Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
DP World Tour: Hero Dubai Desert Classic
Bei der Hero Dubai Desert Classic 2026 bewahrte Patrick Reed die Ruhe und sicherte sich mit einem souveränen Sieg mit vier Schlägen Vorsprung seinen vierten Titel auf der DP World Tour. Der 35-jährige Amerikaner spielte auf dem anspruchsvollen Platz des Emirates Golf Clubs eine kontrollierte Finalrunde und ließ sich auch in schwierigeren Phasen nicht aus dem Konzept bringen. Auf den ersten neun Löchern blieb er geduldig, notierte acht Pars und ein Bogey und erreichte den Turn, nachdem sein Vorsprung zwischenzeitlich auf zwei Schläge geschmolzen war.
Kurzzeitig wurde es noch enger, als David Puig mit drei Birdies in Folge ab dem achten Loch bis auf einen Schlag herankam. Reed antwortete jedoch im richtigen Moment mit seinem ersten Birdie des Tages an der Zehn. Die Vorentscheidung fiel wenig später, als Reed am 13. Loch ein weiteres Birdie spielte und Puig dort ein Bogey unterlief. Damit stellte der Weltranglisten-44. seinen Vorsprung von vier Schlägen wieder her und kontrollierte das Turnier bis zum Ende. Mit einer fehlerfreien Schlussphase und fünf Pars in Serie brachte er den Sieg sicher ins Clubhaus und beendete das Turnier bei 14 unter Par. Damit ist er der sechste amerikanische Sieger der Dallah Trophy und feierte zugleich seinen ersten Erfolg bei einem Rolex-Series-Event.
Für Reed hatte dieser Triumph eine besondere Bedeutung, da es sein erster „reiner” Sieg auf der DP World Tour war. Zwar hatte er zuvor bereits große Turniere gewonnen, darunter ein Major und zwei WGC-Events, diese galten jedoch als ko-sanktioniert. Umso emotionaler zeigte er sich nach dem Turnier, zumal er 2023 in Dubai bereits einmal nahe am Sieg gewesen war, diese Chance jedoch hatte verstreichen lassen.
„Das Besondere an dieser Woche ist, dass ich auf jeder Tour gewonnen habe, außer auf dieser.“
Patrick Reed
Hinter Reed spielte Andy Sullivan eine starke Aufholjagd. Nach einem wackeligen Start steigerte sich der Engländer deutlich, beendete seine Runde mit zwei Birdies und sicherte sich mit insgesamt zehn unter Par den zweiten Platz. Dritter wurde der Franzose Julien Guerrier, der mit einer Runde inklusive Eagle und zwei Birdies sein bestes Ergebnis bei einem Rolex-Series-Turnier erzielte und bei neun unter Par abschloss.
Dahinter folgte eine dicht gedrängte Gruppe mit Nicolai Højgaard aus Dänemark, Francesco Molinari sowie Race-to-Dubai-Leader Jayden Schaper, die jeweils einen Schlag zurücklagen. David Puig, der lange Reeds ärgster Verfolger gewesen war, fiel nach späten Fehlern und einer Zwei-Schläge-Strafe wegen unerlaubten Groundings im Bunker am Schlussloch auf sieben unter Par zurück. Er teilte sich diesen Rang mit Ricardo Gouveia, Marcus Armitage und weiteren Konkurrenten.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T33 Marcel Schneider (GER) & Nicolai von Dellingshausen (GER)
PGA Tour: The American Express
Zum Auftakt der neuen PGA-Tour-Saison hat Scottie Scheffler eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich an seiner Dominanz nichts geändert hat. Der Weltranglistenerste gewann The American Express in Kalifornien mit vier Schlägen Vorsprung und präsentierte sich bereits früh im Jahr in beeindruckender Form. Nach einem anfänglichen Rückstand von zwei Schlägen übernahm er rasch die Kontrolle, spielte an der Hälfte seiner Löcher Birdies und setzte sich zwischenzeitlich sogar mit sechs Schlägen ab. Am Ende reichte ihm eine 6-unter-Par-Runde von 66 Schlägen zum Sieg bei insgesamt 27 unter Par.
Besonders auf den ersten neun Löchern zog Scheffler das Tempo an, als er mit vier Birdies innerhalb von sechs Löchern am erst 18-jährigen Blades Brown und dem restlichen Feld vorbeizog. Mit diesem Erfolg feierte er seinen 20. Sieg auf der PGA Tour, allesamt innerhalb der vergangenen vier Jahre, und sicherte sich damit die lebenslange Tourmitgliedschaft. Zudem schloss er zu Legenden wie Jack Nicklaus und Tiger Woods auf, da er einer der wenigen Spieler ist, der vor dem 30. Lebensjahr 20 PGA-Tour-Titel und vier Major-Siege errungen hat. Für Scheffler selbst stand weniger der historische Kontext als vielmehr die Bestätigung seiner Arbeit im Vordergrund. Er betonte, wie wichtig es sei, die Trainingsinhalte unter Wettkampfbedingungen umzusetzen.
