Winners of the Week: 27. Juli 2026

Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.

Major: ISPS Handa Senior Open

Bei der ISPS HANDA Senior Open sicherte sich Jerry Kelly den dritten Major-Titel auf der PGA Tour Champions. Der 59-jährige Amerikaner setzte sich im schottischen Gleneagles mit zwei Schlägen Vorsprung durch und krönte seine Schlussrunde mit einem Birdie auf der 18. Bahn, wodurch er einen Endstand von zehn unter Par erreichte.

Nach seiner Auftaktrunde von 66 Schlägen spielte Kelly an den folgenden drei Tagen jeweils eine 68 und blieb damit als einziger Spieler des Feldes zweistellig unter Par. Der entscheidende Schlag gelang ihm am Schlussloch, als er den Ball aus einem Grünbunker direkt neben die Fahne spielte und den kurzen Birdie-Putt zum Sieg verwandelte.

„Es ist unbeschreiblich“, sagte Kelly. „Der Senior Claret Jug ist die Trophäe, die ich seit meinem 50. Geburtstag am meisten gewinnen wollte. Das hier in Schottland, der Heimat des Golfsports, zu schaffen und damit sogar einen Startplatz für die Open Championship in St. Andrews zu erhalten, bedeutet mir unglaublich viel.“

Für Kelly ist es der 14. Titel auf der PGA Tour Champions und der erste Sieg in der laufenden Saison. Nach seinen Erfolgen bei der Kaulig Companies Championship 2020 und 2022 ist es zugleich sein dritter Senior-Major-Sieg. Als ältester Sieger der Senior Open seit Bernhard Langer im Jahr 2019 reiht sich der Amerikaner zudem in die Geschichtsbücher des Turniers ein.

„Aber es war diese schottische Truppe hier draußen, die mir den Rücken gestärkt und mich wirklich durch diese Zeit gebracht hat.“

Jerry Kelly

Den geteilten zweiten Platz belegten Cameron Percy, Matt Gogel und Darren Fichardt mit acht Schlägen unter Par. Percy hatte nach der zweiten und dritten Runde noch geführt, konnte seine Position am Sonntag mit einer Par-Runde jedoch nicht verteidigen. Gogel spielte mit einer bogeyfreien 63 eine der besten Runden des Tages und setzte Kelly im Clubhaus unter Druck.

„Heute war mein Kopf der stärkste Teil meines Spiels“, erklärte Kelly. „Früher hätte ich mich geärgert, wenn ich den Ball nicht perfekt getroffen habe. Heute habe ich einfach den nächsten Schlag gespielt. Ich habe viel über mich gelernt – vielleicht 20 oder 30 Jahre später als gewünscht.“

Für die beste Runde des gesamten Turniers sorgte hingegen der Lokalmatador Stephen Gallacher. Der Schotte spielte auf dem King’s Course eine herausragende 62 (-8), stellte damit den Platzrekord der Senior Open ein und verbesserte sich auf den fünften Rang.

Gallacher, der 2014 beim Ryder Cup in Gleneagles für Europa gespielt hatte, eröffnete seine Runde mit einer 29 auf den ersten neun Löchern und brachte sich zwischenzeitlich sogar in Schlagdistanz zur Spitze.

„Es kommt nicht oft vor, dass man nach einer 62 enttäuscht ist”, sagte der Schotte. „Ich habe mir viele Chancen erspielt und einige Putts gelocht. Nach den schwierigen Bedingungen der ersten drei Tage war heute etwas Scoring möglich. Gleneagles bedeutet mir unglaublich viel – hier habe ich als Amateur mein Profidebüt gegeben, und natürlich sind da die Erinnerungen an den Ryder Cup.“

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

T14 Alex Cejka (GER)

LPGA & Ladies European Tour: Women’s Scottish Open

Jenny Shin hat die ISPS HANDA Women’s Scottish Open gewonnen und damit ihren ersten Titel seit mehr als zehn Jahren gefeiert. Die Südkoreanerin setzte sich auf dem Linksplatz von Dundonald mit zwei Schlägen Vorsprung durch und sicherte sich damit ihren ersten Erfolg auf der Ladies European Tour.

Shin dominierte das Turnier mit Runden von 66, 67 und 71 Schlägen und ging mit fünf Schlägen Vorsprung in den Finaltag. Dort wurde es allerdings noch einmal spannend: Nach fünf Pars zum Auftakt kassierte die 33-Jährige drei Bogeys in Folge und sah ihren komfortablen Vorsprung schmelzen.

Mit einem wichtigen Par-Putt aus gut zwei Metern auf der neunten Bahn fing sie sich jedoch wieder. Birdies an den Löchern zehn und zwölf verschafften ihr erneut Luft, sodass sie sich auch zwei weitere Bogeys auf den Schlusslöchern leisten konnte. Trotz einer 75er-Schlussrunde reichte es mit insgesamt neun Schlägen unter Par zum Sieg.

