Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Cadillac Championship
Mit einer beeindruckenden Vorstellung dominierte Cameron Young die Cadillac Championship von Anfang bis Ende und sicherte sich einen souverรคnen Start-Ziel-Sieg. Auf dem traditionsreichen Platz von Trump National Doral lieร der Amerikaner zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen und setzte sich schlieรlich mit sechs Schlรคgen Vorsprung durch.
Besonders bemerkenswert: Young war sich selbst der grรถรte Gegner. Bereits frรผh in der Finalrunde zeigte er auรergewรถhnliche Fairness, als er sich auf Bahn 2 selbst einen Strafschlag anrechnete, weil sich sein Ball minimal bewegt hatte. Trotz dieses Rรผckschlags rettete er noch das Par โ ein Moment, der sinnbildlich fรผr seine gesamte Woche stand: ruhig, kontrolliert und mental extrem stark.
Mit einer Schlussrunde von 68 Schlรคgen (-4) kam Young auf insgesamt 19 Schlรคge unter Par und distanzierte damit sogar den Weltranglistenersten Scottie Scheffler deutlich. Dieser wurde mit ebenfalls soliden 68 Schlรคgen erneut โnurโ Zweiter. Fรผr Scheffler war es bereits die dritte Runner-up-Platzierung in Folge โ diesmal jedoch ohne echte Siegchance, so dominant trat Young auf.
โWenn der Golfplatz anspruchsvoll ist, wenn die Bedingungen schwierig sind, fรคllt es mir mental eher leichter.“
Cameron Young
Die Bedingungen am Finaltag unterschieden sich deutlich von denen der Vortage. Nach starken Regenfรคllen prรคsentierte sich der als โBlue Monsterโ bekannte Golfplatz deutlich spielbarer, was zu niedrigeren Scores fรผhrte. Wรคhrend viele Spieler davon profitierten, nutzte Young die Situation perfekt und brachte seine Fรผhrung nie in Gefahr.
Hinter dem Spitzenduo belegte Ben Griffin den dritten Platz, wรคhrend sich Si Woo Kim, Sepp Straka und Adam Scott den vierten Platz teilten. Letzterer unterstrich mit einer starken Schlussphase seine gute Form und dรผrfte sich damit auch eine Teilnahme an den kommenden Majors gesichert haben.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T4 Sepp Straka (AUT)
LPGA Tour: Riviera Maya Open
Nelly Korda hat einmal mehr ihre Ausnahmestellung im Weltdamengolf bestรคtigt: Mit einem souverรคnen Start-Ziel-Sieg bei den Riviera Maya Open at Mayakoba feierte die Weltranglistenerste ihren zweiten Turniersieg in Folge und ihren 18. LPGA-Titel.
Auf dem anspruchsvollen El Camaleรณn Golf Course dominierte die 27-jรคhrige Amerikanerin das Feld รผber vier Tage hinweg nahezu nach Belieben. Mit einer Schlussrunde von 69 (-3) kam sie auf insgesamt 17 unter Par und setzte sich mit vier Schlรคgen Vorsprung klar vor Arpichaya Yubol durch. Yu Liu belegte Rang drei.
Besonders beeindruckend war die Konstanz, mit der Korda das Turnier kontrollierte. รber die gesamten 72 Lรถcher hinweg unterliefen ihr lediglich zwei Bogeys โ eine auรergewรถhnliche Bilanz auf einem Kurs, der durch enge Fairways, Wind und taktische Anforderungen hรถchste Prรคzision verlangt. โIch habe die ganze Woche รผber einfach sehr gutes Golf gespieltโ, erklรคrte sie nach dem Turnier.
Der Grundstein fรผr den Sieg wurde bereits auf den ersten neun Lรถchern der Finalrunde gelegt. Ein Eagle auf Loch 5 sowie aufeinanderfolgende Birdies auf den Bahnen 6 und 7 sorgten frรผh fรผr klare Verhรคltnisse. Zwischenzeitlich lag Korda bei 18 unter Par und hatte damit das Feld praktisch distanziert. Auf den Back Nine verwaltete sie ihren Vorsprung kontrolliert, bevor ein spรคtes Bogey am 18. Loch den ansonsten makellosen Auftritt kaum trรผbte.
Mit diesem Erfolg setzt Korda ihre historische Saison fort. Erst in der Vorwoche hatte sie mit dem Gewinn der The Chevron Championship ihren dritten Major-Titel errungen. Dass ihr direkt im Anschluss erneut ein Triumph gelingt, unterstreicht ihre aktuelle Dominanz. Sie ist die erste Amerikanerin seit Jahrzehnten, der ein Sieg unmittelbar nach einem Major gelingt.
Auch statistisch bewegt sich Korda auf auรergewรถhnlichem Niveau: Sie fรผhrt die Tour in nahezu allen relevanten Kategorien an โ von Abschlรคgen รผber Annรคherungen bis hin zum kurzen Spiel. Ihre Fรคhigkeit, Golfplรคtze zu kontrollieren statt nur auf sie zu reagieren, hebt sie aktuell klar vom Rest des Feldes ab.
Damit reiht sie sich in die Nรคhe groรer Namen ein. Als jรผngste US-Spielerin seit Nancy Lopez erreicht sie die Marke von 18 LPGA-Siegen und zieht zugleich mit Ikonen wie Lydia Ko gleich, die zuletzt diese Erfolgszahl erreichten. Zudem nรคhert sie sich mit groรen Schritten der Aufnahme in die LPGA Hall of Fame โ ein Meilenstein, der angesichts ihrer aktuellen Form eher eine Frage des Zeitpunkts als des โObโ ist.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T13 Isi Gabsa (GER)
PGA Tour Champions: Regions Tradition
Stewart Cink bleibt das Maร aller Dinge auf der PGA Tour Champions. Mit seinem Sieg bei der Regions Tradition sicherte sich der Amerikaner seinen zweiten Major-Titel der Saison und setzte damit seine beeindruckende Siegesserie fort.
