DOPPELT GRUND ZUR FREUDE


Die European Tour startet in Österreich mit zwei Turnieren in eine ungewisse Zukunft. Darauf darf man stolz sein. Zuseher vor Ort sind nicht erlaubt.

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Ganze 133 Tage nachdem der Spanier  Jorge Campillo bei den Qatar Masters in Doha den Ball zum Sieg versenkte, feiert die European Tour ein Comeback im internationalen Golfgeschehen des Jahres 2020. Dazwischen herrschte Stillstand, hervorgerufen durch das unselige Covid-19-Virus, das sich leider weltweit ausgebreitet und ebendort nahezu jegliche Sportevents lahmgelegt hatte.

Dass die Rückkehr der European Tour vom 9. bis 12. Juli mit den Austrian Open und gleich eine Woche darauf vom 15. bis 18. Juli mit den EURAM Bank Open auf Österreichs Vorzeigeplätzen, dem Diamond Country Club in Atzenbrugg und der Heimstätte des GC Adamstal stattfindet, kommt einer unglaublichen Wertschätzung der  heimischen Golfszene gleich.

Präsident Christian Guzy und Adamstal-Eigner Franz Wittmann waren die kongenialen Fädenzieher zu diesem Sensationsdeal aus rotweißroter Sicht. In intensiver Zusammenarbeit mit  Ali Al Khaffaf sowie dem heimischen Golfverband ist es gelungen, die topbesetzte Tour gleich für zwei Events ins Sportland Niederösterreich zu holen. Beide Turniere sind mit jeweils 500.000 Euro Preisgeld dotiert und zählen neben der European Tour auch zur Challenge Tour.

Beide Veranstaltungen werden aufgrund der vorherrschenden Corona-Lage mit strengen Auflagen verbunden sein, die auch strengstens kontrolliert werden sollen. Dies betrifft Sportler, aber auch die Mitarbeiter vor Ort und Journalisten, die nur in begrenzter Zahl zugelassen werden.

Statement Ali Al Khaffaf, Organisationleiter für beide Turniere

„Die Aufgabe unter den gültigen COVID-Bestimmungen der Regierung und den strengen Auflagen der European Tour stellt an alle Beteiligten hohe Anforderungen. Dank daher den Vertretern der European und der Challenge Tour an der Spitze mit Tournament Director Mikael Eriksson, dem heimischen Golfverband mit Präsident Dr. Peter Enzinger und Generalsekretär Robert Fiegl, allen Behörden von der Bundesregierung bis zu den zuständigen Bezirkshauptmannschaften und natürlich den beiden veranstaltenden Clubs mit Christian Guzy und Franz Wittmann, als deren Spitzenvertreter.

Bei beiden Bewerben spielen wir „behind closed doors“, dies bedeutet, dass keine Zuschauer zugelassen sind. Der Einlass wird nur für Berechtigte sein und dieser wird mittels Security überwacht. Social distancing und verstärkte Hygienemaßnahmen sind die wichtigsten Aspekte. Symptome check und ein Thermal-Screening Vorort sind vorgesehen, an einer Stelle wo jeder vorbei kommen muss. Alle internationalen Gäste, die österreichischen Spieler und heimische Caddies müssen vorab einen PCR Test vor Ort absolvieren. Die Anreise der Spieler erfolgt in eigenen Autos oder Leihwagen, es werden keine Shuttles zur Verfügung gestellt. Die Regelungen in der Playerarena sind „grab and go“ man kann sich das als „take away“ vorstellen.“

Statement von Sportlandesrat NÖ, Jochen Danninger

„Als Sportlandesrat bin ich richtig erleichtert, dass wir nach vielen Absagen nicht auf diesen Fixpunkt in unserem Veranstaltungskalender – ein internationales Spitzengolfturnier – verzichten müssen – heuer sind es sogar zwei Turniere! In Niederösterreich ist die European Tour der erste internationale Sportevent, der seit Beginn der Coronavirus-Pandemie stattfindet. Die Freude darüber ist natürlich sehr groß, denn der Sport hat gerade in schwierigen Zeiten einen sehr hohen Stellenwert.

