Winners of the Week: 8. Dezember 2025

Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.

PGA Tour: Hero World Challenge

Hideki Matsuyama hat die Hero World Challenge auf den Bahamas auf dramatische Weise gewonnen und damit seine Saison glanzvoll beendet. Der Japaner setzte sich am Sonntag nach einer furiosen Aufholjagd und einem gewonnenen Stechen gegen den Schweden Alex Noren durch. Beide Spieler hatten das auf Einladung ausgetragene Turnier im Albany Golf Club mit 22 unter Par beendet.

Matsuyama startete mit drei Schlรคgen Rรผckstand in die Finalrunde, zeigte jedoch von Beginn an eine beeindruckende Angriffslust. Mit einer 64er-Runde, acht Schlรคge unter Par, arbeitete er sich an die Spitze des Klassements. Der Schlรผsselmoment des Tages war sein zweiter Schlag auf der Zehn aus 106 Metern, den er direkt im Loch versenkte und damit ein Eagle erzielte. Damit erreichte er nicht nur den Gleichstand mit Sepp Straka, sondern รผberholte auch Scottie Scheffler und ging in Fรผhrung. Bereits auf den ersten neun Lรถchern war Matsuyama mit 31 Schlรคgen unterwegs und signalisierte damit frรผh, dass mit ihm an diesem Tag zu rechnen war.

Alex Noren, der erst im Mai nach einer hartnรคckigen Oberschenkelverletzung in die Saison eingestiegen war, spielte auf den letzten neun Lรถchern groรŸ auf. Mit einem Birdieputt aus 5,5 Metern auf dem Schlussloch rettete er sich ebenfalls zu einer 64er-Runde und erzwang damit ein Stechen. Matsuyama lieรŸ im Play-off jedoch keine Zweifel aufkommen. Auf dem ersten Extraloch zirkelte er seinen zweiten Schlag mit dem Neuner-Eisen auf knapp 70 Zentimeter an die Fahne. Mit dem anschlieรŸenden Birdie sicherte er sich souverรคn den Sieg, wรคhrend Norens Putt aus sechs Metern sein Ziel knapp verfehlte.

„Da ich auf den Lรถchern 14, 15, 16, 17 und 18 keinen Birdie-Putt versenken konnte, beschlossen wir, voll auf die Fahne zu gehen.“

Hideki Matsuyama

โ€žEs war eine perfekte Distanz fรผr michโ€, erklรคrte Matsuyama spรคter. โ€žBeim zweiten Schlag zuvor hatte ich leicht nach rechts verfehlt. Diesmal bin ich direkt auf die Fahne gegangen und konnte einen groรŸartigen Schlag machen.โ€œ Fรผr den 33-Jรคhrigen war es nach seinem Triumph im Jahr 2016 bereits der zweite Erfolg bei der von Tiger Woods ausgerichteten Hero World Challenge und insgesamt der 21. Turniersieg seiner Karriere weltweit.

Hinter dem Spitzenduo belegte Sepp Straka mit einer 68 den dritten Platz. Der ร–sterreicher hatte das Turnier nach 54 Lรถchern noch angefรผhrt, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben. Scottie Scheffler, der in Albany seinen dritten Titel in Folge erringen wollte, erlebte auf den Bahnen 11 und 12 einen bitteren Einbruch. Ein riskanter Schlag vom Fairway auf dem elften Loch mit einem schmutzigen Ball im Treffmoment, gefolgt von einem Bunkerschlag รผber das Grรผn, fรผhrte zu einem Bogey. Ein weiteres Bogey am darauffolgenden Loch warf ihn aus dem Titelrennen. Am Ende teilte er sich mit einer 68 den vierten Platz mit dem US-Open-Sieger J. J. Spaun, der mit einer 65 die beste Finalrunde der Verfolger spielte.

Trotz des verpassten Sieges zog Scheffler ein positives Fazit. โ€žEs ist schรถn, hierherzukommen und zu sehen, wo man stehtโ€, sagte der Weltranglistenerste. โ€žIch habe gemerkt, dass einiges von dem, woran ich in den letzten Wochen gearbeitet habe, aufgegangen ist.โ€œ Seine Konstanz bleibt dennoch bemerkenswert: Bei seinen letzten 16 Turnieren hat er kein Ergebnis schlechter als Rang acht erzielt.

Matsuyama sorgte auf der Schlussrunde einmal mehr fรผr ein gewohntes Bild, als er im traditionellen gelben Shirt antrat. Auch Tiger Woods nahm sich vor der Runde die Zeit, dem spรคteren Sieger augenzwinkernd einen Auftrag zu erteilen. โ€žTiger hat mir gesagt, ich solle heute zehn unter Par spielenโ€œ, berichtete Matsuyama. โ€žEs wurden nur acht unter, aber ich bin sehr glรผcklich, diese Woche gewonnen zu haben.โ€œ

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

3 Sepp Straka (AUT)


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DP World Tour: Crown Australian Open

Der Dรคne Rasmus Neergaard-Petersen feierte bei der Crown Australian Open seinen bislang grรถรŸten Karriereerfolg und sicherte sich mit einem dramatischen Finalsieg seinen ersten Titel auf der DP World Tour. Der 26-Jรคhrige setzte sich am Sonntag in einem hochklassigen Duell gegen Open-Champion Cameron Smith durch und gewann das Turnier mit einem Schlag Vorsprung. Besonders der letzte Putt des Tages symbolisierte die Nervenstรคrke des Dรคnen: Nachdem er das Grรผn an der 18 verfehlt hatte, lochte Neergaard-Petersen einen Putt aus rund drei Metern zum Par. Smith konnte seinerseits sein Par nicht verwandeln. Am Ende stand fรผr Neergaard-Petersen ein Gesamtergebnis von 15 unter Par und der bislang wichtigste Sieg seiner Profikarriere.

