Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Wyndham Championship
Michael Brennan hat die Wyndham Championship gewonnen und sich damit im letzten Turnier der regulären PGA-Tour-Saison doch noch für die FedExCup-Play-offs qualifiziert. Der 24-jährige US-Amerikaner spielte am Finaltag eine 64 (−6) und setzte sich mit insgesamt 22 Schlägen unter Par gegen Beau Hossler durch. Damit stellte er gleichzeitig den Turnierrekord des Sedgefield Country Clubs ein.
Brennan war mit einem Schlag Rückstand auf Hossler in die Schlussrunde gestartet. Ab der vierten Bahn legte er jedoch eine beeindruckende Serie hin: Fünf Birdies in Folge, allesamt aus weniger als acht Fuß, drehten das Duell komplett. Als Hossler an der neunten Bahn ein Bogey kassierte, hatte Brennan zur Halbzeit bereits drei Schläge Vorsprung.
Diesen ließ sich der 24-Jährige auf den Back Nine nicht mehr nehmen. Mit einem weiteren Birdie auf der 18 sicherte er sich seinen zweiten PGA-Tour-Titel innerhalb von zwei Jahren und sorgte damit für eine bemerkenswerte Wende in seiner Saison.
„Ich möchte einfach noch nicht aufhören, Golf zu spielen”, sagte Brennan. „Ich hatte in den vergangenen Wochen ein paar schwierige Sonntage. Abgesehen davon habe ich eigentlich sehr solide gespielt. Das ist jetzt meine sechste Woche in Folge. Ich bin vollkommen zufrieden damit, nächste Woche auf dem letzten Tropfen weiterzuspielen.“
Noch vor dem Turnier hatte Brennan Platz 105 der FedExCup-Wertung belegt. Nach seinem Sieg katapultierte er sich auf Rang 47 und sicherte sich damit souverän die Teilnahme an den Playoffs. Das erste von drei Playoff-Turnieren, die FedEx St. Jude Championship, beginnt am Donnerstag in Memphis.
„Es ist einfach großartig, wieder die Gelegenheit zu haben, gegen einige der besten Spieler der Welt anzutreten. Ich wollte nicht nach Hause fahren und auf der Couch sitzen, wo ich doch gerade so gut Golf spiele.“
Michael Brennan
Bereits im vergangenen Herbst sorgte Brennan für Aufsehen, als er die Bank of Utah Championship gewann und damit den direkten Sprung von der PGA TOUR Americas auf die PGA Tour schaffte. In diesem Jahr feierte er zudem sein Debüt beim Masters. Nun darf er sich auf einen weiteren Höhepunkt freuen: Nach seinem Sieg auf dem 18. Grün erinnerte ihn seine Mutter daran, dass er sich mit diesem Erfolg auch die Teilnahme am Masters 2027 gesichert hat.
„Daran hatte ich in diesem Moment überhaupt nicht gedacht“, erzählte Brennan.
Auch Jackson Koivun, der im Juni nach seinem College-Abschluss bei Auburn Profi geworden war, schaffte den Sprung in die Playoffs denkbar knapp. Der 21-Jährige, der vor zwei Wochen die 3M Open gewonnen hatte, belegte in der FedExCup-Wertung Rang 70, musste nach einer 71 zum Abschluss allerdings noch zittern, da ihn Matt Wallace und Davis Thompson theoretisch noch aus den Top 70 verdrängen konnten.
