Südafrika: Die Fahne bleibt drinnen


In heimischen Gefilden steht der Golfsport still. (Noch) nicht so in Südafrika. Timo Schlitz ist vor Ort und schildert seine Beobachtungen und Gedanken.

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17. März, Dienstag: Ich schlage um kurz nach 8 zum ersten Mal im Royal Cape Golfclub ab. Corona ist seit ein paar Tagen auch in Kapstadt und Umgebung angekommen – zumindest in den Medien. Wie schon in Deutschland ist nach nur einem „Not-Shopping-Tag“ das Klopapier aus – allerdings nahezu auch das gesamte Grillfleisch beim Nobelsupermarkt Woolworths. Golf gespielt wird weiterhin, allerdings stehen überall Desinfektionsmittel herum. Der Platz ist dennoch gut gefüllt, und ich höre bei der Halfway-Pause (in Südafrika sind zehn bis 15 Minuten Pflicht) Gäste aus unterschiedlichsten Ländern über die Krise dozieren.

Am Mittwoch, einen Tag später, wird bekannt gegeben, ob sich Südafrika stärker einschränken muss. Betroffen wären dann auch die Golfplätze.

Doch es kommt anders: Viele Restaurants schließen von sich aus und bieten vor allem Bestellungen „To Go“ an. Die Clubhausgastronomien setzen hingegen größtenteils nur auf eingeschränkte Öffnungszeiten. Die Fairways bleiben komplett offen. Mit ein paar Besonderheiten.

  • Die Driving Range schließt früher
  • Die Startzeiten sind weiter auseinander (und es wird nicht aufgefüllt)
  • Der Handicap Terminal, eine stationärer Computer-Terminal zum eingeben der Ergebnisse nach der Runde, wurde abgeschaltet
  • Die Fahne soll nicht mehr aus dem Loch genommen werden, um die Weitergabe von Viren zu bekämpfen
  • Es gibt keine Siegerehrungen oder ähnliches mehr. Zahlreiche Turniere („social gatherings“) wurden abgesagt

Außerdem wurden die Hocker an der Bar mit mehr Abstand aufgestellt sowie die Duschen in den Umkleiden abgeschaltet. Und es sind generell weniger Angestellte und Greenkeeper auf der Anlage.

Meine eigene Einschätzung: Generell finde ich es nicht verkehrt, dass man weiter Golf spielen kann. Ein wenig Bewegung kann sicher nicht schaden. Auf den Drink danach sollte man aber wohl sinnvoller Weise verzichten.