Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Texas Childrens Houston Open
Gary Woodland hat bei der Texas Children’s Houston Open einen der emotionalsten Siege der jüngeren Golfgeschichte gefeiert. Er gewann seinen ersten Titel auf der PGA Tour seit seiner Hirnoperation. Im Memorial Park Golf Course setzte sich der US-Amerikaner mit einer abschließenden 67 (-3) und insgesamt 21 Schlägen unter Par deutlich durch – fünf Schläge vor Nicolai Højgaard.
Dieser Erfolg ist weit mehr als nur ein sportlicher Triumph. Noch vor rund zweieinhalb Jahren musste sich Woodland einer schweren Operation am Gehirn unterziehen, da eine Läsion starke Angstzustände bei ihm ausgelöst hatte. Auch danach kämpfte er weiter, unter anderem mit posttraumatischen Belastungsstörungen, über die er erst kurz vor dem Turnier öffentlich gesprochen hatte. Umso größer war die emotionale Erleichterung nach dem letzten Putt, als er mit erhobenen Armen in den Himmel blickte und die Tränen kamen.
„Wir spielen hier einen Einzelsport, aber ich war heute nicht allein“, sagte Woodland sichtlich bewegt. „Wenn jemand mit etwas kämpft, hoffe ich, dass er mich sieht und nicht aufgibt. Kämpft weiter.“
Sportlich dominierte der 39-Jährige das Turnier vor allem am Wochenende. Mit kraftvollen Drives und präzisem Eisenspiel baute er seine Führung zeitweise auf sieben Schläge aus und ließ sich auch von kleineren Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen. Mit seiner Gesamtleistung von 259 Schlägen holte er seinen fünften Sieg auf der PGA Tour – den ersten seit seinem Erfolg bei der U.S. Open 2019.
„Heute war ein guter Tag. Aber der Kampf geht weiter.“
Gary Woodland
Højgaard fiel im Laufe der Finalrunde nach einem Doppelbogey an Loch sieben zurück, sicherte sich als Zweiter aber dennoch ein starkes Ergebnis und qualifizierte sich für das Masters Tournament. Auch Woodland darf dank dieses Sieges in Augusta antreten – eine zusätzliche Belohnung für sein Comeback.
Besonders bemerkenswert war die Geste von Højgaard und Titelverteidiger Min Woo Lee, die sich auf dem Weg zum 18. Grün zurückhielten, um Woodland diesen Moment allein zu überlassen. „Es war angemessen, ihm diesen Augenblick zu geben”, sagte Højgaard.
Woodland selbst betonte, wie wichtig es für ihn gewesen sei, offen über seine Probleme zu sprechen. „Als ich angefangen habe, darüber zu reden und Hilfe anzunehmen, hat sich das angefühlt, als wären 1.000 Pfund von mir abgefallen“, erklärte er. Dennoch sei sein Weg noch lange nicht zu Ende: „Ich bin immer noch in einem Kampf.“
Neben der mentalen Stärke halfen auch spielerische Anpassungen – etwa ein neuer Putter und veränderte Schläger-Setups – um wieder Kontrolle über sein Spiel zu erlangen. Doch an diesem Sonntag stand weniger die Technik im Vordergrund als die Geschichte dahinter – ein Sieg, der Mut macht.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T28 Stephan Jäger (GER)
LPGA Tour: Ford Championship
Hyo Joo Kim hat ihre derzeitige Topform eindrucksvoll bestätigt und sich bei der Ford Championship den zweiten LPGA-Sieg in Folge gesichert – erneut vor Nelly Korda. Die Südkoreanerin spielte eine abschließende 69 (-3) und gewann mit insgesamt 28 Schlägen unter Par und zwei Schlägen Vorsprung.
Damit setzte sich Kim innerhalb einer Woche zum zweiten Mal gegen Korda durch, nachdem sie zuvor auch den Founders Cup gewonnen hatte. Es ist das erste Mal in ihrer Karriere, dass sie zwei Turniere in Folge auf der LPGA Tour gewinnt.
