Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
DP World Tour: DP World Tour Championship
Matt Fitzpatrick hat eindrucksvoll seinen dritten Titel bei der DP World Tour Championship gewonnen, nachdem er Rory McIlroy im Stechen besiegt und die Saison 2025 mit einem groรen Triumph abgeschlossen hat. Der Englรคnder startete mit einem Schlag Rรผckstand in die Finalrunde, legte jedoch mit drei Birdies auf den ersten fรผnf Lรถchern einen starken Beginn hin und spielte eine bogeyfreie 66. Damit lag er bei 18 unter Par und ging als Fรผhrender ins Clubhaus.
In einer dramatischen Schlussphase gelang McIlroy am letzten Loch das benรถtigte Eagle, um ein Stechen zu erzwingen, doch am ersten Extra-Loch landete sein Abschlag in der Penalty Area. Fitzpatrick nutzte die Chance, rettete das Par und sicherte sich damit seinen zweiten Rolex-Series-Titel sowie seinen dritten Erfolg bei der DP World Tour Championship nach 2016 und 2020.
McIlroys zweiter Platz reichte dennoch aus, um zum siebten Mal die Harry Vardon Trophy zu gewinnen. In einer herausragenden Saison hatte er den Karriere-Grand-Slam mit seinem Sieg beim Masters komplettiert, die Amgen Irish Open gewonnen und eine Schlรผsselrolle beim historischen Ryder-Cup-Sieg Europas in Bethpage Black gespielt. Der Nordire triumphierte damit zum vierten Mal in Folge im Race to Dubai und liegt nun nur noch einen Titel hinter dem Rekord von Colin Montgomerie.
Die in Dubai lebenden Tommy Fleetwood und Laurie Canter teilten sich gemeinsam mit Ludvig ร berg und Rasmus Neergaard-Petersen den dritten Platz mit 17 Schlรคgen unter Par.
โDas bedeutet mir alles. Ich hatte natรผrlich zu Beginn dieses Jahres zu kรคmpfen, aber dann habe ich es im Sommer geschafft, das Blatt zu wenden, und einen Ryder Cup wie diesen gespielt.โ
Matt Fitzpatrick
Fitzpatrick schaffte nach einem schwierigen Saisonbeginn im Sommer eine beeindruckende Kehrtwende und sammelte starke Ergebnisse wie Top-Ten-Platzierungen bei der US PGA Championship, der Genesis Scottish Open und der Open Championship, gefolgt von weiteren Spitzenrรคngen beim Betfred British Masters, dem Omega European Masters und der BMW PGA Championship sowie einer wichtigen Rolle im Ryder-Cup-Team Europas.
In Dubai begann er die Woche mit zwei 69er-Runden, bevor ihn eine 66 am Samstag bis auf einen Schlag an die Spitze heranfรผhrte. Auch am Sonntag startete er stark, notierte frรผhe Birdies an der 2, 4 und 5, blieb dann jedoch acht Lรถcher lang ohne Schlaggewinn. Zwei Birdies an der 14 und 15 brachten ihn wieder ins Titelrennen zurรผck, ehe er auf der 18 erneut ein Birdie notierte und so das Stechen erzwang. Nach seinem Sieg zeigte sich Fitzpatrick รผberwรคltigt und erklรคrte, wie viel ihm dieser Erfolg bedeute โ besonders nach einem schwierigen Jahresbeginn โ und dankte seinem Umfeld fรผr die Unterstรผtzung. Er wolle diesen Triumph ausgiebig genieรen.
Nicolai von Dellingshausen ist der einzige deutschsprachige Spieler, der sich fรผr das Saisonfinale qualifizierte. Er beendete die Saison mit einem geteilten 22. Rang in Dubai. Im Race-to-Dubai-Ranking bedeutete dies eine Verbesserung auf den 37. Platz.
Nach der DP World Tour Championship erhielten auรerdem folgende zehn Spieler eine Tourkarte fรผr die PGA Tour: Marco Penge, Laurie Canter, Kristoffer Reitan, Adrien Saddier, Alex Noren, John Parry, Haotong Li, Keita Nakajima, Rasmus Neergaard-Petersen und Jordan Smith.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T22 Nicolai von Dellingshausen (GER)
PGA Tour Champions: Charles Schwab Cup Championship
Stewart Cink hat Golfgeschichte geschrieben: Er ist erst der vierte Spieler, der sowohl das Turnier selbst als auch die saisonweite Wertung der PGA Tour Champions gewinnt. Der 51-Jรคhrige setzte sich am Sonntag im Phoenix Country Club gegen Steven Alker durch und reiht sich damit in eine exklusive Gruppe um Tom Watson, Tom Lehman und Kevin Sutherland ein.
