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US Open 2019: Woodland schlägt Koepka


Die US Open 2019 waren besonders: Kein knüppelharter Kurs, ein Außenseiter mit Pokal und die Gewissheit, dass Brooks Koepka eine Major-Maschine ist.

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Gary Woodland gewinnt die US Open 2019 in Pebble Beach. Warum? Weil er das, wie er sagt, beste Golf seiner Karriere gespielt hat. Weil er sich auch von einem wieder einmal furios aufspielenden Brooks Koepka nicht draus bringen hat lassen. Und weil es vielleicht so etwas wie einen Golfgott gibt, auch wenn diese Verbindung in Woodlands Fall ein wenig schräg anmutet. Woodland, 35 Jahre und aus Kansas, versuchte es seit 2009, wenigstens in die Top Ten eines Majors zu kommen. Erst 2018 klappte es mit einem sechsten Rang bei der PGA Championship. Nun ist er ganz oben, der Mann, der bislang einen Sieg auf der US PGA Tour feiern konnte, nie ein Ryder-Cup-Team von innen sah und vor dieser 119. US Open in keiner Favoritenliste zu finden war.

Ja, Woodland hatte den World Cup 2011 an der Seite von Matt Kuchar gewonnen. Aber einer breiteren Öffentlichkeit wurde er dennoch eher anderweitig bekannt. Einmal durch dieses Video:

Trauer und Schmerz

Woodlands Golfkarriere wurde zudem im Frühjahr 2017 näher beleuchtet, als er nach der freudigen Ankündigung, gemeinsam mit seiner Frau Gabby Zwillinge zu erwarten, seine Teilnahme am Matchplay-WGC in Texas zurückzog. Ein Zwilling hatte Komplikationen während der Schwangerschaft nicht überlebt. Der Sohn kam zehn Wochen zu früh auf die Welt. Ihm geht es gut – und er freut sich auf Zwillingsschwestern, die im August auf die Welt kommen sollen. Das größte Geschenk für Woodland. Und eines, das er nun mit einem Major-Sieg in der Tasche genießen kann.

Und dieser Sieg ist wirklich nicht selbstverständlich. Und vielleicht ist er sogar sehr überraschend. Vor diesem Sonntag in Pebble Beach war Woodland von 236 erfassten Golfern der drittschlechteste (!), wenn es um Ergebnisse an einem Major-Sonntag ging. Okay, Woodland war auch vor dem Major die Nummer 25 der Welt. Er weiß also, wie man Golf spielt, auch wenn allzu viele Siege ausblieben. Aber Nummer 234 in Major-Finals? Und dann die US Open gegen Brooks Koepka, Justin Rose und Rory McIlroy, drei US-Open-Champions? Und dann machte Koepka auch noch ernst mit vier Birdies auf den ersten fünf Löchern. Was würde passieren?

Nicht viel. Woodland ließ Koepka, die Mensch gewordene Major-Maschine, ran kommen. Und zauberte dann auf den letzten beiden Bahnen – eine spektakuläre Rettung, ein Birdie, drei Schläge Vorsprung, ein Sieg. 13 unter Par, auf dem eher kurzen Kurs in Pebble Beach ein ungewohnt gutes US-Open-Ergebnis. „Ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagte Woodland nach der Runde. Koepka, der nun in vier Majors hintereinander nie schlechter als Rang zwei abschloss, dürfte das anders sehen. Er verpasste die historische Chance, drei US Open in Folge zu gewinnen. Etwas, das zuletzt 1905 gelang. Aber für Rekorde ist noch Zeit. Und inzwischen werden sie Koepka auch zugetraut. Ja, alle.

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