Clubtags

Wertvolle Anhängsel


Martin Fels und „clubtags“: Mit gegossenen Zinklegierungen und emaillierter Individualität gegen die Massenplastik am Bag.

Von: Michael F. Basche

Im Kamin prasselt ein Feuer, in der Vitrine schimmert das Clubsilber. Draußen liegt die Golfanlage von Gut Grambek unter einer sonnenbestrahlten Schneedecke, drinnen geht es um Werte. Wertigkeit, Werthaltigkeit, Wertschätzung: Attribute, die dem Golfspiel ins Stammbuch geschrieben sind. „Auch deswegen“, sagt Martin Fels, „ist Golf mein Sport.“ Und er hat auf dieser Philosophie seine Geschäftsidee gegründet. Der gelernte Industriekaufmann und Betriebswirt ist Inhaber von „clubtags“. Er produziert hochwertige Anhänger für die Golftasche und edle Abschlagsmarkierungen, dazu metallene Accessoires wie Pitchgabeln, Ballmarker, Gürtelclips oder Schläger-Tags. Was 2012 durch Zufall begann, avancierte zu einer kleinen, feinen Erfolgsgeschichte: „clubtags“ ist in Deutschland längst ein Begriff, liefert überdies nach Spanien und Portugal, Italien und Dänemark. Bei alledem „bin ich kein Händler für Logoware“, betont Fels. Er vermittele vielmehr Emotionen, Qualität und Individualität.

„Ich fokussiere auf das höchstmögliche Güte-Niveau. Die Marktnische für derartige Premiumartikel ist zwar überschaubar, für mich jedoch sehr interessant, weil ich von der Beratungsseite komme und persönlich die Möglichkeiten des Machbaren aufzeigen kann.“ Der gebürtige Westfale, mit Lebensmittelpunkt im Norddeutschland, ist Experte für die Beschaffung technischer Güter. Seine Klientel sind Unternehmen aus dem Anlagenbau, der Medizintechnik oder der Luftfahrtindustrie. Die Golfbranche kam dazu, als er auf Mallorca vom Club de Golf Alcanada um Unterstützung in Sachen Bagtags gebeten wurde.

„Ich weiß, wo global welche Produkte wie gefertigt werden können, kenne mich gut aus mit Werkstoffen und Herstellungsprozessen“, verdeutlicht Fels, der damals noch gar nicht Golf gespielt hat. „Ich bin emotionslos an die Bagtags gegangen: Wie kann ich günstig möglichst gut produzieren?“ Das Resultat waren bedruckte Aluminiumplaketten, die Resonanz überraschte. „Es sprach sich herum, und plötzlich bekam ich Anfragen aus Portugal oder Amsterdam.“

Clubtags

 

Es dreht sich immer um Maßanfertigung, bei den Elementen von Flugzeugsitzen oder Rollstühlen für Fels‘ Industriekunden ebenso wie bei „clubtags“. Mit gegossenen Zinklegierungen und emaillierter Individualität bietet Fels der Massenplastik aus dem Katalog Paroli – „die dann zu allem Überdruss per Filzstift oder Etikettendrucker ,personalisiert‘ wird“, fügt er an. „So muss ich mich als Mitglied doch fragen, was ich meinem Club eigentlich wert bin.“ Im Gegenzug identifiziere sich der Golfer durch ein ansehnliches Anhängsel mit seiner sportlichen Heimat, werde quasi zum Botschafter: „Die meisten spielen ja nicht nur auf der ,eigenen‘ Anlage, sie verreisen außerdem gern. Das Bagtag ist ein vergleichsweise preiswertes Werbemittel.“ Die Kosten fürs optische und haptische Erlebnis liegen pro Stück übrigens bei weniger als einem Prozent des durchschnittlichen Jahresbeitrags. Oder beim Preis von zwei Top-Bällen.

Bis heute baut Fels vornehmlich auf Empfehlungen, freut sich über das Wohlwollen seiner Auftraggeber und fühlt auf Messen am Puls des Verbrauchers. Zwei Diplom-Grafikerinnen setzen Logo, Corporate Design und sonstige Vorgaben des Kunden in eine Handzeichnung um. „Es ist Leben drin“, betont Fels, „der kreative Prozess ist spürbar.“ Aus der Kreation wird per CAD eine technische Zeichnung, die das Endprodukt veranschaulicht und als Blaupause für eine Gießschablone dient. Der Formgebung und Skulpturierung sind letztlich keine Grenzen gesetzt. Die Rohlinge lassen sich in allerlei Farben galvanisieren, von Silber und Gold bis zum Messingeffekt, und werden in Handarbeit emailliert, schließlich gebacken. Für die Gravuren sitzt der Chef schon mal selbst an der Maschine.

„Ich habe das Rad nicht neu erfunden“, weiß Fels. „In USA, in England sind hochwertige Bagtags und Tee-Marker gang und gäbe. Es ist eine Trophäe, eine Erinnerung von hohem Imagefaktor. Die großen alteingesessenen Clubs haben das verstanden.“ Es handelt sich aber beileibe nicht um Wappenpflege oder heraldische Romantik, dafür hat Fels bereits genug „stylishe“ Logos umgesetzt und moderne Golfgesellschaften in der Kundenkartei. Sondern darum, Mitgliedern etwas Gutes zu tun und womöglich Greenfee-Spieler mit einem schönen Souvenir zu begeistern. Kundenbindung, Markenwert, Wertschöpfung,…
Manche Leute kaufen die „clubtags“-Tee-Marker und pflanzen sie in den Garten.

Gewichtige Plaketten in selber Machart wie die Bagtags sind das, mit dem Bodenzapfen verschraubt. „Wenn ein Club sich im Sinne des eigenen Qualitätsanspruchs derartige Abschlagsmarkierungen leistet, müssen sie oft abends wieder eingesammelt werden, um Schwund zu verhindern. Da kann man sie auch im Pro-Shop anbieten“, schmunzelt Fels. „Ich habe mir immer gewünscht, eine Firma aufzubauen, die sich auf hochwertige Produkte konzentrieren darf und positive Emotionen weckt. Mit ,clubtags‘ habe ich definitiv ins Schwarze getroffen.“

Golf müsse sicher flexibler werden, um neue Zielgruppen anzusprechen, „doch die große Klammer ist das Lebensgefühl, mit dem unser Spiel verbunden wird. Wir leisten einen ganz kleinen, allerdings wichtigen Beitrag, um diese Werte hochzuhalten“

http://www.clubtags.de