Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
Major: US Open
Wyndham Clark hat sich bei der U.S. Open in einem dramatischen Finale seinen zweiten Titel gesichert. Auf dem anspruchsvollen Shinnecock Hills Golf Club setzte er sich mit einem Schlag Vorsprung gegen Sam Burns durch und feierte damit seinen zweiten Major-Erfolg innerhalb von vier Jahren.
Dabei sah es lange nach einer klaren Angelegenheit aus. Clark war mit sechs Schlägen Vorsprung in die Schlussrunde gestartet, doch aus der vermeintlichen Machtdemonstration wurde ein nervenaufreibender Kampf. Mit fünf Bogeys bei nur zwei Birdies rutschte er immer wieder zurück und musste den Angriffen seiner Verfolger standhalten.
„Der erste Sieg war unglaublich, aber dieser fühlt sich noch besser an“, sagte Clark nach der Runde. „Nach dem, was letztes Jahr passiert ist, ist das hier fast surreal.“
Vor allem Burns setzte ihn früh unter Druck. Vier Birdies auf den ersten acht Löchern ließen Clarks Vorsprung zwischenzeitlich auf einen Schlag schrumpfen. Der Favorit kämpfte, rettete sich mit starkem Kurzspiel immer wieder aus schwierigen Lagen und hielt die Führung mit Mühe zusammen.
Die Entscheidung fiel auf den Back Nine – und dort vor allem auf der 16. Bahn. Nach einem schwachen Drive und einem schwierigen zweiten Schlag lochte Clark einen langen Birdie-Putt aus rund neun Metern. „Eigentlich wollte ich nur das Par sichern – das Birdie war ein Bonus“, erklärte er später. Dieser Schlag verschaffte ihm den entscheidenden Vorsprung von zwei Schlägen.
„Wenn mir jemand etwas Negatives sagte, habe ich es immer durch etwas Positives ersetzt.“
Wyndham Clark
Doch die Spannung blieb bis zum Schluss erhalten. Ein Drei-Putt-Bogey auf der 17 brachte Burns wieder heran, sodass Clark mit nur einem Schlag Vorsprung auf die 18 ging. Dort bewies er Nervenstärke, spielte das Grün an und sicherte sich mit einem sicheren Zweiputt den Sieg.
„Ich bin stolz darauf, wie ich durchgekämpft habe. Es hätte jederzeit kippen können”, sagte Clark, der sich auch gegen ein eher kritisch gestimmtes Publikum behaupten musste. „Sie wollten mich nicht unbedingt gewinnen sehen, aber manchmal ist es auch gut, der Underdog zu sein.”
Für Clark ist der Triumph auch die perfekte Antwort auf ein schwieriges Jahr zuvor, als er nach einer enttäuschenden U.S. Open in ein sportliches und mentales Tief gefallen war. „Ich war an einem sehr dunklen Punkt“, gab er zu. „Dass ich jetzt hier stehe, hätte ich mir damals nicht vorstellen können.“
Hinter Clark belegte Burns mit einer starken 67 den zweiten Platz. Tom Kim wurde Dritter, während Scottie Scheffler bei seinem Versuch, den Karriere-Grand-Slam zu vollenden, keine entscheidende Rolle spielte.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
CUT Matti Schmid (GER) & Sepp Straka (AUT)
LET Access Series: Ladies German Challenge powered by VcG
Moa Svedenskiold hat sich bei der Ladies German Challenge ihren ersten Titel als Profi gesichert. Die Schwedin triumphierte bei ihrem erst dritten Start auf der LET Access Series.
Am Finaltag bewies Svedenskiold auf der Anlage des Turniers Nervenstärke und spielte eine 70 (-2), womit sie sich mit insgesamt neun unter Par den Sieg sicherte. Mit zwei Schlägen Vorsprung verwies sie Bel Wardle und Lauren Holmey auf den geteilten zweiten Platz.
„Ich fühle mich unglaublich. Es ist noch gar nicht richtig angekommen, aber ich bin einfach erleichtert und glücklich“, sagte Svedenskiold nach ihrem Premierensieg. Besonders emotional war, dass ihr Vater als Caddie an ihrer Seite war. „Wir haben über alles gesprochen – nur nicht über Golf. Das hat mir sehr geholfen.“
Aus der Finalgruppe gestartet, begann die 22-Jährige kontrolliert und notierte zunächst neun Pars in Serie. Während ihre Konkurrentin Hanna Tauber auf den Back Nine zurückfiel, nutzte Svedenskiold ihre Chance.
Mit entscheidenden Birdies auf den Löchern 13, 16 und 17 setzte sie sich an die Spitze und verschaffte sich ein komfortables Polster für die Schlussbahn. „Ich habe einfach mein Spiel durchgezogen und mich auf das konzentriert, was ich kontrollieren kann“, erklärte sie und fügte hinzu: „Mein Putter war die ganze Woche über richtig stark.“
Auf der 18 spielte sie schließlich kontrolliert auf Sicherheit, nachdem sie sich über ihre Führung informiert hatte. „Da wurde ich etwas defensiver, aber es hat Spaß gemacht“, so die Siegerin.
Hinter dem Spitzentrio belegte Ffion Tynan Rang vier, während Tauber nach einer schwachen Schlussrunde auf den geteilten fünften Platz zurückfiel.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T5 Hanna Tauber (GER)
T8 Victoria Levy (SUI), Caroline Sturdza (SUI) & Anais Maggetti (SUI)
Ladies European Tour: Dutch Ladies Open
Bei den Dutch Ladies Open 2026 hat sich die Thailänderin Aunchisa Utama ihren ersten Titel auf der Ladies European Tour gesichert. Die 35-Jährige setzte sich im Stechen gegen Dorthea Forbrigd durch und krönte damit eine beeindruckende Aufholjagd am Finaltag.
