Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: BMW Championship
Wyndham Clark kennt diese Situation nur zu gut: eine große Führung, ein prominenter Gegner im Nacken und eine Zuschauermenge, die sich einen anderen Sieger wünscht. Bei der BMW Championship hielt der US-Amerikaner dem Druck diesmal stand. Nach einem turbulenten Finale triumphierte er bei Bellerive mit drei Schlägen Vorsprung und feierte seinen dritten Sieg in dieser Saison.
Dabei sah es lange nach einer erneuten Zitterpartie aus. Clark war mit fünf Schlägen Vorsprung auf Rory McIlroy in die Finalrunde gegangen, doch der Nordire arbeitete sich innerhalb von elf Löchern wieder heran. Nach drei Bogeys geriet Clarks komfortables Polster sogar komplett ins Wanken.
„Ich habe mich irgendwie als Außenseiter bei all meinen Siegen gefühlt”, sagte Clark. „Aber ich habe das Gefühl, dass ich jetzt wirklich meinen Platz gefunden habe. Drei Siege in einer Saison sind mein bisher bestes Jahr – nach meinem schlechtesten Jahr überhaupt.“
Die Entscheidung fiel schließlich am Par 3 der 16. Bahn. McIlroy hatte mit seinem Abschlag bereits stark vorgelegt. Clark antwortete mit einem 5er-Eisen auf rund viereinhalb Meter und versenkte den anschließenden Birdie-Putt. McIlroy verpasste seine Chance aus ähnlicher Distanz und fiel damit entscheidend zurück.
„Ich hatte immer das Gefühl, dass ich zumindest einen Schritt vor Wyndham bleiben musste, um ihn wirklich unter Druck zu setzen. Das ist mir nicht gelungen“, sagte McIlroy nach seiner 69er-Runde.
„So sehr ich mir auch gewünscht hätte, davonzulaufen, hat es doch Spaß gemacht, die Dinge in Schwung zu bringen. Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich mir diese Chance nicht entgehen lassen habe.“
Wyndham Clark
Clark spielte die letzten beiden Löcher anschließend souverän zu Ende, unterschrieb eine Even-Par-70 und gewann mit insgesamt 16 unter Par seinen dritten Titel des Jahres. Damit rückt der 32-Jährige auch in den Kreis der Kandidaten für die Auszeichnung zum PGA-Tour-Spieler des Jahres, schließlich stehen neben zwei weiteren Erfolgen auch ein Major-Sieg und eben dieser Playoff-Triumph in seiner Saisonbilanz.
Neben Clark durfte sich auch Patrick Cantlay über einen erfolgreichen Sonntag freuen. Der ehemalige FedExCup-Sieger war als Nummer 43 der Saisonwertung in das Turnier gestartet und benötigte ein starkes Ergebnis, um noch unter die besten 30 zu kommen.
Das gelang ihm eindrucksvoll. Cantlay konterte nach vier Bogeys jeweils mit Birdies und spielte zum Abschluss sogar drei Birdies in Folge. Mit seiner 68 erreichte er Rang zwei und damit genau das Ergebnis, das er benötigte, um sich unter den besten 30 des FedExCups zu platzieren.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T33 Sepp Straka (AUT)
LIV Golf: Indianapolis
Michael La Sasso hat die LIV-Golf-Saison 2026 mit einem Paukenschlag beendet. Der 22-Jährige gewann LIV Golf Indianapolis im The Club at Chatham Hills mit 18 Schlägen unter Par und setzte sich damit einen Schlag vor Jon Rahm durch. Damit ist La Sasso der bislang jüngste Turniersieger in der fünfjährigen Geschichte der Liga.
Dabei musste der Amerikaner am Sonntag eine ganze Reihe großer Namen hinter sich lassen. Rahm, Bryson DeChambeau und Sergio Garcia machten Jagd auf den jungen HyFlyers-Spieler. La Sasso ließ sich davon jedoch nichts anmerken und blieb in der Schlussrunde bogeyfrei.
Mit einer 65 verteidigte er seine Führung und machte am 18. Loch den Sieg perfekt. Nach einem starken Abschlag spielte er das Par 5 aggressiv und sicherte sich mit einem Up-and-Down-Birdie den Titel.
„Ich bin völlig sprachlos“, sagte La Sasso. „Ich wusste vor dieser Woche, dass etwas Besonderes passieren könnte. Nach einer 1 über Par in der ersten Runde hätte ich aber nicht gedacht, dass ich am Ende hier stehen würde. Es ist ziemlich unglaublich.“
Den Grundstein für seinen Erfolg legte er mit einer spektakulären 60er-Runde am Freitag. Am Sonntag folgten drei Birdies auf den letzten sechs Löchern. Besonders beeindruckend: La Sasso traf alle 18 Grüns in Regulation – erst zum fünften Mal in dieser Saison gelang einem Spieler eine solche Runde.
Ausgerechnet Jon Rahm war der größte Konkurrent. Der Spanier spielte eine herausragende 63 und lag auf den letzten Löchern zeitweise sogar allein an der Spitze.
