in Memphis kassierte Scheffler weitere 3,6 Millionen Dollar.
Bislang war sein bestes Ergebnis im TPC Southwind ein dritter Platz gewesen. Auch die Auftaktveranstaltung der FedExCup-Playoffs hatte er bislang noch nicht gewonnen. Beides änderte sich nun in beeindruckender Manier. Seine Führung nach 54 Löchern wandelte er zum elften Mal in Folge in einen Sieg um.
Rang zwei ging an den Südkoreaner Si Woo Kim, der mit einer 68 auf neun unter Par kam. Für Kim war es das beste Ergebnis seiner Karriere und er kletterte dadurch auf Platz 13 der Weltrangliste. Sam Burns, der gemeinsam mit Scheffler in der letzten Gruppe spielte, wurde nach einer 73 zusammen mit Alex Noren geteilter Dritter.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T34 Sepp Straka (AUT)
Ladies European Tour: Swiss Ladies Open
Nach 15 Jahren und 210 Starts hat die Engländerin Eleanor Givens endlich ihren ersten Titel auf der Ladies European Tour (LET) gefeiert. Die Engländerin machte bei der VP Bank Swiss Ladies im Golfpark Holzhäusern am Finaltag vier Schläge Rückstand wett und setzte sich mit 13 Schlägen unter Par und einem Schlag Vorsprung durch.
Die 37-Jährige spielte zum Abschluss eine 66 (-5) und überholte damit Whitney Hillier, Alexandra Försterling und Anna Foster. Für Givens ist es der erste Sieg auf der LET, der sie für ihre Ausdauer belohnt. Seit ihrem Tourdebüt im Jahr 2012 hatte sie mehrfach um ihren ersten Titel gekämpft, wurde jedoch immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Noch im vergangenen Dezember musste sie über die Q-School um ihre Spielberechtigung kämpfen.
„Ich kann es nicht glauben! Ich bin so aufgeregt und wirklich stolz auf mich. Ich bin auch ein bisschen geschockt“, sagte Givens. „Ich war heute viel ruhiger, als ich gedacht hätte. Ich habe einfach gedacht: Komm, lass es uns versuchen. Mein Wochenende hatte einen Albtraumstart, weil meine Schläger zu spät ankamen. Dass ich diese Woche gewinnen konnte, fühlt sich deshalb fast wie Schicksal an. Ich habe meine Chance genutzt.“
Den Grundstein für den Triumph legte Givens auf den ersten neun Löchern. Mit einer 32 (-3) spielte sie sich an die Spitze. An der zehnten Bahn setzte Givens mit einem starken Annäherungsschlag und dem anschließenden Birdie-Putt ein weiteres Ausrufezeichen.
Die Entscheidung fiel schließlich am kurzen Par 5 der 17. Bahn. Givens erreichte das Grün mit zwei Schlägen und sicherte sich mit zwei Putts ihr Birdie. Hillier hatte dagegen Probleme vom Tee, musste sich unter den Bäumen herausspielen und verpasste anschließend die Birdie-Chance.
Nach einem Par am letzten Loch begann für Givens das große Warten. Gemeinsam mit ihrer Landsfrau und Freundin Liz Young, die das Turnier 2022 gewonnen hatte, beobachtete sie die Schlussphase. Hillier verfehlte sowohl das Fairway als auch das Grün am 18. Loch und rettete lediglich ein Par – genug für Givens, um ihren ersten LET-Titel endgültig zu sichern.
„Beim 210. Versuch hat es endlich geklappt“, scherzte Givens. „Ich wusste immer, dass ich die Fähigkeit habe, zu gewinnen. Das war eigentlich meine erste richtige Chance, bei der ich wirklich in contention war. Manche brauchen dafür eben etwas länger.“
Für Givens war der Erfolg auch emotional. „Ich habe eine großartige Gruppe von Freunden auf der Tour. Liz hat dieses Turnier gewonnen, Christine Wolf hat in Indien gewonnen und diese Woche ihr letztes Turnier gespielt, bevor sie ihre Karriere beendet hat. Es rührt mich zu sehen, wie sehr sie sich für mich freuen. Es ist unglaublich, meinen Namen auf diese großartige Trophäe setzen zu können.“
Auch Hillier blickte trotz der knappen Niederlage zufrieden auf ihre Woche zurück. Die Australierin belegte mit zwölf unter Par gemeinsam mit Försterling und Foster den geteilten zweiten Platz und meldete sich damit nach mehreren schwierigen Jahren eindrucksvoll zurück.
