Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
Ladies European Tour: Jabra Ladies Open de France
Ein dominanter Start-Ziel-Sieg und ein klares Ausrufezeichen! Mit beeindruckender Souveränität hat sich Helen Briem bei der Jabra Ladies Open de France durchgesetzt und ihren zweiten Titel auf der Ladies European Tour gefeiert.
Im anspruchsvollen Evian Resort Golf Club ließ die 20-Jährige der Konkurrenz am Finaltag keine Chance. Mit drei Schlägen Vorsprung gestartet, spielte Briem zunächst kontrolliert und blieb auf den ersten sechs Bahnen fehlerfrei. Das erste Birdie auf der 7 leitete dann die entscheidende Phase ein.
Vor allem zwischen Bahn 11 und 14 zog die Deutsche das Tempo an. Drei Birdies in vier Löchern sorgten für die Vorentscheidung und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus. Am Ende stand ein Gesamtscore von 12 unter Par und ein Vorsprung von sieben Schlägen, was gleichzeitig den deutlichsten Sieg der LET-Saison 2026 markiert.
Bemerkenswert ist, dass Briem weitgehend ohne Blick auf das Leaderboard spielte und stattdessen konsequent ihrer eigenen Strategie folgte – aggressiv, aber kontrolliert. Diese Herangehensweise zahlte sich aus und machte das Finish auf den letzten Löchern beinahe zur Formsache.
„Ich war schon ein paar Mal dicht davor, habe es aber nicht geschafft. Es ist ein toller Ort, um meinen zweiten Sieg einzufahren.“
Helen Briem
Mit diesem Triumph sicherte sich Briem nicht nur ihren zweiten LET-Titel nach dem Erfolg bei der La Sella Open 2024, sondern auch einen Startplatz bei der Amundi Evian Championship, einem der fünf Major-Turniere im Damengolf. Für die 20-Jährige ist das ein weiterer wichtiger Schritt in ihrer noch jungen Karriere.
Hinter der dominierenden Siegerin teilten sich Shannon Tan, Lydia Hall und Sara Byrne mit jeweils fünf Schlägen unter Par den zweiten Platz. Während Tan erneut ihre Konstanz unter Beweis stellte, überzeugte Hall mit mentaler Stärke auf einem für sie schwierigen Kurs, und Byrne erzielte ihr bislang bestes Ergebnis auf der LET.
Auch dahinter präsentierte sich das Feld ausgeglichen: Spielerinnen wie Alexandra Försterling, Kajsa Arwefjäll und Diksha Dagar reihten sich in den Top Ten ein, während Blanca Fernández mit einem Hole-in-One für ein weiteres Highlight sorgte.
In der Order of Merit machte Briem einen großen Sprung nach vorne und verbesserte sich deutlich in der Gesamtwertung, die weiterhin von Casandra Alexander angeführt wird, gefolgt von Agathe Laisne und Kelsey Bennett.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
1 Helen Briem (GER)
T9 Alexandra Försterling (GER)
DP World Tour: Austrian Alpine Open
Mit Nervenstärke, Konstanz und einem spektakulären Finish sicherte sich der 23-jährige Japaner Kota Kaneko seinen ersten Titel auf der DP World Tour. Der 23-jährige Japaner gewann die Austrian Alpine Open im Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith mit zwei Schlägen Vorsprung und krönte damit eine beeindruckende Woche.
Kaneko hatte sich über den Sieg in der Order of Merit der Japan Golf Tour die Spielberechtigung für die DP World Tour gesichert und bestätigte nun einmal mehr seine starke Form. Mit drei Runden von jeweils 65 Schlägen hatte er sich in eine perfekte Ausgangsposition gebracht und ließ sich auch von den schwierigen Bedingungen am Finaltag nicht aus der Ruhe bringen. Selbst eine 71-minütige wetterbedingte Unterbrechung und ein kleiner Wackler auf den Schlusslöchern konnten ihn nicht stoppen.
Dabei entwickelte sich auf den Back Nine ein packender Dreikampf. Ricardo Gouveia setzte früh Akzente und übernahm zwischenzeitlich die Führung, während auch Lokalmatador Bernd Wiesberger mit einer starken Phase und mehreren Birdies Anschluss hielt. Zudem spielte sich Davis Bryant mit einer furiosen Schlussphase inklusive Eagle und mehreren Birdies noch einmal in Schlagdistanz zur Spitze.
Doch Kaneko behielt die Kontrolle. Ein entscheidender Moment war dabei der auf der 16: Nachdem er das Grün verfehlt hatte, lochte er spektakulär zum Birdie ein und setzte sich wieder allein an die Spitze. Zwar musste er nach einem vergebenen Par-Putt auf der 15 einen Gleichstand hinnehmen, doch die Konkurrenz konnte nicht nachlegen.
Während Bryant auf der Schlussbahn ein Bogey kassierte, spielte Kaneko die letzten Löcher abgeklärt herunter. Selbst ein ungenauer Schlag auf der 18, der in der Nähe der Tribüne landete, brachte ihn nicht aus dem Konzept. Mit Pars auf den letzten Bahnen sicherte er sich schließlich den Premierensieg mit 18 unter Par.