Rahm, der bereits dreimal die saisonlange Einzelwertung von LIV Golf gewonnen hat, setzte La Sasso mit einem Birdie an der 18 unter Druck. Anschließend unterlief ihm jedoch ein entscheidender Fehler: Auf dem nächsten Loch verpasste er einen Par-Putt aus rund dreieinhalb Metern und kassierte ein Bogey.
Damit war La Sasso plötzlich wieder gleichauf und hatte am letzten Loch die Chance, den Titel selbst zu entscheiden.
„Ich habe die Tür geöffnet”, räumte Rahm ein. „Michael hat an der 18 ein großartiges Up-and-Down zum Sieg gespielt. Er hat es verdient. So frustrierend es für mich ist, bin ich gleichzeitig glücklich über die vielen guten Dinge, die ich diese Woche gemacht habe.“
La Sasso selbst hatte den Druck längst gespürt. „Als ich die Namen auf dem Leaderboard gesehen habe, wusste ich, dass sie kommen würden“, sagte er. „Als ich die letzte Bahn sah, dachte ich: Das ist jetzt meine Chance. Und dann hat alles funktioniert.“
Für La Sasso war es erst das 13. Turnier als Profi. Der US-Amerikaner war 2025 NCAA-Einzelmeister und wechselte anschließend zu den HyFlyers. In seiner ersten LIV-Saison hatte er bislang allerdings kaum für Schlagzeilen gesorgt.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T50 Martin Kaymer (GER)
LPGA Tour: CPKC Women’s Open
Miyu Yamashita hat bei der CPKC Women’s Open in Kanada eine beeindruckende Machtdemonstration abgeliefert. Die 24-jährige Japanerin gewann das Turnier im Royal Mayfair Golf Club mit 23 Schlägen unter Par und egalisierte damit den 72-Loch-Rekord der LPGA Tour.
Nach vier Runden stand sie bei 257 Schlägen. Genau dieselbe Marke hatte Sei Young Kim 2018 bei der Thornberry Creek LPGA Classic aufgestellt, allerdings auf einem Platz mit Par 72 und 31 Schlägen unter Par.
Yamashita ließ am Sonntag keinen Zweifel am Ausgang des Turniers aufkommen. Mit einem Vorsprung von sechs Schlägen gestartet, baute sie ihre Führung auf neun Schläge aus. Zum Abschluss versenkte sie auf der 18. Bahn noch einen Birdie-Putt aus rund zweieinhalb Metern und unterschrieb eine 66. Damit stellte sie gleichzeitig einen neuen Turnierrekord bei der kanadischen Meisterschaft auf. Die bisherige Bestmarke von 262 Schlägen hatte Jin Young Ko im Jahr 2019 aufgestellt. Yamashita verbesserte zudem die Rekorde über 36 und 54 Löcher.
Bereits am Donnerstag war der Grundstein für die dominante Vorstellung gelegt. Yamashita eröffnete mit einer Platzrekordrunde von 62 und lag nach dem ersten Tag einen Schlag vor der Konkurrenz.
Am Freitag folgte eine 64, wodurch sie sich bereits fünf Schläge vom Feld absetzte. Nach einer 65 am Samstag betrug ihr Vorsprung sechs Schläge und auch in der Finalrunde kam keine ernsthafte Gefahr mehr auf.
Yamashita feierte damit ihren vierten Sieg auf der LPGA Tour. Bemerkenswert: Ihre vier Titel holte sie in vier verschiedenen Ländern. Zuvor hatte sie im Juni die Meijer LPGA Classic gewonnen und bereits die Women’s British Open in Wales und die Maybank Championship in Malaysia für sich entschieden.
Hinzu kommen 13 Siege auf der japanischen LPGA Tour.
Hinter Yamashita landete ihre Landsfrau Yuri Yoshida mit 14 Schlägen unter Par auf dem zweiten Platz. Yoshida spielte am Sonntag eine 69 und hatte damit neun Schläge Rückstand auf die überragende Siegerin.
Sei Young Kim belegte mit 13 unter Par Rang drei. Die Südkoreanerin kam am Finaltag auf eine 67.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T44 Chiara Tamburlini (SUI)
DP World Tour: Nexo Championship
Scott Jamieson musste lange auf diesen Moment warten. Fast 14 Jahre nach seinem ersten Titel auf der DP World Tour hat der Schotte wieder zugeschlagen. Bei der Nexo Championship im Trump International Golf Links in Aberdeenshire brachte er eine 67 ins Clubhaus und gewann mit insgesamt elf Schlägen unter Par zwei Schläge vor dem Engländer Matthew Jordan.
