European Tour

Kieffer: Der Pokal rückt näher


Nur wenige Golfer auf der European Tour hätten einen Titel so verdient wie Max Kieffer. An diesem Wochenende bei der Oman Open war er wieder ganz nah dran.

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Am Ende der Oman Open auf der European Tour bleibt für manchen die Frage, die sich so oft stellt, nicht nur im Golfsport, aber da besonders: Willst Du einmal ganz oben stehen? Oder lieber länger dabei sein, aber nie ganz oben? Natürlich ist das keine Wahl. Und natürlich könnte man sich auch wünschen: Siegen und trotzdem oben dabeibleiben. Also eigentlich eine blöde Frage. Zumindest, wenn man es mit Max Kieffer hält. Natürlich fehlt ein Sieg – weil er irgendwie dran ist, wenn man das so sagen darf.

Kieffer muss sich keine Fragen stellen. Lange oben dabei ist er schon lange. Er hat Antworten geliefert seit seinem Debüt auf der European Tour 2012. Bis heute hat der heute 28-Jährige mehr als hundert Turniere gespielt, er war gleich im ersten Jahr Teil eines epischen Stechens über neun Löcher bei der Open de España, er legte eine beeindruckende Serie von 22 erreichten Cuts in Folge hin, ein Rekord. Jahr für Jahr erspielt er sich seine Tourkarte, er ist einer der konstantesten Ballstriker der Tour. Und sicherlich einer der besten Golfer Europas ohne Turniersieg.

Beste Platzierung seit 2013

An diesem Wochenende im Oman fehlte wieder nicht viel. Am 71. Loch lag Kieffer in Führung. Ein Loch später, am Abschlag der 72. Bahn, war Kieffer nur noch Zweiter – und blieb es. Aber was heißt schon „nur noch Zweiter“. Mehr als 100.000 Euro Preisgeld, beste Platzierung seit Spanien 2013 und der Sprung auf Rang 35 im Race to Dubai.

Der Wind verwehte die Konkurrenten, darunter die Österreicher Bernd Wiesberger und Matthias Schwab, und am Ende auch ein wenig Kieffer, der Kurt Kitayama den Vortritt lassen musste und gleichzeitig lachen und weinen durfte. Zum Weinen ist: So nah dran. Und kein Pokal. Zum Lachen ist: Er ist erst 28 Jahre alt, da sind schon einige Topstars später durchgestartet. Er hatte nach eigenen Angaben gar nicht sein bestes Spiel in die Wüste mitgebracht. Und: Die nächste Chance kommt bestimmt. Auf die nächsten hundert Turniere.