„Heute wollte ich einfach nur das Schiff nicht versenken”, sagte Shin nach der Runde. „Nach dem dritten Bogey in Folge sah es wirklich düster aus. Als der Ball an der Neun vom Grün rollte, hätte ich fast geweint. Dass ich den Par-Putt gelocht habe und direkt danach ein Birdie spielen konnte, hat mir das Selbstvertrauen zurückgegeben.“

Für Shin ist es der zweite LPGA-Erfolg ihrer Karriere nach ihrem Triumph im Jahr 2016 – und einer, der für sie deutlich mehr Bedeutung hat.

„Mein erster Sieg fühlte sich damals gar nicht wie ein richtiger Sieg an. Ich hatte nicht das Gefühl, ihn verdient zu haben. Dieser Erfolg ist anders. Diesen habe ich mir erarbeitet“, erklärte sie und fuhr fort: „Vor vier Jahren habe ich mit meinem Putttrainer angefangen zu arbeiten. Er fragte mich nach meinem Ziel, und ich sagte ihm, dass ich vor meinem Karriereende unbedingt noch einmal gewinnen möchte.“

Eine wichtige Rolle spielte dabei auch Caddie Shane Codd. „Er weiß genau, wie er mich beruhigen kann. Ich habe einen sehr chaotischen Kopf. Als ich anfing zu paniken, sagte er nur: Bleib bei mir. Schau mich an.‘ Vertraue einfach dem, was du die ganze Woche über gemacht hast.‘ Das hat mir geholfen.

Den zweiten Platz belegte ihre Landsfrau A Lim Kim mit sieben unter Par. Eine 68er-Schlussrunde brachte sie noch bis auf zwei Schläge an die Siegerin heran. „Mein Spiel war heute sehr gut. Nur auf den letzten Löchern haben ein paar Birdie-Chancen gefehlt. Insgesamt war das aber eine gute Vorbereitung auf die kommende Woche“, sagte Kim mit Blick auf die AIG Women’s Open.

Rang drei ging an die Thailänderin Pajaree Anannarukarn mit fünf Schlägen unter Par. Beste Deutsche wurde Esther Henseleit mit vier unter Par auf dem vierten Platz. Damit bestätigte die Olympiasilbermedaillengewinnerin ihre starke Form unmittelbar vor dem letzten Major des Jahres.

Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:

4 Esther Henseleit (GER)

PGA Tour: 3M Open

Jackson Koivun hat bei der 3M Open seinen ersten Titel auf der PGA Tour gewonnen – und das bereits bei seinem dritten Turnier als Profi. Der 21-Jährige setzte sich in Blaine, Minnesota, mit einer bogeyfreien Schlussrunde von 66 Schlägen und insgesamt 25 Schlägen unter Par gegen die Konkurrenz durch. Scottie Scheffler kam mit einer starken 63 zwar noch bis auf drei Schläge heran, konnte den Rookie jedoch nicht mehr ernsthaft unter Druck setzen.

Koivun war mit drei Schlägen Vorsprung in den Finaltag gestartet, nachdem er am Samstag eine überragende 61 gespielt hatte. Auch am Sonntag ließ er sich trotz der Angriffe von Scheffler nicht aus der Ruhe bringen. Besonders ein Par-Putt an der neunten Bahn erwies sich als Schlüsselmoment.

„Das war wahrscheinlich der wichtigste Putt der ganzen Woche”, sagte Koivun. „Ich habe auf das Leaderboard geschaut und wusste genau, wie die Situation war. Wenn ich den verschiebe, sind es nur noch zwei Schläge Vorsprung. Das hat mir enormen Schwung für die Back Nine gegeben.“

Während Scheffler fünf Gruppen vor ihm mit einer nahezu fehlerfreien Runde Druck machte, blieb Koivun cool. Immer wieder hörte er die Zuschauer rufen, dass der Weltranglistenerste aufhole.

„Überall hörte ich nur: ,Scottie kommt, Scottie kommt.‘ Ich habe versucht, das auszublenden und einfach mein eigenes Spiel weiterzuspielen.“

Mit seinem Gesamtergebnis von 25 Schlägen unter Par stellte Koivun zugleich einen neuen Turnierrekord auf und unterbot die bisherige Bestmarke von Lee Hodges aus dem Jahr 2023 (24 Schläge unter Par).

