Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Tour Championship
Scottie Scheffler hat zum zweiten Mal in seiner Karriere den FedExCup gewonnen. Der Weltranglistenerste setzte sich bei der TOUR Championship in East Lake mit einer Schlussrunde von 66 Schlägen und insgesamt 17 Schlägen unter Par durch. Da keiner seiner fünf direkten Konkurrenten am Sonntag unter Par blieb, gewann Scheffler mit drei Schlägen Vorsprung vor Viktor Hovland.
Damit setzte der 30-Jährige einen weiteren Meilenstein: Mit dem Preisgeld von zehn Millionen Dollar, das er beim Saisonfinale erhielt, kletterte Scheffler an die Spitze der ewigen PGA-Tour-Preisgeldliste. Seine Karriereeinnahmen belaufen sich nun auf 130.390.661 Dollar. Damit überholte er Tiger Woods, der die Rangliste fast 26 Jahre lang angeführt hatte.
Für Scheffler war es der 22. Sieg auf der PGA Tour seit 2022 und sein dritter Triumph in dieser Saison. Zwei seiner drei Titel holte er in den vergangenen drei Wochen.
Dabei musste Scheffler am Sonntag zunächst einem Rückstand hinterherlaufen. Viktor Hovland ging mit drei Schlägen Vorsprung in die Finalrunde, doch Scheffler machte auf den ersten vier Bahnen bereits deutlich, dass er sich davon nicht beeindrucken lassen würde.
An der zweiten Bahn schlug er mit dem Eisen bis auf fünf Zentimeter an die Fahne des 193 Meter langen Par 3. Zwei Löcher später versenkte er einen Birdie-Putt aus knapp acht Metern und glich damit zu Hovland auf.
Die Entscheidung fiel schließlich auf den hinteren neun Bahnen. Scheffler übernahm an der 13 die alleinige Führung und baute seinen Vorsprung anschließend weiter aus.
„Ich hatte das Gefühl, dass diese Woche irgendwann kommen würde”, sagte Scheffler. „Ich habe das ganze Jahr immer wieder gedacht: Ich spiele solide, ich bin nah dran. Es fühlt sich gut an, am Ende dieser Woche andere Fragen beantworten zu können.“
„Ich trinke nicht oft. Meine Frau und mein Manager meinten: Wow, ich habe dich schon lange kein Bier mehr trinken sehen.“
Scottie Scheffler
Sein zweiter FedExCup-Sieg fühlt sich für Scheffler allerdings anders an als der erste. 2024 hatte er die TOUR Championship noch im damaligen Format mit „Starting Strokes” gewonnen. Als Nummer eins der Setzliste war er mit zwei Schlägen Vorsprung gestartet und hatte schließlich mit vier Schlägen Vorsprung gesiegt.
Obwohl andere Spieler damals tatsächlich niedrigere 72-Loch-Scores erzielten, störte ihn dieser Umstand.
„Wenn man auf den letzten Löchern eines Turniers gleichauf oder einen Schlag zurückliegt, ist das etwas anderes, als wenn man am Ende alles zusammenrechnet und es Starting Strokes gibt“, erklärte er. „Ein echtes Turnier zum Abschluss des Jahres zu haben, bei dem ich der Sieger und der Spieler mit dem niedrigsten Score in East Lake bin, fühlt sich wie eine größere Leistung an.“
Diesmal gab es daran keinen Zweifel.
DP World Tour: British Masters
Joe Dean hat seine bemerkenswerte Karriere um ein weiteres erfolgreiches Kapitel ergänzt. Der 32-jährige Engländer gewann das Husqvarna British Masters im Belfry und sicherte sich damit seinen ersten Titel auf der DP World Tour.
Sein Weg dorthin war allerdings alles andere als gewöhnlich. Nach wetterbedingten Verzögerungen musste Dean am Sonntagmorgen zunächst seine dritte Runde beenden. Um 7 Uhr lag er acht Schläge hinter der Spitze. Mit zwei Birdies verkürzte er den Rückstand auf sieben Schläge und startete anschließend eine spektakuläre Aufholjagd.
In der Finalrunde spielte er eine 63, die beste Runde der gesamten Turnierwoche. Insgesamt gelangen ihm am letzten Tag unglaubliche elf Birdies in 24 Löchern. Mit 14 Schlägen unter Par setzte er die Zielmarke, die letztlich niemand mehr erreichte.
