Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
Major: Masters Tournament
Rory McIlroy hat beim Masters Tournament im Augusta National Golf Club endgültig Golfgeschichte geschrieben. Mit seinem zweiten Triumph in Folge sicherte sich der Nordire nicht nur sein sechstes Major, sondern reihte sich auch in einen der exklusivsten Kreise des Sports ein. Zuvor hatten nur Jack Nicklaus, Nick Faldo und Tiger Woods das Masters erfolgreich verteidigt.
Der Weg zu diesem historischen Erfolg war jedoch alles andere als ein Selbstläufer. McIlroy musste an einem nervenaufreibenden Finaltag gleich mehrere Herausforderer abwehren und bewies dabei vor allem mentale Stärke. Nachdem er zwischenzeitlich unter Druck geraten war, übernahm er an der berüchtigten Amen Corner die Kontrolle. Auf dem Par 3 der 12. Bahn schlug er ein nahezu perfektes Eisen dicht an die Fahne und verwandelte zum Birdie. Nur ein Loch später folgte ein gewaltiger Drive auf der 13, der ihm eine weitere Birdie-Chance eröffnete – ein Doppelschlag, der letztlich den entscheidenden Vorsprung brachte. „Das war ein richtig guter Schlag zum richtigen Zeitpunkt“, sagte McIlroy später über seinen Abschlag an der 12, der sich als Schlüsselmoment des Turniers herausstellte.
Doch selbst mit diesem Vorsprung blieb es bis zum Ende dramatisch. Auf der 16 musste McIlroy all sein Können aufbringen, um nach einem zu langen Schlag ein schwieriges Par zu retten. Auf der 18 landete sein Drive weit abseits des Fairways. Mit einem abschließenden Bogey brachte er den Sieg dennoch ins Clubhaus und setzte sich mit einem Schlag Vorsprung gegen Scottie Scheffler durch, der mit einer starken Aufholjagd bis zuletzt Druck ausübte.
„Unglaublich! Das ist das zweite Major-Turnier, bei dem meine Mutter dabei war – und der zweite Major-Sieg. 2014 war sie bei den Open in Hoylake dabei.“
Rory McIlroy
Auch Justin Rose und Cameron Young spielten lange Zeit um den Sieg mit. Rose lag zwischenzeitlich in Führung, verlor jedoch rund um die Amen Corner entscheidend an Boden. „Eine Chance, die ich habe liegen lassen“, resümierte er später enttäuscht. Young wiederum startete stark, konnte seine Möglichkeiten auf den Back Nine aber nicht nutzen und musste sich mit Pars begnügen. Scheffler, aktuell die Nummer eins der Welt, beeindruckte mit einer bogeyfreien Wochenendleistung, brachte sich nach großem Rückstand noch in Schlagdistanz, doch letztlich fehlte ihm die nötige Aggressivität, um McIlroy ernsthaft abzufangen.
Für McIlroy, der zur Halbzeit des 90. Masters mit einem Rekordvorsprung von sechs Schlägen an der Spitze lag, bedeutet dieser Sieg weit mehr als nur einen weiteren Major-Titel. Nachdem er im Vorjahr den Karriere-Grand-Slam endlich komplettiert hatte, bestätigte er nun eindrucksvoll seine Ausnahmestellung im Golfsport. Mit nun sechs Major-Siegen zieht er mit Nick Faldo gleich und verbessert seine Position in der ewigen Bestenliste. „Ich kann nicht glauben, dass ich 17 Jahre auf ein Green Jacket gewartet habe – und jetzt habe ich zwei in Folge gewonnen“, sagte McIlroy sichtlich bewegt nach seinem Sieg.
Besonders bemerkenswert war dabei seine mentale Entwicklung. Während der Platz ihm über viele Jahre hinweg enorme Herausforderungen gestellt hatte, wirkt er inzwischen fast wie ein vertrautes Terrain, auf dem McIlroy auch in schwierigen Momenten die Kontrolle behält. „Ich habe dieses Jahr verstanden, dass es unglaublich schwer ist, das Masters zu gewinnen“, erklärte er. „Ich musste einfach dranbleiben und geduldig sein.“
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T41 Sepp Straka (AUT)
Weitere Turniere:
Pro Golf Tour: Red Sea Ain Sokhna Open
Golf Club Ain Sokhna, Ägypten, 7. bis 9. April
Sieger: Kristof Ulenaers (BEL)
T2 Mauro Gilardi (SUI)
4 Nils Dobrunz (GER)

