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Tigers Triumph in East Lake


Mit dem Sieg bei der Tour Championship gewinnt Tiger Woods zum 80. Mal auf der US PGA Tour und zeigt allen Zweiflern, dass sein Comeback geglückt ist. Ach ja: Justin Rose heißt der Sieger im FedExCup.

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Die Tiger-Mania ist zurück! Das konnte man schon auf den Schlusslöchern im East Lake GC erkennen, als die Massen – es waren wirklich Tausende – sich wie beim einem Open-Air-Rockkonzert hinter Rory McIlroy, Tiger Woods und den Caddies um die besten Plätze drängten. Woods platzierte seinen dritten Schlag aus dem Grünbunker zwei Meter an der Fahne, machte mit einem Zwei-Putt das Par und gewann am Ende mit zwei Schlägen Vorsprung die Tour Championship, das Finalturnier der PGA Tour. Viel wichtiger jedoch: Das Comeback ist endlich abgeschlossen – und zwar erfolgreich.

1.876 Tage hatte die einstige Nummer eins nicht gesiegt. Man sah den Übergolfer sich entweder mit schmerzverzehrtem Gesicht an den Rücken fassen oder bei missratenen Chips, die sogar der Wochenendgolfer hinbekommt. Mehrfach musste er in oder nach Turnierrunden aufgeben. Doch die vier Rückenoperationen und die lange Leidensphase sind vergessen. Denn Tiger Woods, 42, ist zurück.

 

US PGA Tour: Woods gewinnt Tour Championship

Dass der Sieg nicht mehr lange auf sich warten lässt, konnte man in den Vorwochen bereits erkennen. Woods landete bei der PGA Championship, dem vierten Major des Jahres, auf Platz zwei. Bei der Open in Carnoustie wurde er geteilter Sechster und hatte ebenfalls Chancen auf den Titel. In Atlanta war es dann so weit: Scores von 65, 68, 65 und 71 (-11) zeigten, dass Woods noch dominieren kann, wenn alle Aspekte seines Spiels solide zusammenlaufen. In East Lake lief es vor allem auf den Grüns und im kurzen Spiel. Und auch die Abschläge konnten sich sehen lassen. Teilweise donnerte er seine Drives sogar an Mitspieler Rory McIlroy vorbei, der nun wirklich nicht kurz ist.

„Es gab Zeiten, in denen ich nicht wusste, ob ich das jemals wieder machen würde.“ Tiger Woods über die Chance, überhaupt wieder Golf zu spielen.

Rose gewinnt Saisonwertung

Ein geteilter vierter Platz reichte dem Engländer Justin Rose (274 Schläge), um sich den mit 10 Millionen US-Dollar dotierten FedEx-Cup zu sichern. Auch für den Ryder-Cup-Spieler war es ein emotionaler Moment – und ein hartes Stück Arbeit. Rose war mit drei Schlägen Rückstand in den Finaltag gestartet, konnte aber nicht an seine bestechende Form aus den Vortagen anknüpfen. Doch der 38-Jährige konterte, als es darauf ankam. Mit dem Wissen, dass nur eine Unterspielung auf der 17 oder 18 den FedEx-Titel bringen würde, erreichte er die lange 18 in zwei Schlägen und machte das Birdie zur 73. Sein Erfolgsgeheimnis über das Jahr und den Gesamtsieg? „Eine Menge Top-Tens. Natürlich hatte ich auch ein paar Siege auf der PGA Tour und konnte somit das Selbstvertrauen in die Playoffs mitnehmen und mit drei Platzierungen unter den besten 5 abschließen.“

Interview mit Tiger Woods

Wer möchte, kann sich auch noch das komplette Interview mit Tiger Woods nach dem Sieg ansehen. Der 42-Jährige hat nun 80. Titel auf der US PGA Tour gewonnen und liegt damit nur noch zwei Erfolge hinter Sam Snead, der die Alltime-Liste anführt. Snead schaffte in 30 Jahren insgesamt 82 Siege. Woods wird mit 23 Jahren Spielzeit geführt. Jack Nicklaus gewann 73 Mal auf der PGA Tour.