Lange Zeit sah es sogar danach aus, als könnte sie einen historischen Rekord brechen. Mit extrem niedrigen Runden, darunter zweimal eine 61, lag sie auf Kurs, den 72-Loch-Rekord von Sei Young Kim (257 Schläge) zu unterbieten. Ein Fehler an Loch acht, der in einem Doppelbogey endete, machte diese Hoffnung jedoch zunichte und brachte Korda wieder ins Spiel.
Die Amerikanerin verkürzte zwischenzeitlich auf einen Schlag, doch entscheidend war die Phase rund um die Löcher neun und zehn. Während Korda einen kurzen Par-Putt verpasste, spielte Kim ein perfektes Birdie und setzte sich wieder ab. Danach ließ sie sich die Führung nicht mehr nehmen.
„Ich wollte Nelly eigentlich fragen, wie sich Back-to-Back-Siege anfühlen“, sagte Kim lachend – eine Anspielung auf Kordas Serie von fünf Turniersiegen in Folge im Jahr 2024.
Trotz der Niederlage zeigte Korda erneut eine starke Form und beendete das Turnier mit einer 67, inklusive Eagle und Birdie auf den letzten beiden Löchern. Dennoch waren es vor allem die verpassten kurzen Putts, die ihr die Chance auf den Sieg nahmen. „Da waren ein paar Schläge und Putts, die ich gerne zurückhätte“, erklärte sie, „aber das gehört dazu.“
Die 26-Jährige kommt damit in dieser Saison bereits auf einen Sieg und zwei zweite Plätze in drei Starts – ihre beste Phase auf der LPGA Tour seit eben jener Siegesserie vor zwei Jahren, auch wenn sie diesmal gegen die überragende Kim den Kürzeren zog.
Hinter den beiden dominierenden Spielerinnen sicherte sich Minami Katsu mit einer 65 den alleinigen dritten Platz. Lydia Ko, die das Turnier mit einer spektakulären 60 eröffnet hatte, fiel im Verlauf zurück und wurde mit acht Schlägen Rückstand Vierte.
Korda nahm die Niederlage sportlich und mit Humor: „Ich glaube, ich bin fertig damit, mit ihr in einer Gruppe zu spielen“, sagte sie lachend – wohlwissend, dass sie aktuell eine der stärksten Spielerinnen im Weltgolf direkt vor sich hat.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T9 Esther Henseleit (GER)
T25 Chiara Tamburlini (SUI)
DP World Tour: Hero Indian Open
Alex Fitzpatrick hat bei der Hero Indian Open seinen ersten Sieg auf der DP World Tour gefeiert und dabei Golfgeschichte geschrieben. Mit einer beeindruckenden Back Nine drehte der Engländer das Turnier und setzte sich schließlich mit zwei Schlägen Vorsprung gegen Eugenio Chacarra durch.
Besonders bemerkenswert ist, dass er gemeinsam mit seinem Bruder Matt Fitzpatrick nun das erste Geschwisterpaar ist, das in aufeinanderfolgenden Wochen auf der DP World Tour und der PGA Tour gewinnen konnte. Während Alex in Indien triumphierte, hatte Matt zuvor die Valspar Championship gewonnen.
Fitzpatrick startete die Finalrunde noch deutlich zurück, nachdem Chacarra mit vier Schlägen Vorsprung geführt hatte. Doch auf den letzten neun Löchern spielte der Engländer groß auf. Nach einem Rückschlag in Form eines Bogeys auf der 10 folgte eine starke Phase mit drei Birdies in Serie. Der entscheidende Moment kam zwischen Loch 15 und 17: Fitzpatrick verwandelte dort einen Rückstand von mehreren Schlägen in eine klare Führung.
