Moderne Tradition mit Alpenblick


Die Golfplätze Iffeldorf und Thailing sind ausnehmend schmucke Vertreter der dichten Münchner Golfanlagen-Landschaft.

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„No Score Valley“? Na Servus, das sagt doch schon alles. Rote Zahlen auf der Karte wird‘s schwerlich geben, man darf eher froh sein, den Löchern 4 bis 7 auf dem Golfplatz Thailing halbwegs unbeschadet zu entkommen. Dieses „Tal der Tränen“ beginnt mit dem schwierigsten der 18 Löcher des Meisterschaftsplatzes und endet mit einem nur scheinbar harmlosen Par 3. Dazwischen liegt ein Par 5, dessen enger und dicht bewachsener Drive-Korridor an das antike Schrecknis Skylla und Charybdis erinnert. Rechts Ungemach plus Wasser, links ist es nicht besser. Da wirkt die folgende Bahn 6, ein Dogleg links von malerischem Charme, fast therapeutisch.

Auf dem Golfplatz Iffeldorf wartet das Nadelöhr an Loch 13. Zwei mächtige Eichen verengen den Blick zum Fairway, bloß Übermütige zücken den Driver, ein flach gespieltes langes Eisen ist die smartere Wahl. Spaß machen beide Engpässe natürlich dennoch – man möchte am liebsten nachladen. Das gilt sowieso fürs gesamte Bahnen-Ensemble hüben wie drüben: Thailing und Iffeldorf sind ausnehmend schmucke Vertreter der Golfanlagen-Landschaft rund um München; sie gehören zu den „Golfanlagen Langer“, die mit Cleebronn und Steißlingen in Baden-Württemberg zwei weitere Parcours betreiben.

Während Iffeldorf im Münchener Süden mit ausgedehnten Waldbereichen, Weihern und Biotopen, uralten Eichen sowie dem Blick auf die Osterseen prunkt, haben die natürlichen Modulationen von Thailing im Osten der bayerischen Hauptstadt gerade auf der Schlussstrecke fast etwas von Toskana. Famose Aussichten auf die Alpen gibt es hier wie da ohnehin.

In Thailing hat Design-Doyen Kurt Rossknecht das Layout, geprägt durch breite Fairways sowie grosse und ondulierte Grüns, gewohnt geschickt in die mäandernde Landschaft und den alten Baumbestand gelegt. Genau so stolz wie auf den Platz sind sie freilich auf die neu gestaltete Clubhaus-Veranda, die als „wohl schönste Terrasse Bayerns“ gepriesen wird. Diesbezüglich muss sich indes auch Iffeldorf nicht verstecken, dort hat‘s gleich zwei Außensitzbereiche.

Iffeldorf fokussiert sich stark auf die Ökologie, was bei der Einbettung in den Naturwald und die Moorlandschaft naheliegt, pflegt u. a. Streu- und Blumenwiesen, „erntet“ Honig auf einem eigenen Wildbienen-Areal und zielt mit alldem auf das „Golf & Natur“-Goldsiegel des Deutschen Golf Verbands. Das ist ebenso zeitgemäß und zukunftsorientiert wie die Philosophie „Thailing 2.0“ der Schwesteranlage. Mit einem entspannten Dresscode oder dem neu designten Clubhaus etwa hat man es dort auf ein jüngeres Publikum als die umliegenden Clubs gebracht.

Ein umfassendes, anspruchsvolles golferisches wie gastronomisches Angebot sowie State-of-the-Art-Übungseinrichtungen verstehen sich bei beiden von selbst. Und so stehen Iffeldorf und Thailing als gelungene Beispiele für die Symbiose von Golftradition und gesellschaftlicher Moderne.

Übrigens: Thailing hat sich auch als Eventlocation allererster Güte einen Namen gemacht. Egal ob Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern oder einfach eine stimmungsvolle Party: Gastgeber und Gäste kommen hier bei gediegenem Ambiente und Spitzengastronomie voll auf ihre Kosten.