Max Kieffer und sein ehemaliger Caddie schenken Kindern in Kenia eine Zukunft. Wie es dazu kam, und wie auch du helfen kannst, erfรคhrst du in diesem Beitrag.
Im Golfsport entscheiden Prรคzision, Strategie und Technik รผber Erfolg oder Niederlage. Wahre Grรถรe entscheidet sich hingegen abseits des Golfplatzes. Fรผr Max Kieffer und seinen damaligen Caddie Takashi Ohagen begann 2023 eine ganz besondere Zusammenarbeit in Kenia: Beim Spaziergang in Richtung Abendessen sprach sie in Nairobi eine Frau mit einem Baby auf dem Rรผcken an. โSie hatten seit einer Woche nichts gegessenโ, erinnert sich Ohagen. โWir kauften ihr und einem weiteren Mรคdchen namens Erika Lebensmittel. Ihre Dankbarkeit hat uns tief berรผhrt.โ
Aus dieser Begegnung entstand mit Project 44 eine Initiative, die Kindern aus schwierigen Verhรคltnissen Bildung, Schulmaterial und Ernรคhrung ermรถglicht. โMan reist als Profi um die Welt, spielt Turniere, lebt in Hotelsโ, sagt Kieffer. โAber man darf nicht vergessen, wie privilegiert dieses Leben ist. Wenn man helfen kann, sollte man es tun.โ
Bildung als Perspektive
Heute unterstรผtzt Project 44 acht Kinder. Erika war eines der ersten Kinder, deren Schulbesuch finanziert wurde. Auch ein 13-jรคhriges Mรคdchen aus Uganda, das auf der Flucht missbraucht und verletzt wurde, erhรคlt derzeit Hilfe โ medizinisch und schulisch. Vor Ort in Nairobi koordiniert Lilian Schulgebรผhren, Uniformen und Bรผcher, besucht die Kinder und hรคlt das Team auf dem Laufenden. Ein Mann namens Desmond behรคlt Einnahmen und Ausgaben fest im Blick. โWir wollen den Kindern echte Perspektiven gebenโ, so Ohagen. โNicht nur kurzfristige Hilfe, sondern langfristige Chancen.โ
Verantwortung & Sport
Und Project 44 soll weiter wachsen: von acht auf zwanzig Kinder. Unterstรผtzer kรถnnen direkt รผber Instagram spenden, unkompliziert per PayPal oder Bankรผberweisung. โWir sind keine Stiftung. Wir sind einfach zwei Menschen, die nicht weggesehen habenโ, so Kieffer.
In der groรen Sportwelt, in der sonst vor allem Rankings und Preisgelder zรคhlen, zeigt Project 44: Wahre Grรถรe misst sich nicht in erster Linie in Scores und ยญMetern vom Tee, sondern in der Bereitschaft, Verantwortung fรผr andere zu รผbernehmen. Und zwar fรผr jene, die wirklich Hilfe brauchen.
Wer helfen will, kann direkt รผber Instagram spenden โ unkompliziert per PayPal oder Bankรผberweisung.
Max Kieffer: @maxkieffer
Takashi Ohagen: @takashi.tourcaddie
Max Kieffer รผber Project 44
Project 44 entstand ganz spontan. Wie kam es dazu, und wann hast du gemerkt, dass daraus ein langfristiges Projekt werden kรถnnte?
Max Kieffer: Wรคhrend der Magical Kenya Open waren Taka und ich abends essen und haben dort ein paar Kinder kennengelernt, die auf der Straรe leben. Wir haben ihnen dann etwas zu essen gekauft und ihre Situation hat uns weiterhin sehr beschรคftigt.
Ein Bekannter, der als Security beim Dubai Desert Classic arbeitet, lebt in Nairobi. Mit dem haben wir uns dann auch darรผber unterhalten. Im Anschluss haben wir Lilian kennengelernt, die sich heute im Grunde um alles vor Ort kรผmmert. Gemeinsam mit den beiden entstand schlieรlich die Idee, etwas Nachhaltiges zu machen. Uns wurde klar, dass es am sinnvollsten wรคre, den Kindern Schulbildung zu finanzieren.
Verรคndert soziales Engagement deinen Blick auf den Profisport und den Alltag auf Tour?
Das sind Eindrรผcke, die man mitnimmt und die einen beschรคftigen. Wenn man viel um die Welt reist und auch in Lรคndern wie Kenia unterwegs ist, wird einem bewusst, wie privilegiert man ist und welche Mรถglichkeiten man selbst hat. Sie zeigen, dass vieles, was fรผr uns ganz normal ist, fรผr andere eben nicht selbstverstรคndlich ist. Und sie erinnern einen auch daran, wie wichtig es ist, das eigene Leben und die Chancen, die man hat, wertzuschรคtzen.


Welche Rolle spielt Takashi bei Project 44?
Ich glaube, fรผr Taka (mittlerweile am Bag von Freddy Schott, Anm.) ist das auch ein Herzensprojekt. Er ist weiterhin engagiert, ruft fรผr Spenden auf und besucht die Kinder persรถnlich, wenn er in Kenia ist. Eine sehr groรe Rolle spielen auf jeden Fall Desmond und Lilian. Sie sind unsere Ansprechpartner vor Ort und kรผmmern sich um die Organisation โ etwa alles rund um die Schule. Wir haben ja auch einige Hรคuser gebaut, und Desmond hat sich dabei vor allem um die Umsetzung und den Bau vor Ort gekรผmmert. Insgesamt sind so drei Hรคuser entstanden. Ohne die beiden wรคre das Ganze gar nicht mรถglich. Es ist unglaublich wichtig, Menschen vor Ort zu haben, die sich darum kรผmmern und sicherstellen, dass das Geld auch da ankommt, wofรผr es gespendet wurde.
Gab es eine Begegnung, die dich besonders geprรคgt hat?
Ja โ die ersten Begegnungen mit den Kindern auf der Straรe. Sie waren unglaublich freundlich, und wir haben uns sofort gut mit ihnen verstanden und viel Spaร zusammen gehabt. Gleichzeitig waren wir vor Ort, um ein DP- World-Tour-Turnier mit viel Preisgeld zu spielen. Dieser Kontrast zur Realitรคt hat mich sehr geprรคgt.
Wie geht es weiter?
In erster Linie geht es darum, dass die Kinder in die Schule gehen, ihre Ausbildung abschlieรen und spรคter dadurch grรถรere Chancen fรผr ihre Zukunft bekommen. Es wird auf jeden Fall groรartig sein, das mitzuverfolgen. Auรerdem hoffen wir, dass wir noch mehr Kindern den Schulbesuch ermรถglichen kรถnnen. Damals haben wir viele Spenden gesammelt, wodurch wir auch die drei Hรคuser bauen konnten โ das war ein groรer Schritt fรผr die Kinder vor Ort. Das alles ist organisch gewachsen und soll sich natรผrlich weiterentwickeln und wachsen. Dafรผr braucht es auch weiterhin Spenden.
Bilder: Takashi Ohagen, Max Kieffer





