Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
Major: US Senior Open Championship
Padraig Harrington hat seinen Titel bei der U.S. Senior Open erfolgreich verteidigt und sich zum dritten Mal die prestigetrรคchtige Trophรคe des Senioren-Majors gesichert. Der Ire setzte sich im Scioto Country Club mit einer abschlieรenden 66er-Runde und vier Schlรคgen Vorsprung durch.
Anders als bei seinen beiden bisherigen Erfolgen, die jeweils erst auf dem letzten Loch entschieden worden waren, lieร der 54-Jรคhrige diesmal keine Spannung aufkommen. Mit Birdies auf den ersten beiden Bahnen รผbernahm Harrington frรผh die Kontrolle und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Am Ende stand ein Gesamtergebnis von zwรถlf unter Par.
โIch mag es, Rekorde aufzustellen. Teil davon zu sein, bedeutet mir sehr viel, denn es zeigt, wie schwer das istโ, sagte Harrington nach seinem vierten Senior-Major-Titel. Gleichzeitig ist sich der dreimalige Major-Sieger der regulรคren Tour bewusst, dass die Zeit auf der PGA Tour Champions begrenzt ist: โMan hat nur ein bestimmtes Zeitfenster, um diese Turniere zu gewinnen. Danach wird es mit den jรผngeren Spielern immer schwieriger.โ
Mit seinem dritten Triumph zieht Harrington mit Miller Barber als erfolgreichster Spieler der Turniergeschichte gleich. Zudem ist er nach Barber, Gary Player und Allen Doyle erst der vierte Golfer, der seinen Titel bei der U.S. Senior Open erfolgreich verteidigen konnte. Es war sein zwรถlfter Sieg auf der PGA Tour Champions und der erste seit dem Gewinn der Senior Open im vergangenen Juli.
โSie haben mir und anderen Spielern gesagt, dass es bis etwa 56โ57 geht und dann schnell bergab geht.โ
Padraig Harrington
Stewart Cink, der mit einem Schlag Vorsprung in die Finalrunde gestartet war, verlor bereits auf den ersten Lรถchern die Fรผhrung. Wรคhrend Harrington mit einem Birdie auf der ersten Bahn sofort gleichzog und auf der zweiten nach einem Schlag bis auf knapp einen Meter zur Fahne erneut ein Birdie erzielte, kassierte Cink dort bereits sein zweites Bogey des Tages.
Zwar verkรผrzte Cink den Rรผckstand zwischenzeitlich, doch die Vorentscheidung fiel auf der achten Bahn. Wรคhrend Harrington einen Birdie-Putt aus rund neun Metern versenkte und seinen Vorsprung weiter ausbaute, landete Cinks Abschlag nach mehreren harten Aufsetzern im Wasserhindernis.
โDas war ein echter Nackenschlagโ, sagte Cink. โIch hatte endlich einen guten Abschlag getroffen, dann springt der Ball ins Wasser โ und Padraig locht den langen Birdie-Putt. Rรผckblickend war das wohl der entscheidende Moment.โ
Mit einer 71 belegte Cink wie im Vorjahr den zweiten Platz mit acht Schlรคgen unter Par. George McNeill wurde Dritter vor Ian Poulter. Retief Goosen, Jamie Donaldson und Paul Stankowski teilten sich Rang fรผnf.
Harrington konnte die Schlusslรถcher ohne groรes Risiko angehen. โIch wusste, dass ich einen komfortablen Vorsprung hatte. Dadurch konnte ich auf die sicheren Bereiche der Grรผns spielen und den Druck herausnehmen. Ich habe auf den letzten Lรถchern einige richtig gute Schlรคge gemacht und mir den Sieg verdientโ, sagte der Champion.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T14 Alex Cejka (GER)
DP World Tour: BMW International Open
Was fรผr ein Finale in Mรผnchen! Michael Hollick sicherte sich mit einem Eagle auf der Schlussbahn seinen ersten Titel auf der DP World Tour. Der 39-jรคhrige Sรผdafrikaner setzte sich bei der BMW International Open im Golfclub Mรผnchen Eichenried mit 18 unter Par einen Schlag vor seinem Landsmann Hennie du Plessis durch.
Noch zwei Lรถcher vor Schluss lag Hollick drei Schlรคge hinter dem Fรผhrenden. Doch wรคhrend du Plessis auf der 17 ein Bogey hinnehmen musste und die 18 nur mit Par spielte, schlug Hollick zurรผck. Nach einem Birdie an der 17 riskierte er auf der Schlussbahn alles, wรคhlte eine mutige Linie vom Tee und brachte seinen zweiten Schlag bis auf rund sechs Meter an die Fahne. Den Eagle-Putt verwandelte er anschlieรend zum viel umjubelten Sieg.
