Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour Champions: Senior PGA Championship
Stewart Cink lieferte bei der Senior PGA Championship im The Concession Golf Club eine beeindruckende Machtdemonstration ab und sicherte sich mit einem Vorsprung von sechs Schlรคgen seinen ersten Senior-Major-Titel. Mit einer รผberragenden Schlussrunde von 63 Schlรคgen (9 unter Par) stellte der 52-Jรคhrige zugleich einen neuen Platzrekord auf und krรถnte damit eine Woche, in der er dem restlichen Feld deutlich รผberlegen war.
Dabei hatte das Turnier zunรคchst noch Spannung versprochen. Mit nur einem Schlag Rรผckstand ging Cink in die Finalrunde. Doch rund um den Turn โ also an den Lรถchern sieben bis elf โ entschied er den Titelkampf zu seinen Gunsten. Ein Eagle auf der siebten Bahn leitete eine spektakulรคre Serie ein, gefolgt von zwei Birdies zum Abschluss der Front Nine. Spรคtestens als er auf Loch 11 einen langen Birdie-Putt aus rund elf Metern versenkte, war klar, dass ihm der Sieg kaum noch zu nehmen sein wรผrde. Innerhalb weniger Lรถcher spielte Cink fรผnf unter Par und zog dem Feld davon.
โDas war eine der besten Runden, die ich je als Profi gespielt habeโ, sagte Cink anschlieรend. โDer Ball wollte einfach stรคndig ins Loch.โ Besonders bemerkenswert: Noch zu Beginn der Woche hatte der Open-Champion aus 2009 mit seinem Putting gehadert, doch am Finaltag funktionierte auf den Grรผns nahezu alles.
โDas ist ein schwieriger Golfplatz, er verlangt dir alles ab: Disziplin, Prรคzision und Geduld. Deshalb bedeutet mir dieser Sieg umso mehr.โ
Stewart Cink
Wรคhrend Cink immer weiter davonzog, blieb der Konkurrenz nur noch der Kampf um Platz zwei. Ben Crane spielte bei seinem Debรผt bei diesem Major eine starke Schlussrunde von 68 und belegte allein den zweiten Platz. Der Sรผdafrikaner Keith Horne, der als Fรผhrender in den Finaltag gestartet war, konnte das Tempo nicht mitgehen und fiel unter anderem durch ein Doppelbogey auf der zwรถlften Bahn zurรผck. Dahinter teilten sich die Australier Scott Hend und Steve Allan den dritten Rang.
Mit einem Gesamtscore von 19 unter Par verpasste Cink den historischen Turnierrekord von Sam Snead aus dem Jahr 1973 nur um einen Schlag โ eine Randnotiz angesichts seiner dominanten Vorstellung. Es war sein dritter Sieg der Saison auf der PGA Tour Champions und sein vierter Triumph in seinen letzten sechs Starts. Damit unterstreicht er seine aktuell herausragende Form eindrucksvoll. Bemerkenswert ist auch seine Konstanz: In bislang 16 Runden auf der Senior Tour in dieser Saison blieb er stets unter Par.
Mit diesem Erfolg sicherte er sich nicht nur ein Preisgeld von 540.000 Dollar und die prestigetrรคchtige Alfred S. Bourne Trophy, sondern auch eine dauerhafte Spielberechtigung auf der PGA Tour Champions.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T22 Thomas Gรถgele (GER)
Ladies European Tour: Joburg Ladies Open
Bei der Joburg Ladies Open im Randpark Golf Club hat Agathe Laisnรฉ nach einem echten Nervenkrimi ihren zweiten Saisonsieg auf der Ladies European Tour gefeiert. In einem auรergewรถhnlichen Stechen รผber fรผnf Extralรถcher setzte sich die Franzรถsin gegen Kirsten Rudgeley durch und รผbernahm damit gleichzeitig die Fรผhrung in der Order of Merit.
Nach 72 Lรถchern lagen Laisnรฉ, Rudgeley und die Sรผdafrikanerin Casandra Alexander mit 19 unter Par gleichauf, sodass ein Play-off auf der 18. Bahn entscheiden musste. Bereits am ersten Extraloch musste Alexander sich verabschieden, da sie das Birdie der beiden Kontrahentinnen nicht kontern konnte. Was folgte, entwickelte sich zu einem wahren Marathon: Auf drei weiteren Playoff-Lรถchern lieferten sich Laisnรฉ und Rudgeley ein Duell auf Augenhรถhe, ohne dass eine der beiden Spielerinnen einen entscheidenden Vorteil nutzen konnte. Besonders dramatisch wurde es am dritten Extraloch, als Rudgeley eine realistische Birdie-Chance aus kurzer Distanz zum Sieg liegen lieร.