Dabei hatte der Weg zum Titel alles andere als ruhig begonnen. Neergaard-Petersen startete mit zwei Schlรคgen Vorsprung in die Finalrunde, bรผรŸte diesen Vorteil aber durch ein Bogey an der vierten Bahn frรผh ein. Zwar holte er sich mit einem sicheren Birdie an Loch sechs die Fรผhrung zurรผck, doch Fehler an der neunten und zehnten Bahn brachten ihn vorรผbergehend zwei Schlรคge hinter Smith zurรผck. Der junge Dรคne bewies jedoch groรŸe Widerstandsfรคhigkeit und meldete sich eindrucksvoll zurรผck. Ein weiterer Birdieputt an der schwierigen 12 brachte den Ausgleich und an der 13 ging er durch einen weiteren Schlaggewinn wieder in Fรผhrung. Spรคtestens zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein echter Showdown zwischen Neergaard-Petersen und dem australischen Publikumsliebling Smith.

Auch auf den letzten Bahnen schenkten sich beide nichts. Nachdem Neergaard-Petersen an der 14 aus einer schwierigen Lage noch das Par rettete, konterte Smith mit einem Birdie und glich wieder aus. An der 17 notierten beide Spieler ein Birdie, sodass die Entscheidung erst auf dem Schlussloch fiel. Dort bewies Neergaard-Petersen die grรถรŸere Abgeklรคrtheit und sicherte sich mit einem nervenstarken Par-Putt den Turniersieg.

โ€žIch bin wirklich sprachlos. Es war den ganzen Tag ein Kampfโ€œ, sagte der strahlende Sieger nach der Runde. โ€žVon auรŸen wirkte ich vielleicht ruhig, aber innerlich war es ein Sturm. Dass ich den letzten Putt noch gelocht habe, ist einfach unglaublich.โ€œ Besonders emotional wurde es fรผr ihn, als er die sportlichen Konsequenzen seines Sieges realisierte: Mit dem Triumph in Australien qualifizierte er sich erstmals fรผr das Masters in Augusta. โ€žDas bedeutet mir alles. Das Masters ist das Turnier, von dem man als Kind trรคumt. Dass ich dort jetzt spielen darf, ist einfach unglaublich.โ€œ

Der Titelgewinn ist der vorlรคufige Hรถhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung. Bereits 2024 hatte er mit drei Siegen auf der HotelPlanner Tour geglรคnzt und die Road to Mallorca Rankings gewonnen. Auch 2025 spielte er auf der DP World Tour konstant stark, blieb jedoch ohne Sieg โ€“ bis nun in Australien der Knoten platzte.

Cam Smith musste sich trotz einer starken Leistung mit Platz zwei bei 14 unter Par begnรผgen, Si Woo Kim aus Sรผdkorea folgte auf Rang drei.

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

T23 Bernd Wiesberger (AUT)

DP World Tour: Nedbank Golf Challenge

Kristoffer Reitan feierte bei der traditionsreichen Nedbank Golf Challenge in Sรผdafrika einen Start-Ziel-Sieg und sicherte sich mit einem hauchdรผnnen Vorsprung seinen zweiten Titel auf der DP World Tour. Beim Turnier zu Ehren von Gary Player trotzte der Norweger am Sonntag extremer Nervositรคt und dem stetig wachsenden Druck seiner Verfolger. Am Ende gewann er mit nur einem Schlag Vorsprung.

Mit einem komfortablen Fรผnf-Schlรคge-Polster war Reitan in die Finalrunde gestartet, doch der scheinbar sichere Abstand schmolz im Laufe des Tages dahin. Zwar mischte der 27-Jรคhrige auf den Front Nine Birdies und Bogeys, hielt zur Halbzeit aber noch immer eine Vier-Schlรคge-Fรผhrung. Auf den Back Nine wurde es zunehmend dramatisch: Wรคhrend Reitan zunรคchst fรผnf Pars in Serie notierte, arbeiteten sich Jayden Schaper und Dan Bradbury mit konstantem Spiel immer weiter heran. Spรคtestens als Reitan nach einem misslungenen Schlag aus dem Rough am 15. Loch ein Bogey hinnehmen musste, war der komfortable Vorsprung dahin โ€“ plรถtzlich lag der Norweger nur noch einen Schlag vorne.

