Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
DP World Tour: Bahrain Championship
Freddy Schott hat bei der Bapco Energies Bahrain Championship 2026 seinen ersten Titel auf der DP World Tour gefeiert. Im Play-off setzte er sich gegen Calum Hill und Patrick Reed durch. Nach 72 Lรถchern lagen alle drei Spieler mit 17 Schlรคgen unter Par gleichauf. Reed hatte am Sonntag mit einer 67 einen Vier-Schlรคge-Rรผckstand aufgeholt, Hill verspielte nach einer 71 und einem Bogey auf dem schweren Schlussloch seine Fรผhrung und Schott schloss mit einer 69 auf.
Im Play-off schied Reed bereits am ersten Extra-Loch nach einem Bogey aus. Am zweiten Play-off-Loch unterlief Hill dann das entscheidende Missgeschick, als er zunรคchst ins Aus und anschlieรend ins Wasser spielte. Er verzichtete sportlich darauf, dass Schott den Putt zum Sieg noch ausfรผhren musste. Der Deutsche zeigte sich im Anschluss รผberwรคltigt von seinen Emotionen und beschrieb den Erfolg als etwas vรถllig Ungreifbares, das ihn extrem glรผcklich mache. Dass der Sieg nicht auf regulรคrem Weg, sondern in dieser dramatischen Form zustande kam, verlieh dem Moment fรผr ihn sogar noch eine besondere Bedeutung.
Der Finaltag verlief รคuรerst wechselhaft. Hill hatte seine Fรผhrung frรผh ausgebaut, doch Schott blieb dran und glich zwischenzeitlich aus. Im weiteren Verlauf leisteten sich beide Bogeys und sogar Double-Bogeys, wรคhrend auch Sergio Garcรญa und Patrick Reed zeitweise in den Kampf um den Sieg eingriffen. Hillier setzte mit einer fehlerfreien 66 frรผhzeitig das Clubhaus-Ziel bei 16 unter Par, doch an der Spitze ging es bis zum letzten Loch turbulent zu. Hill brachte sich mit einem unglรผcklichen Annรคherungsschlag selbst um den Sieg, wรคhrend Schott ein Par rettete und so das Play-off erzwang.
„Ich denke, der Unterschied dieser Woche liegt etwas weiter zurรผck: Als ich mir letztes Jahr in Indien meine volle Karte gesichert habe โ ebenfalls mit Taka als Caddie โ hatte ich einfach das Gefรผhl: ‚Okay, jetzt gehรถre ich dazu. Jetzt bin ich angekommen.โ‘
Freddy Schott
Mit seinem Erfolg beim 91. Start auf der DP World Tour machte Schott einen groรen Sprung in der Weltrangliste: Er kletterte von Platz 436 in die Top 200 und rรผckte zudem unter die Top 10 der aktuellen Race-to-Dubai-Wertung. Er erklรคrte, dass der entscheidende mentale Schritt bereits im Vorjahr erfolgt sei, als er seine volle Tourkarte gesichert habe und erstmals das Gefรผhl verspรผrte, wirklich angekommen zu sein. Dieses verรคnderte Selbstverstรคndnis habe in den vergangenen Wochen den Unterschied gemacht. Hill und Reed belegten gemeinsam Rang zwei, wรคhrend Garcรญa und Hillier den vierten Platz erreichten und Ugo Coussaud aus Frankreich Sechster wurde.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
1 Freddy Schott (GER)
T31 Joel Girrbach (SUI)
PGA Tour: Farmers Insurance Open
Justin Rose hat die Farmers Insurance Open in beeindruckender Manier gewonnen. Dabei feierte er nicht nur seinen 13. Titel auf der PGA Tour, sondern stellte auch einen historischen Rekord auf. Mit einem Sieben-Schlรคge-Sieg und einem Gesamtergebnis von 23 unter Par stellte der Englรคnder den 72-Loch-Turnierrekord von Tiger Woods aus dem Jahr 1999 ein und unterbot ihn sogar um einen Schlag. Am Sonntag reichte Rose eine 70 (-2) auf dem anspruchsvollen South Course von Torrey Pines, um den Erfolg souverรคn ins Ziel zu bringen.