Als Tourismus- und Wirtschaftslandesrat in Niederösterreich begrüße ich natürlich auch die enorme Wertschöpfung, die mit Sportevents, wie internationalen Golfturnieren, einhergeht – auch wenn dieses Jahr kein Publikum dabei sein kann. Die Corona-Krise hat den Tourismus hart getroffen. In Atzenbrugg und in der Ramsau dürfen sich nun Hotels und Restaurants dank der European Tour auf viele Gäste – 144 Golfer mit ihren Teams, Caddies, Freiwillige und Verantwortliche – freuen. Außerdem profitieren auch regionale Firmen von diesem Event. Zusätzlich werden wunderbare Bilder von Niederösterreich nach ganz Europa gelangen, die unser Golfangebot weit über die Grenzen hinaus bekannt machen.“

Statement von Christian Guzy, Präsident des Diamond Country Club in Atzenbrugg

„Der Diamond Country Club hat die European Tour bereits zum zehnten Mal zu Gast. Dementsprechend freuen wir uns auf das Jubiläum und genießen wir auch das Vertrauen der Tour-Verantwortlichen. Das heurige Turnier findet freilich auf Grund der Corona-Krise unter ganz besonderen Bedingungen statt. Es wird strenge behördliche Vorschriften geben, die wir selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen einhalten und die spezielle Maßnahmen erfordern werden. Wir sind aber gewappnet. Das Turnier soll zur vollsten Zufriedenheit der Tour-Verantwortlichen und der Spieler über die Bühne gehen. Mein Dank geht hierbei insbesondere auch an die politischen Entscheidungsträger in Österreich, die mit ihren gesetzten Maßnahmen viel dazu beigetragen haben, dass der Golfsport als eine der ersten Sportarten wieder aktiviert wurde. Damit erhält nicht nur Österreich, sondern auch das Bundes- bzw. Sportland Niederösterreich  einen Werbewert der ganz besonderen Art.“

Statement von Franz Wittmann, Präsident des Golfclubs Adamstal

„Für mich gibt es heuer zwei Gründe um mir selbst und meiner Familie Träume aus der Vergangenheit zu erfüllen. Als ich mich nach meiner aktiven Karriere als Rallyepilot mit dem Sieg beim WM-Lauf in Neuseeland langsam vom Rallyesport zurückgezogen habe, galt mein volles Interesse dem Golfsport. Heuer feiern wir 25 Jahre Golfclub Adamstal mit 1.000 Mitgliedern. Das war die Erfüllung des ersten Traumes für mich. Während meiner Präsidentschaft im ÖGV entstand der Gedanke, einmal einen European Tour Event zu organisieren. Heuer wird dies möglich. Damit wurde auch Traum Nummer Zwei Realität. Ich freue mich darüber sehr und hoffe auf eine erfolgreiche Premiere im Adamstal. Mein Dank gilt der Tour, dem heimischen Golfverband, den Sponsoren, den Regierungen und Behörden während der Coronakrise und vor allem unseren Mitgliedern und Mitarbeitern ohne deren Mitarbeit die Durchführung dieser Aufgabe nicht möglich wäre.“

Statement von Robert Fiegl, Generalsekretär des österreichischen Golfverbandes

„Die Vorgespräche dazu haben erst vor wenigen Wochen konkrete Formen angenommen, einige wesentliche Bedingungen waren rund um Ein- und Ausreise sowie Organisation der Turniere betreffend Covid-19 unter Zeitdruck zu klären. Die ET hat uns ein sehr sorgsam ausgearbeitetes und umfangreiches „Covid-19 Sicherheitskonzept“ vorgelegt und ersucht, dass die Regierung dieses als ausreichend bewertet und Zusagen vor allem bezüglich Ein- und Ausreise von Spielern und Staff macht.

