JUTEC FEIERT 40 JAHRE


Ein Interview mit mit Kira Jung und ihrem Mann Dipl.-Ing. Jörg Jung, MBA, die Geschäftsführer und Inhaber des Familienunternehmens Jutec Biegesysteme GmbH & Co. KG und Gründer der erfolgreichen Golf-Marke JuCad.

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Seit 40 Jahren behauptet sich das Limburger Unternehmen JUTEC Biegesysteme GmbH & Co. KG mit seiner Edel-Trolley-Marke JuCad erfolgreich im internationalen Markt. Unter der Marke JuCad etablierte das innovative Traditionshaus den Trolley innerhalb kürzester Zeit zum Caddy der Luxusklasse. Die deutsche Erfolgsgeschichte im Golfsport begann 1988 mit dem ersten zerlegbaren Design-Golfcaddy in Edelstahl mit 3-Speichenfelge.

1998 entwickelte das renommierte Familienunternehmen den ersten Design-Elektrocaddy aus Edelstahl, mit nichtsichtbaren, in die Achse integrierten Kabeln und Motoren. Damit wurde ein neuer Meilenstein in der Caddybranche initiiert und gleichzeitig eine weitere technische Innovation eingeführt – die „unsichtbare“ Unterbringung des Akkus samt Steuerungselektronik im Golfbag. Mit der Einführung des JuCad Phantom und dessen weltweit einzigartigen Vollcarbon-Einspeichenfelgen im Jahr 2014, setzte JuCad erneut innovative Maßstäbe in der Golfbranche.

2017 und 2018 wurde die Marke JuCad mit dem begehrten „German Brand Award“ ausgezeichnet und als Marke des Jahres in der Produktkategorie Golfequipment benannt. 2020 gehört JuCad wieder zu den großen deutschen Marken und darf sich über den German Design Award für den Ghost manuell freuen. Der JuCad Ghost Titan E-Caddy wurde 2018 gleich drei Mal ausgezeichnet: mit dem iF Design Award, German Design Award und reddot Award winner. 2019 wurde das Erfolgsmodell um das innovative Technikpaket 2.0 erweitert. Integrierte grundlegend neue Technologien wie Brushless Motoren mit beidseitiger elektronischer Parkbremse, Magnetstecker und Ladestandsanzeige, bilden den Vorreiter für die folgende Generation der Titan, Edelstahl und Carbon Modelle 2.0 in 2020.

Wie und wann kam es dazu, dass JUTEC begann, Golfcaddys herzustellen?

Kira Jung: „Mein Vater Werner Jungmann, ein erfahrener Maschinenbauer, gründete vor 40 Jahren die JUTEC Biegesysteme GmbH. Der Maschinenbau und die damit verbundene Biegetechnik für die Luft- und Raumfahrt, Industrieanlagen oder die Automobilindustrie ist unser Ursprung. Da war der Weg zum Design-Golftrolley aus Edelstahlrohr nicht weit. Bereits 1988 war der erste zerlegbare Design-Golftrolley aus Edelstahl mit 3-Speichenfelge marktreif und die Design-Klasse geboren. Die Nachfrage nach einem leichten und klein zerlegbaren Caddy im eleganten Design, leicht fahrbar war da und so entwickelte später mein Mann, Dipl. Ing. Jörg Jung, MBA, 1998 das Antriebskonzept unseres ersten und damals weltweit einzigen Elektro-Caddys mit nicht-sichtbarer Antriebseinheit, den JuCad Drive. Es war ein Edelstahl-Caddy, an dem weder Motoren, Batterie noch Kabel sichtbar waren. Das war eine Revolution auf dem gesamten Golfcaddy-Markt.“

In welcher Form beeinflusst(e) die JUTEC Rohrbiegetechnik Design & Funktion der JuCad Golfcaddys?

Kira Jung: „Das schlichte Rohr-Design, die höhenverstellbare, gebogene U-förmige Griffstange und die gebogene Einarmschwinge des Vorderrades sind bis heute der JUTEC Biegetechnik zu verdanken. Bei der Entwicklung der Elektrocaddys kamen das technische Verständnis aus dem Maschinenbau und der Elektrotechnik sowie unsere qualifizierten Mitarbeiter bei der Entwicklung hinzu. Dazu kamen klare eigene Ideale an ein vollendetes Formenspiel und notwenige Funktionen aus Sicht passionierter Golfer. Ich denke die Form folgt der Funktion und umgekehrt. Dem folgen wir auch heute noch.“

Was macht bzw. macht dies die JuCad Golfcaddys heute so einzigartig?

