Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Valspar Championship
Matt Fitzpatrick hat bei der Valspar Championship eindrucksvoll auf seine knappe Niederlage eine Woche zuvor reagiert und sich mit einem Birdie auf der 18 den Sieg gesichert. Nach der bitteren Pleite bei der Players Championship, bei der er gegen Cameron Young erst auf den letzten Löchern unterlag, fand der Engländer die perfekte Antwort. „So kurz vor Schluss zu verlieren, ist immer schwer zu verkraften“, erklärte Fitzpatrick rückblickend.
Beim Turnier auf dem Copperhead Course im Innisbrook Resort lieferte er sich ein enges Duell mit David Lipsky. Diesmal behielt Fitzpatrick die Nerven und lochte am 18. Loch einen Birdie-Putt aus knapp fünf Metern – der entscheidende Schlag zum Sieg mit einer 68er-Schlussrunde (-3) und insgesamt elf unter Par.
„Ich wusste, dass ich gut spiele“, sagte Fitzpatrick. „Und ich dachte mir: ‚Bleib einfach dran und gib dir die bestmögliche Chance.‘“
Das Turnier entwickelte sich zu einem echten Nervenkrimi: Gleich mehrere Spieler – darunter Sungjae Im und Brandt Snedeker – lagen zwischenzeitlich in Führung. Doch der anspruchsvolle Platz forderte seinen Tribut, insbesondere auf den schnellen, harten Grüns. Fitzpatrick selbst ließ zunächst einige Chancen liegen und vergab mehrere Birdie-Putts aus kurzer Distanz. Umso überraschender war für ihn ein Blick aufs Leaderboard zur Halbzeit: Trotz der verpassten Möglichkeiten lag er weiterhin in Schlagdistanz.
„Der wichtigste Punkt war, dass ich wusste, wie gut ich spiele. Das über vier Runden durchzuziehen, war diese Woche etwas Besonderes.“
Matt Fitzpatrick
Die Wende kam auf Bahn 15: Ein gelochter Neun-Meter-Putt brachte Fitzpatrick die Führung zurück, doch Lipsky glich kurz darauf wieder aus. Am Ende hatte jedoch Fitzpatrick das letzte Wort. Mit seinem dritten Sieg auf der PGA Tour und insgesamt bereits neun Erfolgen auf der DP World Tour untermauerte der U.S.-Open-Champion von 2022 einmal mehr seine Klasse.
Lipsky verpasste mit einem Birdie-Versuch am letzten Loch den möglichen Ausgleich und wurde Zweiter. Für ihn ist es dennoch ein großer Erfolg, da er nur mit eingeschränktem Spielstatus in die Saison gestartet war. Den dritten Platz sicherte sich Jordan Smith. Im, der am Finaltag stark gestartet war, brach ein und belegte ebenso wie Xander Schauffele und Marco Penge den geteilten vierten Rang.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T7 Stephan Jäger (GER)
LPGA Tour: Fortinet Founders Cup
Beim Fortinet Founders Cup hat sich Hyo Joo Kim einen Start-Ziel-Sieg gesichert und dabei dem starken Druck von Nelly Korda standgehalten. Auf dem anspruchsvollen Kurs von Sharon Heights gewann die Südkoreanerin mit insgesamt 16 Schlägen unter Par und einem Schlag Vorsprung.
Dabei sah es zwischenzeitlich alles andere als sicher aus. Kims komfortabler Vorsprung von fünf Schlägen war nach zehn Löchern aufgebraucht, als Korda mit einer starken Phase aufschloss. Doch Kim blieb ruhig und konterte sofort. „Ich war nicht wirklich nervös oder emotional durcheinander”, erklärte sie. „Ich habe einfach versucht, mich auf meine Schläge und mein Spiel zu konzentrieren.”