Koivun behielt die Nerven und spielte die 18 mit einem sicheren Drive und einem problemlosen Par zu Ende. „Es ist eine andere Art von Nervosität, wenn du weißt, dass dein Spiel heute nicht besonders gut ist und du trotzdem bestimmte Schläge ausführen musst”, erklärte er. „Das hat bei mir heute Emotionen ausgelöst. Wenn man gut spielt, fühlt man sich schnell wohl. Heute war es ein ganz anderes Gefühl.“
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T72 Matti Schmid (GER)
Ladies European Tour: PIF London Championship
Die erst 17-jährige Anna Huang hat die PIF London Championship im englischen Centurion Club gewonnen und damit ihren vierten Titel auf der Ladies European Tour (LET) innerhalb von nur elf Monaten erzielt. Mit zwei Schlägen Vorsprung setzte sich die Kanadierin vor der englischen Lokalmatadorin Charley Hull durch und schrieb Geschichte: Mit 17 Jahren, neun Monaten und zehn Tagen ist Huang die jüngste Spielerin, der vier LET-Titel gelangen. Den bisherigen Rekord hielt Lydia Ko mit 18 Jahren, vier Monaten und 20 Tagen.
Huang, die das Turnier von der ersten Runde an angeführt hatte, ging mit drei Schlägen Vorsprung in den Finaltag. Zwei Birdies an der sechsten und achten Bahn bauten ihre Führung zunächst weiter aus, ehe ein Bogey an der neunten Bahn den Vorsprung schmelzen ließ. Mit einem weiteren Birdie an der 15 blieb die Kanadierin vorne, ehe sie an der 16. Bahn ins Wasser schlug und nur mit einem nervenstarken Bogey davonkam. Hull nutzte die Gelegenheit und übernahm nach einem Birdie erstmals die Führung.
Doch das Finale kippte erneut. Hull benötigte an der 17 gleich vier Putts und kassierte ein Doppelbogey. Damit war Huang wieder vorne und sorgte am letzten Loch endgültig für die Entscheidung. Nach einem starken zweiten Schlag versenkte sie ihren Eagle-Putt und gewann mit insgesamt 22 Schlägen unter Par.
„Das war wahrscheinlich die aufregendste Runde Golf meines Lebens. Das war verrückt, mir fehlen die Worte“, sagte Huang. „Ich wusste, dass die letzten drei Löcher nicht einfach werden würden. Ich habe versucht, mich auf jeden einzelnen Schlag zu konzentrieren, denn beim Golf kann alles passieren.“
Der vierte LET-Titel der Kanadierin ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. Ihren ersten Sieg feierte sie bei der La Sella Open 2025, kurz darauf gewann sie die Lacoste Ladies Open de France. Im Mai folgte bei der Lalla Meryem Cup der dritte Triumph, nun kam der Sieg in London hinzu.
„Vor einem Jahr war ich an einem sehr schwierigen Punkt in meinem Leben und Golf hat mir keinen Spaß gemacht. Ich hatte mit vielen Gedanken zu kämpfen. Mit der Hilfe meiner Familie und all meiner Unterstützer konnte ich mich wieder aufrichten und diese Phase überwinden”, erklärte Huang.
Dabei orientiert sie sich an den größten Namen des Frauengolfs. „Ich habe Lydia Ko schon immer bewundert, sie war mein Idol. Es gibt so viel an ihrem Spiel zu bewundern, vor allem ihre Ruhe und Gelassenheit. Jeeno Thitikul ist der größte aufstrebende Star unserer Generation. Teil dieser kleinen Gruppe zu sein, ist etwas Besonderes.“
Trotz des dramatischen Finales blieb Hull der zweite Platz. Die Engländerin kam mit einer 69 (-4) auf insgesamt 20 unter Par und beendete das Turnier mit sechs Birdies und dem entscheidenden Doppelbogey an der 17.
Den dritten Platz sicherte sich Shannon Tan. Die Spielerin aus Singapur spielte mit einer 64 (–9) die beste Runde des Tages und kam auf 17 unter Par. Besonders stark präsentierte sie sich auf den Par-5-Löchern, an denen ihr zwei Eagles gelangen.
Patty Tavatanakit aus Thailand wurde mit 15 Schlägen unter Par Vierte, Kelsey Bennett aus Australien folgte mit einem Schlag mehr auf Rang fünf. Alice Hewson und Luna Sobron Galmes teilten sich mit zwölf unter Par Platz sechs. Die Österreicherin Emma Spitz und die Waliserin Lydia Hall teilten sich den achten Rang.
