GC München-Eichenried

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Im Golfclub München Eichenried wird Naturschutz großgeschrieben. Eine neue Initiative fördert die lokale Artenvielfalt – mit besonderem Augenmerk auf Bienen.

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Das neue Logo mit der Biene im Zentrum wurde vom Golfclub München Eichenried entwickelt und darf gerne auch von anderen Golfclubs verwendet werden. Gemeinsam möchte man ein starkes Zeichen setzen: auf dem Golfplatz, bei den Mitgliedern, bei der Jugend. Sie alle werden eingebunden, damit das überwältigende Votum beim Volksbegehren „Rettet die Bienen – für Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ in die Tat umgesetzt wird.

Bei der Pressekonferenz zu den BMW International Open vom 20. bis 23. Juni im Golfclub München Eichenried hat Geschäftsführer Wolfgang Michel bereits deutlich Stellung bezogen: „Eine Golfanlage, die den Standards der European Tour genügt, kann zugleich sehr viel für die Umwelt erreichen. Von unseren rund 150 Hektar Fläche sind nur ca. 1,5 Hektar Grüns, die intensiv gepflegt werden. Zieht man die gemähten Fairways ab, bleiben ca. 80 Prozent unseres Golfplatzes naturbelassen. Es sind Blumenwiesen,
Büsche, Bäume, Bäche und Seen, in denen sich seltene Fauna und Flora entwickeln kann.“

 

100 Eichenrieder Bienenstöcke und Golf & Natur in Gold

 

Allen voran die Bienen, die abseits der Spielbahnen einen üppig gedeckten Tisch finden: 100 Bienenstöcke pflegt Imker Willi Hermann, seines Zeichens Vize-Headgreenkeeper und Hobby-Caddy für Fußballer Thomas Müller, der schon seit Jahren ein Fan des Eichenrieder Golfplatzhonigs ist. „Die Bienenvölker auf dem Golfplatz kommen mit dem Sammeln kaum noch nach“, freut sich Willi Hermann. Natürlich tragen die Eichenrieder Honiggläser das Bienen-Logo „Wir fördern Artenvielfalt“. Ein zukünftiger Turnierpreis soll z. B. eine Patenschaft für ein Bienenvolk sein, ebenso wird es Obstbaum-Patenschaften geben.

Ebenfalls seit Jahren schon, genau gesagt seit 2010, nimmt Eichenried am DGV-Programm Golf & Natur teil; seit 2012 wird die Arbeit von Head-Greenkeeper Andrew Kelly und seinem Team mit dem höchsten Gold-Zertifikat ausgezeichnet.

 

Pflanzaktion mit der Jugend, Bienen-Schilder und Samensäckchen

 

Somit ist es ein im wahrsten Sinne des Wortes natürlicher Schritt, hier noch mehr zu tun, zumal Geschäftsführer Wolfgang Michel ein erklärter Naturschutz-Freund ist. „Wir haben auch Bälle mit dem Bienenlogo bedruckt. Die erhalten u. a. unsere Jugendlichen beim Turnier des Fördervereins Jugend am Feiertag, 30. Mai. Wir starten an diesem Tag eine Pflanzaktion mit den Gewinnern des Turniers, die als Sieger-Flight je drei Birnen- und Zwetschgen-Bäume alter Sorten gewinnen. Damit beginnen wir, einen Extra-Streuobst-Hain des Fördervereins anzulegen.“

Dies zusätzlich zu den von der Allianz bereits vor Jahren gepflanzten Obstbaumwiesen, ebenfalls mit alten Sorten, die inzwischen reiche Ernte tragen. Außerdem geben die freundlichen Damen und Herren am Eichenrieder Empfang Samensäckchen aus, deren Inhalt man auf dem Platz oder auch zu Hause im Garten oder auf dem Balkon aussäen kann.

30 runde Bienen-Schilder werden auf dem Platz aufgestellt. Vorwiegend dort, wo Mitte April wieder Blumenwiesen ausgesät worden sind, die schon in den vergangenen Jahren für beliebte Fotomotive gesorgt haben – und natürlich für Bienennahrung! Die Artenvielfalt-Schilder kennzeichnen auch wertvolle Standorte für seltene Pflanzen- und Tierarten.

„Unser Ziel ist es, dass all diese konkreten Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität bei den Mitgliedern allen Alters ankommen und eine Eigendynamik entfalten. Unsere jungen Golfer müssen ja nicht gleich so aktiv wie Greta Thunberg werden. Aber ein bisschen davon würde ich mir schon wünschen“, so Wolfgang Michel enthusiastisch.

 

Zukunft: Wissenschaftliche Begleitung

 

Angedacht und zum Teil angestoßen sind bereits verschiedene Forschungsprojekte mit der TU Weihenstephan, um zu zeigen, was in Eichenried in den letzten 30 Jahren entstanden ist. „Diese Unterstützung ist für künftige Verbesserungen sehr wichtig. Auch wird das Ergebnis die Grundlage sein, um der Verwaltung und Politik fundierte Fakten anzubieten“, freut sich Wolfgang Michel.