Mit einer 73 (+1) in der Schlussrunde rettete die 30-Jährige ihren Vorsprung ins Ziel und feierte ihren achten Titel auf der LPGA Tour. Bereits 2015 hatte sie dieses Turnier gewonnen. Korda spielte eine 69 und setzte Kim bis zum Ende unter Druck. Besonders bitter für die Amerikanerin war das 17. Loch, wo sie ein Drei-Putt-Bogey notierte und damit entscheidend zurückfiel. „Natürlich tut so etwas weh“, sagte Korda. „Aber so ist Golf. Es geht schnell weiter, nächste Woche gibt es schon die nächste Chance.“
Die entscheidende Phase kam auf den Back Nine: Kim übernahm mit einem Birdie auf der 11 wieder die Führung, baute sie auf der 14 auf zwei Schläge aus, gab auf der 16 jedoch wieder einen Schlag ab. Sie reagierte jedoch stark auf der 17 mit einem schwierigen Par-Save aus dem Rough – einer der Schlüsselmomente des Turniers. „Ich bin besonders stolz auf die beiden Pars auf den letzten neun Löchern“, sagte Kim. „Meine Schläge waren da nicht perfekt, aber ich habe wichtige Rettungen geschafft.“
Hinter dem Spitzenduo belegten Sei Young Kim und Jin Hee Im mit elf Schlägen unter Par den dritten Platz. Die Weltranglistenerste Jeeno Thitikul kam auf Rang 14. Für Kim ist es der erste Sieg seit ihrem Triumph bei der Ford Championship im Vorjahr.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T36 Helen Briem (GER) & Esther Henseleit (GER)
Ladies European Tour: Australian WPGA Championship
Hannah Green hat bei der Australian WPGA Championship ihre beeindruckende Siegesserie fortgesetzt und sich mit einem Vier-Schläge-Vorsprung den dritten Titel in Folge gesichert. Auf dem Kurs von Sanctuary Cove spielte die aktuell Siebte der Weltrangliste eine abschließende 69 (-2) und gewann mit insgesamt 16 unter Par.
Damit feierte Green innerhalb weniger Wochen gleich drei große Erfolge, nachdem sie bereits die Australian Open sowie die HSBC Women’s World Championship in Singapur gewonnen hatte. Besonders bemerkenswert: Alle drei Siege gelangen ihr bei aufeinanderfolgenden Starts.
„Es fühlt sich unglaublich an“, sagte die 29-Jährige. „Es ist noch nicht richtig angekommen, aber es war ein verrückter Monat. Es ist einfach etwas ganz Besonderes, das alles in Australien zu schaffen.“
Mit einem Vorsprung von zwei Schlägen gestartet, legte Green in der Finalrunde direkt stark los und spielte drei Birdies in Serie auf den Löchern zwei bis vier. Zwar leistete sie sich anschließend zwei Bogeys, doch sie behielt die Kontrolle – auch, weil ihre Konkurrentinnen Fehler machten.
Vor allem Alexandra Försterling setzte sie zwischenzeitlich unter Druck. Die Deutsche kam mit einer starken Front Nine zwischenzeitlich näher heran, konnte das Niveau auf den Back Nine jedoch nicht halten und verlor durch Bogeys auf der 13 und 15 entscheidend an Boden.
Green nutzte die Gelegenheit, stellte den Vorsprung wieder her und machte schließlich alles klar, als sie das Par 5 der 18 in zwei Schlägen erreichte und sich mit einem Birdie den Sieg sicherte.
„Der Moment, in dem ich wusste, dass ich gewinne, war, als ich das Grün auf der 18 getroffen habe“, erklärte Green. „Ich habe versucht, so zu tun, als hätten wir noch mehr Löcher zu spielen, damit ich nicht zu früh darüber nachdenke.“
Anschließend wurde sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und Caddie Jarryd Felton gebührend gefeiert – inklusive einer Champagnerdusche von Kolleginnen wie Su Oh.