Trotz eines Doppelbogeys auf der 18 bewies er am Ende die nötige Nervenstärke, um seinen ersten Titel nach Hause zu bringen. „Ich versuche, es zu erklären, ohne zu weinen“, sagte er sichtlich bewegt. „Es war so viel harte Arbeit über eine lange Zeit.“
Auch mental war die Runde eine Herausforderung. „Ich bin komplett erschöpft“, gab Fitzpatrick zu. „Ich wusste nicht einmal, wie viele Birdies ich gespielt habe – ich habe einfach versucht, im Moment zu bleiben.“
Für ihn ist der Sieg nicht nur sportlich, sondern auch persönlich bedeutend. Lange stand er im Schatten seines erfolgreichen Bruders, doch nun gehört er selbst zu den Turniersiegern. „Es kann schwer sein, ständig jemandem hinterherzulaufen, aber zum Glück ist es mein Bruder“, sagte er. „Ich habe ihn immer bewundert und versuche, so zu sein wie er.“
Hinter Fitzpatrick und Chacarra teilten sich MJ Daffue, Ugo Coussaud und Andy Sullivan den dritten Platz. Weitere Top-10-Ergebnisse gingen unter anderem an Francesco Molinari, Ewen Ferguson, Calum Hill, David Law und Matteo Manassero.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T20 Freddy Schott (GER)
PGA Tour Champions: Hoag Classic
Stewart Cink hat bei der Hoag Classic seinen nächsten Titel auf der PGA Tour Champions geholt und damit seine beeindruckende Serie fortgesetzt. Der 52-Jährige spielte Runden von 66, 62 und 66, gewann mit insgesamt 19 Schlägen unter Par und hatte am Ende vier Schläge Vorsprung. Es ist bereits sein dritter Sieg in den letzten fünf Starts.
Für Cink ist es der sechste Titel auf der PGA Tour Champions und der zweite Erfolg in der Saison 2026 nach seinem Triumph bei der Mitsubishi Electric Championship at Hualalai. Damit ist er aktuell der dominierende Spieler der Tour und führt weiterhin klar im Charles Schwab Cup, den er bereits 2025 gewonnen hat.
Seine Formkurve ist beeindruckend: In seinen letzten sechs Turnieren erreichte er den vierten Platz, gewann zweimal, belegte den geteilten zweiten Platz, den geteilten sechsten Platz und gewann erneut. Besonders stark präsentierte sich Cink in dieser Woche auf den Par-5-Löchern, die er insgesamt zwölf unter Par spielte – inklusive eines Albatrosses, zwei Eagles und fünf Birdies.
Mit seinem Gesamtscore von 194 Schlägen stellte er zudem eine der besten 54-Loch-Leistungen in der Geschichte des Turniers auf.
Mit 15 unter Par belegten Ernie Els und Zach Johnson gemeinsam den zweiten Platz. Els, Mitglied der World Golf Hall of Fame, erreichte damit seine bereits 18. Top-2-Platzierung auf der PGA Tour Champions. Johnson setzte seine starke Form nach seinem Debütsieg fort und spielte ebenfalls ganz vorne mit.
Auch Freddie Jacobson überzeugte mit Rang vier, während Bernhard Langer einmal mehr Geschichte schrieb. Der 68-Jährige spielte erneut eine Runde unter seinem Alter – bereits zum dritten Mal in Folge und insgesamt zum 42. Mal auf der PGA Tour Champions.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T7 Bernhard Langer (GER)
Weitere Turniere:
Korn Ferry Tour: Club Car Championship
The Landings Golf & Athletic Club, Georgia, 26. bis 29. März
Sieger: Davis Lamb (USA)
T65 Jeremy Paul (GER)
Sunshine Ladies Tour: ABSA Ladies Invitational
Royal Johannesburg, Südafrika, 26. bis 28. März
Siegerin: Nadia van der Westhuizen (RSA)
T6 Verena Gimmy (GER)
Sunshine Tour: Theo Manyama Qualifying School – Final Stage
Parys Golf & Country Estate & Vaal de Grace Golf Estate, Südafrika, 25. bis 29. März
Führender nach 4 von 5 Runden: Agustin Errazuriz (CHL)
T17 Morris Schiefner (GER)
Sunshine Tour: DNi Tour Championship
De Zalze Golf Club, Südafrika, 26. bis 29. März
Sieger: Martin Vorster (RSA)
T23 Allen John (GER)
