Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Cognizant Classic
Nico Echavarria hat die Cognizant Classic in The Palm Beaches nach einem fehlerfreien Wochenende für sich entschieden. Der Kolumbianer blieb an beiden Finaltagen ohne Bogey und sicherte sich mit einer 66er-Schlussrunde (-5) den Titel im PGA National Resort. Mit insgesamt 17 unter Par (267 Schläge) lag er zwei Schläge vor Shane Lowry, Austin Smotherman und Taylor Moore.
Echavarria lag drei Löcher vor Schluss noch drei Schläge zurück, profitierte jedoch von einem Einbruch Lowrys auf den letzten Bahnen. „Manchmal braucht man gute Breaks”, sagte Echavarria – und genau die hatte er. Lowry hingegen wurde erneut vom anspruchsvollen Platz in Palm Beach Gardens ausgebremst. Dort kam er nun seit fünf Jahren in Folge unter die Top 11, wartet aber weiterhin auf seinen ersten Sieg.
Bis dahin hatte Lowry selbst kein Bogey am Wochenende gespielt und schien alles im Griff zu haben. Nach einem eingechippten Birdie an der Neun startete er eine Serie von fünf unter Par in fünf Löchern und erspielte sich eine Drei-Schläge-Führung vor dem 16. Loch. Dort begann das Drama. Sein Abschlag am Par 4 driftete weit nach rechts ins Wasser. Nach Strafschlag und weiteren Problemen notierte er ein Doppelbogey, wodurch sein Vorsprung auf einen Schlag schrumpfte.
„Natürlich bin ich extrem enttäuscht. Ich hatte das Turnier in der Hand, aber ich habe es verspielt.“
Shane Lowry
Währenddessen spielte Echavarria seine Chance eiskalt aus. Am Par 3 der 17. Bahn platzierte er seinen Abschlag rund drei Meter neben der Fahne und lochte zum Birdie, wodurch er mit Lowry gleichzog. Lowry hingegen traf erneut das Wasser und kassierte ein weiteres Doppelbogey. Am abschließenden Par 5 benötigte er ein Wunder, nachdem sein zweiter Schlag im Grünbunker gelandet war. Der lange Rettungsversuch verfehlte das Ziel und Echavarria, der das Finish bereits im Scoring-Zelt verfolgt hatte, wusste, dass ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war.
Für den 31-Jährigen ist es der dritte Erfolg auf der PGA Tour, der erste davon auf US-amerikanischem Boden. Zudem sicherte er sich mit dem Triumph seine zweite Einladung zum Masters. Mit dem Preisgeld in Höhe von 1,728 Millionen Dollar hat er das höchste Preisgeld seiner Karriere erzielt und sogar die Siegprämie seines Erfolgs bei der Baycurrent Championship 2024 in Japan übertroffen.
Für Lowry ist es statistisch sein bestes Ergebnis bei diesem Turnier, doch angesichts des Turnierverlaufs fühlte es sich anders an. Bereits 2022 hatte er hier auf dem Schlussloch den Sieg aus der Hand gegeben, als er in Führung lag. 2024 startete er als Führender in die Finalrunde und wurde am Ende Vierter.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T9 Matti Schmid (GER)
LPGA Tour: HSBC Womens World Championship
Hannah Green hat die HSBC Women’s World Championship zum zweiten Mal gewonnen. In Singapur setzte sie sich mit einem Schlag Vorsprung durch. Die Australierin, die bereits 2019 die Women’s PGA Championship für sich entschieden hatte, triumphierte im Sentosa Golf Club nach einer nervenaufreibenden Schlussrunde mit insgesamt 14 unter Par (274 Schläge).
Green beendete das Turnier mit einer 69, musste auf den Back Nine jedoch zittern. Drei Birdies und drei Bogeys sorgten für eine wechselhafte zweite Platzhälfte und öffneten ihrer härtesten Verfolgerin noch einmal die Tür. Am 18. Loch spielte sie ein Bogey, das am Ende jedoch reichte, um ihren knappen Vorsprung ins Ziel zu retten. Nach ihrem Sieg 2024 ist es bereits ihr zweiter Titel bei diesem Turnier in Singapur.
