Die neuen Golfregeln 2019 – Teil 2


Gemeinsam mit Yves Cédric Ton-That, DEM Regel-Experten im deutschsprachigen Raum, präsentieren wir Teil 2 der Neuerungen im Golf-Reglement.

Von:

Yves Cédric Ton-That ist nicht nur erfolgreicher Jurist, sondern hat sich auch als ausgewiesener Regel-Experte, App-Entwickler, Unternehmer und hervorragender Amateur-Golfer einen Namen gemacht. Sein preisgekrönter, praktischer Regelführer „Golfregeln kompakt“ passt in jedes Golf Bag oder als iGolfrules-App auf jedes Smartphone und mutierte bereits vor Jahren zum Bestseller. Bis heute wurde es in 22 Sprachen übersetzt und verkaufte sich millionenfach. Pünktlich zum 1. Jänner 2019 erschien nun die Neuauflage inklusive aller Regeländerungen, die von R&A und USGA für 2019 vorbereitet wurden. „Dabei handelt es sich um die größte Regelrevision seit über 30 Jahren,” so der sympathischen Schweizer, der sich für die Leser von perfect eagle Zeit genommen hat, um die aktuellen Neuerungen im Golf-Reglement vorzustellen.

 

Unspielbarer Ball im Bunker (Regel 19)

Bisher standen dem Spieler drei Möglichkeiten zum Droppen – jeweils verbunden mit einem Strafschlag – zur Verfügung, wenn er seinen Ball im Bunker für unspielbar erklärte.

Neu steht Ihnen eine vierte Option zur Verfügung: Sie können nun unmittelbar hinter dem Bunker droppen. Diese Variante kostet allerdings nicht einen, sondern zwei Strafschläge.

Gut zu wissen: Damit kann man Bunkerschläge komplett umgehen, allerdings wird sich das kaum rechnen.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 25.

 

Penalty Areas (Erklärung)

Bisher durften Wasserhindernisse grundsätzlich nur als solche markiert werden, wenn sie tatsächlich Wasser enthielten.

Neu heißen Wasserhindernisse Penalty Areas und müssen nicht mehr zwingend Wasser enthalten.

Gut zu wissen: Es ist Golfclubs somit freigestellt, auch andere Flächen als Penalty Areas zu markieren, damit seitlich gedroppt und das Spiel beschleunigt werden kann.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 27.

 

Droppmöglichkeiten bei Penalty Areas (Regel 17)

Bisher konnte bei einem seitlichen Wasserhindernis auf der gegenüberliegenden Seite des Kreuzungspunktes (wo der Ball ins Wasserhindernis geflogen ist) gedroppt werden.

Neu heißt es rote Penalty Area und die Droppmöglichkeit auf der anderen Seite wurde aufgehoben.

Gut zu wissen: Diese Variante wurde bereits bisher kaum benutzt und führte nur zu Verwirrung.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 29.

 

Boden- und Wasserberührung in Penalty Areas (Regel 17)

Wenn man sich entscheidet, den Ball aus einem Wasserhindernis zu spielen, wie er liegt, durfte bisher der Boden und das Wasser vor dem Schlag nicht berührt werden.

Neu dürfen Sie den Schläger am Boden oder im Wasser aufsetzen, wenn Sie den Ball aus einer Penalty Area spielen.

Gut zu wissen: Erfahrungsgemäß führt es kaum zum Erfolg, einen Ball aus dem Wasser zu spielen, sobald er vollständig von Wasser bedeckt ist.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 30.

 

Ball bewegt sich auf Grün nach Markieren und Zurücklegen (Regel 13)

Bisher musste der Ball von der neuen Stelle gespielt werden, wenn er sich nach dem Markieren und Zurücklegen von selbst oder durch Wind bewegte.

Neu müssen Sie den Ball zurücklegen.

Gut zu wissen: Bereits bisher legten die meisten Spieler den Ball reflexartig – wenn auch fälschlicherweise – zurück. Die neue Regel kommt somit dem natürlichen Instinkt entgegen.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 38.

 

Ball auf Grün aus Versehen durch Spieler bewegt (Regel 13)

Bisher war das versehentliche Bewegen des Balls auf dem Grün nur in Ausnahmefällen straflos.

Neu ist ein solches Versehen in allen Fällen straflos.

Gut zu wissen: Wenn Ihnen z. B. der Schläger aus der Hand fällt oder Sie einen Probeschwung zu nah am Ball ausführen und Ihr Ball dadurch bewegt wird – einfach straflos den Ball zurücklegen.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 39.

 

Schäden auf Grün ausbessern (Regel 13)

Bisher durfte die Puttlinie bis auf wenige Ausnahmen wie z. B. Pitchmarks oder alte Lochpfropfen nicht verbessert werden.

Neu dürfen Sie praktisch alle Beschädigungen auf dem Grün ausbessern, insbesondere auch Spikemarken.

Gut zu wissen: Dies ist aber kein Freipass, um die ganze Puttlinie zu glätten, denn natürliche Unregelmässigkeiten gehören zum Spiel.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 40.

 

Keinen Schläger ablegen um sich auszurichten (Regel 10)

Bisher war es gestattet, z. B. auf dem Grün den Putter abzulegen, um sich für den Schlag auszurichten.

Neu dürfen Sie keinen Schläger mehr ablegen, um Ihren Stand daran auszurichten.

Gut zu wissen: Dasselbe gilt auch für andere Objekte, die zur Ausrichtung behilflich sein könnten.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 39.

 

Keine Hilfe durch Caddie beim Ausrichten (Regel 10)

Bisher durfte sich der Spieler durch seinen Caddie für den Putt ausrichten lassen.

Neu ist es nicht mehr gestattet, dass sich der Caddie hinter den Spieler stellt und diesen für den Putt zum Ziel ausrichtet.

Gut zu wissen: Diese Regeländerung betrifft vor allem Profis und ist für den Clubgolfer kaum von Belang.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 39.

 

Treffen der Fahnenstange (Regel 13)

Bisher musste die Fahne bedient oder entfernt werden, da sie beim Putten nicht getroffen werden durfte.

Neu ist das Treffen der Fahnenstange straflos, das heißt, Sie können die Fahne immer im Loch stecken lassen.

Gut zu wissen: Statistisch ist es besser, die Fahne stets im Loch zu lassen, da die Fahnenstange das Einlochen des Balls begünstigt.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 42.

 

Ball an Fahnenstange eingeklemmt (Regel 13)

Bisher musste in diesem Fall die Fahne entfernt werden, damit der Ball ins Loch fällt.

Neu gilt der Ball bereits als eingelocht, wenn ein Teil des Balls unterhalb der Lochkante ist.

Gut zu wissen: Ein eingeklemmter Ball gilt somit praktisch immer als eingelocht.

Siehe „Golfregeln kompakt 2019“, Seite 43.

 

Distanzmessgeräte (Regel 4)

Bisher waren diese nur gestattet, wenn sie durch eine Platzregel ausdrücklich erlaubt wurden.

Neu dürfen Sie Distanzmessgeräte grundsätzlich verwenden, es sei denn eine Platzregel verbietet ihren Gebrauch.

Gut zu wissen: Diese Regel ändert in der Praxis kaum etwas, da fast alle Golfclubs bereits bisher Distanzmessgeräte erlaubten.

Teil 1 der Regeländerungen 2019 gibt es hier sowie jederzeit unter expertgolf.com zu lesen!

Golfregeln Kompakt 2019 von Expert Golf