Vom internationalen Konzernleben zur eigenen Marke: Marc Svojanovsky, CEO & Co-Founder von artes motus, über Haltung, Design und den Versuch, Golfbekleidung neu zu denken.
Marc, Du warst viele Jahre international als Sales Manager und in Führungspositionen tätig. Wann kam der Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen?
Die Jahre in internationalen Premium- und Lifestyle-Unternehmen haben mich eines gelehrt: Wirklich starke Marken entstehen aus einer klaren Haltung heraus. Es geht nicht nur um Produkte, sondern darum, ein Gefühl zu schaffen, mit dem sich Menschen identifizieren können. Customer Centricity, konsequentes Design, hochwertige Produktentwicklung und die Fähigkeit, echte Begehrlichkeit aufzubauen – das waren prägende Erfahrungen für mich.
Nach mehr als 30 Jahren in großen Konzernen kam dann der Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen. Etwas mit maximaler Authentizität, in einem Bereich, den ich persönlich liebe und sehr gut kenne. Golf war dafür der perfekte Raum: ein Sport mit Tradition, Präzision und Stil – aber gleichzeitig mit enormem Potenzial für eine moderne, neue Interpretation. Genau daraus ist artes motus entstanden.
Gab es einen bestimmten Moment, in dem du gemerkt hast: Genau diese Art von Golf- und Lifestyle-Mode fehlt am Markt?
Ja, es gab diesen Moment. Während der Pandemie habe ich intensiv mit dem Golfen begonnen. Dabei habe ich genau beobachtet, wie sich Golferinnen und Golfer kleiden – und schnell gedacht: Das kann man moderner, funktionaler und ästhetischer lösen.
Viele Produkte wirkten zu klassisch oder zu technisch. Es fehlte eine Marke, die Performance, modernes Design und einen klar reduzierten Look miteinander verbindet. Aus dieser Beobachtung entstand die Idee zu artes motus.
Wir wollten Golfbekleidung entwickeln, die sich nicht wie ein Kompromiss zwischen Sport und Lifestyle anfühlt, sondern beides selbstverständlich vereint. Technisch durchdacht, aber visuell ruhig. Leistungsorientiert, aber zeitlos.
artes motus verbindet Funktion, Design und einen sehr reduzierten, modernen Look. Welche Haltung oder welches Lebensgefühl möchtest du mit der Marke transportieren?
Großartiges Golf basiert auf Bewegung – Kleidung sollte daher ebenso beweglich sein. Der Name artes motus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „die Künste der Bewegung“.
Unsere Haltung ist bewusst reduziert: Jedes Detail hat seinen Platz. Nichts ist zufällig, nichts ist überladen. Für uns ist Zurückhaltung eine Form von Selbstvertrauen. Daraus entstehen Klarheit, Fokus und ein zeitloser Stil.
Wie entstehen eure Kollektionen? Mich interessiert vor allem der kreative Prozess: Woher kommen Inspirationen, wie wichtig sind Materialien – und wie viel Technik steckt tatsächlich in den Produkten?
Der Ausgangspunkt jeder Kollektion ist immer der Golfschwung und seine biomechanischen Anforderungen. Der Golfschwung ist eine hochpräzise Bewegung, genau darauf muss Kleidung reagieren. Deshalb denken wir Design immer aus der Bewegung heraus.
Materialien spielen dabei eine zentrale Rolle. Wir wählen Stoffe ausschließlich nach ihrer Leistungsfähigkeit aus: Dehnbarkeit, Rückstellvermögen, Atmungsaktivität, Leichtigkeit und Strapazierfähigkeit sind entscheidend. Die Produkte müssen ihre Funktion auch nach intensiver Nutzung und vielen Bewegungsabläufen dauerhaft behalten.
Die Innovation steckt im Produkt, nicht im sichtbaren Effekt. Unser Ziel ist es, technische Performance so zu integrieren, dass sie selbstverständlich wirkt – kombiniert mit einer klaren, modernen Ästhetik.
Ein großer Teil eurer Produktion findet in Europa statt. Warum war dir das wichtig?
Über 60 Prozent unserer Kollektion werden innerhalb Europas produziert. Nachhaltige Produktion und faire Arbeitsbedingungen sind für uns keine Marketingbegriffe, sondern eine Grundvoraussetzung.
Gleichzeitig geht es auch um Qualität und technisches Know-how. Hochwertige, performante Golfbekleidung entsteht nur dort, wo Erfahrung, Präzision und modernste Verarbeitung zusammenkommen. Gerade bei technischen Stoffen, Passformen und funktionalen Details braucht es Partner, die dieses Niveau wirklich beherrschen.
Die Nähe zu unseren Produktionspartnern ermöglicht uns außerdem einen deutlich engeren Austausch und eine konsequente Qualitätskontrolle. Für mich persönlich gehört Verantwortung genauso zu einer modernen Premiummarke wie Design oder Performance.
„Lifestyle“ ist in aller Munde. Was bedeutet der Begriff für dich? Für wen entwirfst du – und was verbindet die Menschen, die artes motus tragen?
„Lifestyle“ ist ein dynamischer Begriff, der oft inflationär verwendet wird. Für uns geht es weniger darum, ein bestimmtes Image zu inszenieren, sondern um eine Haltung.
Wir entwerfen für Golferinnen und Golfer, die Bewegung, Präzision und bewusste Entscheidungen schätzen. Menschen, die Wert auf Qualität legen, ohne laut sein zu müssen. Die Klarheit mögen – im Spiel, im Stil und in der Art, wie sie auftreten.
artes motus richtet sich nicht an eine bestimmte Altersgruppe. Was unsere Kundinnen und Kunden verbindet, ist ein gemeinsames Verständnis von moderner Golfkultur: technisch anspruchsvoll, reduziert im Design und zeitlos im Ausdruck. Wenn man sich damit identifizieren kann, erkennt man die Marke sofort.






