Wie im Fernsehen


Für die Golfübertragungen im TV war es eine Riesensensation, damals, 2006, als zum ersten Mal die Flugbahn des Balles auf dem Bildschirm mit einem Tracer nachgezeichnet wurde. Aus Unikum wurde Broadcasting- Standard, der damalige Protracer heißt mittlerweile Toptracer. Der Vormarsch dieser innovativen Technologie macht nun auch vor den Driving Ranges dieser Welt nicht mehr halt – und beschert damit jedem Spieler ein ganz neues Golferlebnis!

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Als der Schwede Daniel Forsgren vor gut 20 Jahren seinen Fernseher einschaltete und den besten Golfern bei der Jagd nach Titeln zusah, fehlte ihm etwas. Die Schwünge, die Spannung, die Dramatik – alles war da. Doch das Auge des IT-Spezialisten fand keine Befriedigung in der Art und Weise, wie das Fernsehen das Geschehen auf dem Fairway in sein Wohnzimmer transportierte. Also machte er sich an die Arbeit und begann mit dem Tüfteln. Was als kleine Sehnsucht nach mehr in seinem Kopf begann, sollte sich schon bald zu einer der innovativsten Technologien im Golfsport des 21. Jahrhunderts entwickeln.
 
Forsgren erinnert sich noch genau an die Zeit, als er damit begann, für sich und die gesamte Golfwelt ein ganz neues Entertainment-Erlebnis zu schaffen. „Ich wollte wissen, was der Ball in der Luft macht und was die Spieler tatsächlich mit ihm anstellen“, erklärt der Hcp-8-Spieler. „Die Kommentatoren schienen es zu wissen, ich aber nicht. Ich wollte die Übertragung verbessern und einen Weg finden, wie der Zuschauer mehr sehen kann als den Schlag und einen nichtssagenden blauen Himmel.“ So entwickelte Forsgren ein Kamera-System, welches den Ball auf dem Bild erkennt und ihn anschließend mit einer farbigen Kurve nachzeichnet. Der Protracer war geboren.
 
Weltweit stürzten sich die großen Touren auf die neue Technologie, deren Demoversion erstmals 2006 der European Tour vorgestellt wurde. Mittlerweile ist sie bei den Übertragungen der großen Touren nicht mehr wegzudenken. Im Mai 2016 übernahm die Firma Topgolf das System, das seitdem unter dem Namen „Toptracer“ läuft und inzwischen auf abgeschlossenen Driving Ranges einsetzbar ist. Seit diesem Jahr können Spieler ihren Ballflug auch auf Grasranges per ­Mobile Device verfolgen – ein weiterer gewaltiger technologischer Schritt nach vorn.
 
„Der Toptracer hat das Potenzial, die Sportart Golf zu bereichern, sowohl in der Kreation eines neuen Zuschauererlebnisses im Fernsehen als auch mit der Möglichkeit, auf ganz neue Art und Weise zu trainieren“, verrät Ben Sharpe, seit 2018 Präsident von Toptracer. „Es ist für Driving Ranges, den Golfer und die gesamte Industrie ein enormer Gewinn.“ Besucher einer Toptracer Range bekommen wie im Fernsehen ihren Ballflug auf dem Monitor nachgezeichnet. Dazu erhebt das System eine Vielzahl von Daten und bietet außerdem die Möglichkeit, verschiedene Spielmodi auszuwählen. „Der Spieler kann auf seiner eigenen Range weltberühmte Kurse wie Pebble Beach nachspielen und das mit dem vollen Schlagerlebnis“, beschreibt Sharpe den beliebten Spielmodus. Paul Williams, General Manager von Toptracer Europe, nennt weitere Möglichkeiten: „In geselliger Runde kann man sich beim Longest Drive oder beim Nearest to the Pin vergleichen, wodurch der soziale Aspekt des Übens ungemein gefördert wird.“
 
Ralf Lehmann, Clubmanager und Head-Pro des Swiss Golf Park Wädenswil, schlägt in die selbe Kerbe. Denn die Schweizer Anlage war im Dezember 2018 die erste Toptracer Range im deutschsprachigen Raum und ist seitdem begeistert vom System. „Die Resonanz der Spieler ist extrem positiv, sie sind motivierter zu üben und verbringen mehr Zeit auf der Range“, so der 50-jährige Lehmann, der zudem die Nutzerfreundlichkeit der Technologie schätzt. „Die Screens und einzelnen Module sind sehr einfach zu handhaben und übersichtlich. Alles ­funktioniert einwandfrei, und es ist eine Riesenbereicherung.“
 
Kein Wunder also, dass mittlerweile immer mehr Anlagen nachziehen. Weltweit gibt es die Top­tracer Range in 17 Ländern, die GolfCity Köln Pulheim ist seit kurzem die erste deutsche Anlage, die das Programm installiert hat. „Das war die beeindruckendste Eröffnung einer Toptracer-Anlage in ganz Europa“, so Paul Williams im Rahmen der Eröffnung. „Damit heben wir den Golfsport auf ein neues Level.“
 
Weitere Verhandlungen mit Golfclubs in Deutschland und  Österreich laufen bereits.