Hinter Green belegten Försterling und Casandra Alexander mit zwölf unter Par gemeinsam den zweiten Platz. Meghan MacLaren wurde Vierte, während sich Amelia Garvey und Noora Komulainen Rang fünf teilten.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T2 Alexandra Försterling (GER)
T9 Morgane Metraux (SUI) & Vanessa Knecht (SUI)
DP World Tour: Hainan Classic
Der Amerikaner Jordan Gumberg hat die Hainan Classic 2026 gewonnen und damit seinen zweiten Titel auf der DP World Tour erzielt. Mit einer abschließenden 70er-Runde kam er auf insgesamt 19 unter Par und setzte sich knapp gegen Jorge Campillo durch, dessen Birdie-Putt am letzten Loch nicht fallen wollte. „Es fühlt sich unglaublich an, das ist eine Woche wie aus einem Traum“, erklärte Gumberg nach seinem Erfolg und betonte damit auch die besondere Bedeutung dieses Sieges nach dem dramatischen Saisonfinale im Vorjahr.
Über die gesamte Schlussrunde hinweg lieferten sich Gumberg und Campillo ein hochspannendes Duell, in dem die Führung mehrfach wechselte. Während Gumberg unter anderem mit einem Birdie an Loch 11 wieder die Kontrolle übernahm, hielt Campillo mit starken Schlägen dagegen und setzte ihn bis zum Schluss unter Druck. „Jorge hat unglaublich gespielt und mich die ganze Zeit unter Druck gesetzt”, lobte Gumberg seinen Konkurrenten. Am Ende behielt er jedoch die Nerven und sicherte sich mit einem souveränen Par am 18. Loch den Sieg. „Es war bis zum Ende extrem spannend. Ich bin einfach glücklich, dass ich gewonnen habe“, so der 30-Jährige.
Dieser Triumph bestätigt für Gumberg einmal mehr seine besondere Stärke bei Turnieren in Asien. Bereits 2024 hatte er seinen ersten Titel gewonnen – damals noch als Spieler mit Sponsoreneinladungen. „Es gibt eine große Lernkurve – jeder Spieler in diesem Feld kann gewinnen“, sagte er über seine Entwicklung auf der Tour. Hinter dem Spitzenduo belegten Marcus Armitage, Adrian Otaegui und Yanhan Zhou mit 15 Schlägen unter Par gemeinsam Rang drei, während Dylan Frittelli nach einer schwächeren Finalrunde zurückfiel.
Emotional wurde es für Gumberg schließlich auch abseits des Platzes, als er den Erfolg mit seiner Familie feiern konnte. „Ich habe meinen besten Freund als Caddie dabei und meine Frau unterstützt mich jede Woche – sie nimmt mir so viel ab“, sagte er über sein Team, das einen entscheidenden Anteil an diesem Erfolg hatte.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T34 Jan Schneider (GER)
Weitere Turniere:
HotelPlanner Tour: DP World PGTI Open
Classic Golf & Country Club, Indien, 19. bis 22. März
Sieger: MJ Daffue (RSA)
4 Lukas Nemecz (AUT)
T9 Jannik de Bruyn (GER)
LIV Golf: South Africa
The Club at Steyn City, Südafrika, 19. bis 22. März
Sieger: Bryson DeChambeau (USA)
T31 Martin Kaymer (GER)
Sunshine Ladies Tour: Platinum Ladies Open
Blair Atholl Golf and Equestrian Estate, Südafrika, 18. bis 20. März
Siegerin: Gabrielle Venter (RSA)
T6 Sophie Witt (GER)
PGA Tour Champions: Cologuard Classic
La Paloma Country Club, Arizona, 20. bis 22. März
Sieger: Steven Alker (NZL)
T6 Bernhard Langer (GER)
Epson Tour: Orlando Health Championship
Grasslands Golf & Country Club, Florida, 20. bis 22. März
Siegerin: Maddie McCrary (USA)
T56 Sophie Hausmann (GER)
