Kitzbühel hat bewiesen, dass es mehr kann als Ski. Die Austrian Alpine Open 2026 wurden zum Fest des Golfsports – vor einer Kulisse, die selbst erfahrene Tour-Profis ins Staunen versetzte.
Kitzbühel kennt große Sportmomente. Die Streif, der Hahnenkamm, jubelnde Menschen an verschneiten Hängen – all das gehört seit Jahrzehnten zur DNA der Gamsstadt. Doch Ende Mai präsentierte die Region eine andere Seite: grün statt weiß, Fairways statt Pisten, Eisen statt Skier.
Mit der Austrian Alpine Open 2026 wurde Kitzbühel für vier Tage zum Mittelpunkt des europäischen Golfsports. Und selten hat ein Turnierdebüt derart stimmig gewirkt. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Wilden Kaisers entstand am am Golfplatz des GC Kitzbühel-Schwarzsee-Reith eine prickelnde Mischung aus Spitzensport, alpiner Landschaft und entspannter Gastlichkeit, die Österreich im internationalen Wettbewerb so besonders macht. Am Ende stand das intensive Gefühl: Schade, dass es nach nur vier Tagen schon vorbei war.
Spannung bis zum letzten Schlag
Sportlich lieferte das Turnier alles, was man sich von einem DP-World-Tour-Event wünschen kann. Lange Zeit schien gar ein österreichischer Triumph möglich. Bernd Wiesberger und Lokalmatador Maximilian Steinlechner mischten am Sonntag an der Spitze mit und sorgten dafür, dass die Zuschauer von einem Heimsieg träumen durften. Wiesberger lag auf den entscheidenden Back Nine in Schlagdistanz zur Führung, ehe eine Gewitterunterbrechung auf der 17. Spielbahn den Rhythmus störte. Das folgende Bogey kostete letztlich die letzte Chance auf den Titel. Mit Platz vier und 15 unter Par lieferte der Burgenländer dennoch eine starke Vorstellung ab.
Steinlechner begeisterte das Publikum mit einer furiosen Schlussrunde und guter Laune. Sechs Birdies auf den ersten elf Löchern katapultierten den Innsbrucker zeitweise sogar an die Spitze des Leaderboards. Rang sieben bedeutete am Ende nicht nur sein bestes Ergebnis der Saison, sondern auch ein Ausrufezeichen vor heimischem Publikum.
Den Sieg sicherte sich der Japaner Kota Kaneko. Mit einer souveränen 67er-Finalrunde gewann der 27-Jährige beim erst 12. Antritt sein erstes Turnier auf der DP World Tour – ein wahrhaft lebensverändernder Triumph. Immerhin bescherte dem Japaner dieser Sieg nicht nur 467.500 Dollar Preisgeld, sondern auch die fixe Tour Card für die nächsten drei Jahre, Planungssicherheit und Zugang zu vielen attraktiven Events der Tour.
„Auch wenn es nicht ganz gereicht hat, war es eine Super-Woche und ein Super-Turnier – und das nicht nur für mich, sondern generell für den Golfsport in Österreich. Max (Steinlechner, Anm.) und Sepp (Straka, Anm.) haben auch starke Leistungen gezeigt. Ich glaube, wir können als Golfland auf die Tage hier in Kitzbühel sehr stolz sein“ – Bernd Wiesberger, der sich im „Race to Dubai“ um fünf Plätze auf Position zwölf verbesserte.
Golf bewegt die Menschen
Ebenso bemerkenswert wie das sportliche Geschehen war die Resonanz rund um den Platz. Knapp 32.000 Zuschauer fanden an den vier Turniertagen den Weg nach Kitzbühel-Schwarzsee-Reith. Allein am Finalsonntag strömten mehr als 10.000 Besucher auf die Anlage. Zahlen, die zeigen, welches Potenzial der Golfsport in Österreich besitzt, wenn Bühne, Atmosphäre und sportliche Qualität zusammenfinden.
Besonders deutlich wurde das bei den Runden von Sepp Straka. Der Ryder-Cup-Star zog Menschenmassen an, wie man sie sonst eher von den ganz großen Turnieren kennt. Seine Flights wurden zu mobilen Fan-Zonen, die Stimmung entlang der Fairways erinnerte phasenweise an ein Volksfest. Mit 12 unter Par belegte der zweifache Ryder Cup Champ am Ende Platz zwölf.
Für manche Besucher war es der erste direkte Kontakt mit Spitzengolf. Für den Sport selbst vielleicht die wertvollste Erfahrung dieser Woche.
Vier Tage, die Lust auf mehr machen
Die Austrian Alpine Open waren nicht nur ein sportliches Ereignis. Wer die Fernsehbilder sah, bekam Lust, selbst hier abzuschlagen. Der blitzblaue Himmel, die Bergpanoramen, die gepflegte Anlage, die Atmosphäre und die Nähe zwischen Spielern und Publikum inszenierten alle wünschenswerten Qualitäten einer Golfdestination von Weltrang. Der Zuseher weiß nun: Golf ist in Tirol kein Nischensport, sondern Teil eines modernen alpinen Lebensgefühls. Sportlich ambitioniert, naturnah und genussorientiert zugleich.
Gerade in Zeiten, in denen Destinationen weltweit um Aufmerksamkeit konkurrieren, ist ein solches Turnier so viel mehr als Wettkampf um Birdies und Preisgeld: Als glänzende Visitenkarte für Kitzbühel, Tirol und Österreich transportiert es eine wichtige Message in die Welt und wird Besucherströme in die Gegend lotsen – bis aus Japan.
Die Vorfreude beginnt
2027 wird die Austrian Alpine Open ins SalzburgerLand und den Golfclub Gut Altentann zurückkehren, wo eine Menge investiert und umgebaut wird. Kitzbühel hat nun jedenfalls die Messlatte hoch gelegt. Zwischen den Regionen bestehe übrigens keinerlei Konkurrenz: man lernt voneinander, wächst gemeinsam und stemmt das Projekt Austrian Alpine Open zusammen – und das höchst erfolgreich.
Die erste Austragung in Tirol war Beweis dafür, dass auch die Gamsstadt nicht nur im Winter internationale Strahlkraft besitzt. Sie kann Weltklasse-Golf. Sie kann große Sportmomente. Und sie kann Menschen für diesen Sport begeistern. Vier Tage waren dafür fast zu wenig.
Das Turnier im Turnier: Red Bull Final3
Auf den Schlusslöchern 16, 17 und 18 wurden am Wochenende die Scores separat gewertet. Wer über alle sechs Final-Löcher die wenigsten Schläge benötigte, gewann das Red Bull Final3. Der Preis: Flying Bulls Kunstflug, exklusive Hangar-7-Tour und Dinner im 5-Hauben-Restaurant Ikarus. Für die Spieler bedeutet das volle Attacke bis zum letzten Putt, für die Fans Spannung bis zum Schluss. Rikuya Hoshino aus Japan konnte diese Challenge für sich entscheiden.

Austrian Alpine Open 2026 presented by Kitzbühel – Tirol
Austragungsort: Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee-Reith
Champion: Kota Kaneko (JPN)
Preisgeld: 2,75 Millionen US-Dollar
Race to Dubai: Turnier 21 von 42
Race-to-Dubai-Punkte: 3.500