„Heute war einer dieser seltenen Tage, an denen sich einfach alles richtig angefühlt hat und die Putts gefallen sind“, sagte Dean. „Es war fast so, als könnte ich nichts falsch machen. Endlich einmal eine komplette Runde lang dieses Gefühl zu haben, ist wirklich schön.“
Anschließend musste Dean lange warten. Während er sich bereits im Clubhaus befand, war sein zunächst gefährlichster Konkurrent Marco Penge noch auf der Runde unterwegs.
Der Engländer konnte die beiden Par-5-Löcher 15 und 17 jedoch nicht nutzen und musste sich schließlich mit Platz sechs begnügen. Dean gewann mit drei Schlägen Vorsprung.
Deans Weg zum Titel ist besonders bemerkenswert. Noch im Jahr 2022 spielte er auf der EuroPro Tour. 2023 bestritt er überhaupt keine Ranking-Turniere und sicherte sich dennoch über die Qualifying School seine Spielberechtigung für die DP World Tour.
Sein Debüt musste allerdings warten. Da ihm das Geld für die Reisen fehlte, trat Dean erst im Februar des Folgejahres erstmals an. Parallel dazu arbeitete er weiterhin als Lieferfahrer für einen Supermarkt.
Zusätzlich kämpfte der Engländer mit Problemen beim internationalen Reisen und suchte sogar die Unterstützung eines Hypnotiseurs, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.
Sportlich zeigte sich schon bald, dass sein Talent für die große Bühne reicht. Bei seinem zweiten Saisonstart in Kenia wurde er Zweiter und erhielt knapp 200.000 Euro Preisgeld. Ein weiterer zweiter Platz bei der KLM Open brachte ihm anschließend die Qualifikation für die Saisonabschlussveranstaltung DP World Tour Championship.
„All die schmerzhaften Stunden und die ganze Arbeit, die ich investiert habe, haben sich endlich ausgezahlt“, sagte Dean. „Ich bin glücklich.“
Einen besonderen Dank richtete er an seine Ehefrau und Caddie Emily: „Ich kann Emily gar nicht genug danken für das, was sie mit mir aushalten musste. Es war abseits des Platzes schon schwierig genug mit den Tiefs und all dem. Und jetzt auch auf dem Platz und abseits davon.“
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T6 Thomas Rosenmüller (GER)
Ladies European Tour: KPMG Women’s Irish Open
Casandra Alexander hat bei den KPMG Women’s Irish Open ihren zweiten Titel auf der Ladies European Tour (LET) gewonnen. Die 27-jährige Südafrikanerin ließ sich weder von einem nervösen Start noch von einer zwischenzeitlichen Wetterunterbrechung aus der Ruhe bringen und triumphierte im K Club mit insgesamt 20 Schlägen unter Par.
Dank Runden von 63, 66 und 69 Schlägen ging Alexander mit drei Schlägen Vorsprung in den Finaltag. Die Auftaktrunde war zugleich ein neuer Platzrekord auf dem Palmer South Course. Am Sonntag erwischte die Weltranglisten-38. allerdings einen denkbar schlechten Start und kassierte an den ersten beiden Löchern jeweils ein Bogey.
Plötzlich war der Vorsprung auf ihre schwedische Spielpartnerin Kajsa Arwefjäll auf einen Schlag geschmolzen. Die Schwedin hatte die ersten und dritten Bahnen mit Birdies abgeschlossen und damit erheblichen Druck aufgebaut.
Alexander antwortete jedoch eindrucksvoll. Mit drei Birdies in Folge an den Löchern fünf, sechs und sieben stellte sie ihren komfortablen Vorsprung wieder her. Ein weiteres Birdie an der zehnten Bahn folgte, ehe sie an der zwölften Bahn erneut einen Schlag abgab.
Nach einer rund 30-minütigen Gewitterunterbrechung fand Alexander zurück in ihren Rhythmus. An der 15. Bahn versenkte sie einen weiteren Birdie-Putt und absolvierte die letzten drei Löcher mit drei Pars.
„Golf ist ein wirklich schwieriges Spiel“, sagte Alexander. „Wenn du am letzten Tag in der letzten Gruppe spielst, übernimmt irgendetwas. Entweder du hast es, oder du hast es nicht. Ich hatte einen schwierigen Start und ein paar unangenehme Lagen. Das sind die Situationen, in denen man nervös wird.“
Anschließend betonte die Südafrikanerin, wie wichtig es gewesen sei, jeweils schnell zu reagieren: „Wir haben das Schiff mit drei Birdies in Folge wieder auf Kurs gebracht. Auf den Back Nine hatte ich dann wieder einen schwierigen Start, aber ich habe das Schiff erneut stabilisiert. Insgesamt bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden.“
Für Alexander war es der erste LET-Sieg in diesem Jahr. Besonders bemerkenswert: Vor ihrem zweiten Triumph hatte sie in der laufenden Saison bereits fünfmal den zweiten Platz belegt.