Mit drei Schlรคgen Vorsprung startete Cink auf dem Kurs des Greystone Golf and Country Club in die Finalrunde, sah sich jedoch zunรคchst wachsendem Druck ausgesetzt. Besonders Colin Montgomerie konnte den Abstand zwischenzeitlich verkรผrzen. Doch genau in dieser Phase zeigte Cink seine Klasse: Mit zwei Birdies in Folge auf den Lรถchern 11 und 12 setzte er sich entscheidend ab und stellte die Weichen endgรผltig auf Sieg.
Die letzte ernsthafte Herausforderung kam von Scott Hend, der mit einem Eagle und anschlieรendem Birdie kurzzeitig fรผr Spannung sorgte. Doch wรคhrend Hend seine Chancen auf den verbleibenden Par-5-Lรถchern nicht nutzen konnte, blieb Cink stabil und brachte den Sieg souverรคn ins Ziel. Mit einer Schlussrunde von 69 (-3) kam er auf insgesamt 18 unter Par und gewann mit drei Schlรคgen Vorsprung.
Fรผr Cink ist es bereits der vierte Sieg der laufenden Saison und der dritte Triumph innerhalb von nur vier Wochen โ eine Dominanz, die ihn klar an die Spitze der Senioren-Tour katapultiert. In der Gesamtwertung des Charles Schwab Cups baute er seinen Vorsprung weiter aus und unterstreicht eindrucksvoll, dass er aktuell der formstรคrkste Spieler dieser Tour ist.
Auch abseits des sportlichen Erfolgs zeigte sich Cink nachdenklich. Trotz seines Triumphs richtete er den Blick auf seine Familie, insbesondere auf seine Frau, die weiterhin gegen Brustkrebs kรคmpft. Dieser persรถnliche Hintergrund verleiht seinen Erfolgen eine zusรคtzliche emotionale Tiefe.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T5 Alex Cejka (GER)
Ladies European Tour: MCB Ladies Classic
Mit einem nervenstarken Finish hat Smilla Tarning Soenderby die Premiere der MCB Ladies Classic auf Mauritius fรผr sich entschieden und damit ihren zweiten Titel auf der Ladies European Tour gefeiert. Auf dem anspruchsvollen Legend Course des Constance Belle Mare Plage fiel die Entscheidung erst auf dem letzten Grรผn und hรคtte kaum dramatischer sein kรถnnen.
In einer Finalrunde voller Wendungen hielt sich die Dรคnin konstant in Schlagdistanz zur Spitze, ohne sich entscheidend absetzen zu kรถnnen. Nach einem durchwachsenen Start mit einem Bogey auf Loch 4 setzte sie mit einem Eagle auf der 6. Bahn ein erstes Ausrufezeichen. Spรคtestens mit weiteren Birdies auf den Lรถchern 9 und 10 war klar, dass Soenderby ernsthaft um den Sieg mitspielen wรผrde.
Auf den Back Nine blieb es ein enges Rennen. Ein Birdie auf der 13 brachte sie erneut in Schlagdistanz, doch ein Bogey auf der 14 sorgte wieder fรผr Spannung. Doch genau in der entscheidenden Phase bewies sie Nervenstรคrke: Mit Birdies auf den Lรถchern 15 und schlieรlich 18 sicherte sie sich den Titel. Besonders der finale Putt hatte es in sich โ erst nachdem der Ball gefallen war, realisierte sie, dass sie damit tatsรคchlich gewonnen hatte.
Mit einer 67 (-5) in der Schlussrunde kam Soenderby auf insgesamt 14 unter Par und setzte sich hauchdรผnn mit einem Schlag Vorsprung durch. Den zweiten Platz teilten sich Kajsa Arwefjรคll und Casandra Alexander. Beide hatten starke Finalrunden gespielt โ Arwefjรคll sogar bogeyfrei โ, konnten Soenderbys Finish jedoch nicht mehr kontern.
Fรผr die Siegerin hatte die Unterstรผtzung ihrer Mutter, die als Caddie an ihrer Seite stand, eine besondere emotionale Bedeutung. Diese familiรคre Verbindung verlieh dem Erfolg zusรคtzliche Bedeutung und erinnerte an ihre gemeinsamen Anfรคnge im Golfsport.
Auch dahinter gab es bemerkenswerte Leistungen: Anna Zanusso sorgte mit einer spektakulรคren 63 (-9) fรผr die beste Runde der Woche und belegte Rang vier. In den Top 5 fanden sich zudem Spielerinnen wie Agathe Laisnรฉ, die weiterhin die Gesamtwertung anfรผhrt.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T5 Alexandra Fรถrsterling (GER) & Celina Sattelkau (GER)
Weitere Turniere:
Korn Ferry Tour: Tulum Championship
PGA Riviera Maya, Mexiko, 16. bis 19. April
Sieger:
PGA Tour Americas: Brazil Open
Rio Olympic Golf Course, Brasilien, 16. bis 19. April
Sieger: Dylan Menante (USA)
CUT Jeremy Paul (GER)
LIV Golf: Mexico City
Club de Golf Chapultepec, Mexiko, 16. bis 19. April
Sieger: Jon Rahm (GER)
T25 Martin Kaymer (GER)
Sunshine Tour: Mediclinic Invitational
Heron Banks Golf & River Estate, Sรผdafrika, 15. bis 18. April
Sieger: Samuel Simpson (RSA)
T36 Allen John (GER)