In der LET Order of Merit führt weiterhin die Südafrikanerin Cassandra Alexander mit 1899,98 Punkten. Durch ihren Sieg machte Huang einen großen Sprung und liegt nun mit 1.645,70 Zählern auf Rang zwei.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T8 Emma Spitz (AUT)
T10 Olivia Cowan (GER)
HotelPlanner Tour: Scottish Challenge
Christofer Blomstrand hat die Scottish Challenge supported by The R&A gewonnen und damit seinen zweiten Titel auf der HotelPlanner Tour gefeiert. Der Schwede setzte sich im Schloss Roxburghe Golf Club mit 19 Schlägen unter Par und zwei Schlägen Vorsprung vor seinem Landsmann Adam Wallin durch. Grundlage für den Erfolg war eine herausragende 61 (-10) in der zweiten Runde.
Blomstrand ging mit zwei Schlägen Vorsprung in den Finaltag und erwischte mit zwei Birdies einen perfekten Start. An der achten und neunten Bahn legte der 34-Jährige nach und ging mit einer 31 auf den ersten neun Löchern auf 20 unter Par. Nach einem weiteren Birdie an der elften Bahn schien der Sieg bei vier Schlägen Vorsprung bereits sicher, doch zwei Bogeys an der 15. und 16. Bahn sorgten noch einmal für Spannung. Mit zwei Pars auf den letzten beiden Löchern brachte Blomstrand den Titel schließlich ins Ziel.
„Es war eine fantastische Woche für mich. Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich über das gesamte Wochenende gespielt habe”, sagte Blomstrand. „Mein Eisenspiel war diese Woche besonders wichtig. Der Platz ist vom Tee aus ziemlich breit, aber meine Eisen und mein kurzes Spiel waren entscheidend.“
Besonders nervös wurde der Schwede auf den Schlusslöchern, als sein Freund Adam Wallin im Clubhaus bereits ein Ergebnis von 17 unter Par vorgelegt hatte. „Ich habe gesehen, dass mein Freund Adam Wallin sehr gut spielt. Auf den letzten fünf Löchern habe ich ständig an sein Ergebnis gedacht. Meine Hände haben gezittert“, erklärte Blomstrand.
Nach einer starken 62 am Finaltag blieb für Wallin der zweite Platz. Der Schwede hatte zwischenzeitlich die Führung im Clubhaus übernommen, verpasste aber seinen ersten Titel auf der HotelPlanner Tour. Einen Schlag hinter ihm teilten sich der Engländer David Horsey, der US-Amerikaner John Vogelpohl und der Spanier Javier Barcos Garbayo den dritten Platz.
Durch seinen zweiten Saisonsieg machte Blomstrand einen großen Sprung in der „Road to Mallorca”. Der 34-Jährige kletterte um 22 Positionen auf Rang fünf und hat damit beste Chancen auf den Aufstieg zur DP World Tour. „Es bedeutet mir sehr viel. Es stehen noch acht oder neun Turniere aus, aber ich bin jetzt in einer sehr guten Position. Wir werden sehen, wo wir am Ende landen”, sagte Blomstrand.
An der Spitze der Saisonwertung bleibt Südafrikas MJ Daffue vor dem Spanier Pablo Errón und dem Dänen Hamish Brown. Julien Sale folgt auf Rang vier, während Wallin nach seinem zweiten Platz auf Position sechs vorrückt.
Die HotelPlanner Tour zieht nun weiter nach Irland. Vom 13. bis 16. August steht im Killeen Castle die Irish Challenge auf dem Programm.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T8 Hurly Long (GER)
LIV Golf: New York
Joaquín Niemann hat bei LIV Golf New York seinen neunten Titel gefeiert und damit seinen eigenen Siegesrekord in der Liga weiter ausgebaut. Der Kapitän von Torque GC setzte sich im Trump National Bedminster mit 16 Schlägen unter Par und drei Schlägen Vorsprung durch. Jon Rahm sicherte sich derweil zum dritten Mal in Folge die Gesamtwertung der Einzelspieler, während Bryson DeChambeaus Crushers GC den Teamtitel gewannen.