Kurzzeitig teilte Scheffler das Rampenlicht mit dem jungen Blades Brown, der erst vor zwei Wochen seinen Highschool-Abschluss gemacht hatte und nach acht aufeinanderfolgenden Turniertagen auf PGA-Tour-Niveau sichtbar Tribut zollen musste. Ein Wasserschlag am Par-5-Loch fünf leitete eine Schwächephase ein, die ihn mit einer 74er-Runde auf den geteilten 18. Platz zurückwarf. Dennoch konnte Brown wertvolle Erfahrungen sammeln und zeigte sich beeindruckt von Schefflers konstantem kurzen Spiel und seiner Ruhe unter Druck.
Hinter Scheffler kämpfte sich Jason Day mit einer starken 64 noch bis auf den geteilten zweiten Platz nach vorne, den er sich mit Ryan Gerard, Matt McCarty und Andrew Putnam teilte. Si Woo Kim, der zeitweise ebenfalls in Schlagdistanz lag, fiel nach einem Doppelbogey und einem verpassten kurzen Putt zurück. Mit drei Birdies auf den Back Nine konnte er sich aber immerhin noch auf Rang sechs retten. Schefflers einziger größerer Fehler – ein Abschlag ins Wasser am berüchtigten 17. Loch – hatte am Ende keine Auswirkungen mehr auf den Ausgang des Turniers.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
CUT Matti Schmid (GER), Sepp Straka (AUT) & Stephan Jäger (GER)
PGA Tour Champions: Mitsubishi Electric Championship
Mit einem Ausrufezeichen ist Stewart Cink in die Saison 2026 der PGA Tour Champions gestartet: Er hat die Mitsubishi Electric Championship at Hualalai gewonnen. Der amtierende Charles-Schwab-Cup-Sieger und „Player of the Year” spielte zum Abschluss eine bogeyfreie 64 und kam damit auf ein Gesamtergebnis von 23 unter Par. Damit sicherte er sich souverän den Titel. Mit Runden von 66, 63 und 64 Schlägen stellte der 52-Jährige zugleich seine niedrigste 54-Loch-Gesamtzahl in einem Einzel-Zählspiel auf der PGA Tour Champions auf.
Für Cink war es bereits der fünfte Sieg auf der Champions Tour und der zweite in Folge, nachdem er zum Abschluss der Vorsaison die Charles Schwab Cup Championship gewonnen hatte. Damit ist er der erste Spieler seit Ángel Cabrera, dem zwischenzeitlich zwei Siege in Folge gelungen sind. Besonders beeindruckend war Cinks Konstanz über die gesamte Woche hinweg: Er führte das Feld mit 24 Birdies an, teilte sich die Bestmarke in der Abschlaglänge mit durchschnittlich 285 Metern und behauptete seine Führung, nachdem er als Spitzenreiter in die Finalrunde gegangen war. Gleichzeitig übernahm er mit diesem Erfolg auch wieder die Führung im Charles Schwab Cup der neuen Saison, nachdem er das vergangene Jahr als Gesamtsieger beendet hatte.
Ángel Cabrera, für den es der erste Auftritt in Hualalai war, belegte mit 20 unter Par den zweiten Platz und bestätigte mit einer abschließenden 66 ebenfalls seine starke Form. Rang drei ging an Hall-of-Fame-Mitglied Retief Goosen, der mit einer 64 die beste Tagesrunde spielte und bei 18 unter Par landete. Für Goosen war es bereits die vierte Top-Sechs-Platzierung bei diesem Turnier. Dahinter teilten sich der Titelverteidiger Ernie Els, Freddie Jacobson und Thomas Bjørn mit jeweils 17 unter Par den vierten Rang.
Bernhard Langer sorgte erneut für eine bemerkenswerte Statistik, indem er mit einer 68 zum zweiten Mal in Folge sein Alter spielte oder unterbot. Dies schaffte er insgesamt bereits zum 37. Mal auf der PGA Tour Champions. Jay Haas gelang dieses Kunststück sogar an drei aufeinanderfolgenden Tagen.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T9 Bernhard Langer (GER)
T12 Alex Cejka (GER)
Weitere Turniere:
Korn Ferry Tour: The Bahamas Great Abaco Classic
The Abaco Club on Winding Bay, Bahamas, 18. bis 21. Januar
Sieger: Ian Holt (USA)
