Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
LPGA Tour: Honda LPGA Thailand
Jeeno Thitikul hat ihre Favoritenrolle eindrucksvoll bestรคtigt und als Nummer eins der Welt erstmals das Heimturnier Honda LPGA Thailand gewonnen. Die 23-jรคhrige Thailรคnderin setzte sich mit einem Schlag Vorsprung gegen die Japanerin Chizzy Iwai durch und sicherte sich unter dem Jubel der heimischen Fans ihren achten Titel auf der LPGA Tour.
Mit einer starken Schlussrunde von 68 Schlรคgen (-4) kam Thitikul auf insgesamt 24 unter Par (264) und behielt trotz drรผckender Hitze und groรen Erwartungsdrucks die Nerven. โIch wรผrde es mit A+++ bewertenโ, sagte sie nach dem Triumph. โIch weiร, dass es nicht so groร ist wie ein Major, aber in meinem Heimatland zu gewinnen, bedeutet mir so viel โ manchmal sogar mehr als ein Major.โ
Damit ist Thitikul nach Ariya Jutanugarn (2021) und Patty Tavatanakit (2024) die dritte thailรคndische Siegerin des Turniers. Besonders emotional war der Erfolg, weil ihre Mutter diesmal vor Ort war โ nachdem Thitikul zuvor acht Anlรคufe bei diesem Event unternommen hatte. โMeine Mutter kam nach der 18 zu mir und hat sehr viel geweintโ, erzรคhlte Thitikul. โIch habe ihr gesagt: Endlich habe ich vor dir gewonnen. Sie war sehr emotional, und das hat mich auch sehr bewegt.โ
„Es bedeutet meiner Familie sehr viel, vor allem, weil meine Mutter, mein Groรvater und meine Groรmutter dabei sind. Bis auf meine Schwester, die zu faul ist, sind alle aus meiner Familie hier.โ
Jeeno Thitikul
Chizzy Iwai (Weltranglisten-19.) lieferte sich ein packendes Duell mit der Lokalmatadorin. Nach ihrem zweiten Eagle des Tages am Par-5 der 10 zog sie zwischenzeitlich gleich. Weitere Birdies gelangen ihr jedoch nicht. Mit einer 66er-Runde beendete sie das Turnier bei 23 unter Par (265) auf Rang zwei.
Die Sรผdkoreanerin Hyo Joo Kim (Weltranglisten-9.) sicherte sich mit einer 68 und insgesamt 22 unter Par (266) den dritten Platz. Ihre Landsfrau Somi Lee, die nach der zweiten Runde noch in Fรผhrung gelegen hatte, wurde mit 21 unter Par (267) Vierte.
Die frรผhere Weltranglistenerste Lydia Ko spielte ebenfalls eine 68 und teilte sich Rang fรผnf mit der Dรคnin Nanna Koerstz Madsen, die mit einer brillanten 63 die niedrigste Runde des Tages ablieferte. Beide kamen auf 20 unter Par (268). Die Titelverteidigerin Angel Yin beendete das Turnier nach einer 70er-Runde nur auf dem geteilten 48. Platz bei fรผnf unter Par (283).
Das Turnier, das rund 125 Kilometer รถstlich von Bangkok ausgetragen wurde, war der Auftakt zu einer dreiwรถchigen Asien-Serie auf der LPGA Tour mit weiteren Stationen in Singapur und China. Fรผr Jeeno Thitikul stand jedoch vor allem eines im Mittelpunkt: der lang ersehnte Heimsieg und ein besonderer Moment mit ihrer Familie.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
62 Esther Henseleit (GER)
PGA Tour: Genesis Invitational
Jacob Bridgeman hat sich beim Genesis Invitational seinen ersten Titel auf der PGA Tour gesichert โ und das auf einem der traditionsreichsten Plรคtze der Welt: dem Riviera Country Club. Mit einer nervenaufreibenden Schlussrunde verteidigte er seinen Vorsprung gegen Rory McIlroy und Kurt Kitayama und gewann mit einem Schlag Vorsprung.
Vor dem Finaltag hatte sich Bridgeman ausgemalt, wie er mit komfortabler Fรผhrung die 18 hinaufgehen und anschlieรend die Trophรคe von Gastgeber Tiger Woods entgegennehmen wรผrde. Fast alles traf ein โ nur nicht die erhoffte Vier-Schlรคge-Fรผhrung. Stattdessen musste er am Ende einen nervรถsen Meter-Putt zum Par lochen. Seine 72 (+1) reichte fรผr ein Gesamtergebnis von 18 unter Par (266).
Dabei hatte der 26-Jรคhrige das Turnier scheinbar fest im Griff. Mit sechs Schlรคgen Vorsprung war er in die Schlussrunde gestartet, zwischenzeitlich wuchs der Vorsprung sogar auf sieben. Doch wรคhrend Adam Scott (63), Kitayama (64) und schlieรlich McIlroy (67) mit starken Back-Nine-Finishes Druck machten, wurde es fรผr Bridgeman zunehmend unangenehm. โIch konnte meine Hรคnde auf den letzten Grรผns kaum noch spรผrenโ, gestand er spรคter.
