Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Players Championship
Mit einer nervenstarken Schlussphase hat sich Cameron Young den bislang größten Titel seiner Karriere gesichert und die Players Championship gewonnen. Der Amerikaner setzte sich im TPC Sawgrass mit insgesamt 13 Schlägen unter Par (275) durch und profitierte dabei auch von einem Fehlschlag seines direkten Konkurrenten Matt Fitzpatrick auf der Schlussbahn.
Young spielte auf den Back Nine eine fehlerfreie Runde und kam am Ende auf eine 68 (-4). Besonders spektakulär war sein Schlag auf dem berühmten Inselgrün der 17. Bahn: Trotz starken Windes legte er den Ball bis auf etwa drei Meter an die Fahne und verwandelte das entscheidende Birdie. „Auf der 17 ist es so laut, man weiß, dass alle Augen auf einen gerichtet sind. Ich bin wirklich stolz darauf, wie ich die letzten Löcher gespielt habe”, sagte Young nach seinem Triumph.
Es ist erst sein zweiter Sieg auf der PGA Tour, allerdings ein besonders bedeutender: Die Players Championship gilt als das prestigeträchtigste Turnier außerhalb der vier Majors und wird oft als das „fünfte Major“ bezeichnet. Young hatte zuvor bereits sieben zweite Plätze auf der Tour erreicht, ehe er im vergangenen Jahr bei der Wyndham Championship seinen ersten Sieg gefeiert hatte.
Entscheidend wurde schließlich das Schlussloch. Young schlug dort einen Drive über 343 Meter – den längsten jemals auf der 18. Bahn von TPC Sawgrass gemessenen Abschlag – und bereitete sich damit ein sicheres Par vor. Fitzpatrick hingegen landete mit seinem Abschlag im Pine Straw neben dem Fairway, musste zunächst herausspielen und verpasste anschließend einen rund zweieinhalb Meter langen Par-Putt, der ein Stechen erzwungen hätte. Young blieb somit nur noch ein kurzer Putt zum Sieg.
„Aus nächster Nähe sah das Loch wirklich winzig aus. Ich bin so froh, dass ich es geschafft habe, und bin einfach total begeistert davon, wie ich gespielt habe.“
Cameron Young
Xander Schauffele belegte mit einer 69, bei der er auf den letzten vier Löchern drei Birdies spielte, den dritten Platz. Einen Schlag dahinter folgte der Schotte Robert MacIntyre auf Rang vier.
Für eine der größten Überraschungen des Finaltages sorgte Ludvig Åberg. Der Schwede war mit drei Schlägen Vorsprung in die Schlussrunde gestartet, brach jedoch auf den Back Nine ein. Zwei Wasserbälle auf den Löchern elf und zwölf kosteten ihn entscheidende Schläge. Mit einer 76 fiel er schließlich auf den geteilten fünften Platz zurück.
Auch Sepp Straka verlor auf den letzten Bahnen an Boden, nachdem ihm in der Schlussphase zwei Doppelbogeys unterliefen. Besonders kurios war, dass sein Ball auf der 18 nach einem Schlag aus dem Wald gegen einen am Rand sitzenden Kormoran prallte und anschließend ins Wasser flog.
Für Young hingegen zahlte sich seine aggressive Strategie aus. Sein Birdie auf der 17 brachte ihn mit Fitzpatrick gleichauf, bevor er auf der 18 den längsten Drive der Turniergeschichte auf diesem Loch erzielte. „Ich dachte mir nur: Jetzt werde ich den besten Schlag meines Lebens machen”, sagte Young später über den entscheidenden Moment.
Mit dem Sieg kassierte der 28-Jährige ein Preisgeld von 4,5 Millionen Dollar und verbesserte sich auf Platz vier der Weltrangliste. Noch ein Jahr zuvor hatte sein Hauptziel darin bestanden, einen Platz im Team der USA für den Ryder Cup zu sichern – ein Wettbewerb, bei dem er bei der Austragung im Bethpage Black Course zu den stärksten amerikanischen Spielern gezählt hatte.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T8 Sepp Straka (AUT)
Ladies European Tour: Womens Australian Open
Vor heimischem Publikum hat sich Hannah Green den Titel bei der Women’s Australian Open gesichert und damit ein Stück australischer Golfgeschichte geschrieben. Die Australierin gewann im Kooyonga Golf Club mit insgesamt elf Schlägen unter Par und einem Schlag Vorsprung. Damit ist sie die erste australische Spielerin seit Karrie Webb im Jahr 2014, die die traditionsreiche Patricia Bridges Bowl gewinnt.
Green spielte am Sonntag eine 70 (-2) und setzte sich in einem spannenden Finale gegen ihre Landsfrau Cassie Porter sowie die Französin Agathe Laisné durch. Für die siebenfache LPGA-Siegerin ist es bereits der zweite Triumph innerhalb von drei Wochen, nachdem sie zuvor in Singapur bei der HSBC Women’s World Championship gewonnen hatte. Gleichzeitig feierte sie damit ihren ersten Sieg auf der Ladies European Tour.
Mit einem Schlag Vorsprung in die Schlussrunde gestartet, geriet Green zunächst unter Druck. Ihre Spielpartnerin Magdalena Simmermacher startete mit zwei Birdies an den Löchern zwei und drei und übernahm kurzzeitig die Führung. Green antwortete jedoch mit einem Birdie an der fünften Bahn, während Simmermacher kurz darauf zwei Schläge verlor.