Utama spielte auf dem Goyer Golf & Country Club eine bogeyfreie 66 (-6) und stellte mit insgesamt neun unter Par die Bestmarke im Clubhaus auf. Nach ihrer Runde musste sie jedoch warten, bis Forbrigd mit einer 68 (-4) gleichzog und ein Play-off erzwang.
Auf der ersten Extra-Bahn behielt Utama die Nerven: Nach einem sicheren Schlag aufs Grün verwandelte sie einen rund fünf Meter langen Birdie-Putt zum Sieg. „Es bedeutet alles“, sagte sie danach. „Wir investieren unser ganzes Leben, um zu gewinnen. Dass es jetzt geklappt hat, ist unbeschreiblich.“
Besonders emotional wurde es im Anschluss, als Utama direkt nach dem Triumph mit ihrer Familie in Thailand telefonierte. „Mein Vater hat geweint. Das war ein ganz besonderer Moment“, erzählte sie.
Dabei hatte die Siegerin den Finaltag von der geteilten 15. Position aus begonnen. Mit Birdies auf den Löchern 5, 7 und 9 brachte sie sich jedoch früh in Stellung. Auf den Back Nine legte sie mit weiteren entscheidenden Birdies, unter anderem auf den Bahnen 16 und 17, nach. Auf der 18 lochte sie schließlich einen wichtigen Par-Putt, um sich die Chance auf den Sieg zu erhalten.
Im Stechen ließ sie schließlich nichts mehr anbrennen. Während Forbrigd ihren Birdie-Versuch verpasste, nutzte Utama ihre Gelegenheit eiskalt aus.
Forbrigd belegte damit Rang zwei, zeigte sich aber dennoch zufrieden: „Diese Woche gibt mir viel Selbstvertrauen. Es zeigt, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann.“
Den geteilten dritten Platz bei acht unter Par sicherten sich die Inderinnen Avani Prashanth und Diksha Dagar. Prashanth verpasste das Stechen nach einem Bogey auf der Schlussbahn denkbar knapp.
Durch den Sieg verbessert sich Utama in der Order of Merit deutlich und rückt bis auf Rang zwölf vor. Bereits in der kommenden Woche geht es für die Spielerinnen weiter, wenn die Ladies European Tour in Tschechien Station macht.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T18 Celina Sattelkau (GER), Sophie Witt (GER) & Emma Spitz (AUT)
LPGA Tour: Meijer LPGA Classic
Miyu Yamashita hat sich beim Meijer LPGA Classic einen spektakulären Sieg gesichert. Die Japanerin setzte sich nach einer furiosen Finalrunde und einem nervenaufreibenden Play-off gegen Lottie Woad durch und feierte damit einen ebenso überraschenden wie verdienten Erfolg.
Mit einer herausragenden 64 (−8) spielte Yamashita die beste Runde des gesamten Turniers und kämpfte sich am Sonntag von fünf Schlägen Rückstand aus zurück an die Spitze. „Ich habe eine wirklich solide Runde gespielt, und es hat sich alles sehr natürlich angefühlt“, sagte sie nach der Runde. „Dass es am Ende ins Stechen geht, hätte ich nicht erwartet.“
Lottie Woad schien lange auf dem Weg zum Sieg zu sein. Die Engländerin, die als Mitfavoritin in die Schlussrunde gegangen war, lieferte sich ein Duell auf Augenhöhe mit Yamashita. Ein spektakulärer Moment gelang ihr auf der 17, als sie einen schwierigen Bunkerschlag direkt zum Birdie lochte und sich damit kurz vor Schluss die Führung sicherte.
Doch auf der 18 folgte der Rückschlag: Ein Drei-Putt-Bogey kostete Woad den möglichen Sieg und zwang sie ins Stechen mit der stark aufspielenden Japanerin.
Im Play-off auf der 18. Bahn zeigte Yamashita dann ihre Klasse. Nach zwei soliden Schlägen legte sie den Ball auf knapp einen Meter an die Fahne und setzte damit Woad unter Druck. Während Yamashita souverän zum Birdie und damit zum Sieg einlochte, verfehlte die Engländerin ihren längeren Putt.
„Dieses Ergebnis ist das Resultat der harten Arbeit unseres gesamten Teams“, erklärte Yamashita. „Ich wollte unbedingt an diesem besonderen Tag gewinnen. Das hat mich zusätzlich motiviert.“
Trotz der Enttäuschung blieb für Woad ein weiterer starker Auftritt – es war bereits ihre fünfte Top-10-Platzierung in dieser Saison.
Den geteilten dritten Platz belegten Wei-Ling Hsu und Yan Liu mit 15 unter Par. Minji Kang und Cassie Porter folgten auf Rang fünf, während unter anderem Minami Katsu und Grace Kim die Top Ten komplettierten.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T32 Isi Gabsa (GER), Esther Henseleit (GER) & Morgane Metraux (SUI)
Weitere Turniere:
Epson Tour: Great Lakes Championship
The Highlands, Michigan, 19. bis 21. Juni
Siegerin: Lauren Olivares (MEX)
T44 Sophie Hausmann (GER)
HotelPlanner Tour: English Open
The Vale Golf Club, England, 18. bis 21. Juni
Sieger: John Catlin (USA)
T5 Alexander Knappe (GER)
Pro Golf Tour: VcG Köln Open
Golf- und Land-Club Köln, Deutschland, 16. bis 18. Juni
Sieger: Loic Naas (SUI)
3 Nico Lang (GER)

