Winners of the Week: 27. April 2026

Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.

DP World Tour: Volvo China Open

Bernd Wiesberger hat bei der Volvo China Open im Enhance Anting Golf Club in Shanghai ein emotionales Comeback gefeiert und seinen ersten Titel auf der DP World Tour seit fünf Jahren gewonnen. Mit einer starken Back Nine drehte der Österreicher ein bereits verloren geglaubtes Duell und sicherte sich seinen insgesamt neunten Sieg auf der Tour.

Ausgangslage vor der Schlussrunde: Wiesberger lag einen Schlag hinter Adrian Otaegui, der mittlerweile unter der Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate spielt. Zunächst sah alles nach einem Durchmarsch des Spaniers aus. Otaegui baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf drei Schläge aus und wirkte auf den ersten neun Löchern absolut souverän. Mit präzisen Annäherungen und sicherem Putting hielt er Wiesberger auf Distanz.

Doch auf den zweiten neun Löchern kippte das Momentum komplett. Wiesberger startete seine Aufholjagd mit einem spektakulären Chip-in-Birdie auf der 10, das ihm neues Selbstvertrauen gab. Es folgten weitere wichtige Birdies – darunter ein gelochter Putt aus rund acht Metern auf der 13 –, mit denen er Schlag für Schlag aufholte. Innerhalb weniger Löcher war der Rückstand egalisiert.

„Adrian ist ein großartiger Wettkämpfer und hatte alles im Griff. Aber am zehnten Loch ist etwas passiert, das ich mir nicht erklären kann. So ist das eben manchmal beim Golf.“

Bernd Wiesberger

Der entscheidende Moment kam auf der 16. Bahn: Otaegui verfehlte das Grün und konnte das Par nicht retten, während Wiesberger die Führung übernahm. Auf den letzten Löchern spielte der Österreicher kontrolliert und clever, während sein Kontrahent unter Druck Fehler machte. Auf der 18 geriet Otaegui endgültig in Schwierigkeiten und beendete das Turnier mit einem Doppelbogey, während Wiesberger souverän ein Par spielte und mit drei Schlägen Vorsprung gewann.

„Die letzten Jahre waren nicht einfach“, sagte Wiesberger sichtlich bewegt. „Ich habe heute alles gegeben. Es war nicht immer schön, aber ich habe es geschafft.“ Er sei besonders stolz darauf, schwierige Phasen überwunden zu haben: „Dieser Sieg ist für alle zu Hause. Dieser Sieg bedeutet mir unglaublich viel.“

Mit diesem Erfolg beendet Wiesberger eine Durststrecke von 1792 Tagen ohne Titel und verschafft sich gleichzeitig wichtige Perspektiven für die Zukunft. Dazu gehört unter anderem die Rückkehr in hochdotierte Turniere der Rolex Series.

Hinter ihm belegte Otaegui trotz seines Einbruchs den zweiten Platz, während Mikael Lindberg Dritter wurde. Freddy Schott sorgte mit einer 64 für die beste Runde des Finaltages und spielte sich noch in die Top Fünf.

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

1 Bernd Wiesberger (AUT)
5 Freddy Schott (GER)

LPGA Tour: Chevron Championship

Mit einem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg hat Nelly Korda bei der The Chevron Championship ihre dritte Major-Trophäe gewonnen und sich gleichzeitig wieder an die Spitze der Weltrangliste gesetzt. Auf dem anspruchsvollen Kurs des Memorial Park Golf Course dominierte die US-Amerikanerin das Geschehen nahezu nach Belieben – trotz einer kontrollierten und teilweise defensiven Finalrunde.

Bereits mit einem komfortablen Vorsprung in den Schlusstag gestartet, ließ Korda zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Zweifel an ihrem Triumph aufkommen. Keine Konkurrentin kam am Wochenende näher als vier Schläge heran. Selbst eine Phase mit eher vorsichtigem Spiel – sie absolvierte die letzten 29 Löcher nur auf Even Par – reichte aus, um am Ende mit fünf Schlägen Vorsprung zu gewinnen. Dies ist der größte Abstand bei diesem Major seit fast zwei Jahrzehnten.