Jörg Jung: „Das einzigartige Design, was Funktion und Komfort vereint. Wir schaffen klare Struktur und Formgebung gepaart mit ausgereifter innovativer Technik in absoluter Qualität und mit einer Wertbeständigkeit, die auch mal eine Generation übersteht. Und natürlich auch, ganz wichtig, ein Kundenservice über all diese vielen Jahre hinweg und das alles handmade in Germany. Diese Einzigartigkeit fand schnell zahlreiche Nachahmer, vor allem als wir 1998 den weltweit ersten Elektrocaddy mit integriertem Antriebskonzept präsentierten. Selbst den Akku brachten wir im Golfbag unter – was ein weiteres Alleinstellungsmerkmal auf dem Golfcaddy Markt war. Auch haben wir die Farbvielfalt mit dem ersten Online-Caddykonfigurator auf die Fairways gebracht. Es ist zugleich Ansporn und Anspruch an uns selbst, immer wieder mit neuen Innovationen unseren Kunden das perfekte Produkt zu bieten. Mit unserem 2.0 Konzept mit integrierten Techniken wie elektronischer beidseitiger Parkbremse, Brushless Motoren, Ladestandsanzeige und Magnetstecker haben wir das 2019 erneut erreicht. Es ist unser Ziel, unseren Kunden edles Design in absoluter Qualität mit optimaler Funktionalität zu bieten. Dabei produzieren wir so nachhaltig wie möglich, denn auch darin sehen wir eine große Verantwortung.“

Werden JuCad Golfcaddys dort gefertigt, wo JUTEC auch seine anderen Produkte entstehen lässt?

Jörg Jung: „Alle JuCad Golftcaddys und JUTEC Biegemaschinen entstehen an unseren Standorten in Limburg an der Lahn. Nur kurze Wege trennen die Produktionshallen voneinander. Die Corona Lock-Down Situation im Frühjahr hat uns darin bestätigt unsere Caddys in Deutschland zu produzieren. Das kostet uns als Unternehmen zwar mehr, gibt uns aber eine große Sicherheit.“

Wie darf man sich die Entstehung eines JuCad Golfcaddys vorstellen?

Jörg Jung: „Unsere moderne Produktionsstätte mit hohem Automatisierungsgrad und einer enormen Fertigungstiefe bilden die optimale Grundlage für Versorgungssicherheit, Flexibilität und Schnelligkeit. Die Automatisierung ist für immer kleinere Serien möglich – dennoch bleibt auch bei uns die menschliche Arbeit der wichtigste Bestandteil der Produktion. Je nach Caddymodell, benötigt es ca. 1.300 Arbeitsschritte zum fertigen Produkt. 100 Prozent aller Dreh- und Frästeile der Caddys fertigen wir in unserem eigenen, modernen CNC-Maschinenpark. Aber auch da ist Handarbeit gefragt und danach geht es daran, alle Einzelteile zu einem großen Ganzen von Hand zusammenzufügen. Wenn Sie auf unser Firmengebäude zufahren, können Sie unser Schweißer-Team bei der Arbeit beobachten. Übrigens eine große Kunst, nicht jeder Schweißer beherrscht unsere Schweiß-Technik von Anfang an. Dazu benötigt es viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Deshalb beschäftigen wir hochspezialisierte Fachkräfte.“

Profitieren die anderen Geschäftsfelder von JUTEC vom Know-How aus der Golfcaddy-Produktion und welchen Anteil haben die JuCad Golfrolleys am Erfolg von JUTEC?

Kira Jung: „Die größte Synergie bildet sicherlich die Anwendung der hauseigene Biegetechnik für unsere Caddys. Mit dem Geschäftsbereich JUTEC Biegesysteme sind wir im Maschinenbau tätig und ist unser erfolgreiches Standbein mit höchster Kompetenz. Die Marke JuCad arbeitet heute eigenständig, hat aber natürlich immer wieder profitiert, gerade was das technische Verständnis aus dem Maschinenbau und der Elektrotechnik betrifft. Auch die Erfahrung bei der Verarbeitung der verschiedenen Materialien. Außerdem sind wir als Gesamtunternehmen ein attraktiver Arbeitgeber in Limburg an der Lahn und für hochqualifizierte Mitarbeiter sind die Symbiosen zwischen den Gewerken definitiv ein Mehrwert.“

Wie hat sich JuCad entwickelt, und welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Jörg Jung: „Unsere JuCad‘s sind ausgereift und bewusst auf das Wesentliche reduziert. Wir legen bei der Entwicklung hohen Wert auf Langlebigkeit und wartungsfreie Caddys, verbinden höchste Maßstäbe mit formvollendeter Qualität. Die Anforderungen an das Produkt verändern sich mit zunehmender Technologisierung und auch unsere Kunden geben uns immer wieder neue Impulse zur Weiterentwicklung. Generell steigt die Nachfrage nach elektronisch unterstützten Fortbewegungsmitteln, und dazu gehört ganz klar der Elektrocaddy. Die Zahl der Golfer wird hoffentlich weiter steigen. Eine Pandemie, wie wir sie gerade erleben, zeigt wie ideal sich die Sportart auf allen Ebenen eignet. Das Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein steigt, die jungen Golfer werden ihre Bags nicht mehr tragen wollen, da die Auswirkungen auf den Bewegungsapparat erkannt sind. Wir wollen möglichst lange und dabei gesund leben. Da bietet sich Golfspielen einfach an. Wir erwarten in der Motoren- und Akkutechnik sowie bei den elektronischen Komponenten ständig Innovationen, die kleinere sehr leistungsstarke Optionen bieten. Wir rechnen auch mit neuen, noch umweltfreundlicheren Antriebssystemen. Interessant wären neue Werkstoffe sowie noch leichtere Materialen. Unseren Ideen sind keine Grenzen gesetzt und wir lassen uns gerne von neuen Möglichkeiten leiten.“