Austrian Alpine Open: Was ein Golfturnier bringt

Die Austrian Alpine Open zeigen, wie sich ein Golfturnier dieses Formats auf Tourismus, Wirtschaft und internationale Wahrnehmung messbar auswirkt.

Wenn diese Woche endlich auf dem Golfplatz Kitzbühel-Schwarzsee-Reith abgeschlagen wird, richtet sich der Blick zunächst auf das Sportliche. Doch die Austrian Alpine Open presented by Kitzbühel-Tirol sind mehr als ein Event im Kalender der DP World Tour. Hinter dem Turnier verbirgt sich ein wirtschaftliches Gesamtbild, das den Standort Kitzbühel und den lokalen Tourismus deutlich prägt.

Ein Turnier mit Substanz

Mit einem Budget von über 5,5 Millionen Euro zählt die Veranstaltung zu den bedeutenderen Sportevents des österreichischen Frühjahrs. Auffällig ist die Struktur der Finanzierung: Mehr als 80 Prozent der Einnahmen stammen aus privaten Sponsorengeldern und dem Ticketverkauf. Öffentliche Mittel spielen damit eine deutlich geringere Rolle als bei vergleichbaren Großveranstaltungen.

Das Turnier selbst findet von 28. bis 31. Mai 2026 statt. Der Golfplatz wurde im Vorfeld umfassend angepasst, sowohl infrastrukturell als auch im Layout. Ziel war es, die Anforderungen der DP World Tour zu erfüllen und gleichzeitig die Qualität des Zuschauererlebnisses zu erhöhen.

Der Golfplatz Kitzbühel-Schwarzsee-Reith.

Zusätzliche Nächte, zusätzliche Umsätze

Die wirtschaftlichen Effekte lassen sich konkret beziffern. Eine Studie der Ennemoser Wirtschaftsberatung geht von rund 36.000 zusätzlichen Nächtigungen im Zusammenhang mit dem Event aus. Für Hotellerie und Gastronomie ergibt sich daraus ein zusätzlicher Umsatz von etwa 7,8 Millionen Euro. Tagesgäste tragen weitere 1,7 Millionen Euro bei.

Ein Teil dieser Nachfrage entsteht unmittelbar durch das Turnier selbst. Spieler, Caddies, TV-Teams sowie Organisations- und Turnierpersonal bringen rund 1000 Personen nach Kitzbühel, die jeweils mehrere Tage vor Ort bleiben. Daraus resultieren mehr als 5500 Nächtigungen, die direkt auf die Veranstaltung zurückzuführen sind.

Wertschöpfung und Steuern

Insgesamt wird die inländische Wertschöpfung mit knapp elf Millionen Euro beziffert. Das daraus resultierende Steueraufkommen liegt laut Studie bei rund acht Millionen Euro. Einen relevanten Anteil daran hat die Quellensteuer auf das Preisgeld von rund 2,5 Millionen Euro, die etwa 440.000 Euro ausmacht.

Hinzu kommt der mediale Gegenwert. Die internationale Berichterstattung über das Turnier wird mit rund 55 Millionen Euro bewertet. Für den Standort Tirol bedeutet das eine Sichtbarkeit, die weit über die eigentliche Veranstaltungsdauer hinausgeht.

Golf als Reisemotiv

Die Zahlen passen zu einem Markt, der seit Jahren stabil wächst. Weltweit spielen rund 67 Millionen Menschen Golf. Ein erheblicher Teil dieser Zielgruppe reist regelmäßig mit klarem Fokus auf den Sport. Etwa 30 Prozent unternehmen jährlich zumindest einen reinen Golfurlaub.

Dabei zeigt sich auch ein Unterschied im Ausgabeverhalten. Golfreisende bleiben im Schnitt rund vier Tage und geben durchschnittlich etwa 1.600 Euro pro Aufenthalt aus. Damit liegen sie deutlich über dem Niveau klassischer Sommergäste. Gleichzeitig integriert etwa die Hälfte aller Golfer zumindest eine Runde in den Urlaub, auch ohne reinen Golf-Fokus.

Für Destinationen wie Kitzbühel ergibt sich daraus ein struktureller Vorteil. Golf erweitert die Saison, spricht eine klar definierte Zielgruppe an und schafft zusätzliche Nachfrage außerhalb klassischer Spitzenzeiten.

Sportliche Relevanz als Treiber

Die wirtschaftliche Wirkung hängt eng mit der sportlichen Qualität zusammen. Für 2026 hat bereits ein breites Teilnehmerfeld zugesagt. Mit Sepp Straka steht Österreichs aktuell erfolgreichster Golfer im Fokus. Dazu kommen Bernd Wiesberger und der Tiroler Lokalmatador Maximilian Steinlechner – neben einigen anderen Österreichern, die sich vor heimischem Publikum in Szene setzen wollen.

Auch aus internationaler Sicht ist das Feld klar positioniert. Nicolai von Dellingshausen kehrt als Titelverteidiger zurück, seine deutschen Landsmänner Freddy Schott und Marcel Siem sind ebenfalls starke Publikumsmagneten und immer für einen Titel gut. Die Ausrichtung auf den deutschsprachigen Raum ist, nur knapp 1 Stunde von München entfernt, strategisch sinnvoll.

Privat getragen, breit wirksam

Die Austrian Alpine Open gehen einen Weg, der im österreichischen Sport die Ausnahme ist. Ein Großteil der Finanzierung erfolgt privat, während die wirtschaftlichen Effekte in der Region breit ankommen. Tourismus, Gastronomie, Handel und öffentliche Hand profitieren gleichermaßen von der zusätzlichen Nachfrage.

Turnierorganisator Edwin Weindorfer verweist in diesem Zusammenhang auf die Rolle der Partner: Ohne Sponsoren wäre das Turnier in dieser Form nicht umsetzbar. Gleichzeitig entsteht durch ihre Beteiligung ein Event, das über den Sport hinaus Wirkung entfaltet.

Ein klarer Zusammenhang

Die Austrian Alpine Open machen sichtbar, wie eng Sport und Tourismus miteinander verbunden sind. Das Turnier bringt internationale Aufmerksamkeit, zusätzliche Gäste und messbare wirtschaftliche Effekte. Für Kitzbühel ist es damit nicht nur ein sportlicher Termin, sondern ein wichtiger Baustein der Positionierung als ganzjährige Urlaubsdestination.

Austrian Alpine Open 2026 presented by Kitzbühel – Tirol

Turniertermin: 28. bis 31. Mai 2026
ProAm: 27. Mai 2026
Location: Golfplatz Kitzbühel-Schwarzsee-Reith | Tirol
Tour: DP World Tour
Preisgeld: 2,75 Millionen Dollar
www.austrianalpineopen.com

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Das Logo der Austrian Alpine Open 2026.


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Martin Angerer
Martin Angerer
Martin Angerer ist Chefredakteur bei Perfect Eagle Golf & Head of Digital Media.

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