Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
PGA Tour: Genesis Invitational
Vor drei Wochen hatte sich Ludvig Aberg noch mit einem mysteriรถsen Magen-Darm-Infekt รผber den South Course in Torrey Pines quรคlen mรผssen. Nach einer hervorragenden 63 zum Auftakt beendete der Schwede damals die Farmers Insurance Open mehr schlecht als recht unter den Top 50. Nun erhielt er eine zweite Chance auf seinem Lieblingsplatz. Das Genesis Invitational fand wegen der verheerenden Brรคnde rund um den ursprรผnglichen Austragungsort, dem Riviera Country Club, auf dem renommierten Platz in San Diego, Kalifornien, statt und Aberg durfte im zweiten Anlauf jubeln.
„Dieser Sonntag ist viel unterhaltsamer als der letzte, den wir hatten“, hรถrte man Aberg (-12) seinem Caddie Joe Skovron gegen Ende seiner hervorragenden Finalrunde (66, -6) sagen. Von kรถrperlichen Beschwerden war an diesem Sonntag in San Diego nichts mehr zu spรผren. Der 25-Jรคhrige spielte in der entscheidenden Phase sein bestes Golf, notierte auf den letzten sechs Lรถchern vier Birdies, um den zwischenzeitlich Fรผhrenden im Clubhaus, Maverick McNealy (USA, -11), doch noch zu รผberholen. Der junge Schwede, so cool wie einst Landsmann Henrik Stenson (The Iceman), als dieser in den 2010er-Jahren von Turniersieg zu Turniersieg marschierte und zwischenzeitlich Zweiter der Weltrangliste (2014) war.
„Das bedeutet mir sehr viel. Das ist das beste Gefรผhl im Golfsport, und das zu schaffen, was ich heute geschafft habe, wird mir in der Zukunft definitiv helfen.“
Ludvig Aberg
Dank seines zweiten PGA-Tour-Erfolgs nach der RSM Classic 2023 verbessert sich Aberg auf Platz vier in der offiziellen Weltrangliste. Im FedExCup verdrรคngt er den รsterreicher Sepp Straka von Rang eins. „Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass ich von dem Punkt, an dem ich noch vor ein paar Wochen stand, in einer Art schnellem Turnaround ein Turnier gewinnen kann“, so der Champion, der wegen der Krankheit zwischenzeitlich knapp vier Kilogramm in zwei Tagen verlor. Auf dem Weg zu seinem Triumph, der ihm vier Millionen US-Dollar einbrachte, notierte Aberg unter anderem ein Hole-in-One auf Loch 3 (Runde drei).
Es war also eine rundum gelungene Woche fรผr den ehemaligen Student der Texas Tech University, der erst seit 2023 Profi ist. Abgerundet wurde das Erlebnis mit einer persรถnlichen Gratulation vom Turniergastgeber Tiger Woods, der zum Finaltag nach Torrey Pines reiste, um dem Champion den Pokal zu รผberreichen. Eigentlich wollte der 15-malige Major-Sieger hier sein PGA-Tour-Comeback feiern, jedoch sagte er seinen Start aus Trauergrรผnden – seine Mutter, Kultida, starb in der Vorwoche – kurzfristig ab.
Hinter McNealy kam der Weltranglistenerste Scottie Scheffler (-9) auf dem geteilten dritten Rang ins Ziel. Der Texaner leistete sich in Runde drei mit einer 76 (+4) einen kleinen Ausrutscher und konnte diesen Rรผckstand im Finale nicht mehr wettmachen. Mit ihm auf T3: Landsmann Patrick Rodgers. In Runde zwei hatte Scheffler noch mit freundlicher Mithilfe der Regeln ein Par von einer anderen Tee-Box gerettet:
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T44 Stephan Jรคger (GER)
CUT: Sepp Straka (AUT)
LET: Saudi Ladies International
Jeeno Thitikuls letzten Ergebnisse: T4, 2., T7, T5, T8, 2., Sieg – und nun ein weiterer Sieg beim Saudi Ladies International in Riad. Die 21-jรคhrige Thailรคnderin darf getrost als formstรคrkste Golferin der Welt beschrieben werden. Als Weltranglistenvierte ging Thitikul in das mit insgesamt fรผnf Millionen US-Dollar dotierte LET-Event im Riyadh GC. Ihre dort gezeigten Leistungen waren einer Top-Fรผnf-Spielerin mehr als wรผrdig.
„Der Sieg bedeutet mir sehr viel und ist ein wirklich schรถner Start fรผr meine Saison 2025“, sagte Thitikul (-16), die 2021 das LET Race to Costa del Sol und den Titel ‚Rookie of the Year‘ gewann. In Riad triumphierte sie mit vier Schlรคgen Vorsprung auf die Sรผdkoreanerin Somi Lee, die wiederum mit ihrem Team die parallel รผber 36 Lรถcher stattfindende Teamwertung gewann.