Dabei war gerade die mentale Herausforderung entscheidend. „Mit so einem Vorsprung zu starten, ist nicht einfach“, erklärte Korda. „Man fragt sich: Bleibe ich aggressiv oder spiele ich defensiver?” Genau diesen Balanceakt meisterte sie eindrucksvoll. Immer wieder setzte sie gezielte Nadelstiche, etwa mit einem mutigen Angriff auf die Fahne an Loch 13, der in einem sicheren Birdie endete, oder mit einem präzisen Schlag aufs Grün der 14, der ein weiteres Birdie vorbereitete.

Gleichzeitig zeigte sie taktische Reife: Auf dem riskanten Par 5 der 16. Bahn entschied sie sich bewusst gegen das direkte Anspielen des Grüns über Wasser und legte stattdessen vor. Dies war ein Zeichen dafür, dass sie ihren Vorsprung klug verwaltete. Auch kleinere Unsicherheiten auf den Grüns, darunter einige verpasste kurze Putts, brachten sie nicht aus der Ruhe.

Mit einer Schlussrunde von 70 Schlägen (-2) beendete Korda das Turnier bei 18 unter Par, sicherte sich ihren insgesamt 17. LPGA-Titel sowie ihren 21. Titel weltweit. Historisch bemerkenswert ist, dass sie das Turnier über 57 Löcher hinweg anführte und sich damit in eine exklusive Liste von Spielerinnen einreiht, die ein Major von vorne bis hinten dominierten.

Nach dem entscheidenden Putt – ein sicher verwandelter Par-Putt aus gut zwei Metern – wich die Anspannung purer Freude. Ganz traditionell sprang Korda anschließend in den Siegerpool neben dem 18. Grün – eine ikonische Geste dieses Turniers.


Ruoning Yin und Patty Tavatanakit belegten den geteilten zweiten Platz, konnten aber nie ernsthaft Druck aufbauen. Kordas Leistung war schlicht zu konstant, zu kontrolliert und in den entscheidenden Momenten zu stark.

Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:

T27 Chiara Tamburlini (SUI)

PGA Tour: Zurich Classic

Der Triumph der Brüder Matt und Alex Fitzpatrick bei der Zurich Classic of New Orleans war nicht nur sportlich bemerkenswert, sondern auch emotional einer der Höhepunkte der Saison. Auf dem Platz des TPC Louisiana krönten die beiden Engländer eine nervenaufreibende Finalrunde mit einem Sieg, der vor allem für den jüngeren Bruder eine neue Karrierephase einläutet.

Mit einem Gesamtergebnis von 31 unter Par stellten die Fitzpatricks sogar einen Turnierrekord auf. Doch der Weg dorthin war alles andere als souverän. Zwischenzeitlich hatten sie auf den Back Nine einen komfortablen Vorsprung von vier Schlägen verspielt, während im Clubhaus bereits mehrere Teams mit 30 unter Par lauerten. Der Druck war enorm, zumal im alternierenden Schlagformat (Foursomes) jeder Fehler sofort bestraft wird.

Im entscheidenden Moment zeigte sich jedoch die Klasse von Matt Fitzpatrick, der als einer der formstärksten Spieler der Welt ins Turnier gegangen war. Mit einem herausragenden Bunkerschlag am 18. Loch legte er den Ball praktisch tot an die Fahne. Für seinen Bruder Alex blieb nur noch ein kurzer Putt, doch die Situation war alles andere als einfach. „Ich konnte meine Hände nicht fühlen“, gab er später zu. Als der Ball schließlich fiel, brach die Anspannung schlagartig: Alex sank zu Boden, während ihn sein Bruder in die Arme schloss.