Mit einer 67er-Schlussrunde, die neben einem Eagle sechs Birdies und drei Bogeys beinhaltete, feierte der Rookie seinen ersten Erfolg auf der DP World Tour. Du Plessis musste sich trotz einer starken 66 erneut mit Rang zwei begnรผgen und wartet damit weiterhin auf seinen Premierensieg auf Europas hรถchster Tour.
Das Titelrennen entwickelte sich รผber weite Strecken zu einem packenden Duell der beiden Sรผdafrikaner. Nach frรผhen Bogeys von Hollick und dem ebenfalls aussichtsreichen Bernd Wiesberger nutzte du Plessis seine Chance und รผbernahm mit einem Birdie auf der zweiten Bahn erstmals die Fรผhrung.
Hollick antwortete jedoch eindrucksvoll. Mit Birdies auf den Lรถchern sechs, sieben und acht setzte er sich zunรคchst allein an die Spitze. Du Plessis konterte auf den Back Nine immer wieder, รผbernahm mit Birdies auf den Bahnen elf und 13 erneut die Fรผhrung und verschaffte sich mit weiteren Schlaggewinnen auf den Lรถchern 14 und 15 scheinbar eine komfortable Drei-Schlรคge-Fรผhrung.
Doch der 39-Jรคhrige lieร sich nicht abschรผtteln. Nach seinem Bogey auf der 16 verkรผrzte Hollick mit einem Birdie auf der 17 wieder auf einen Schlag. Als Du Plessis die 18 lediglich mit Par beendete, bot sich Hollick auf der Schlussbahn noch eine letzte Chance โ und die nutzte er spektakulรคr.
Bernd Wiesberger belegte mit 14 unter Par Rang drei. Oihan Guillamoundeguy und Carlos Ortiz teilten sich Platz vier. Lokalmatador Thomas Rosenmรผller sorgte mit einem Eagle auf der 18 schlieรlich fรผr Rang sechs. Ashun Wu und Joaquรญn Niemann beendeten das Turnier gemeinsam auf dem siebten Platz.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
3 Bernd Wiesberger (AUT)
6 Thomas Rosenmรผller (GER)
T16 Freddy Schott (GER)
Ladies European Tour: Hulencourt Women’s Open
Carolina Chacarra hat bei den Hulencourt Womenโs Open ihren ersten Titel auf der Ladies European Tour gewonnen. Die Spanierin setzte sich in Belgien mit einer abschlieรenden 68er-Runde und insgesamt zwรถlf Schlรคgen unter Par souverรคn mit drei Schlรคgen Vorsprung durch. Fรผr die 21-Jรคhrige war es erst der dritte Start auf der LET. Sie ist zugleich die erste Rookie-Siegerin der Saison 2026.
Mit zwei Schlรคgen Rรผckstand auf die Spitzenreiterin Kelsey Bennett war Chacarra in die Schlussrunde gestartet. Dank einer fehlerfreien Runde mit vier Birdies รผbernahm sie jedoch frรผh die Kontrolle und lieร sich den Sieg nicht mehr nehmen.
โDer Tag lief groรartig. Keine Bogeys, einige schรถne Birdies โ einfach alles hat gepasstโ, sagte Chacarra. Besonders auf den letzten Bahnen habe sie die Nervositรคt gespรผrt: โAuf den letzten drei Lรถchern hatte ich definitiv Adrenalin. Mein Ziel war eigentlich nur, die Woche zu genieรen und mich fรผr die Scottish Open zu qualifizieren. Dass ich jetzt sogar gewonnen habe, ist unglaublich.โ
Durch diesen Erfolg qualifiziert sich die Spanierin automatisch sowohl fรผr die ISPS Handa Womenโs Scottish Open als auch fรผr die AIG Womenโs Open. In der Rookie-Wertung der LET verbessert sie sich auรerdem auf Rang zwei hinter der Amerikanerin Anna Morgan.
Damit setzt sich fรผr die Familie Chacarra eine auรergewรถhnliche Erfolgsserie fort. Erst wenige Wochen zuvor hatte ihr Bruder Eugenio Chacarra sowohl die KLM Open als auch die Italian Open auf der DP World Tour gewonnen. โMein Bruder ist eine groรe Inspiration fรผr mich. Seine Siege haben mir zusรคtzlichen Antrieb gegeben, selbst erfolgreich zu seinโ, erklรคrte die Siegerin.
Den Grundstein dafรผr legte Chacarra mit Birdies auf den Lรถchern zwei und fรผnf, wรคhrend Bennett auf der vierten Bahn ein Bogey notieren musste. Auf den Back Nine baute die Spanierin ihren Vorsprung mit einem weiteren Birdie an der 13 aus. Zwar verkรผrzte Bennett nach einem spektakulรคren Chip-in auf der 16 noch einmal auf einen Schlag, doch Chacarra antwortete umgehend mit einem entscheidenden Birdie auf der 17 und brachte den Sieg anschlieรend sicher ins Clubhaus.