Thitikul hatte sich mit einer 64 (-8) an Tag zwei von der Konkurrenz absetzen kรถnnen und brachte den Vorsprung im Finale souverรคn รผber die Ziellinie. „Ich denke, jeder wird stolz sein, besonders mein Team da drauรen. Sie wissen, wie hart wir arbeiten, also hat es sich ausgezahlt.“ Apropos ausgezahlt: Fรผr ihren Sieg in Saudi-Arabien erhielt sie 675.000 US-Dollar. Im Vergleich zum Scheck fรผr ihren Erfolg zum Abschluss der vergangenen LPGA-Saison Peanuts. Dafรผr gingen im November vier Millionen US-Dollar auf ihr Konto. Es lรคuft aktuell bei Jeeno.
Mit Emma Spitz (AUT) und Chiara Tamburlini (SUI) schafften es auch zwei deutschsprachige Spielerinnen unter die Top Ten. Beide teilten sich den achten Rang (-9) und gingen mit jeweils knapp 100.000 Euro Preisgeld nach Hause.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T8 Emma Spitz (AUT) & Chiara Tamburlini (SUI)
13. Olivia Cowan (GER)
T27 Esther Henseleit (GER)
T33 Laura Fรผnfstรผck (GER), Albane Valenzuela (SUI) & Patricia-Isabel Schmidt (GER)
T39 Morgane Metraux (SUI) & Alexandra Fรถrsterling (GER)
CUT: Aline Krauter (GER), Chiara Noja (GER), Helen Briem (GER), Kim Metraux (SUI)
LIV Golf: Adelaide
Mit drei Schlรคgen Rรผckstand ging er ins Finale. Mit drei Schlรคgen Vorsprung konnte er sein insgesamt drittes LIV-Event gewinnen: Joaquin Niemann (-13), Gesamtzweiter der vergangenen Saison, startete wie 2024, als ihm zwei Siege innerhalb der ersten drei Starts gelangen waren, furios in die neue Spielzeit. Beim zweiten Halt der Saison in Adelaide lieร er der Konkurrenz mit einer fehlerfreien 65 (-7) im Finale wenig Chance und freute sich รผber den Siegerscheck in Hรถhe von vier Millionen US-Dollar.
„Ich muss viel aus dem heutigen Tag mitnehmen und daraus lernen, denn heute war ein wirklich guter Tag“, sagte der 26-jรคhrige Chilene, der mit der Australian Open 2023 schon einmal ein DP-World-Tour-Event auf australischem Boden gewinnen konnte. „Wenn ich solche Sonntage รถfter hรคtte, an denen ich die Fรผhrenden verfolge, wรคre das wirklich gut fรผr mein Spiel.“ Die Mexikaner Abraham Ancer und Carlos Ortiz (-10) wurden geteilte Zweite.
Martin Kaymer belegte in dem 54-Mann-Feld T49 (+8).
Wรคhrend der Teamtitel an Sergio Garcias Fireballs ging, feierte Patrick Reed den Schlag des Turniers. Auf dem Party-Loch in Adelaide (Loch 12), dem sogenannten „Watering Hole“, erzielte der US-Amerikaner ein Hole-in-One und sorgte damit fรผr den Stimmungshรถhepunkt der Woche.
PGA Tour Champions: Chubb Classic
Fรผnf Birdies auf den letzten sieben Lรถchern: Justin Leonard (-15) stรผrmte regelrecht mit einem Endspurt zu seinem ersten Titel auf der PGA Tour Champions. Der 52-jรคhrige Texaner hatte seinen letzten Titel 2008 auf der PGA Tour gewonnen. Die Chubb Classic auf dem Black Course im Tiburรณn Golf Club, Florida, war sein insgesamt 45. Start auf der Senioren. „Es ist lange her, dass ich gewonnen habe“, so ein emotionaler Leonard nach seiner 68 (-4) im Finale. „Es macht einfach so viel Spaร, endlich hier zu sein, denn ich hatte immer das Gefรผhl, dass ich es schaffen wรผrde. Aber es ist schรถn, es endlich geschafft zu haben.“ Zweiter wurde Landsmann Billy Andrade (-11).
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T12 Bernhard Langer (GER)
T23 Alex Cejka (GER)
Legends Tour: Staysure Marbella Legends
Sieger: Simon Griffiths (ENG)
Ergebnisse deutschsprachiger Spieler: Thomas Gรถgele (GER) & Markus Brier (AUT) T19
HotelPlanner Tour: NTT DATA Pro Am
Sieger: Wilco Nienaber (RSA)
Ergebnisse deutschsprachiger Spieler: Maximilian Lechner (AUT) T24; Freddy Schott (GER), Cedric Gugler (SUI), Lukas Nemecz (AUT) & Jeremy Freiburghaus (SUI) CUT