Mit Einbruch der Dunkelheit spitzte sich die Situation weiter zu. Fรผr das fรผnfte und entscheidende Play-off-Loch wurde die 18 verkรผrzt โ nun entschied ein kurzer Pitch รผber Sieg oder Niederlage. Laisnรฉ nutzte ihre Chance eiskalt, legte den Ball bis auf rund zwei Meter an die Fahne und verwandelte sicher zum Birdie. Rudgeley hatte erneut die Mรถglichkeit zu kontern, doch ihr Putt verfehlte das Loch, und der Sieg war entschieden.
โEs war so stressig!โ, sagte Laisnรฉ nach dem Triumph. โEs gab so viele Lรถcher, aber ich bin froh, dass es gut fรผr mich ausgegangen ist. Ich musste mich jedes Mal neu fokussieren. Ich wollte dieses Mal unbedingt gewinnen.โ
Bereits in der regulรคren Runde hatte sich ein spannendes Finale abgezeichnet. Laisnรฉ lag vor dem Schlusstag knapp hinter ihren Landsfrauen Camille Chevalier und Cรฉline Herbin, wรคhrend Alexander mit einer furiosen Runde โ inklusive zwei Eagles auf den ersten Lรถchern โ zwischenzeitlich davonzog. Der Wendepunkt kam auf Loch 14, als Laisnรฉ einen spektakulรคren Eagle-Putt aus rund 23 Metern lochte und sich damit zurรผck ins Titelrennen brachte. โDa wusste ich: Jetzt muss ich angreifenโ, erklรคrte sie.
Ein Gewitter sorgte fรผr zusรคtzliche Unterbrechung und Spannung. Nach der Pause verlor Alexander mit einem Bogey auf der 18 die Fรผhrung, wodurch Laisnรฉ und Rudgeley ihre Chance erhielten. Laisnรฉ nutzte diese mit einem prรคzisen Birdie auf der 17, bevor das Stechen seinen dramatischen Lauf nahm.
Mit diesem Erfolg โ ihrem zweiten innerhalb von zwei Monaten nach dem Sieg bei der Ford Womenโs NSW Open โ setzte sich Laisnรฉ an die Spitze der LET-Jahreswertung und unterstrich ihre aktuell herausragende Form.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T10 Morgane Metraux (SUI)
T13 Olivia Cowan (GER) & Vanessa Knecht (SUI)
PGA Tour: RBC Heritage
Beim RBC Heritage auf Harbour Town Golf Links hat Matt Fitzpatrick erneut Nervenstรคrke bewiesen und sich in einem dramatischen Play-off gegen die aktuelle Nummer eins der Welt, Scottie Scheffler, durchgesetzt. Fรผr den Englรคnder ist es bereits der zweite Triumph bei diesem Turnier โ und wieder musste ein Stechen entscheiden.
Die Parallelen zu seinem ersten Sieg an gleicher Stelle vor drei Jahren, als er Jordan Spieth im Play-off besiegte, waren frappierend: Auch diesmal lieferte Fitzpatrick den entscheidenden Schlag auf der 18. Bahn. Mit einem Eisen 4 aus รผber 180 Metern, der leicht verzogen, aber perfekt dosiert war, brachte er den Ball bis auf rund vier Meter zur Fahne. Den anschlieรenden Birdie-Putt verwandelte er sicher und lieร die lautstarke amerikanische Kulisse verstummen.
โEs war etwas ganz Besonderes, das so zu entscheidenโ, sagte Fitzpatrick. โIch dachte eigentlich, es wird schwer, uns auf dieser Bahn voneinander abzusetzen, aber so zu gewinnen, ist einfach speziell.โ
Dabei hatte sich das Finale erst spรคt zugespitzt. Fitzpatrick war mit einem komfortablen Vorsprung in die Schlussrunde gestartet und hatte das Geschehen lange Zeit souverรคn unter Kontrolle. Doch Scheffler kรคmpfte sich mit starken Birdies auf den letzten Lรถchern zurรผck ins Turnier und erzwang mit einer 67er-Runde das Play-off. Auch Fitzpatrick leistete sich kurz vor Schluss einen Fehler, als er nach einem missglรผckten Chip sein einziges Bogey des Tages kassierte.
Im Stechen zeigte sich dann der Unterschied: Wรคhrend Fitzpatrick sich mit einem herausragenden Schlag belohnte, unterlief Scheffler ein Fehler vom Fairway. Sein Eisen blieb deutlich zu kurz und obwohl er sich mit einem starken Chip noch eine Chance erspielte, kam es nicht mehr zum entscheidenden Putt.
