Alle Dramen und Triumphe: Die Profi-Golf-Highlights der Woche, kompakt zusammengefasst von Daniel Dillenburg.
LPGA Tour: CME Group Tour Championship
Jeeno Thitikul hat zum zweiten Mal in Folge die CME Group Tour Championship in Naples, Florida, gewonnen und sich damit erneut den Rekord-Siegerscheck รผber vier Millionen US-Dollar gesichert. Die aktuelle Nummer eins der Welt dominierte das Turnier mit beeindruckender Konstanz: Nur drei Bogeys in vier Runden, alle Runden in den 60ern und ein Gesamtscore von 26 unter Par.
Die 22-jรคhrige Thailรคnderin ist erst die zweite Spielerin nach Jin Young Ko, der dieses Double gelingt โ jedoch die erste, der dies mit dem erhรถhten Preisgeld von vier Millionen Dollar gelingt. Zudem schreibt Thitikul Geschichte, indem sie den seit 2002 von Annika Sorenstam gehaltenen LPGA-Saisonrekord fรผr den niedrigsten Scoringschnitt verbessert.
Mit diesem Sieg sicherte sie sich neben ihrem siebten Karriere-Titel auch gleich mehrere Saison-Auszeichnungen:
- Rolex Player of the Year
- Vare Trophy (bester Scoringschnitt)
- Money Title
Trotz aller Erfolge betonte Thitikul, dass sie sich weiterhin โwie die gleiche Jeenoโ fรผhle und hart an ihrem Spiel arbeite.
„Mein Leben wird wohl unverรคndert bleiben. Ich muss den Ball weiterhin auf die gleiche Weise schlagen. Ich muss weiterhin putten und chippen.“
Jeeno Thitikul
Ihre Landsfrau und Freundin Pajaree Anannarukarn wurde mit 22 unter Par Zweite und sorgte gemeinsam mit Thitikul fรผr das zweite thailรคndische 1-2-Finish in der Geschichte der LPGA. Nelly Korda komplettierte das Podium auf Rang drei.
Die beste Rookie-Leistung gelang Auston Kim, die bei ihrem CME-Debรผt den geteilten siebten Platz erreichte.
Esther Henseleit war die einzige deutschsprachige Teilnehmerin im Finale. Sie beendete das Turnier auf dem geteilten 47. Rang und kam damit als 42. des โRace to CME Globeโ ins Ziel.
Die besten deutschsprachigen Spielerinnen im Feld:
T47 Esther Henseleit (GER)
PGA Tour: The RSM Classic
Sami Valimรคki hat Golfgeschichte geschrieben. Mit einer abgeklรคrten Schlussrunde von 66 Schlรคgen sicherte sich der 27-jรคhrige Finne bei der RSM Classic seinen ersten Titel auf der PGA Tour und krรถnte damit eine dramatische Finalrunde, die รผber Sieg und zahlreiche Spielberechtigungen fรผr die kommende Saison entschied. Im traditionsreichen Sea Island Golf Club behielt Valimรคki trotz wechselnder Windbedingungen die Ruhe und lieferte eine Leistung ab, die seine mentale Stรคrke eindrucksvoll unterstrich.
Valimรคki, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils zweimal knapp am Sieg vorbeigeschrammt war, bewies auf den letzten Lรถchern groรe Nervenstรคrke. Am 16. Grรผn entschied er sich mutig fรผr den Putter von unterhalb des Grรผns und rettete ein wichtiges Par. Kurz darauf lochte er einen 5,5-Meter-Putt, der ihm die entscheidende Stabilitรคt fรผr die Schlussphase gab. Wรคhrend der Wind drehte und immer stรคrker auffrischte, blieb der Finne unerschรผtterlich und brachte die knappe Fรผhrung souverรคn nach Hause.
Wรคhrend Valimรคki seinen historischen Triumph vorbereitete, tobte vor ihm ein intensiver Kampf um die begehrten Top-100-Plรคtze im FedExCup. Diese sind die einzige Eintrittskarte fรผr die volle Tourkarte in der Saison 2026, in der die Felder deutlich kleiner ausfallen werden. Ricky Castillo spielte eine sensationelle 62er-Runde mit einer 28 auf den ersten neun Lรถchern und schien sich aus dem Nichts von Rang 135 in die Top 100 gespielt zu haben. Doch nur Minuten spรคter machte Max McGreevy diese Hoffnung zunichte. Mit einem gelochten Birdieputt aus gut neun Metern auf dem letzten Loch katapultierte sich McGreevy auf Platz zwei des Turniers und verdrรคngte Castillo um weniger als zehn Punkte wieder aus den Top 100.