Niemann ging mit zwei Schlägen Vorsprung in die Finalrunde, musste die Führung auf den ersten zwölf Löchern jedoch zeitweise mit Harold Varner III teilen. Als Varner an der 12 bogeyte, antwortete Niemann an der 13 mit einem spektakulären Birdie aus rund 17 Metern. Am Par 5 der 15. Spielbahn folgte der entscheidende Schlag: Sein zweiter Schlag landete rund acht Meter vom Loch entfernt und den anschließenden Eagle-Putt versenkte der Chilene, wodurch er sich entscheidend absetzen konnte.
„Es ist ein großartiges Gefühl, gerade wenn man bedenkt, wie schwierig dieser Platz ist“, sagte der 27-Jährige, der zum zweiten Mal in seinen letzten vier Starts gewann. Für Niemann war es bereits der fünfte Wire-to-Wire-Sieg der laufenden Saison.
Die Crushers GC sicherten sich unterdessen ihren insgesamt elften Titel in der regulären LIV-Golf-Saison und sind damit das erfolgreichste Team der Ligageschichte. Dabei war der Sieg alles andere als selbstverständlich: Nach einer Auftaktrunde von elf über Par lagen die Crushers zunächst nur auf Rang elf. Im Verlauf des Turniers arbeitete sich das Team jedoch kontinuierlich nach vorne und profitierte vor allem von seiner starken Tiefe.
Mit sechs unter Par und Rang sechs war Paul Casey der beste Crushers-Spieler. Am Finaltag steuerte er eine 68 (-3) bei. Anirban Lahiri belegte mit einem Schlag über Par Rang 17, Charles Howell III wurde mit vier Schlägen über Par geteilter 28., während DeChambeau selbst lediglich Rang 38 erreichte.
„Wenn es Sonntagnachmittag ist und wir eine Chance haben, dann geht bei uns alles nach oben. Wir wollen wirklich unbedingt gewinnen”, sagte Lahiri.
Für Jon Rahm gab es trotz einer enttäuschenden Finalrunde Grund zum Feiern. Der Kapitän von Legion XIII sicherte sich mit 944,54 Punkten bereits vor dem letzten Saisonturnier seinen dritten Titel in Folge in der LIV-Golf-Einzelwertung. Sein Vorsprung auf DeChambeau beträgt 218,34 Punkte, wobei beim Saisonfinale maximal 200 Punkte vergeben werden.
Rahm erlebte in Bedminster allerdings ein ungewöhnlich schwaches Turnier. Eine 76 (+5) zum Abschluss ließ ihn auf dem geteilten 41. Rang landen – sein schlechtestes Ergebnis in bislang 36 absolvierten LIV-Golf-Starts.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T52 Martin Kaymer (GER)
Weitere Turniere:
Korn Ferry Tour: Pinnacle Bank Championship
The Club at Indian Creek, Nebraska, 6. bis 9. August
Sieger: Frankie Harris (USA)
T12 Thomas Rosenmüller (GER)
Legends Tour: Staysure PGA Seniors Championship
Trump International Golf Links, Schottland, 6. bis 9. August
Sieger: Darren Fichardt (RSA)
T15 Thomas Gögele (GER)
LET Access Series: CSK Steel Women’s Open
Himmerland, Dänemark, 5. bis 7. August
Siegerin: Moa Svedenskiold (SWE)
T2 Lena Geier (GER)
Epson Tour: Smoky Mountain Championship
Green Meadow Country Club, Tennessee, 6. bis 8. August
Siegerin: Mirabel Ting (MAS)
T55 Christin Eisenbeiss (GER)
Sunshine Tour: SunBet Challenge Times Square Casino
Wingate Park Country Club, Südafrika, 5. bis 7. August
Sieger: Luke Brown (RSA)
T46 Allen John (GER)

