Getty Images

Der Mann der Stunde auf der European Tour heißt Bernd Wiesberger. Nach der langen Verletzungspause im Vorjahr ist der Österreicher wieder ganz der Alte – und vielleicht sogar noch besser als je zuvor. Nach dem jüngsten Sieg in Dänemark und dem zweiten Platz in der Vorwoche in Irland folgte nun in Schottland der ganz große Coup. Der Oberwarter setzte sich bereits nach Runde 2, wo er mit der 61 einen neuen Platzrekord im Renaissance Club in North Berwick fabrizierte, an die Spitze des Leaderboards. Nach einer guten 65 in Runde 3 ging Wiesberger mit einem 2-Schläge-Vorsprung in die Finalrunde.

Die verlief zwar zunächst gar nicht nach Wunsch, doch hielt der Burgenländer in der Folge Schritt mit dem groß aufspielenden Franzosen Benjamin Hébert, der die Richtmarke im Clubhaus setzte. Am Ende notierten beide den Gesamtscore von 22-unter-Par und so musste ein Stechen über den Sieg bei dem hochkarätigen zur Rolex Series zählenden Event entscheiden. Dort hatte Wiesberger dann ehrlicherweise richtig Glück, dass der französische Kontrahent zunächst zwei Mal den möglichen Sieg verputtete und dann mit einem weiteren Dreiputt am dritten Extraloch die Türe für den Österreicher weit aufstieß. Der ließ sich nicht zweimal bitten und lochte sicher zum Sieg.

„Ich hätte gerne schon alles früher entschieden, aber manchmal muss man sich eben durchkämpfen. Ich bin sehr dankbar, wie es dann zu Ende gegangen ist“, gab Wiesberger zu Protokoll. „Es ist toll, hier am Ende eines sehr langen Tages mit der Trophäe zu stehen“, betonte der Österreicher. „Wenn man bedenkt, in welchen Situationen ich letztes Jahr war, wo ich nicht gewusst habe, was als nächstes passiert, dann schmeckt der Erfolg noch viel süßer. Den genieße ich dadurch auch viel mehr“, sagte Wiesberger, der sich mit dem Sieg in Schottland auch an die Spitze des Race to Dubai, der Jahreswertung der European Tour, setzte.

Und diese Woche steht ja mit der Open Championship im nordirischen Royal Portrush das letzte Major des Jahres am Programm. Die Generalprobe in Schottland ist auf jeden Fall mal perfekt gelungen …