„Es fühlt sich so gut an. Dieses Gefühl macht süchtig. Man will einfach wieder antreten, spielen und um den Sieg kämpfen“, sagte Hillier. „Es war mein erster Contending-Auftritt seit 2022, und es hat sich einfach nur gut angefühlt. Ich habe gut geschlafen und war mental in einer guten Verfassung. Es ist einfach schön, dass mein Golf wieder da ist, wo es sein sollte.“
Försterling, die das Turnier bereits 2023 gewonnen hatte, teilte sich Rang zwei mit Hillier und Foster, für die es das beste Ergebnis auf der LET war.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T2 Alexandra Försterling (GER)
T15 Emma Spitz (AUT), Verena Gimmy (GER) und Celina Sattelkau (GER)
DP World Tour: Danish Golf Championship
Jeff Winther hat die Danish Golf Championship 2026 gewonnen und damit seinen zweiten Titel auf der DP World Tour erzielt. Der 38-jährige Däne setzte sich im turbulenten Finale im Great Northern mit 15 Schlägen unter Par und drei Schlägen Vorsprung durch. Am Sonntag hatten acht Spieler zumindest zeitweise die Führung inne.
Winther startete mit vier Schlägen Rückstand auf die Spitze in den Finaltag, brachte sich aber mit Birdies an der vierten und fünften Bahn früh ins Gespräch um den Sieg. Nach Bogeys an der sechsten und achten Bahn schien dieser Traum jedoch zunächst wieder in weite Ferne gerückt zu sein. Zwei Birdies ab der neunten Bahn brachten ihn zurück ins Rennen, ehe er an der 13. Bahn erneut einen Schlag gewann und mit 13 unter Par an die Spitze kletterte.
Die Entscheidung fiel schließlich an der 16. Bahn. Winther versenkte seinen Eagle-Putt aus rund 9,5 Metern und setzte sich damit auf 15 unter Par ab. Als er die schwierige 18 anschließend sicher in Regulation spielte und zwei Putts zum Par benötigte, war der zweite Sieg seiner Karriere auf der DP World Tour perfekt.
„Nein! Ich hätte nie gedacht, dass mein Name einmal auf dieser Trophäe stehen würde. Vor 15 Jahren war ich Greenkeeper und habe nie daran gedacht, Golfer zu werden. Das ist einfach unglaublich“, sagte Winther. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin geschockt.“
Für den Dänen war der Erfolg vor heimischem Publikum besonders emotional. „Es ist wirklich verrückt. Ich bin traurig, dass wir nächstes Jahr nicht zurückkommen“, sagte Winther. „Ich spüre so viel Liebe von den Zuschauern. Die Dänen unterstützen die Dänen, und diese Unterstützung war die ganze Woche über unglaublich. Die Zuschauer haben mich getragen.“
Bereits früh am Finaltag hatte es Bewegung an der Spitze gegeben. Der Franzose Romain Langasque, der die Führung innehatte, erwischte einen katastrophalen Start und kassierte an den ersten drei Löchern jeweils ein Bogey. Der Chinese Yanhan Zhou nutzte die Gelegenheit und übernahm nach einem Birdie zum Auftakt die Führung.
Zhou baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf zwei Schläge aus, ehe sich die Verfolger näherten. Caleb Surratt, Matthew Jordan und Winther verkürzten mit Birdies den Rückstand, sodass zeitweise vier Spieler bei zwölf unter Par lagen. Kurz darauf wuchs die Spitzengruppe sogar auf fünf Spieler an.