„Der zweite Sieg ist fast genauso wichtig wie der erste“, sagte sie. „Er beweist, dass es kein Zufall war.“
Auch für ihren Caddie Doug war es ein besonderer Moment: „Es ist auch Dougs erster Sieg am Bag. Darüber freue ich mich sehr.“
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T11 Patricia Schmidt (GER) & Alexandra Försterling (GER)
LPGA Tour: FM Championship
Ruoning Yin ist zurück im Kreis der Siegerinnen. Die Chinesin gewann am Sonntag die FM Championship im TPC Boston und sicherte sich damit ihren sechsten Titel auf der LPGA Tour. Mit einer abschließenden 70 (−2) kam Yin auf insgesamt 13 unter Par und setzte sich damit zwei Schläge vor Hyo Joo Kim durch.
Die Entscheidung fiel auf den zweiten neun Löchern. Yin spielte zunächst solide, ehe sie am Par 5 der 12. Bahn einen rund siebeneinhalb Meter langen Birdie-Putt versenkte und damit zu ihrer südkoreanischen Mitspielerin Kim aufschloss.
Anschließend blieb Yin auch unter schwierigen, zunehmend windigen Bedingungen ruhig. Fünf Pars in Folge hielten sie in Führung, ehe sie am letzten Loch noch einmal zuschlug. Mit einem Birdie am Par 5 der 18. Bahn machte sie den Sieg perfekt.
„Ich glaube, dieser Sieg gibt mir definitiv ein bisschen mehr Selbstvertrauen”, sagte Yin. „Ich möchte einfach den Moment genießen.“
Für Yin endet damit eine ungewöhnlich lange Wartezeit. Ihre bislang letzte LPGA-Trophäe hatte sie bei der Maybank Championship 2024 gewonnen. Seitdem waren 672 Tage vergangen. In ihrer bislang besten Phase hatte Yin 2023 zwei und 2024 sogar drei Turniere gewonnen.
„Es ist einfach so lange her seit meinem letzten Sieg“, sagte Yin. „Ich weiß, dass ich hart gearbeitet habe, ebenso wie mein Team. Meine Mutter ist hier. Einfach alles ist zusammengekommen.“
Hyo Joo Kim konnte Yin lange Paroli bieten, musste sich am Ende jedoch mit dem zweiten Platz begnügen. Die zweifache Saisonsiegerin spielte eine 71 und verlor am 16. Loch den entscheidenden Schlag.
Dort benötigte sie drei Putts und verpasste einen Drei-Meter-Putt zum Par. Auch am folgenden Par 3 blieb eine Birdie-Chance aus zwei Metern ungenutzt.
„Am Ende des Tages war es Ronni“, sagte Kim über Yin.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T17 Morgane Metraux (SUI)
Weitere Turniere:
PGA Tour Champions: The Ally Challenge
Warwick Hills Golf & Country Club, Michigan, 28. bis 30. August
Sieger: Steven Alker (NZL)
T55 Bernhard Langer (GER)
PGA Tour Americas: CRMC Championship
Craguns Legacy Courses, Minnesota, 27. bis 30. August
Sieger: Justin Biwer (USA)
T29 Jonas Baumgartner (GER)
HotelPlanner Tour: Dormy Open
Kristianstad Golf Club, Schweden, 27. bis 30. August
Sieger: Christofer Blomstrand (SWE)
4 Hurly Long (GER)
Legends Tour: Staysure English Legends
Chart Hills, England, 28. bis 30. August
Sieger: Mikael Lundberg (SWE)
T47 Thomas Gögele (GER) & Markus Brier (AUT)
Epson Tour: Dream First Bank Charity Classic
Buffalo Dunes Golf Course, Kansas, 28. bis 30. August
Siegerin: Mirabel Ting (MAS)
T39 Sophie Hausmann (GER)
Sunshine Tour: SunBet Challenge
Wild Coast Sun Country Club, Südafrika, 26. bis 28. August
Sieger: Jean Hugo (RSA)
T17 Morris Schiefner (GER)

