DeChambeau pumpt sich auf


Bryson DeChambeau kehrt so stark auf die PGA Tour zurück, dass er neue Schläger braucht. Die Charles Schwab Challenge gewinnt Daniel Berger.

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Bereits vor einiger Zeit hatte Bryson DeChambeau angekündigt, er wolle kräftiger werden. Bei seinem ersten Turnierantritt in Texas hat er nun bewiesen, dass er es ernst meint.

So wie viele andere Profi-Sportler auch hatte DeChambeau während der COVID-19-Pandemie genügend Zeit, um an seiner körperlichen Fitness zu arbeiten. Drei Monate später wiegt er insgesamt 20 Kilo mehr als bei seinem Profi-Debüt 2015 und trägt Shirts, die die zwei Nummern größer sind als noch vergangenes Jahr .

„Ich hatte das Gefühl es war der richtige Zeitpunkt, mich nicht nur zurückzulehnen und das Leben zu genießen, sondern das Leben anzugreifen“, so der 26-jährige.

Auch die nur wenigen Fans, welche die Charles Schwab Challenge aus nächster Nähe verfolgen konnten, wurden auf die augenscheinliche Veränderung in DeChambeaus Statur aufmerksam. Von einer Tribüne aus, die hinter dem 16. Abschlag gebaut worden war, wurde er schließlich auf rund 160 Kilo geschätzt.

„[Die Fans, Anm.] waren ziemlich weit weg. Ich wiege momentan vielleicht knapp 110 Kilo. Wenn ich die nächsten drei Wochen Golf spiele, werde ich wieder auf 105 kommen. Mein ultimatives Ziel ist es aber, so stark wie möglich zu werden. Ich weiß nicht, wie hoch mein Gewicht dann sein wird. Ich werde einfach weiterhin meinen Körper proportional kräftiger machen machen und dann werden wir sehen, wie sich Kraft und Geschwindigkeit auf den Golfschwung auswirken werden.“

Der Kraft- und Gewichtszuwachs macht sich bereits jetzt bemerkbar: Bryson DeChambeau, der Physik studierte und als Tüftler bekannt ist, musste die Lofts in einigen seiner Schläger anpassen. Nun spielt er nach eigenen Angaben einen Driver mit 5,5-Grad. Sein 3er-Holz soll schon bald mit nur 10 Grad Loft auskommen.

„Ich produziere so viel Spin, dass ich neue Schläger brauche“, sagte er. „Es ist verrückt.“

DRIVE FOR THE SHOW, PUTT FOR THE DOUGH

Am Platz wurde deutlich, dass Kraft direkt die Länge seiner Schläge beeinflusst: DeChambeau führte das Feld mit seinen durchschnittlichen 276 Metern in Sachen Driving Distance an. Tatsächlich fällt der Unterschied aber weitaus deutlicher aus: Der Colonial Golf Club in Forth Worth, Texas, ist kein langer Platz, auf dem die Long Hitter voll auf ihre Kosten kämen. Betrachtet man lediglich die ausgewiesenen Driving Holes, schlug DeChambeau seinen Ball durchschnittlich über 310 Meter weit.

Gleichzeitig vergab er ernsthafte Chancen auf den Sieg mit einem Missglückten Annäherungsschlag am 17. Loch der Sonntagsrunde:

„Leider wurde [ich] am 17. Loch abgeworfen. Der Ball sprang aus dem First Cut, was ich nicht erwartet hatte, und flog über das Grün. Der Chip war dann zu sachte, ich kam einfach nicht gut heraus. Der anschließende Putt war gut und ging nur knapp daneben.“

Unabhängig davon hat sich auch in seinem Kleiderschrank einiges getan. DeChambeau, der seit Jahren von PUMA Golf ausgestattet wird, trug seine Shirts Ende letzten Jahres noch in Größe Medium. Aktuell trägt er einfach extra large. Im Web-Shop verkauft PUMA seine Polo-Shirts bis in Größe dreifach extra large. DeChambeau kann seine Mitgliedschaft im Fitnessstudio getrost verlängern.

Den Sieg bei der Charles Schwab Challenge sicherte sich indes der konstant starke Daniel Berger mit einer 66 (-4) im Stechen gegen Collin Morikawa, dem der Ball bei einem kurzen Putt aus dem Loch sprang.