Mit einem spektakulรคren Bunkerschlag zum Birdie an der 12 brachte McIlroy zusรคtzliche Spannung ins Geschehen und beendete die Runde mit zwei Birdies in Folge. Die Zuschauer am Riviera sorgten ohnehin fรผr Dauerjubel โ unter anderem wegen eines Hole-in-One von Max Greyserman auf der 14 und eines Eagles von Tommy Fleetwood auf der 15.
Bridgeman blieb trotz alledem bemerkenswert stabil. Zwar gelang ihm auf den letzten 15 Lรถchern kein Birdie mehr, doch er vermied grรถรere Fehler. Ein kritischer Moment kam an der 16, als er aus dem Bunker mit einem Putt aus eineinhalb Metern das Bogey erreichte und somit die Fรผhrung behauptete. Die Birdie-Chancen auf den Lรถchern 17 und 18 lieร er deutlich liegen. Der finale Par-Putt brachte ihm schlieรlich eine Mischung aus Erleichterung und purem Glรผck. โIch dachte, es wรผrde viel einfacher werdenโ, sagte Bridgeman. โBis zur 16 war es das auch. Dann habe ich es mir so schwer wie mรถglich gemacht.โ
Adam Scott, der sich รผber eine Sponsoreneinladung einen Platz im Teilnehmerfeld gesichert hatte, spielte auf den letzten neun Lรถchern fรผnf Birdies und wurde mit zwei Schlรคgen Rรผckstand Vierter โ sein bestes Ergebnis seit Ende 2024.
Scottie Scheffler kรคmpfte sich nach einer 72 am Freitag gerade so ins Wochenende, spielte 66 und 65, landete am Ende aber nur auf Rang zwรถlf โ sein schlechtestes Resultat seit fast einem Jahr. Damit endete auch seine Serie von 18 Top-10-Platzierungen in Folge.
Fรผr Bridgeman bedeutet der Sieg den Durchbruch auf der PGA Tour und einen gewaltigen Sprung in der Weltrangliste โ von Platz 52 in die Top 25. Zudem hat er sich durch die Teilnahme an der Tour Championship im Vorjahr fรผr das Masters qualifiziert.
Selbst Tiger Woods erkannte an, wie besonders ein Sieg in Riviera ist โ jenem Platz, an dem Woods selbst nie gewinnen konnte. โEr meinte nur: โDa hast du mir etwas vorausโโ, erzรคhlte Bridgeman schmunzelnd. โIch habe eine Sache. Er hat alle anderen.โ
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
49 Matti Schmid (GER)
DP World Tour: Magical Kenya Open
Casey Jarvis hat sich bei der Magical Kenya Open 2026 seinen ersten Titel auf der DP World Tour gesichert. Der 22-jรคhrige Sรผdafrikaner triumphierte in Nairobi mit einem Start-Ziel-Sieg und hielt in einer von Gewitterunterbrechungen geprรคgten Finalrunde seinen Spielpartner Davis Bryant auf Distanz.
Jarvis hatte nach jeder der ersten drei Runden die geteilte Fรผhrung inne und spielte am Sonntag eine รผberragende 62 mit sechs Birdies und zwei Eagles. Den entscheidenden Schlusspunkt setzte er mit einem weiteren Eagle auf dem 18. Loch und gewann mit drei Schlรคgen Vorsprung.
โEs ist unglaublich. Ich habe noch nie vor meinem Vater gewonnen und das wollte ich so sehrโ, sagte Jarvis sichtlich bewegt. โIch war auf den letzten beiden Lรถchern so nervรถs. Es gibt kaum Worte fรผr dieses Gefรผhl.โ Wรคhrend seine Mutter den Erfolg aus Groรbritannien verfolgte, war sein Vater vor Ort โ ein besonders emotionaler Moment fรผr den jungen Sรผdafrikaner.
Jarvis legte mit drei Birdies und einem Bogey auf den ersten vier Lรถchern einen furiosen Start hin und erreichte schnell 19 unter Par. Sein Landsmann Hennie du Plessis blieb zunรคchst in Schlagdistanz. Ab Loch fรผnf konterte Bryant mit drei Birdies in Folge und hielt den Druck hoch.
Der Schlรผssel zum Sieg kam auf der 12: Jarvis lochte einen stark gelesenen Putt zum Eagle und setzte sich mit zwei Schlรคgen ab, kurz bevor eine Gewitterwarnung das Spiel unterbrach. Nach der Fortsetzung baute er seinen Vorsprung mit einem Birdie weiter aus und verwandelte anschlieรend einen wichtigen Par-Putt.
Eine weitere Unterbrechung sorgte jedoch erneut fรผr Spannung. Bryant verkรผrzte zwischenzeitlich auf einen Schlag, wรคhrend Du Plessis mit einem Tap-in-Eagle nach einem Beinahe-Albatross auf 21 unter Par kam. Auch Francesco Laporta war vorne mit dabei.