Ein aufrichtiges Dankeschön für die hervorragende Zusammenarbeit gilt Manfred Behr und Philipp Trattner, den im Sportministerium federführenden Personen. Trotz der Ausnahmesituation und vielen wichtigen Aufgaben im Sport haben sie sich sehr aktiv und immer erreichbar eingebracht und wollten diese große Chance mit uns gemeinsam ergreifen.

Der zweite große Dank gebührt den Veranstaltern Franz Wittmann und Christian Guzy bzw. dem GC Adamstal und dem Diamond Country Club. Als langjährige Partner der ET und immer perfekte Gastgeber haben Sie sich diese beiden ET-Turniere wirklich mehr als verdient. Man kann nur Hut ziehen vor deren enormen Engagement und nicht zuletzt auch der Bereitschaft, einen wesentlichen Teil an finanzieller Last und Risiko zu tragen.

Sportlich freut sich der Österr. Golf-Verband, dass man jungen Spielern die Möglichkeit geben kann, sich auf höchstem Niveau zu präsentieren. Aktuell ist die Teilnahme von folgenden Pros geplant: Martin Wiegele, Lukas Nemecz, Timon Baltl, Lukas Lipold, Gerold Folk. Auf Einladung der Veranstalter wird auch Sebastian Wittmann an beiden Events teilnehmen.

Im Amateurbereich werden mit Niklas Regner, Maximilian Lechner, Christoph Bleier und Maximilian Steinlechner gleich vier Nachwuchstalente bei je einem Turnier zum Zug kommen (2 pro Turnier).“

Insgesamt sind bei den Austrian Open 144 Spieler dabei. 67 davon kommen je über European Tour und Challenge Tour. Acht nationale Spieler sowie zwei Einladungen komplettieren die bereits geschlossene Entry List.

So darf sich Atzenbrugg u. a. wieder auf den Kategorie-2-Spieler Chris Wood freuen. Der 32-jähhrige Brite hat bereits drei Tournament-Siege in seiner Erfolgsliste stehen. Einen davon sogar in Atzenbrugg, wo er 2015 die Lyoness Open für sich entscheiden konnte, 2016 gewann er die BMW PGA Championship im englischen Surrey, 2013 die Quatar Masters in Doha. Insgesamt hat sich der Ryder-Cup-Spieler Chris  Wood bereits 9,6 Millionen Euro auf sein Konto geschlagen.

Neben dem heurigen Oman-Open-Sieger Sami Välimäki aus Finnland darf man auch auf die beiden ehemaligen Ryder-Cup-Player Nicolas Colsaerts aus Belgien und Joost Luiten aus den Niederlanden gespannt sein. Colsaerts hält übrigens neben seinen Triumphen bei den Open de France 2019, den China Open 2011sowie den Volvo World Match Play Championship 2012 in Andalusien einen speziellen Rekord. Im September 2014 spielte er in der ersten Runde der Wales Open den längsten Drive in der European-Tour-Geschichte. Colsaerts‘ Abschlag an der 18. Bahn des Celtic Manor Resorts kam erst nach 408 Metern zum Liegen.

Ebenfalls bereits im elitären Ryder Cup war schon Colsaerts belgischer Landsmann Thomas Pieters engagiert. Er hat bereits vier Siege auf der European Tour stehen. Den letzten davon im Vorjahr bei   Czech Masters in Prag.

Ein bekanntes wie markantes Gesicht gehört dem Spanier Miguel Angel Jimenez, der eigentlich, weil mit seiner österreichischen Gattin in Wien lebend, als Wahl-Österreicher gilt. „The Mechanic“, wie Jimenez wegen seiner unglaublich gleichmäßigen Spielweise von den Konkurrenten genannt wird, gilt als Urgestein der Tour, ist seit 1988 dabei und hat schon über 20 Siege eingestreift, die der mittlerweile 56-jährige Sunny-Boy stets mit auffällig dicker Zigarre und Rotwein noch immer gebührend zu feiern weiß.