Reitan bewies jedoch Nervenstรคrke, als es darauf ankam. Mit drei konzentrierten Pars auf den letzten Lรถchern sicherte er sich den Sieg und rettete mit einer 71er-Runde (Even Par) den Gesamterfolg bei 17 unter Par ins Clubhaus. Schaper und Bradbury mussten sich geschlagen geben.

โ€žIch weiรŸ gar nicht, was ich gerade fรผhle. Ich war den ganzen Tag unglaublich nervรถsโ€œ, gestand Reitan nach dem Turnier. โ€žAber es am Ende รผber die Linie zu bringen, ist ein besseres Gefรผhl, als ich es beschreiben kann. Mit Angst und Nervositรคt umzugehen, ist extrem schwer, aber ich habe heute daran festgehalten und es durchgezogen.โ€œ

Der Sieg ist fรผr Reitan nicht nur ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere, sondern unterstreicht auch sein auรŸergewรถhnlich starkes Jahr. Bereits im Mai hatte er bei der Soudal Open seinen ersten Titel auf der DP World Tour gefeiert und sich damit auch die Tรผr zum PGA-Tour-Status geรถffnet. โ€žIch bin unglaublich stolz auf mich und auf mein ganzes Team. Ich weiรŸ, dass ich anspruchsvoll bin, aber sie geben alles fรผr mich โ€“ und heute hat sich das bezahlt gemachtโ€œ, sagte der Norweger.

Fรผr skandinavische Golf-Fans wurde der Sonntag zu einem echten Festtag. Denn nahezu zeitgleich sicherte sich Rasmus Neergaard-Petersen bei der Australian Open einen weiteren bedeutenden Titel. โ€žSkandinavisches Golf ist in einer groรŸartigen Phaseโ€œ, freute sich Reitan. โ€žIch bin รผberglรผcklich fรผr Rasmus. Er hat so oft knapp verloren und jetzt endlich seinen groรŸen Sieg geholt. Absolut verdient.โ€œ

Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:

62 Marcel Siem (GER)

PGA Tour Champions: Skechers World Champions Cup

Beim Skechers World Champions Cup, der zugunsten von Shriners Childrenโ€™s ausgetragen wurde, hat sich Team Europe in einem neuartigen, teamorientierten Turnierformat gegen die Konkurrenz aus den USA und ein internationales Auswahlteam durchgesetzt und damit die zweite Auflage des Wettbewerbs gewonnen. Austragungsort war der Feather Sound Golf Club in Clearwater, Florida. Das Event wurde mit einem Mix aus Sixsomes, Sixballs und Einzeln ausgetragen โ€“ angelehnt an den Ryder Cup und den Presidents Cup, jedoch mit verkรผrzten Neun-Loch-Matches und allen sechs Spielern pro Team an jedem Spieltag.

Nach zwei Tagen lag Europa bereits knapp an der Spitze, doch die Entscheidung fiel am Sonntag in den Einzelmatches. In den insgesamt zwรถlf direkten Duellen setzte sich das europรคische Team in sieben Partien durch und baute seinen Vorsprung entscheidend aus. Am Ende standen 230 Punkte fรผr Europa zu Buche, wรคhrend das internationale Team mit 213,5 Punkten Rang zwei belegte. Die USA, die das Turnier vor zwei Jahren gewonnen hatten, mussten sich dieses Mal mit 204,5 Punkten und Platz drei begnรผgen.

Zu den prรคgenden Figuren auf europรคischer Seite zรคhlten Colin Montgomerie, Bernhard Langer und Sรธren Kjeldsen, die mit ihren Einzelsiegen wichtige Punkte holten. Langer, der zu Beginn des Wettbewerbs noch krankheitsbedingt ausgefallen war, zeigte einmal mehr seine Klasse und sammelte gegen Steven Alker und Steve Stricker entscheidende Punkte. Kjeldsen dominierte sein Match gegen Y. E. Yang und Steve Flesch. Auch Montgomerie trug mit seinem Erfolg im direkten Duell zur europรคischen Gesamtfรผhrung bei.

Auf Seiten der USA war Jason Caron der groรŸe Lichtblick. Er war der einzige Amerikaner, der beide seine Einzelmatches am Finaltag gewann, und hatte bereits im Teamformat Zรคhlbares beigesteuert. Dennoch reichte seine starke Leistung nicht aus, um das US-Team im Gesamtklassement entscheidend nach vorne zu bringen. Fรผr das internationale Team punkteten unter anderem Mike Weir und K. J. Choi, die mit ihren Erfolgen lange den Anschluss hielten, am Ende aber nicht verhindern konnten, dass Europa den Pokal holte.

Das Turnier selbst prรคsentierte sich als willkommene Abwechslung im Kalender der Champions-Tour-Spieler. Mit ungewรถhnlichen Spielformaten, einer seltenen Turnierpause wรคhrend der Woche und einem klaren karitativen Zweck zugunsten von โ€žShriners Childrenโ€™sโ€ setzte der Wettbewerb eigene Akzente.


Weitere Turniere:

Legends Tour: MCB Mauritius Legends
Constance Belle Mare Plage, Mauritius, 5. bis 7. Dezember

Sieger: Greg Owen (ENG)

T26 Thomas Gรถgele (GER)

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