Doch Jarvis blieb cool. Auf der 17 lochte er einen wichtigen Birdie-Putt und ging mit zwei Schlรคgen Vorsprung auf die 18, wo er mustergรผltig Fairway und Grรผn fand. Dort versenkte er einen Viereinhalb-Meter-Putt zum Eagle โ der perfekte Abschluss einer denkwรผrdigen Woche.
โBei der ersten Unterbrechung gingen mir so viele Gedanken durch den Kopfโ, erklรคrte der in Johannesburg geborene Spieler. โIch war extrem nervรถs, als wir das zweite Mal rausgingen. Den letzten Putt erinnere ich kaum noch, aber er war gut.โ
Mit einem abschlieรenden Birdie sicherte sich Bryant Rang zwei vor Du Plessis. Laporta wurde Vierter.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T34 Maximilian Steinlechner (AUT)
T42 Bernd Wiesberger (AUT)
HotelPlanner Tour: Jonsson Workwear Durban Open
Oliver Bekker hat sich auf heimischem Boden seinen zweiten Titel auf der HotelPlanner Tour gesichert. Der 41-jรคhrige Sรผdafrikaner spielte am Finaltag der Jonsson Workwear Durban Open im traditionsreichen Durban Country Club eine 67er-Runde (-5) und gewann mit insgesamt 16 Schlรคgen unter Par nach 54 Lรถchern. Das Turnier war aufgrund von รberschwemmungen an Sรผdafrikas Ostkรผste auf drei Runden verkรผrzt worden. Bekker setzte sich mit zwei Schlรคgen Vorsprung vor dem Schweden Christofer Blomstrand durch, der die Woche als alleiniger Zweiter beendete.
Bekker war mit fรผnf Schlรคgen Rรผckstand in die Schlussrunde gestartet, zeigte jedoch eine starke Aufholjagd mit sieben Birdies bei zwei Bogeys. โEs fรผhlt sich ein wenig surreal anโ, sagte er. โIch habe zuletzt nicht viel gespielt, nachdem ich nach Australien gezogen bin. Ich bin mit niedrigen Erwartungen hierhergekommen โ und genau dann spielt man oft sein bestes Golf.โ Kleine technische Anpassungen in seinem Spiel hรคtten sich zuletzt ausgezahlt, erklรคrte er. Besonders das Putten und die Konstanz vom Tee hรคtten den Unterschied gemacht. Zudem helfe ihm seine langjรคhrige Erfahrung.
Der Start verlief zunรคchst holprig mit einem Schlagverlust an der Zwei, doch Bekker konterte mit drei Birdies auf den ersten neun Lรถchern und kam mit 34 Schlรคgen zur Halbzeit ins Clubhaus. Nach Pars auf den Lรถchern zehn und elf legte er mit drei weiteren Birdies nach und lag nur noch einen Schlag hinter dem Spanier Pablo Ereno. Dessen Titeltrรคume platzten jedoch am schwierigen Par-4-Loch 17, wo ihn ein Quadruple-Bogey entscheidend zurรผckwarf.
Bekker nutzte die Gelegenheit, รผbernahm die alleinige Fรผhrung und machte mit einem abschlieรenden Birdie alles klar. Es ist sein zweiter Erfolg auf der Tour nach dem Sieg beim Dimension Data Pro-Am vor drei Jahren. โIch habe auf der Zwei einen kurzen Putt verschoben und bin langsam gestartetโ, sagte Bekker. โAber dann habe ich ein paar richtig gute Schlรคge gemacht und wichtige Putts gelocht. Ich dachte, wenn ich 17 unter Par erreiche, habe ich eine Chance.โ Erst nach seinem Birdie an der 18 warf er einen Blick auf die Anzeigetafel und realisierte, dass 13 unter Par fรผr Rang zwei reichten. โDa wusste ich, dass es gereicht haben kรถnnte. Es ist etwas Besonderes, ein Turnier zu gewinnen, wenn man wirklich im Titelrennen steht.โ
Den dritten Platz teilten sich hinter Blomstrand Ereno, der Peruaner Julian Perico, der Schotte Calum Fyfe, der Sรผdafrikaner Luke Brown, der Englรคnder John Gough sowie der Portugiese Pedro Figueiredo mit jeweils 13 unter Par.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T29 Jannik de Bruyn (GER) & Philipp Katich (GER)
Weitere Turniere:
Pro Golf Tour: Golf Mad Open
Lykia Links Golf Club, Tรผrkei, 19. bis 21. Februar
Sieger: Dario Antonisse (NED)
T3 Nicolas Horder (GER)
5 Nils Dobrunz (GER)
Legends Tour: Staysure Marbella Legends
Aloha GC, Spanien, 20. bis 22. Februar
Sieger: Jamie Donaldson (WAL)
T12 Markus Brier (AUT)