Bennett musste sich nach einer 73er-Schlussrunde erneut mit Rang zwei begnรผgen. Bereits beim Lalla Meryem Cup war die Australierin knapp an Anna Huang gescheitert.
Den dritten Platz belegte die Inderin Aditi Ashok mit sieben Schlรคgen unter Par. Die zweimalige Olympiateilnehmerin nutzte das Turnier als Vorbereitung auf die kommende Amundi Evian Championship und sammelte mit ihrem Top-Ergebnis zusรคtzliches Selbstvertrauen. Rang vier teilten sich die Schweizerin Morgane Metraux und die Englรคnderin Bronte Law.
In der Order of Merit fรผhrt weiterhin Casandra Alexander aus Sรผdafrika vor Agathe Laisne aus Frankreich. Bennett behauptet Rang drei, wรคhrend Chacarra dank ihres Premierensiegs bis auf Platz 24 nach vorne springt.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T4 Morgane Metraux (SUI)
T12 Emma Spitz (AUT)
PGA Tour: John Deere Classic
Chris Gotterup hat die John Deere Classic mit einer furiosen Schlussrunde fรผr sich entschieden. Der Amerikaner spielte am Sonntag eine 62 (-9), holte einen Fรผnf-Schlรคge-Rรผckstand auf und sicherte sich mit insgesamt 20 unter Par seinen vierten Sieg auf der PGA Tour innerhalb der vergangenen zwรถlf Monate.
Der 25-Jรคhrige profitierte dabei auch vom dramatischen Finish seines รคrgsten Verfolgers, Ben Kohles. Dieser lag nach einem Birdie auf der 16. Bahn gleichauf mit Gotterup. Er setzte seinen Annรคherungsschlag auf der 18 jedoch ins Wasser, musste nach einem Doppel-Bogey alle Siegchancen begraben und wurde geteilter Dritter.
โIch mag dieses Turnier einfach. Die Verantwortlichen waren immer groรartig zu mirโ, sagte Gotterup, der bereits 2022 eine Sponsoreneinladung fรผr das Turnier erhalten hatte. Besonders emotional war der Erfolg, weil sein Bruder Patrick erstmals als Caddie an seiner Seite stand. โMit Patrick hier zu gewinnen, ist einfach unglaublich.โ
Nach seinem Birdie auf der 17 musste Gotterup auf der Driving Range abwarten, ob sein Ergebnis reichen wรผrde. Als Kohles schlieรlich patzte, flossen beim neuen Champion die Trรคnen.
Fรผr Kohles setzte sich dagegen eine bittere Serie fort. Bereits 2024 hatte er beim Byron Nelson nach einem Fehler auf dem Schlussloch einen mรถglichen Sieg aus der Hand gegeben. โIch war zwischen Eisen acht und neun. Ich wollte einen kontrollierten Schlag spielen, habe ihn aber etwas verzogen โ und dann landete der Ball im Wasser. Es ist ein harter Weg, ein Turnier zu beendenโ, sagte der 35-Jรคhrige.
Mit vier Birdies auf den letzten neun Lรถchern spielte sich Max Homa mit einer 64 noch auf den alleinigen zweiten Platz. Fรผr den ehemaligen Ryder-Cup-Spieler war dies das beste Ergebnis auf der PGA Tour seit mehr als drei Jahren und ein wichtiger Schritt zurรผck in Richtung FedExCup-Playoffs.
Lucas Glover und Lee Hodges, die als Co-Fรผhrende in die Schlussrunde gestartet waren, mussten sich nach jeweils 69 Schlรคgen mit dem geteilten dritten Platz zufriedengeben.
Den Grundstein fรผr seinen Triumph legte Gotterup bereits frรผh. Vier Birdies auf den ersten fรผnf Bahnen brachten ihn schnell zurรผck ins Titelrennen. Das entscheidende Birdie gelang ihm schlieรlich auf der 17 aus knapp fรผnf Metern.
Mit seinem dritten Einzelsieg dieser Saison verbessert sich Gotterup auf Rang sieben der Weltrangliste. Bereits in der kommenden Woche kehrt er zu den Genesis Scottish Open zurรผck, um seinen Titel zu verteidigen. Dort hatte vor einem Jahr seine beeindruckende Erfolgsserie begonnen, die ihn inzwischen zu den besten Spielern der Welt gemacht hat.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T15 Stephan Jรคger (GER)
Weitere Turniere:
HotelPlanner Tour: Le Vaudreuil Golf Challenge
Golf PGA France du Vaudreuil, Frankreich, 2. bis 5. Juli
Sieger: Julien Sale (FRA)
T14 Marc Hammer (GER)
LET Access Series: Swedish Strokeplay
Golf Uppsala Soderby, Schweden, 1. bis 3. Juli
Siegerin: Silje Torvund Ohma (NOR)
T3 Theresa De Bochdanovits (GER)