Dieser Sieg hat eine enorme Bedeutung – insbesondere für Alex Fitzpatrick. Durch den Erfolg erhält er eine zweijährige Spielberechtigung auf der PGA Tour– ein echter Meilenstein für seine Karriere. Für Matt ist es ein weiterer Beleg seiner aktuell herausragenden Form, nachdem er zuletzt bereits große Turniere gewonnen hatte.

Knapp geschlagen geben mussten sich unter anderem die Teams um Alex Smalley und Hayden Springer sowie die norwegische Kombination aus Kristoffer Reitan und Kris Ventura. Sie alle kamen mit 30 Schlägen unter Par ins Ziel.

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

T10 Matti Schmid (GER)

Ladies European Tour: Investec SA Womens Open

Der Durchbruch ist perfekt: Mit einem nervenstarken Auftritt hat sich Esme Hamilton den Titel bei den Investec SA Women’s Open gesichert und damit ihren ersten Sieg auf der Ladies European Tour gefeiert. Auf dem anspruchsvollen Kurs des Royal Cape Golf Clubs in Kapstadt bewies die Engländerin bei schwierigen Wetterbedingungen echte Siegerqualitäten.

Hamilton startete schlaggleich mit Pia Babnik in die Finalrunde, dicht gefolgt von ihrer Landsfrau Cara Gainer. Nach einem frühen Bogey auf Loch 3 konterte sie stark mit Birdies auf den Bahnen 5 und 6 und setzte sich zunächst leicht ab. Doch das Turnier entwickelte sich schnell zu einem echten Thriller: Ein Doppelbogey an Loch 9 ließ ihre Führung schmelzen, während Gainer mit einem wichtigen Birdie aufschloss – Gleichstand zur Halbzeit.

Gerade in dieser kritischen Phase zeigte Hamilton ihre mentale Stärke. Trotz Regen, Wind und wachsendem Druck blieb sie ruhig und fokussiert. Auf den Back Nine spielte sie ihre beste Phase des Tages: Birdies auf den Löchern 11, 14 und 16 brachten sie wieder in Führung. Besonders auf den letzten Bahnen bewahrte sie die Nerven, spielte kontrolliertes Golf und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen.

Mit einer Schlussrunde von 71 (-2) beendete sie das Turnier bei 15 unter Par und gewann somit mit zwei Schlägen Vorsprung vor Gainer. Babnik komplettierte das Podium auf Rang drei. Für Hamilton ist dieser Erfolg mehr als nur ein Turniersieg: Er ist die Bestätigung ihres Weges, nachdem sie erst im Vorjahr als Rookie auf die Tour gekommen war.

Sichtlich emotional widmete sie den Sieg ihrer Familie, die sie seit Jahren unterstützt. Gleichzeitig unterstrich sie, dass dieser Triumph ihr Selbstvertrauen weiter stärken werde. Auch die Reaktionen ihrer Kolleginnen – von Champagnerduschen bis zu herzlichen Glückwünschen – zeigten, wie anerkannt ihr Erfolg im Feld ist.

Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:

T4 Emma Spitz (AUT)
T10 Alexandra Försterling (GER)


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Weitere Turniere:


Korn Ferry Tour: Tulum Championship
PGA Riviera Maya, Mexiko, 16. bis 19. April

Sieger:

PGA Tour Americas: Brazil Open
Rio Olympic Golf Course, Brasilien, 16. bis 19. April

Sieger: Dylan Menante (USA)

CUT Jeremy Paul (GER)

LIV Golf: Mexico City
Club de Golf Chapultepec, Mexiko, 16. bis 19. April

Sieger: Jon Rahm (GER)

T25 Martin Kaymer (GER)

Sunshine Tour: Mediclinic Invitational
Heron Banks Golf & River Estate, Südafrika, 15. bis 18. April

Sieger: Samuel Simpson (RSA)

T36 Allen John (GER)

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