Eine weitere Lichtgestalt auf der European Tour ist der Italiener Edouardo Molinari. Nach drei Siegen auf der Challenge Tour ist der 39 Jahre alte Turiner seit 2009 Mitglied der European Tour. Dort gewann er bislang zwei Turniere sowie mit seinem Bruder Francesco für Italien den World Cup. 2010 wurde er in die europäische Auswahl für den Ryder Cup einberufen.

Ebenfalls in Atzenbrugg dabei und heuer schon auf dem Siegespodest der European Tour vertreten: der Franzose Adrien Saddier als Dritter der Oman Open, der Spanier Adri Arnaus als Dritter beim Omega Dubai Desert sowie der Schwede Niklas Lemke als Dritter beim Qatar Masters in Doha. Zudem ist auch dem Belgier Thomas Detry, heuer Sechster in Saudi-Arabien, einiges zuzutrauen.  

Erfolge in der Challenge Tour können einige Starter von Atzenbrugg ebenfalls vorweisen. Darius van Driel aus den Niederlanden ist als Sieger der EURAM Bank Open 2018 in Erinnerung, die beiden Südafrikaner Wilco Nienaber und Garrick Higgo wurden heuer jeweils Zweite bei den Limpopo Championships bzw. den Cape Town Open in ihrer Heimat.

Erhöhte Aufmerksamkeit verdient sich Jung-Professional Nicolai Højgaard. Der 19-jährige Däne stand im letzten Jahr gleich bei seinem allerersten Turnier als Profi sensationeller Weise vor dem Sieg. Bei den KLM Open in Amsterdam musste er sich nach einer unglaublichen Performance schlussendlich nur dem spanischen Routinier Sergio Garcia um einen Schlag beugen.

Aus unserem Nachbarland Deutschland hat u. a. mit Marcel Schneider ein Mann genannt, der letztes Jahr am ersten Tag im Adamstal sein großes Potenzial zeigte. Der 30-jährige in der Nähe des Bodensees lebende Profi egalisierte dort mit einer 62er-Runde gleich souverän den Platzrekord.

Österreich ist mit acht Spielern bei den Austrian Open dabei. Die Steirer Martin Wiegele, Lukas Nemecz, Timon Baltl, Gerold Folk, der Salzburger Lukas Lipold und der Niederösterreicher Sebastian Wittmann vertreten die rotweißroten Farben bei den Professionals. Von den aufstrebenden Amateuren wurden vom Österreichischen Golfverband der Steirer Niklas Regner und der Tiroler Maximilian Steinlechner für Atzenbrugg nominiert. Maximilian Lechner aus Nieder- und Christoph Bleier aus Oberösterreich kommen dann im Adamstal zum Zug.

Vorläufige Zeitpläne für beide Events

Beide Turniere zählen als „Dual Ranked“ European Tour/ Challenge Tour Events. Insgesamt werden 144 Spieler am Start sein

Austrian Open beim Diamond Country Club in Atzenbrugg

Donnerstag, 9. Juli 2020: ca. 7.00 – 15.20 Uhr Abschlag nur von Tee 1
Freitag, 10. Juli 2020: ca. 7.00 – 15.20 Uhr Abschlag nur von Tee 1
Samstag, 11. Juli 2020: ca. 7.00 – 15.00 Uhr Abschlag nur von Tee 1
Sonntag, 12. Juli 2020: ca. 7.00 – 15.00 Uhr Abschlag nur von Tee 1. Anschließend Siegerehrung.

EURAM Bank Open beim GC Adamstal in der Ramsau

Montag, 13. Juli 2020: ca. 12.00 Uhr Pro Am mit 10 Flights nur von Tee 1
Mittwoch, 15. Juli 2020: ca. 7.00 – 15.20 Uhr Abschlag nur von Tee 1
Donnerstag, 16. Juli 2020: ca. 7.00 – 15.20 Uhr Abschlag nur von Tee 1
Freitag, 17, Juli 2020: ca. 7.00 – 15.00 Uhr Abschlag nur von Tee 1
Samstag, 18. Juli 2020: ca. 7.00 – 15.00 Uhr Abschlag nur von Tee 1. Anschließend Siegerehrung.