„Vierzehn Jahre, das ist verrückt“, sagte der sichtlich emotionale Jamieson. „Es ist einfach so schwer, ein Turnier zu gewinnen. Ich war den ganzen Tag über so geduldig und kann immer noch nicht glauben, dass ich gewonnen habe.“
Dabei profitierte der 37-Jährige auch von einem kuriosen Zwischenfall mit dem bis dahin führenden Shaun Norris. Der Südafrikaner kassierte auf der fünften Bahn eine Zwei-Schläge-Strafe, da er gegen Regel 8.1 verstoßen hatte: Er hatte ein Divot unter seinen Füßen entfernt und damit die Bedingungen für seinen Schlag verbessert.
Damit war die Führung plötzlich wieder offen – und Jamieson nutzte seine Chance.
Jamieson spielte sich mit zwei Birdies an der siebten und achten Bahn nach vorne. Matthew Jordan musste dagegen an der Neun ein Doppelbogey hinnehmen, nachdem ihm ein schwieriger Befreiungsschlag aus dem Rough an einer Düne missglückte.
Nach dem Turn legte Jamieson zwei weitere Birdies nach und baute seine Führung zwischenzeitlich auf drei Schläge aus. Zwar musste er an der 13 noch einen Schlag abgeben, und Jordan verkürzte den Rückstand mit einem Birdie auf einen Schlag, doch an der spektakulären 14. Bahn antwortete Jamieson sofort mit einem Birdie.
Die endgültige Entscheidung fiel an der 17: Jamieson rettete mit einem starken Up-and-down das Par aus dem Bunker vor dem Grün. Jordan verpasste anschließend seinen Par-Putt knapp. Damit ging Jamieson mit drei Schlägen Vorsprung auf die letzte Bahn, die er sicher zu Ende spielte.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T24 Yannik Paul (GER)
HotelPlanner Tour: Vierumäki Finnish Challenge
Dominic Foos scheint Finnland besonders zu liegen. Elf Jahre nach seinem ersten Titel auf der damaligen Challenge Tour triumphierte der Deutsche erneut in Finnland. Bei der Vierumäki Finnish Challenge brachte er am Sonntag eine 67 ins Clubhaus und sicherte sich mit insgesamt 21 Schlägen unter Par seinen zweiten Titel auf der HotelPlanner Tour.
Dabei musste der 28-Jährige vor allem am Finaltag kämpfen. Dauerregen und Wind machten das Scoring deutlich schwieriger als an den ersten drei Tagen. Foos behielt jedoch die Nerven und setzte sich schließlich mit einem Schlag Vorsprung vor dem Dänen Jonathan Gøth-Rasmussen durch.
„Ich fühle mich fantastisch“, sagte Foos. „Heute war es ein echter Kampf. Ich bin stolz darauf, wie ich mit der Situation und diesen schwierigen Bedingungen umgegangen bin.“
Gøth-Rasmussen hatte am letzten Loch noch die Chance, ein Stechen zu erzwingen. Sein Birdie-Versuch aus rund fünfeinhalb Metern verfehlte das Ziel jedoch knapp. Foos genügte anschließend ein Par zum Titel.
Mit drei Schlägen Rückstand auf seinen Landsmann Tiger Christensen war Foos in die Finalrunde gestartet. Bereits an der ersten Bahn setzte er mit einem Birdie ein Zeichen. Zwei weitere Schlaggewinne folgten noch vor der Halbzeit.
An den Bahnen 11 und 12 legte er zwei weitere Birdies nach und übernahm damit die Führung. Ein Bogey an der 14. Bahn brachte kurzzeitig Spannung zurück, doch Foos antwortete an der 16 mit einem weiteren Birdie und erreichte die entscheidende Marke von 21 unter Par.
„Mein Caddie und ich haben uns gesagt: Wir müssen einfach Fairways und Grüns treffen, vielleicht fallen ein paar Putts“, erklärte Foos seine Strategie. „Wir haben genau das gemacht und sind glücklicherweise als Sieger hervorgegangen.“
Auf das Leaderboard habe er während der Runde kaum geschaut. „Ich war einfach auf mein Spiel konzentriert und darauf, mich an den Gameplan zu halten.“
Erst auf den letzten Löchern entwickelte sich zwischen Foos und Gøth-Rasmussen eine Art Matchplay-Situation. „Jonathan hatte ebenfalls einen großartigen Tag. Auf den letzten Löchern fühlte es sich ein bisschen wie Matchplay an. Aber man muss trotzdem sein eigenes Spiel spielen, die Putts machen und klug agieren.“
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
1 Dominic Foos (GER)
3 Tiger Christensen (GER)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: Rogers Charity Classic
Canyon Meadows Golf & Country Club, Kanada, 21. bis 23. August
Sieger: Steven Alker (NZL)
T50 Bernhard Langer (GER)
Korn Ferry Tour: Adventhealth Championship
Blue Hills Country Club, Missouri, 20. bis 23. August
Sieger: Yuti Sugiura (JPN)
T16 Thomas Rosenmüller (GER)
Epson Tour: Wildhorse Ladies Golf Classic
Wildhorse Golf Course, Oregon, 21. bis 23. August
Siegerin: Megha Ganne (USA)
T32 Sophie Hausmann (GER)