Zhou hatte noch eine theoretische Chance auf ein Stechen, benötigte dafür allerdings ein Hole-in-One an der 18, doch sein Abschlag verfehlte das Ziel – damit war Winthers Sieg endgültig besiegelt.
Højgaard, Zhou, Celli, Oliver Lindell und Jordan teilten sich mit zwölf unter Par den zweiten Platz. Marcus Helligkilde und Langasque folgten mit einem Schlag mehr auf Rang sieben. Jacob Skov Olesen, Freddy Schott, Joel Girrbach und Ewen Ferguson komplettierten die Top Ten.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T9 Freddy Schott (GER) und Joel Girrbach (SUI)
LPGA Tour: Portland Classic
Jeeno Thitikul hat die Standard Portland Classic mit einer furiosen Schlussrunde gewonnen. Die 23-jährige Thailänderin spielte am Sonntag eine 64 und setzte sich mit 22 Schlägen unter Par um einen Schlag durch. Für Thitikul war es der dritte Sieg auf der LPGA Tour in dieser Saison und der zehnte ihrer Karriere.
Dabei sah es nach dem dritten Turniertag noch nicht nach einem weiteren Titel für die Weltranglistenzweite aus. Thitikul ging mit Rückstand auf die Spitze in die Finalrunde im Columbia Edgewater Country Club, erwischte dort jedoch einen Traumstart. Gleich auf den Front Nine gelangen ihr fünf Birdies in Folge, mit denen sie sich an die Spitze des Feldes katapultierte.
Auch danach ließ die Thailänderin nicht locker. Mit insgesamt acht Birdies, einem Eagle und zwei Bogeys kam sie auf eine 64 und beendete das Turnier mit 22 Schlägen unter Par. Damit setzte Thitikul ihre starke Saison fort.
Für die 23-Jährige ist dieser Erfolg zudem ein besonderer Meilenstein: Sie ist erst die achte Spielerin in der Geschichte der LPGA, die vor ihrem 24. Geburtstag mindestens zehn Turniersiege feiern konnte.
Mit ihrem dritten Erfolg der Saison zog Thitikul außerdem mit Nelly Korda gleich, die 2026 ebenfalls bereits dreimal auf der LPGA Tour triumphiert hat. Für ihren Sieg in Portland erhielt die Thailänderin 300.000 US-Dollar und rückte ihrem Karriere-Preisgeld von 20 Millionen Dollar damit ein weiteres Stück näher.
Hinter Thitikul sorgte ein rein thailändisches Verfolgerduo für ein außergewöhnliches Ergebnis. Arpichaya Yubol spielte eine 67 und Chanettee Wannasaen sogar eine 63, sodass beide mit 21 Schlägen unter Par den zweiten Platz teilten.
Die nach 54 Löchern Führende, Sophia Schubert, konnte dagegen nicht mehr um den Sieg mitspielen. Die Amerikanerin kam in der Finalrunde nicht über eine 71 hinaus und beendete das Turnier mit 20 Schlägen unter Par auf dem vierten Platz.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T20 Morgane Metraux (SUI)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: Boeing Classic
The Club at Snoqualmie Ridge, Washington, 14. bis 16. August
Sieger: Stewart Cink (USA)
T28 Alex Cejka (GER)
Korn Ferry Tour: Albertsons Boise Open
Hillcrest Country Club, Idaho, 13. bis 16. August
Sieger: Ross Steelman (USA)
T9 Thomas Rosenmüller (GER)
LET Access Series: Ladies Slovak Golf Open
Tale Ski Golf & Hotel Resort, Slowakei, 12. bis 14. August
Siegerin: Michaela Vavrova (SVK)
10 Theresa De Bochdanovits (GER)
HotelPlanner Tour: Irish Challenge
Killeen Castle, Irland, 13. bis 16. August
Sieger: Justin Harding (RSA)
T18 Hurly Long (GER) und Dominic Foos (GER)
Sunshine Tour: Eswatini Challenge
Ezulwini Golf & Country Club, Eswatini, 13. bis 15. August
Sieger: Austin Bautista (AUS)
T58 Allen John (GER)