Mit seinem dritten Saisonsieg โ dem vierten insgesamt auf der Champions Tour โ krรถnte Cink ein bemerkenswertes Jahr. Dass er sein groรes Saisonziel tatsรคchlich erreichte, erklรคrte er spรคter zu einem der emotionalsten Momente seiner Karriere. Normalerweise schreibe man Ziele eher ab, als dass man sie erreiche, so Cink. Doch diesmal habe er sich dem Risiko ausgesetzt, dieses ambitionierte Ziel รถffentlich zu verfolgen.
Im Finalduell gegen Alker startete Cink mit einem Schlag Rรผckstand, blieb aber stabil und setzte sich schlieรlich mit einer 67er-Runde durch. Ausschlaggebend war das 18. Loch, an dem Alker seinen zweiten Schlag ins Wasser setzte und sich ein Bogey einhandelte, wรคhrend Cink sicher zum Par spielte. Bereits am Samstag waren die beiden im selben Flight unterwegs gewesen und Cink hatte betont, wie spannend es sei, direkt neben dem Mann zu spielen, den es zu schlagen galt.
Am Sonntag drehte er das Duell zu seinen Gunsten und lag auf der 12 bereits drei Schlรคge vorn. Doch der Neuseelรคnder kรคmpfte sich mit drei Birdies in vier Lรถchern zurรผck und lag vor den letzten beiden Bahnen nur noch einen Schlag zurรผck. Beide spielten die 17 in Par, ehe Alkers Fehlversuch am Schlussloch die Entscheidung brachte.
Fรผr Cink hatte der Erfolg auch eine persรถnliche Note, da er familiรคre Wurzeln in der Region Phoenix hat und als Jugendlicher auf den umliegenden Plรคtzen gespielt hatte. Seine Eltern waren vor Ort, ebenso Verwandte aus der Gegend, was den Triumph fรผr ihn noch bedeutungsvoller machte. Mit dem Doppelerfolg tritt Cink nun in den Kreis jener Champions ein, die sowohl das Saisonfinale als auch den Charles Schwab Cup in einem Jahr gewinnen konnten โ ein seltener und prestigetrรคchtiger Doppelschlag.
Mit Alex Cejka und Bernhard Langer waren auch zwei Deutsche beim Finale dabei. Wรคhrend Cejka die Saison nach einem geteilten sechsten Rang in Phoenix als Gesamt-13. beendete, blieb Langer erstmals seit 2007 ohne Saisonsieg und schloss den Charles Schwab Cup auf dem 25. Rang ab.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T6 Alex Cejka (GER)
14 Bernhard Langer (GER)
LPGA Tour: The Annika
Mit einer souverรคnen Leistung hat Linn Grant ihren zweiten LPGA-Titel gewonnen und The Annika mit drei Schlรคgen Vorsprung vor Jennifer Kupcho fรผr sich entschieden. Die Schwedin dominierte das Turnier nahezu nach Belieben, spielte 52 Lรถcher in Folge ohne Bogey und gab erst am letzten Loch einen Schlag ab, als der Sieg lรคngst sicher war. Mit einer 65er Schlussrunde und einem Gesamtscore von 19 unter Par hatte Grant sogar die Chance auf einen neuen Turnierrekord. Doch auch ohne diesen war ihr Triumph รผberragend.
Annika Sorenstam, Turniergastgeberin und schwedische Golfikone, รผberreichte Grant erneut eine Trophรคe und lobte Grants scheinbar mรผheloses Spiel. Fรผr Grant war der Sieg besonders bedeutend, da sie Sorenstam seit ihrer Kindheit bewundert und sich an gemeinsame Trainingseinheiten in Schweden erinnerte.