Die US-Amerikanerin Auston Kim spielte eine starke Schlussrunde mit 67 Schlägen, darunter sechs Birdies und ein Eagle, und erzielte damit das geteilte beste Tagesergebnis. Doch Bogeys an der Zwei und vor allem am Par-3 der 15. Bahn verhinderten eine vollständige Aufholjagd. Mit 13 unter Par (275) blieb sie letztlich einen Schlag hinter Green zurück.
Minjee Lee, die gemeinsam mit Green als Co-Leaderin in die Finalrunde gegangen war, kam nach drei Birdies und drei Bogeys nicht über eine Even-Par-72 hinaus. Damit fiel sie mit insgesamt elf unter Par auf den geteilten dritten Rang zurück. Diesen Platz teilte sie sich mit Angel Yin, die eine 71 spielte, sowie mit der Französin Pauline Roussin-Bouchard, die sich mit einer 68 noch nach vorne schob.
Die Weltranglistenerste Jeeno Thitikul, die in der Vorwoche in ihrer Heimat Thailand gewonnen hatte, kam am Sonntag nicht über eine 73 hinaus und beendete das Turnier mit zwei unter Par auf dem geteilten 31. Platz. Damit lag sie einen Schlag hinter Titelverteidigerin Lydia Ko, die eine 72 spielte.
Das mit 72 Spielerinnen besetzte Turnier ohne Cut war die zweite von drei Stationen der frühen Asien-Serie der LPGA. Bereits in der kommenden Woche steht das Finale auf Hainan Island in China auf dem Programm
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T10 Esther Henseleit (GER)
Ladies European Tour: Ford Womens NSW Open
Die Französin Agathe Laisné hat sich ihren ersten Titel auf der Ladies European Tour gesichert und die Ford Women’s NSW Open in Australien nach einem dramatischen Finale gewonnen. Die Französin spielte am Samstag eine 64 (-7) und am Sonntag eine 65 (-6) und kam damit insgesamt auf 16 unter Par. Damit setzte sie sich mit einem Schlag Vorsprung vor der Thailänderin April Angurasaranee und der koreanischen Amateurin Soomin Oh durch. Zum Auftakt hatte Laisné bei schwierigen, vom Regen beeinflussten Bedingungen Runden von 72 und 67 notiert.
„Es fühlt sich großartig an. Es ist ein bisschen surreal“, sagte die 26-Jährige aus Paris. Der Sieg zeige ihr, dass sich ihr Spiel weiterentwickle und sie auf dem richtigen Weg sei.
In der Finalgruppe gestartet, geriet Laisné zunächst weiter in Rückstand, als die über Nacht führende Australierin Hannah Reeves gleich am ersten Loch ein Birdie spielte und ihren Vorsprung auf drei Schläge ausbaute. Laisné konterte mit Birdies an der Zwei und Drei und übernahm kurzzeitig die geteilte Führung. Doch im weiteren Verlauf bestimmte vor allem die erst 17-jährige Soomin Oh das Geschehen, die zwischen Loch vier und 14 beeindruckende acht Birdies spielte.
Trotz weiterer Birdies an der Acht und Neun lag Laisné sechs Löcher vor Schluss drei Schläge zurück. Die Wende brachte ein starkes Eagle am Par 5 der 13. Sie hatte das Grün mit dem zweiten Schlag erreicht. Dieses Erfolgserlebnis verlieh ihr spürbaren Auftrieb. Mit einem nervenstarken Birdie am Par 3 der 17 verkürzte sie den Rückstand weiter, während Oh nach einem verzogenen Abschlag an der 16 einen Schlag verlor.