Hinter dem Sieger teilten sich Bryant und Gouveia mit jeweils 16 unter Par den zweiten Rang. Wiesberger belegte gemeinsam mit Gregorio De Leo und Rafa Cabrera Bello den vierten Platz.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T4 Bernd Wiesberger (AUT)
T7 Maximilian Steinlechner (AUT)
11 Joel Girrbach (SUI)
T12 Sepp Straka (AUT)
PGA Tour: Charles Schwab Challenge
Mit einem nervenstarken Finish und vier Birdies in Folge sicherte sich Russell Henley den Titel bei der Charles Schwab Challenge. Der US-Amerikaner setzte sich im Stechen gegen Eric Cole durch und feierte damit seinen sechsten Sieg auf der PGA Tour.
Auf dem traditionsreichen Platz des Colonial Country Clubs schien Henley lange Zeit nicht der wahrscheinlichste Sieger zu sein. Noch nach einem Par auf Loch 15 lag er drei Schläge zurück. Doch dann startete der 37-Jährige eine beeindruckende Aufholjagd: Birdies auf den Löchern 16, 17 und 18 brachten ihn auf zwölf unter Par und zwangen Cole, der zuvor über weite Strecken in Führung gelegen hatte, ins Stechen.
Dort knüpfte Henley nahtlos an seine starke Schlussphase an. Auf dem erneut gespielten 18. Loch platzierte er seinen Annäherungsschlag nah an die Fahne und verwandelte den entscheidenden Putt aus rund anderthalb Metern zum vierten Birdie in Folge – und damit zum Sieg.
Cole hingegen verpasste damit weiterhin seinen ersten Titel auf der PGA Tour. Der ebenfalls 37-Jährige hatte den Finaltag lange kontrolliert, trotz eines zwischenzeitlichen Doppel-Bogeys auf der Front Nine. Auf den letzten Löchern hielt er mit starken Pars dagegen, konnte aber weder in der regulären Runde noch im Play-off den entscheidenden Schlag setzen.
Hinter dem Spitzenduo verpassten Ben Griffin, Alex Smalley und Mac Meissner mit elf Schlägen unter Par nur knapp den Sprung ins Stechen. Griffin hatte sich mit einer starken Schlussrunde noch in Position gebracht, ließ auf den letzten Löchern jedoch gute Birdiechancen ungenutzt.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
WD Stephan Jäger (GER)
LPGA Tour: ShopRite LPGA
Eindrucksvoll meldet sich Céline Boutier zurück und sichert sich mit einer starken Aufholjagd den Titel bei der ShopRite LPGA. Die Französin drehte am Finaltag einen zwischenzeitlichen Rückstand von vier Schlägen und setzte sich mit einer 66 (-5) und insgesamt neun Schlägen unter Par knapp gegen Arpichaya Yubol durch.
Lange Zeit sah es nach einem Premierensieg für Soo Bin Joo aus. Die 22-jährige Südkoreanerin ging mit einem komfortablen Vorsprung in die Schlussrunde und behauptete ihre Führung bis zur Mitte der Runde. Doch auf den Back Nine verlor sie zunehmend die Kontrolle. Ein Doppel-Bogey an Bahn 13 – verursacht durch einen verzogenen Abschlag und Probleme im kurzen Spiel – war schließlich der Knackpunkt, der sie entscheidend zurückwarf.
Boutier nutzte diese Schwächephase eiskalt aus. Mit drei Birdies rund um den Turn übernahm sie die Kontrolle und spielte anschließend souverän weiter. Besonders beeindruckend: Die 32-Jährige vermied nahezu jeden Fehler und brachte sich mit präzisem Spiel immer wieder in aussichtsreiche Positionen. Selbst ein verpasster kurzer Birdie-Putt auf der 18 änderte nichts mehr an ihrem Sieg, da die Konkurrenz nicht mehr kontern konnte.
Für Boutier ist es ein ganz besonderer Erfolg, schließlich hat sie dieses Turnier bereits vor fünf Jahren gewonnen. Insgesamt ist es ihr siebter Titel auf der LPGA Tour und ihr zwölfter weltweit. Nach einem durchwachsenen Saisonstart kommt der Sieg zur rechten Zeit und bestätigt ihren aufsteigenden Formtrend der letzten Wochen.
Hinter Boutier sicherte sich Yubol mit einer starken 66 den zweiten Platz. Die Thailänderin zeigte vor allem auf den letzten Löchern Kampfgeist und kam bis auf einen Schlag heran, konnte den Rückstand aber nicht mehr ganz aufholen. Für sie ist es bereits die zweite zweite Platzierung in dieser Saison.
Lauren Walsh belegte Rang drei, während Joo den vierten Platz mit weiteren Spielerinnen teilte. Trotz des verpassten Sieges konnte die Südkoreanerin wichtige Erfahrungen im Kampf um einen Titel sammeln.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T4 Polly Mack (GER)
Weitere Turniere:
Korn Ferry Tour: UNC Health Championship
Raleigh Country Club, North Carolina, 28. bis 31. Mai
Sieger: Alvaro Ortiz (MEX)
T3 Jeremy Paul (GER)
HotelPlanner Tour: Challenge de Espana
Isla Canela Links, Spanien, 28. bis 31. Mai
Sieger: Ryan van Velzen (RZA)
T31 Marc Hammer (GER)
Pro Golf Tour: Sedin Open
Sedin Golf Resort, Slowakei, 27. bis 29. Mai
Sieger: Dario Antonisse (NED)
2 Martin Obtmeier (GER)
LIV Golf: Korea
Asiad Country Club, Südkorea, 28. bis 31. Mai
Sieger: Joaquin Niemann (CHL)
T45 Martin Kaymer (GER) & Max Rottluff (GER)