โEr hat den Sieg absolut verdientโ, sagte Scheffler fair. โImmer wenn er etwas gebraucht hat, hat er geliefert.โ
Fรผr Fitzpatrick ist es nach seinem Triumph bei der Valspar Championship bereits der zweite Sieg innerhalb kurzer Zeit โ und ein weiterer Beleg fรผr seine aktuell herausragende Form. Insgesamt ist es sein vierter Titel auf der PGA Tour und der 13. weltweit. Damit erreicht er ein Karrierehoch in der Weltrangliste.
Dieser Erfolg ist fรผr Fitzpatrick auch aus persรถnlicher Sicht besonders emotional. Er verbrachte als Kind Urlaube auf Hilton Head Island und trรคumte davon, eines Tages genau dieses Turnier zu gewinnen. โDas bedeutet mir unglaublich vielโ, sagte er. โIch wollte dieses Turnier frรผher mehr gewinnen als jedes Major โ und jetzt habe ich es sogar zweimal geschafft.โ
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T42 Sepp Straka (AUT)
LPGA Tour: JM Eagle LA Championship
Bei der JM Eagle LA Championship hat Hannah Green einmal mehr ihre Comeback-Qualitรคten unter Beweis gestellt. Nach einer spektakulรคren Aufholjagd sicherte sie sich im Playoff den Titel. Damit gewann die Australierin im El Caballero Country Club bereits zum dritten Mal in den letzten vier Jahren dieses Turnier โ eine beeindruckende Dominanz.
Dabei sah lange alles nach einem anderen Ausgang aus. Noch auf der elften Bahn lag Green zwischenzeitlich sechs Schlรคge hinter der fรผhrenden Sei Young Kim zurรผck, die das Turnier scheinbar im Griff hatte โ vor allem nach einem spektakulรคren Eagle auf diesem Loch. Doch Green lieร sich nicht abschรผtteln und startete eine furiose Aufholjagd. Mit Birdies auf den Lรถchern 13 bis 16 โ inklusive einer knapp verpassten Eagle-Chance โ arbeitete sie sich Schlag fรผr Schlag zurรผck ins Titelrennen.
โIch dachte ehrlich gesagt nicht mehr, dass ich noch im Turnier binโ, gab Green spรคter zu. โAlso habe ich einfach angefangen, jede Fahne aggressiv anzugreifen โ und plรถtzlich lief es.โ
Parallel dazu hielt auch Jin Hee Im das Tempo hoch, unter anderem mit einem spektakulรคren Eagle aus groรer Distanz auf der 16. Bahn. Als Kim schlieรlich auf der 17 ein Bogey spielte, war das Feld plรถtzlich wieder komplett offen und das Trio lag nach 72 Lรถchern mit 17 Schlรคgen unter Par gleichauf.
Im Stechen auf der 18. Bahn zeigte Green dann die nรถtige Nervenstรคrke. Nach einem prรคzisen Wedge-Schlag aus rund 120 Metern lieร sie sich die Chance nicht entgehen und verwandelte einen etwa vier Meter langen Birdie-Putt zum Sieg. โDie Linie war sehr รคhnlich wie zuvor in der regulรคren Runde, das hat mir geholfenโ, erklรคrte sie und fรผgte hinzu: โEs war trotzdem kein einfacher Putt โ umso glรผcklicher bin ich, dass er gefallen ist.โ
Mit diesem Erfolg baut Green ihre starke Saison weiter aus. Es ist bereits ihr vierter Sieg weltweit im Jahr 2026, nachdem sie zuvor unter anderem die HSBC Women’s World Championship sowie die Women’s Australian Open gewinnen konnte. Insgesamt steht sie nun bei acht LPGA-Titeln in ihrer Karriere.
Sei Young Kim blieb trotz einer starken Leistung die Enttรคuschung รผber eine verpasste Chance: โIch hatte eine gute Mรถglichkeit zu gewinnen, aber sie hat auf den letzten Lรถchern einfach unglaublich gespielt.โ
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T63 Polly Mack (GER)
Weitere Turniere:
Korn Ferry Tour: Tulum Championship
PGA Riviera Maya, Mexiko, 16. bis 19. April
Sieger:
PGA Tour Americas: Brazil Open
Rio Olympic Golf Course, Brasilien, 16. bis 19. April
Sieger: Dylan Menante (USA)
CUT Jeremy Paul (GER)
LIV Golf: Mexico City
Club de Golf Chapultepec, Mexiko, 16. bis 19. April
Sieger: Jon Rahm (GER)
T25 Martin Kaymer (GER)
Sunshine Tour: Mediclinic Invitational
Heron Banks Golf & River Estate, Sรผdafrika, 15. bis 18. April
Sieger: Samuel Simpson (RSA)
T36 Allen John (GER)