Er fรผhrte das Turnier von der ersten bis zur letzten Runde an und wurde damit der erste sogenannte โWire-to-Wireโ-Sieger in Torrey Pines seit 1955.
Bereits mit einer 62 zum Auftakt auf dem North Course setzte er den Ton fรผr eine Woche, in der er seine Fรผhrung kontinuierlich ausbaute. Nach jeder Runde wuchs der Vorsprung, bis er am Finaltag mit komfortablen sechs Schlรคgen Abstand startete und letztlich mit sieben Schlรคgen Differenz gewann โ der hรถchste Sieg seiner Karriere.
Der 45-Jรคhrige zeigte sich besonders zufrieden mit seiner Leistung vom Abschlag bis zum Grรผn. Trotz der fehlenden Spannung im Klassement hatte er ein klares Ziel vor Augen: den Rekord von Tiger Woods. Gerade auf den letzten Lรถchern sei ihm dieser Gedanke stรคndig prรคsent gewesen, wie er nach der Runde schmunzelnd einrรคumte. Mit einem sicheren Par am Schlussloch machte er den Rekordsieg perfekt und kletterte in der Weltrangliste auf Platz drei โ ein Niveau, das in diesem Alter zuvor nur Vijay Singh erreicht hatte.
Wรคhrend Rose vorne einsam seine Runden drehte, ging es dahinter lediglich noch um Platz zwei. Diesen teilten sich Si Woo Kim, Ryo Hisatsune und Pierceson Coody. Brooks Koepka feierte unterdessen ein viel beachtetes Comeback auf der PGA Tour und wurde von den Fans frenetisch begrรผรt, auch wenn er sportlich nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen konnte.
Fรผr Rose war der Triumph ein weiterer Beleg dafรผr, dass er trotz seines Alters weiterhin zur absoluten Weltspitze gehรถrt. Bereits 2019 hatte er in Torrey Pines gewonnen, doch diesen Erfolg ordnete er selbst noch hรถher ein. Mit inzwischen 13 Siegen auf der Tour auf traditionsreichen Plรคtzen und einer Karriere, die unter anderem einen Major-Titel, olympisches Gold und zahlreiche Einsรคtze beim Ryder Cup umfasst, hat Rose weiterhin groรe Ziele vor sich. Er betonte, dass ihn gerade der Wettbewerb mit den besten Spielern der Welt antreibe und dazu motiviere, tรคglich an seinem Spiel zu arbeiten. Der Sieg in San Diego sei fรผr ihn ein klares Zeichen, dass noch immer โgenug im Tankโ sei โ und vielleicht sogar mehr denn je.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T5 Stephan Jรคger (GER)
T56 Matti Schmid (GER)
LPGA Tour: Tournament of Champions
Zum Auftakt der LPGA-Saison 2026 hat Nelly Korda ihren 16. Titel auf der LPGA Tour gefeiert. Die Weltranglistenzweite sicherte sich den Sieg beim Hilton Grand Vacations Tournament of Champions in Orlando, das witterungsbedingt auf 54 Lรถcher verkรผrzt worden war. Mit drei Schlรคgen Vorsprung verwies sie die Sรผdkoreanerin Amy Yang auf den zweiten Platz und setzte damit gleich zu Beginn des Jahres ein deutliches Ausrufezeichen.
Den Grundstein fรผr ihren Erfolg legte Korda mit einer herausragenden dritten Runde. Bei starkem Wind spielte sie eine 64 (8 unter Par) und รผbernahm mit insgesamt 13 unter Par die Fรผhrung. In dieser Runde notierte die zweifache Major-Siegerin sieben Birdies, lediglich ein Bogey sowie ein spektakulรคres Eagle nach einem gelochten Schlag auf dem kurzen Par 4 der dritten Bahn. Als das Spiel am Samstagabend wegen unbespielbarer Bedingungen unterbrochen wurde und am Sonntag die Entscheidung fiel, das Turnier zu verkรผrzen, stand bereits fest, dass Korda als Siegerin der ersten Veranstaltung der neuen Saison feststehen wรผrde.
