Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
LPGA Tour: US Women’s Open
Nelly Korda hat sich ihren grรถรten Traum erfรผllt und zum ersten Mal die U.S. Women’s Open gewonnen. Nach einer kรคmpferischen Woche setzte sich die Weltranglistenerste im traditionsreichen Riviera Country Club durch und krรถnte sich mit ihrem vierten Major-Titel endgรผltig zur dominierenden Spielerin ihrer Generation.
Dabei begann das Turnier alles andere als ideal. Eine 73 (+2) zum Auftakt brachte Korda zunรคchst in Bedrรคngnis und lieร sie sogar in die Nรคhe der Cutlinie rutschen. Doch die 27-Jรคhrige zeigte eindrucksvoll ihre Klasse: Mit Runden von 67 und 67 kรคmpfte sie sich zurรผck ins Titelrennen und ging als ernsthafte Anwรคrterin in den Finaltag.
Dort entwickelte sich ein hochklassiger Schlagabtausch, in dem unter anderem In Gee Chun, Charley Hull, Sei Young Kim und Gaby Lopez versuchten, Kordas Siegeszug zu stoppen. Doch die Amerikanerin blieb nervenstark und spielte vor allem auf den Back Nine รคuรerst kontrolliert. Anstatt auf Risiko zu gehen, setzte sie konsequent auf Geduld und Prรคzision โ eine Strategie, die sich bei den anspruchsvollen Bedingungen eines Majors auszahlte.
Der Schlรผssel zum Erfolg lag weniger in spektakulรคren Schlรคgen als vielmehr in mentaler Stรคrke. Korda hielt sich strikt an ihren Plan, Schlag fรผr Schlag zu spielen und das Leaderboard weitgehend auszublenden. Diese Herangehensweise zahlte sich aus โ auch in den entscheidenden Momenten, als der Druck am grรถรten war.
โIch habe der Womenโs Open immer eine groรe Bedeutung beigemessen. Dort begann mein Traum, auf der LPGA zu spielen. Aber jedes Jahr habe ich dort nie gut gespielt.โ
Nelly Korda
Mit diesem Triumph gelingt Korda nicht nur ein persรถnlicher Meilenstein, sondern auch etwas Historisch Bemerkenswertes. Sie sichert sich ihren 19. LPGA-Titel sowie ihren vierten Major-Sieg und ist damit die erste Spielerin ihrer Generation, der dies gelingt. Zudem ist sie die erste Amerikanerin seit Jahrzehnten, die die ersten beiden Majors einer Saison gewinnt.
Der Erfolg ist auch vor dem Hintergrund ihrer bisherigen Geschichte bei diesem Turnier besonders emotional. Noch im Vorjahr hatte Korda den Sieg nur knapp verpasst und sich mit Rang zwei begnรผgen mรผssen. Diese Erfahrung erwies sich nun als entscheidender Schritt in ihrer Entwicklung: Anstatt sich vom Druck lรคhmen zu lassen, nutzte sie die Erinnerung als Motivation.
Mit dem Sieg rรผckt auch die Aufnahme in die LPGA Hall of Fame in greifbare Nรคhe. Korda fehlen nur noch wenige Punkte, um sich dauerhaft in die Geschichtsbรผcher einzutragen โ ein Ziel, das angesichts ihrer aktuellen Form nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T49 Esther Henseleit (GER)
DP World Tour: KLM Open
Mit einem nervenstarken Finish sicherte sich Eugenio Chacarra den Titel bei den KLM Open. Der Spanier entschied das spannende Finale auf dem Kurs von The International mit einem Birdie auf der 18. Spielbahn fรผr sich und gewann mit einem Schlag Vorsprung.
Lange Zeit hatte Chacarra das Geschehen unter Kontrolle, musste auf den letzten neun Lรถchern jedoch noch einmal zittern. Zwischenzeitlich schmolz sein Vorsprung, nachdem er sich auf der 12 und 16 jeweils einen Schlagverlust notieren musste und die Konkurrenz nรคher heranrรผckte. Vor allem Oliver Lindell setzte den Fรผhrenden mit einer starken Schlussphase unter Druck und zog mit einem Birdie auf der 18 zwischenzeitlich gleich.
Doch Chacarra behielt die Nerven. Mit einem prรคzisen Annรคherungsschlag auf das Schlussgrรผn โ fรผr ihn selbst einer der besten seiner Karriere โ brachte er sich in die perfekte Position. Ein sicherer Zweiputt reichte schlieรlich, um den Sieg perfekt zu machen.
Bereits zuvor hatte sich in der Finalrunde ein wechselhaftes Bild gezeigt. Die Fรผhrenden nach drei Tagen โ allen voran Sebastian Sรถderberg โ verloren frรผh an Boden, wรคhrend Spieler wie Marcus Armitage und Maximilian Steinlechner zwischenzeitlich in Fรผhrung gingen. Doch niemand konnte sich entscheidend absetzen, was auch an den schwierigen Bedingungen mit starkem Wind und anspruchsvollen Fahnenpositionen lag.
Chacarra nutzte seine Chancen in den entscheidenden Momenten besser als die Konkurrenz. Birdies auf den Lรถchern 8, 9 und 14 verschafften ihm zwischenzeitlich Luft, ehe die Schlussphase noch einmal zur Nervenprobe wurde.