Auch Lee Hodges verpasste den Sprung in diese Zone nur um Zentimeter. Sein Birdieputt aus drei Metern auf der 18 blieb hauchdรผnn am Loch hรคngen, was einen enttรคuschenden 101. Platz im FedExCup zur Folge hatte.
An der Spitze setzte Valimรคki hingegen seine Erfolgsgeschichte fort. Nach seinem zweiten Platz in Mexiko vor zwei Wochen sicherte er sich nun eine zweijรคhrige PGA-Tour-Exemption und qualifizierte sich gleichzeitig fรผr die ersten beiden Signature Events des Jahres 2026.
โEs war ein langer Wegโ, sagte Valimรคki nach seinem Sieg. โEs war ein hartes Jahr, obwohl ich teilweise gut gespielt habe. Aber ich habe weitergekรคmpft und in den letzten Turnieren wieder meinen Rhythmus gefunden. Es fรผhlt sich unglaublich an.โ
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T64 Thomas Rosenmรผller (GER)
Asian Tour: PIF Saudi International
Mit einer bemerkenswert reifen Vorstellung hat Josele Ballester seinen ersten groรen Sieg als Profi gefeiert und beim PIF Saudi International powered by SoftBank Investment Advisers eindrucksvoll den Durchbruch geschafft. In nur seinem zehnten Turnier im Profibereich setzte sich der 22-Jรคhrige mit einer glรคnzenden 65er-Finalrunde im Riyadh Golf Club durch und gewann mit drei Schlรคgen Vorsprung vor dem US-Amerikaner Caleb Surratt. Dieser Triumph unterstreicht das enorme Potenzial des jungen Spaniers, der bereits als Gewinner des US Amateur 2023 groรe Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte.
Ballester startete den Finaltag mit einem Schlag Rรผckstand auf die Fรผhrung, lieร aber frรผh erkennen, dass er bereit war, die Kontrolle zu รผbernehmen. Drei Birdies auf den ersten neun Lรถchern brachten ihn an die Spitze und auch auf den zweiten neun Lรถchern blieb er nervenstark. Drei weitere Birdies, darunter ein entscheidender Putt auf der 16, verschafften ihm schlieรlich einen Vorsprung, den er souverรคn ins Clubhaus brachte. In keiner Phase wirkte er nervรถs, obwohl er gemeinsam mit den beiden Fรผhrenden des Vortags โ Surratt und Dean Burmester โ unterwegs war.
Sichtlich bewegt sprach der junge Spanier nach seinem grรถรten Karriereerfolg รผber den emotionalen Moment. Fรผr ihn sei es die Erfรผllung eines lang gehegten Traums gewesen, betonte er, aber auch der Lohn harter Arbeit der vergangenen Monate. Seit seinem Einstieg in das Team โFireballsโ von Sergio Garcia in der LIV-Golf-Liga durchlief Ballester eine Lernphase, in der er nicht nur seine spielerischen Qualitรคten verbesserte, sondern auch mental gereift ist. Dass er nun in einem starken Teilnehmerfeld seinen ersten Profi-Sieg erzielen konnte, sieht er als Bestรคtigung dafรผr, dass er zur Weltspitze vorstoรen kann.
Fรผr Caleb Surratt, der wie im Vorjahr als Zweiter finishte, blieb erneut nur die Rolle des Herausforderers. Der 21-Jรคhrige erwischte mit Bogeys auf den ersten beiden Lรถchern einen denkbar schlechten Start, kรคmpfte sich jedoch mit groรer Moral zurรผck. Trotz insgesamt fรผnf Birdies konnte er Ballester jedoch nicht mehr ernsthaft gefรคhrden. Surratt sprach von einer bitteren Niederlage, zollte dem dominanten Auftritt des Spaniers aber groรen Respekt.
Die besten deutschsprachigen Spieler im Feld:
T42 Maximilian Rottluff (GER)
Weitere Turniere:
Legends Tour: Vattanac Legends Championship
Vattanac Golf Resort, Kambodscha, 21. bis 23. November
Sieger: David Drysdale (SCO)
T14 Thomas Gรถgele (GER)
Sunshine Tour: Vodacom Origins of Golf
Pezula Championship Course, Sรผdafrika, 20. bis 23. November
Sieger: Casey Jarvis (RSA)
T49 Alexander Knappe (GER)