Am 18. Loch spitzte sich die Situation weiter zu. Oh spielte ihren dritten Schlag über das Grün und musste ein weiteres Bogey hinnehmen. Angurasaranee hatte mehrere gute Birdie-Chancen, konnte aber trotz einer starken 66 (-5) keinen entscheidenden Putt mehr lochen. Laisné blieb hingegen eiskalt, traf Fairway und Grün souverän und sicherte sich mit zwei Putts den historischen Erfolg. Anschließend wurde sie von ihrer Landsfrau Emma Falcher und der Tschechin Sara Kouskova mit Wasser gefeiert.
Mit diesem Triumph ergänzt Laisné ihre bisherigen Erfolge um ihren ersten LET-Titel. Sie hatte bereits 2023 auf der Epson Tour gewonnen und 2020 zwei Siege auf der LET Access Series gefeiert. Damit ist sie nach Charley Hull, die zuvor das PIF Saudi Ladies International gewonnen hatte, die zweite Siegerin der Saison.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T5 Alexandra Försterling (GER)
T26 Emma Spitz (AUT)
DP World Tour: South African Open Championship
Casey Jarvis hat sich mit einer souveränen Schlussrunde von 67 Schlägen den zweiten Titel in Folge auf der DP World Tour gesichert und die South African Open Championship 2026 in Stellenbosch gewonnen. Nur eine Woche nach seinem Premierensieg bei den Magical Kenya Open bewies der 22-Jährige Nervenstärke und setzte sich im Stellenbosch Golf Club mit insgesamt 14 Schlägen unter Par durch. Wie schon in Kenia betrug sein Vorsprung am Ende drei Schläge.
Jarvis ging mit einem Schlag Vorsprung in die Finalrunde und notierte vier Birdies bei einem Bogey. Damit feierte er seinen zweiten Drei-Schläge-Erfolg innerhalb von zwei Wochen. Er ist in dieser Saison bereits der dritte Spieler mit mehreren Siegen neben seinem Landsmann Jayden Schaper und dem Amerikaner Patrick Reed. Gleichzeitig qualifizierte sich Jarvis für das Masters Tournament sowie für die 154. Ausgabe der Open Championship.
„Ich fühle mich im Moment wie auf dem Gipfel der Welt“, sagte Jarvis nach seinem Triumph. „Vor heimischem Publikum meine eigene Open zu gewinnen, ist einfach unglaublich.“ Er erinnerte sich daran, wie er als Kind seinen Freund Brandon Stone bei dessen Sieg bei diesem Turnier beobachtet hatte – nun schrieb er selbst Geschichte als siebter unterschiedlicher südafrikanischer Heimsieger in den vergangenen sieben Austragungen.
Jarvis baute seine Führung früh aus. Nach einem Birdie zum Auftakt legte er am vierten Loch nach und lag zwischenzeitlich drei Schläge vorne. Zwar verkürzte Hennie Du Plessis kurzzeitig, doch Jarvis konterte prompt. Auf den Back Nine folgten entscheidende Momente, als Jarvis am elften Loch aus schwieriger Lage mit einem brillanten Annäherungsschlag das Par rettete, während Du Plessis seine Birdie-Chance vergab. Ein weiteres starkes Par nach einem verzogenen Abschlag an der 16 hielt den Vorsprung intakt.
Für zusätzliche Spannung sorgte eine 35-minütige Gewitterunterbrechung, als die Führungsgruppe bereits am Abschlag der 18 stand. Nach Wiederaufnahme des Spiels fand Du Plessis mit seinem Schlag ins Wasser kein Happy End mehr, während Jarvis nervenstark blieb und mit zwei Putts alles klar machte.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T14 Bernd Wiesberger (AUT) & Freddy Schott (GER)
Weitere Turniere:
Korn Ferry Tour: Argentina Open
Jockey Club, Argentinien, 26. Februar bis 1. März
Sieger: Alistair Docherty (USA)
T61 Jeremy Paul (GER)
Asian Tour: New Zealand Open
Millbrook Resort, Neuseeland, 26. Februar bis 1. März
Sieger: Daniel Hillier (NZL)
T49 Maximilian Rottluff (GER)