Kupcho gelang am ersten Loch ein Birdie, wodurch sie Grant kurzzeitig einholte. Doch die Schwedin konterte sofort und รผbernahm wieder die Fรผhrung. Ein wichtiger Moment war das fรผnfte Loch, an dem Grant einen Putt aus viereinhalb Metern lochte, um knapp vorne zu bleiben. Spรคtestens am neunten Loch setzte sie sich nach einem Bogey von Kupcho und einem eigenen Birdie weiter ab und gab die Fรผhrung bis zum Ende nicht mehr ab. Kupcho spielte zwar ebenfalls eine starke 65, kam der Siegerin jedoch nicht mehr gefรคhrlich nahe. Dritte wurde Gaby Lopez, die auf vier ihrer letzten sechs Lรถcher Birdies spielte und ebenfalls eine 65 notierte.
Fรผr Brooke Matthews war der Tag in mehrfacher Hinsicht erfolgreich: Sie erzielte ein Hole-in-One an der 12 und gewann damit eine zweijรคhrige Leasingprรคmie fรผr einen Lamborghini Huracรกn. Zwei Lรถcher spรคter chipte sie zum Eagle ein. Mit ihrer 65 und dem Einzug in die Top 60 sicherte sie sich zudem einen Startplatz fรผr das CME-Saisonfinale. Auch Nataliya Guseva erlebte ein Highlight, als sie ihr letztes Loch mit einem eingelochten Gap-Wedge aus 100 Metern zum Birdie abschloss und sich dadurch ebenfalls unter die Top 60 spielte. Lucy Li qualifizierte sich mit einem Birdie auf der 18 ebenfalls fรผr die Tour Championship.
Mit diesem Sieg setzt Grant eine beeindruckende Serie fort: Seit 2020 hat sie jedes Jahr mindestens ein Turnier auf einer der groรen oder regionalen Touren gewonnen. Diesen Punkt hatte ihr Vater ihr schon frรผh als Zeichen einer herausragenden Karriere mitgegeben. Titel hat sie inzwischen auf der LPGA, der LET, der LET Access, der Sunshine Tour, der Nordic Golf League und sogar auf der European Tour gesammelt. Fรผr die Titelverteidigerin Nelly Korda verlief der Tag weniger erfolgreich: Sie konnte den Rรผckstand nicht aufholen, spielte eine 69 und landete am Ende auf Rang 15.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T15 Esther Henseleit (GER)
T48 Olivia Cowan (GER)
PGA Tour: Butterfield Bermuda Championship
Adam Schenk hat bei der Butterfield Bermuda Championship im 243. Versuch seinen ersten PGA-Tour-Titel errungen โ ausgerechnet an einem Tag, an dem orkanartige Windbรถen das Spielen extrem erschwerten. Mit einer Even-Par-71 behauptete er sich schlieรlich mit einem Schlag Vorsprung vor Chandler Phillips.
Fรผr Schenk, der im FedExCup auf Rang 134 lag und kurz davor stand, wieder an der Q-School teilnehmen zu mรผssen, war dies ein รผberlebenswichtiger sportlicher Erfolg. Der 31-Jรคhrige meisterte die tรผckischen Bedingungen mit nur einem Birdie, aber mehreren entscheidenden Par-Saves, besonders auf den Lรถchern 12, 14 und 16.
Auf dem 18. Loch verzog er seinen Schlag leicht รผber das Grรผn. Aufgrund der schwierigen Lage entschied er sich, mit dem Putter durch das Vorgrรผn zu spielen, und musste anschlieรend einen nervenstarken 1,5-Meter-Putt lochen, um den Sieg zu sichern.
Takumi Kanaya, der als direkter Verfolger im letzten Flight spielte, verpasste schlieรlich den Ausgleich, als sein Par-Putt vom Wind beeinflusst knapp vorbeiging. Phillips verbesserte sich mit seinem zweiten Platz von Rang 139 auf 92 im FedExCup und dรผrfte damit seine Tourkarte behalten. Schenk hingegen erhรคlt durch seinen Sieg eine zweijรคhrige Exemption sowie Startplรคtze bei den Signature Events, der PGA Championship und der Players Championship.
Nach einer Saison, in der er zwischenzeitlich sechs Cuts in Folge verpasste und an seinem Putting arbeitete โ zeitweise sogar einhรคndig โ belohnte er sich nun endlich fรผr seine Anpassungen. Angesichts der widrigen Bedingungen sprach er vom โlรคngsten Tag รผberhauptโ, zugleich aber auch vom emotionalsten Moment seiner Karriere.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T29 Thomas Rosenmรผller (GER)
T34 Matti Schmid (GER)