Entsprechend emotional zeigte sich die 26-Jรคhrige nach ihrem Triumph. Sie betonte, wie stolz sie auf die gemeinsame Arbeit mit ihrem Team und insbesondere mit ihrem Caddie sei, und hob hervor, dass dieser Erfolg ohne das Umfeld nicht mรถglich gewesen wรคre. Fรผr Korda war es der erste Sieg seit ihrem Erfolg bei der ANNIKA driven by Gainbridge im Jahr 2024 und zugleich der zweite Titel auf dem Platz im Lake Nona Golf and Country Club, wo sie bereits 2021 gewonnen hatte. Gerade deshalb hatte dieses Turnier fรผr sie eine besondere Bedeutung, zumal sie hier zuvor mehrfach knapp am Sieg vorbeigeschrammt war.
Auch wenn der Titel nicht รผber die ursprรผnglich geplanten 72 Lรถcher entschieden wurde, war die Erleichterung bei Korda groร. Nach einer sieglosen Saison 2025 und einigen kritischen Stimmen empfand sie den Erfolg als Bestรคtigung ihrer Arbeit. Besonders die windige Runde am Samstag bezeichnete sie rรผckblickend als eine der besten ihres Lebens. Dass sie diesen Moment erstmals vor Familie, Freunden und ihrem Verlobten erleben durfte, verlieh dem Sieg zusรคtzlichen emotionalen Wert.
HotelPlanner Tour: SDC Open
MJ Viljoen hat sich bei der SDC Open im Zebula Golf Estate & Spa nach einem dramatischen Finaltag im Stechen seinen ersten Titel auf der HotelPlanner Tour gesichert. Der Sรผdafrikaner erzwang mit einem Birdie auf dem 72. Loch ein Play-off gegen seinen Landsmann Deon Germishuys, der die Fรผhrung im Clubhaus รผbernommen hatte, und machte den Premierensieg schlieรlich mit einem weiteren Birdie am ersten Extraloch perfekt.
Fรผr Viljoen war dieser Erfolg ein besonders emotionaler Moment, denn seine Frau und seine einjรคhrige Tochter hatten den entscheidenden Putt direkt am Grรผn miterlebt. Der 30-Jรคhrige sprach anschlieรend von einem enormen Meilenstein nach schwierigen Jahren und davon, dass dieser Sieg viele neue Tรผren รถffne. Die Unterstรผtzung seiner Familie vor Ort habe ihm dabei viel bedeutet.
Viljoen war mit nur einem Schlag Rรผckstand in die Schlussrunde gegangen und legte einen Traumstart hin. Birdies auf den ersten drei Lรถchern sowie ein weiterer Schlaggewinn an der sechsten Bahn brachten ihn an die Spitze. Trotz eines Bogeys am siebten Loch behauptete er zur Halbzeit die Fรผhrung und ein Birdie an der 13 verschaffte ihm mit fรผnf verbleibenden Lรถchern sogar einen Vorsprung von drei Schlรคgen.
In der Schlussphase geriet sein Spiel jedoch erstmals ins Wanken. Drei aufeinanderfolgende Bogeys ab Loch 15 lieรen den Vorsprung dahinschmelzen. Am 18. Loch bewies Viljoen dann Nervenstรคrke, als er ein starkes Up-and-down spielte und mit einem Birdie das Stechen erzwang. Dort zeigte er erneut Entschlossenheit und entschied das Play-off mit einem weiteren Birdie sofort fรผr sich.
Den geteilten dritten Platz belegten der Franzose Maxence Giboudot, der nach der dritten Runde noch an der Spitze gelegen hatte, und der Sรผdafrikaner Jean Hugo mit jeweils 14 Schlรคgen unter Par. Sechs Spieler folgten einen Schlag dahinter auf Rang fรผnf, darunter mehrere Sรผdafrikaner, der Deutsche Jannik de Bruyn und der Englรคnder Callum Farr.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T5 Jannik de Bruyn (GER)
T22 Ronan Kleu (GER) & Hurly Long (GER)