Parallel dazu sorgten andere Spielerinnen für zusätzliche Spannung. Porter spielte eine außergewöhnliche Runde, stellte mit einer 62 (-10) einen neuen Platzrekord auf und setzte sich damit an die Spitze des Leaderboards. Auch Laisné war nach ihrem Sieg bei der Ford Women’s NSW Open erneut unter den Führenden zu finden. Zwischen Loch acht und elf spielte sie vier Birdies in Folge und schloss zur Spitze auf.
Die entscheidende Phase kam auf den letzten Bahnen. Nachdem Laisné am Par 3 der 15 einen wichtigen Par-Putt gelocht hatte, unterlief ihr an der 17 ein Bogey. Gleichzeitig spielte Green ein starkes Birdie an der 16. Ein Bogey an der 17 verkürzte den Vorsprung zwar auf einen Schlag, doch mit einem sicheren Par auf der Schlussbahn brachte Green den Sieg nach Hause.
„Ich bin ehrlich gesagt ein wenig sprachlos“, sagte Green nach dem Erfolg. „Der Sieg in Singapur hat mir heute definitiv dabei geholfen, mit den Nerven umzugehen. Eine nationale Open zu gewinnen, fühlt sich fast wie ein Major an, besonders vor heimischem Publikum.“
Porter und Laisné teilten sich schließlich mit zehn Schlägen unter Par den zweiten Platz. Die Australierin Karis Davidson und die Südafrikanerin Casandra Alexander belegten mit sechs unter Par gemeinsam Rang vier. Simmermacher wurde mit fünf unter Par Sechste.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T17 Leonie Harm (GER) & Alexandra Försterling (GER)
LIV Golf: Singapur
In einem dramatischen Finale hat sich Bryson DeChambeau den Titel bei LIV Golf Singapore gesichert. Der Amerikaner setzte sich im Stechen gegen Richard T. Lee auf dem Sentosa Golf Club durch und feierte damit seinen vierten Einzeltitel in der LIV Golf League.
Das Play-off entwickelte sich zu einem ungewöhnlichen und emotionalen Finale. Gleich auf dem ersten Extra-Loch landete DeChambeaus Abschlag im Wasserhindernis, sodass er zunächst nur darauf hoffen konnte, mit einem Par im Spiel zu bleiben. Nach seinem Strafschlag spielte er den Ball über das Grün ins Rough, rettete jedoch mit einem starken Up-and-Down das Par. Lee hatte seinerseits eine gute Chance, das Turnier zu gewinnen: Nachdem er das Grün erreicht hatte, hatte er rund drei Meter zum Birdie. Doch er verpasste zunächst diesen Putt und verschob anschließend auch den kurzen Par-Putt aus etwa 60 Zentimetern, der das Stechen verlängert hätte. Damit stand DeChambeau überraschend als Sieger fest.
„Da sind gerade viele Emotionen dabei“, sagte DeChambeau nach dem Triumph. „Freude, Erleichterung, alles, was man sich vorstellen kann.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass er einen Sieg durch einen so kurzen Fehlschlag des Gegners nicht gerne erlebt. „Man will nicht auf diese Weise gewinnen“, erklärte er, „aber Golf ist manchmal ein sehr unberechenbares Spiel.“
Lee hatte sich überhaupt erst ins Stechen gespielt, nachdem er im regulären Durchgang mit einem Birdie auf der 18 eine 66 (5 unter Par) erreicht hatte. DeChambeau, der in der letzten Gruppe unterwegs war, musste ebenfalls ein Birdie auf der Schlussbahn spielen, um gleichzuziehen, was ihm mit einer weiteren 66 gelang.
Damit sorgte der Kanadier für das bislang beste Ergebnis eines sogenannten Wildcard-Spielers in der Liga. Er war erst zu Beginn des Jahres über das LIV Golf Promotions Event zur Tour gestoßen und erreichte mit dem zweiten Platz erstmals eine Top-10-Platzierung.
Auch im Teamwettbewerb gab es Grund zum Feiern. 4Aces GC um Kapitän Dustin Johnson gewann zum zweiten Mal in Folge, nachdem das Team bereits in der Vorwoche bei LIV Golf Hong Kong erfolgreich gewesen war. Maßgeblich beteiligt war Thomas Pieters, der mit einer bogeyfreien 65 (-6) die beste Runde des Teams spielte. Auch Anthony Kim blieb mit einer 69 ohne Schlagverlust, während Johnson selbst ebenfalls eine 69 spielte und Thomas Detry eine 70 beisteuerte. Mit insgesamt elf Schlägen unter Par in der Finalrunde setzte sich das Team mit fünf Schlägen Vorsprung durch.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T42 Martin Kaymer (GER)
Weitere Turniere:
Epson Tour: IOA Golf Classic
Alaqua Country Club, Florida, 13. bis 15. März
Siegerin: Jeongeun Lee6 (KOR)
T20 Sophie Hausmann (AUT)
Sunshine Tour: The Courier Guy Playoffs
Serengeti Estates, Südafrika, 12. bis 15. März
Sieger: Daniel van Tonder (RZA)
T2 Allen John (GER)