Trotz einer 63 blieb Scheffler nur der zweite Platz – bereits sein fünfter zweiter Platz in dieser Saison. Der Weltranglistenerste zeigte sich nach der Runde beeindruckt vom Sieger: „Wenn man zum ersten Mal gewinnen will, ist das immer schwierig – besonders für einen jungen Spieler direkt aus dem College. Das zeigt nicht nur, wie talentiert Jackson ist, sondern auch, wie stark er mental bereits ist.“

Koivun ist erst seit wenigen Wochen Profi. Nach einem verpassten Cut bei der John Deere Classic und Rang zehn bei der ISCO Championship gelang ihm nun der große Durchbruch. Zuvor hatte er mit der Auburn University den NCAA-Mannschaftstitel gewonnen und den Rekord für den niedrigsten Schlagdurchschnitt in der Geschichte des College-Golfs aufgestellt.

Mit dem Sieg kassiert der US-Amerikaner ein Preisgeld von 1.584.000 Dollar und verbessert sich in der FedExCup-Wertung um 124 Plätze auf Rang 70, was aktuell zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt.

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

T44 Matti Schmid (GER)

HotelPlanner Tour: Raiffeisen Golf Challenge

Anton Albers hat seinen ersten Titel auf der HotelPlanner Tour gewonnen. Der Deutsche setzte sich bei der Raiffeisenbank Golf Challenge im tschechischen Kaskáda Golf Resort mit drei Schlägen Vorsprung durch und machte damit einen großen Schritt in Richtung DP World Tour.

Mit einer starken Schlussrunde von 65 Schlägen (6 unter Par) kam der 27-Jährige auf insgesamt 20 unter Par. Die Konkurrenz, darunter der Amerikaner Alex Goff und der Japaner Tatsunori Shogenji, die sich mit 17 unter Par den zweiten Platz teilten, konnte Albers am Finaltag nicht mehr entscheidend unter Druck setzen.

„Es fühlt sich unglaublich an“, freute sich Albers nach seinem Premierensieg. „Ich habe lange auf diesen Moment gewartet und bin froh, dass es jetzt endlich geklappt hat.“

Er war als einer von drei Führenden in die Schlussrunde gestartet, hatte sich aber bewusst nicht auf das Leaderboard konzentriert. Stattdessen setzte er auf seine eigene Strategie.

„Obwohl ich vorne lag, habe ich kaum auf die Ergebnisse geschaut. Ich wollte einfach meinen Rhythmus beibehalten. Erst auf dem Fairway der 18 habe ich kurz gesehen, dass ich drei Schläge Vorsprung hatte.“

Albers legte mit einer 32 auf den Front Nine den Grundstein für den Sieg. Nach seinem ersten Bogey des gesamten Wochenendes an Bahn 12 antwortete er eindrucksvoll mit drei Birdies auf den folgenden vier Löchern und brachte den Vorsprung souverän ins Clubhaus.

Rückblickend bezeichnete er vor allem das Birdie an der 13 als Wendepunkt: „Hamish Brown hat mir nach der Runde gesagt, dass dieser Putt praktisch den Sieg bedeutet hat. In dem Moment war mir das gar nicht bewusst, aber danach ging plötzlich alles ganz schnell.“

Nach einer schwierigen Saison 2025 hatte sich Albers vor dem Turnier eine neue Herangehensweise vorgenommen. „Die freie Woche zuletzt hat mir gutgetan. Ich habe mir gesagt, dass ich mich nicht zu sehr auf Ergebnisse konzentrieren darf. Wenn ich die richtigen Dinge mache, kommen die Resultate von allein. Umso schöner, dass es genau diese Woche funktioniert hat.“

Der Erfolg zahlt sich auch in der Saisonwertung aus. Albers verbesserte sich in der „Road to Mallorca“ um 81 Plätze auf Rang 17 und brachte sich damit frühzeitig wieder in Position für den Aufstieg auf die DP World Tour – ein Ziel, das er im vergangenen Jahr nur knapp verpasst hatte.

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

1 Anton Albers (GER)
T8 Marc Hammer (GER)


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Weitere Turniere:

Korn Ferry Tour: Evans Scholar Invitational
The Glen Club, Illinois, 23. bis 26. Juli

Sieger: Tommy Morrison (USA)

T25 Thomas Rosenmüller (GER)

Epson Tour: Hartford HealthCare Womens Championship
Golf Club of Avon, Connecticut, 23. bis 26. Juli

Siegerin: Christine Wang (USA)

T15 Sophie Hausmann (GER)

Pro Golf Tour: The Cuber Open
Europa-Park Golfclub Breisgau, Deutschland, 21. bis 23. Juli

Sieger: Tim Tillmanns (GER)

T6 Martin Obtmeier (GER) & Maximilian Tieves (GER)

LIV Golf: United Kingdom
JCB Golf & Country Club, England, 23. bis 26. Juli

Sieger: Lucas Herbert (AUS)

T31 Martin Kaymer (GER)

PGA Tour Americas: Osprey Valley Open
TPC Toronto, Kanada, 23. bis 26. Juli

Sieger: Étienne Papineau (CAN)

CUT Jonas Baumgartner (GER) & Max Schliesing (SUI)

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