Hinter dem Sieger belegte Lindell Rang zwei, wรคhrend sich Angel Ayora, Steinlechner, Sรถderberg und Joe Dean den dritten Platz teilten. Knapp dahinter landeten weitere bekannte Namen wie Danny Willett.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T3 Maximilian Steinlechner (AUT)
T21 Bernd Wiesberger (AUT)
PGA Tour: The Memorial Tournament
Beim Memorial Tournament hat J.T. Poston eine beeindruckende Comeback-Qualitรคt bewiesen und sich nach einem zwischenzeitlichen Einbruch doch noch den Titel gesichert. Der Amerikaner setzte sich im Stechen gegen Ryan Gerard durch.
Dabei sah lange alles nach einem anderen Ausgang aus. Poston ging mit einem komfortablen Vorsprung von vier Schlรคgen in die Finalrunde, verlor diesen jedoch im Laufe des Tages vollstรคndig. Nach 13 gespielten Lรถchern lag er plรถtzlich zurรผck, wรคhrend sich ein dichtes Verfolgerfeld um die Spitze bildete.
Doch genau in dieser Phase zeigte Poston seine Nervenstรคrke. Mit drei Birdies auf den letzten fรผnf Lรถchern kรคmpfte er sich zurรผck ins Turnier. Besonders entscheidend war sein prรคziser Annรคherungsschlag auf dem 18. Loch, den er aus rund 140 Metern auf etwa zwei Meter an die Fahne spielte und zum Birdie verwandelte. Damit erzwang er das Play-off.
Im Stechen behielten zunรคchst beide Spieler die Nerven, ehe Gerard auf dem zweiten Extraloch einen Fehler machte. Ein Drei-Putt kostete ihn den Sieg, wรคhrend Poston die sich bietende Chance konsequent nutzte.
Das Finale hatte sich zuvor zu einem wahren Krimi entwickelt. Zwischenzeitlich lagen mehrere Spieler in Fรผhrung oder teilten sich die Spitze, darunter Wyndham Clark, Tommy Fleetwood und Sam Burns. Keinem von ihnen gelang es jedoch, sich entscheidend abzusetzen.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T40 Sepp Straka (AUT)
HotelPlanner Tour: Swiss Challenge
Mit einer beeindruckenden Finalrunde sicherte sich Matthew Southgate seinen ersten Sieg auf der HotelPlanner Tour. Bei der Swiss Challenge dominierte der Englรคnder das Feld und gewann mit deutlichem Vorsprung.
Auf dem Platz des Golf Sempach spielte sich Southgate mit einer รผberragenden 62 (-9) am Schlusstag in einen wahren Rausch. Insgesamt kam der 37-Jรคhrige auf 23 unter Par und distanzierte die Konkurrenz um acht Schlรคge.
Dabei hatte Southgate die Grundlage fรผr seinen Erfolg frรผh gelegt. Mit einem furiosen Start und gleich mehreren Birdie-Serien setzte er sich bereits auf den ersten neun Lรถchern deutlich vom Feld ab. Zur Halbzeit der Finalrunde betrug sein Vorsprung bereits fรผnf Schlรคge โ ein Polster, das er auf den zweiten neun Lรถchern souverรคn weiter ausbaute.
Auch auf den zweiten neun Bahnen lieร der Englรคnder nichts mehr anbrennen. Weitere Birdies sorgten dafรผr, dass er seinen Vorsprung kontinuierlich vergrรถรerte und das Turnier mit zwei weiteren Unterspielungen auf den Schlusslรถchern eindrucksvoll beendete.
Den zweiten Platz teilten sich hinter Southgate unter anderem George Bloor und Tom Sloman sowie mehrere weitere Spieler โ allerdings bereits mit deutlichem Rรผckstand.
Fรผr Southgate ist der Sieg ein wichtiger Meilenstein. Nach รผber 300 Starts auf der DP World Tour und zahlreichen Top-10-Ergebnissen in der zweiten europรคischen Liga belohnt er sich endlich mit einem Titel. Gleichzeitig macht er einen groรen Sprung im Saisonranking und verbessert seine Chancen auf den Aufstieg.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T14 Marc Hammer (GER)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: American Family Insurance Championship
TPC Wisconsin, Wisconsin, 5. bis 7. Juni
Sieger: Darren Clarke (NIR) & Ben Crane (USA)
T10 Bernhard Langer (GER) & Steven Alker (NZL)
Korn Ferry Tour: BMW Charity Pro-Am
Thornblade Club, South Carolina, 4. bis 7. Juni
Sieger: Ben Kohles (USA)
T48 Jeremy Paul (GER)
PGA Tour Americas: Mexico Championship
Club de Golf La Hacienda, Mexiko, 4. bis 7. Juni
Sieger: Corey Pereira (USA)
T15 Jonas Baumgartner (GER)
LET Access Series: Montauban Ladies Open
Golf de Montauban, Frankreich, 5. bis 7. Juni
Siegerin: Lauren Holmey (FRA)
T16 Victoria Levy (SUI)
LIV Golf: Andalucia
Real Club Valderrama, Spanien, 4. bis 7. Juni
Sieger: Tyrrell Hatton (ENG)
T24 Martin Kaymer (GER)
Asian Tour: Bharath Classic
Mazagan Beach & Golf Resort, Marokko, 4. bis 7. Juni
Sieger: Charlie Lindh (SWE)
T15 Niklas Regner (AUT)

